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Samstag, 16. Februar 2013

Da sitzt er in der Ecke und weint, der Versager - Invokavit, 20.02.13, Reihe V

Text: Lukas 22,31-34
Liebe Gemeinde!
Da sitzt er in der Ecke, der Mann. Ganz hinten, da, wo es richtig dunkel ist. Ganz allein. Hofft er wenigstens. Es soll ja nicht jeder sehen, wie er weint. Männer weinen nicht! Vor allem er nicht. Er ist es doch, der der Größte war. Er war näher dran als die anderen. Er fühlte sich stark. Ja, er war sogar bereit, zu sterben. Für die Wahrheit. Er war ein Mann, der es drauf hatte. Zu dem die anderen aufsahen. Mit viel Respekt. Die allermeisten jedenfalls. Und ein paar vielleicht auch mit ein wenig Neid. Aber: muss man sich nicht Neid erarbeiten? Auf jeden Fall fühlte es sich gut an, so nah dran zu sein. Am Zentrum. Und jetzt sitzt er in der Ecke. Und weint. Und denkt nach. „Ich bin’s eigentlich nicht mehr wert, weiterzuleben!“ Nicht zum ersten Mal in dieser Nacht geht ihm dieser Gedanke durch den Kopf. „Vielleicht wäre es besser, ich würde mir einen Strick nehmen. Wie der andere, der Verräter. Ich bin auch nicht besser.“ So denkt er. „Ich hatte so eine große Klappe. Und als es drauf ankam, da habe ich genkniffen. Aus Angst. Ich Feigling.“ So denkt er, wieder und wieder. Die anderen werden jeden Respekt vor ihm verloren haben. Und die, die sowieso schon ein bisschen neidisch waren, die werden ihn das spüren lassen. Das Versagen. Du Möchtegern. Du Besserwisser. Er hört schon ihre hämischen Kommentare in seinen Gedanken. Kann er überhaupt zurückgehen, bei ihnen bleiben? Sie waren doch seine Heimat. Er weint. Immer noch. Immer wieder. „Wäre es nicht doch besser, alles hinzuwerfen?“ So denkt er, wieder und wieder. Er ekelt sich vor sich selber. Schwächling. Feigling. Verräter. Immer schneller dreht sich alles in seinem Kopf um diese Worte. Und dann kommen ihm andere Worte in den Sinn. Seine Worte. wie war das nochmal? Hat er es nicht vorhergesehen? Was hat er nochmal gesagt? Immer deutlich sind sie in seinem Kopf. die Worte. Seine Worte:
Lesen: Lk 22,31-34
Ja, Petrus war nicht der starke Glaubensheld, für den er sich selbst gehalten hatte. Ja, Petrus hat in einem ganz wichtigen Moment versagt. „Jesus? Den kenne ich nicht, mit dem hatte ich noch nie was zu tun“ – aus Angst um sein eigenes Leben verrät er die Freundschaft mit Jesus, verrät er seinen eigenen Glauben. Ob Petrus sich so geschämt hat, dass er an Selbstmord dachte, das weiß ich natürlich nicht. Aber es ist nicht leicht, die Wahrheit über sich auszuhalten, wenn sie so hart zeigt: „Du bist ganz anders, als du es dachtest. Nicht so toll, wie du dachtest, nicht so stark. Sondern eigentlich en Schwächling und Feigling, der mit dem Mund schneller ist als mit dem Herzen.“ Faszinierend finde, wie Lukas davon erzählt, dass Jesus mit diesem Versagen nicht nur irgendwie rechnet, sondern wie er mit diesem Freundschaftsverrat umgeht. Jesus hätte ja auch sagen können: „Du wirst versagen, unsere Freundschaft verraten. Deshalb stell du dich schön hinten an und wenn es dann weitergeht mit dem glauben, dann darfst du zwar dabei sein, aber ganz hinten bitte schön. Da musst du dann erstmal beweisen, dass du dazugehörst, obwohl ich mich nicht auf dich verlassen kann.“ Wäre normal gewesen, so zu reagieren. Macht Jesus aber nicht. Er sagt, ich gebe das jetzt mal mit meinen Worten wieder: „Wenn du da durch bist,

Freitag, 8. Februar 2013

Macht Liebe blind? - Estomihi, 10.02.13, Reihe VI


Liebe Gemeinde!
„Frau Schlüter, Yannick benimmt sich im Unterricht ganz seltsam. manchmal ist er wie wegtreten, manchmal schwätzt er unkontrolliert dazwischen. Die schriftlichen Leistungen sind total abgesackt. Haben sie bemerkt, dass er Drogen nimmt?“ Frau Schlüter will nicht glauben, was ihr da im Elterngespräch vorgehalten wird. „Das kann nicht sein, Yannick doch nicht! Die Oma, an der er sehr gehangen hat, ist vor einem Vierteljahr gestorben. Und vor ein paar Wochen hat seine erste Freundin mit ihm Schluss gemacht. Das gibt sich wieder!“ Erst als in einer Freitagnacht das Krankenhaus anrief und die Mischung aus Alkohol, Kiffen und Tabletten doch zu viel war, hat sie langsam gesehen was los war.
„Ist zwischen dir und Bernd alles in Ordnung? Du wirkst so unglücklich und in der Firma erzählt man sich schon lange, das Bernd was mit der Sekretärin vom Müller haben soll!“ Martina macht sich viele Sorgen um die ehe ihrer Freundin. Aber die sagt nur: „Ach, wir haben nur ein bisschen Stress. Jessica hat’s in der Schule schwer, Mutter wird langsam dement, und das färbt ein bisschen ab. Aber Bernd und eine andere? Nein. Dazu leiben wir uns zu sehr.“  Erst als sie nach Hause kommt und tatsächlich Herrn Müllers Sekretärin im Bett liegt, muss sie die Wahrheit sehen.
„Ach, Kind, es geht mit mir zu Ende! Ich habe keinen Appetit mehr, ich will endlich wieder bei deinem Vater sein. Alles tut so weh! Seit Monaten komm ich nicht mehr aus dem Bett raus. Mit meinen 82 Jahren will ich endlich sterben.“ „Ach Mutter, das sagst du immer. Du wirst noch hundert!“ Und schon ist Frau Meier aus dem Schlafzimmer der Mutter raus, nachdem sie sie gefüttert hat. Ja, sie ist krank, die Mutter. Aber übers Sterben reden. Nein, das soll nicht sein. Das hat noch Zeit.
Manchmal werden gerade dann, wenn es um einen ganz wichtigen, geliebten Menschen geht, die Augen zugemacht. Unangenehme Wahrheiten werden verdrängt. Was nicht sein soll, das darf auch nicht sein. Krankheit, Tod, Drogen, Negatives überhaupt, nein, das alles soll das schöne Bild der Liebe, der guten Welt nicht stören.
Sicher ist das, was hier im Lukasevangelium von den Jüngern von Jesus erzählt wird, etwas anders. Aber sie verstehen auch nicht, dass Jesus von seinem bevorstehenden Tod und der Auferstehung erzählt. Tod und Leid – kann das denn sein bei dem Menschen, der ihr Leben so sehr geprägt hat? Darf das denn sein, bei dem Menschen, der ihnen so viel Gutes über Gott und ihr Leben gesagt hat, dem sie so sehr vertrauen? Nein, das kann, darf, soll nicht sein! Es wird doch so weitergehen – mit den guten Worten und Taten, mit den Heilungen und der Gemeinschaft, oder?
Manchmal wird die Geschichte von den Jüngern, die die Ohren und Augen vor der Leidenserzählung von Jesus zu machen und dem Blinden, der trotz seiner Blindheit in Jesus den verheißenen Messias sieht und der wegen seines Vertrauens wunderbar geheilt und sehend wird, so erzählt, als wären die Jünger die Bösen oder zumindest die Deppen. Hier sind die, die es eigentlich wissen müssten, die schon lange mit Jesus unterwegs sind, die glauben, ihn zu kennen – und die kriegen das Entscheidende nicht mit. Und dort ist der gute Behinderte,

Mittwoch, 6. Februar 2013

Wo laufen wir denn? - Mit Gott unterwegs, Gebetswoche zur Einheit der Christen

Predigt gehalten im ökumenischen ACK-Gottesdienst in Marburg, St. Peter und Paul
Micha 6,6-8 und Lukas 24,13-35

Predigt Mi 6,6-8 / Lk 24,13-35
Liebe Gemeinde!
Wo laufen sie denn? Ja, wo laufen sie denn? Wo laufen wir denn? Ja, wo laufen wir denn? Beim Nachdenken über Kirche und Gemeinde, über Christsein und Ökumene kommen mir manchmal die beiden Herren an einer Pferderennbahn in den Sinn, die Loriot vor vielen Jahren bildlich zum Leben erweckt hat. Vor lauter Missverständnissen, Unkenntnis, Ignoranz, gepaart mit einem Schuss Besserwisserei, wird das Wesentliche verpasst und am Ende bleiben beide frustriert zurück, während sich das Publikum lachend an dem scheiternden Dialog ergötzt. Wo laufen wir denn? Immer im Kreis herum, wie auf einer Rennbahn, mit dem Ziel, am Ende den Großen Preis gegen die Konkurrenz zu gewinnen? Und wer wäre die Konkurrenz? Andere Religionen und Weltanschauungen oder doch die Brüder und Schwestern in anderen Kirchen und Gemeinschaften? Oder sind wir eher die beiden gesetzten Herren, deren Dialog völlig scheitert und die dadurch Wesentliches verpassen? Lacht dann wenigstens noch ein Publikum von draußen über uns oder hat sich dieses Publikum schon längst von uns verabschiedet, so wie Loriot und sein Humor heute für die unter 35-jährigen, vielleicht auch unter 40- oder 45-jährigen doch auch recht altbacken wirkt?
Die Fragen, ob wir laufen, wo wir laufen, wohin wir unterwegs sind und was dabei geschieht, sind für mich keine nebensächlichen Fragen. Eine Grundwahrheit des Glaubens, der uns verbindet, und zwar nicht nur Christen verschiedener Konfessionen, Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften, sondern auch Christen und Juden, eine Grundwahrheit dieses Glauben ist es, dass er in Bewegung bringt. Glauben an den EINEN Gott bewegt. Als Lesung aus dem ersten Testament haben wir Verse aus dem Buch Micha gehört, die weltweit das Motto der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen bilden. Wie so oft ist diese biblische Lesung etwas beschnitten. Die Stoßrichtung des Prophetenwortes ist es nicht, den Menschen die Freude an schönen Glaubensfesten und gut gestalteten Ritualen nehmen zu wollen. Unmittelbar vor der Kritik erinnert der Prophet an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei, an den Weg, den Gottes Volk in die Freiheit gegangen ist und daran, dass diese Freiheit immer gefährdet war und sie, mit Gottes Hilfe, immer wieder gesucht und erkämpft werden musste. Gott bringt in Bewegung – und deshalb kann eine rituelle Erstarrung nicht

Samstag, 26. Januar 2013

Taufen? Ja, bitte! - Und dann? - Tauferinnerungsgottesdienst, Anspiel mit Konfis zu Apostelgeschichte 8,26ff. und Kurzansparche, 27.01.2013

Erzähler (Carolyn): Lange vor unserer Zeit. Ein wichtiger und reicher Mann, der Finanzminister der Königin von Äthiopien, hat Jerusalem besucht. Er war neugierig geworden auf den Gott, an den die Menschen in Jerusalem geglaubt haben. Er hat sich einen Teil ihrer Heiligen Schrift geben lassen. Und auf dem Heimweg liest er darin.
Minister (Kristina): „In Wahrheit aber hat er die Krankheiten auf sich genommen, die für uns bestimmt waren, und die Schmerzen erlitten, die wir verdient hatten. Wir meinten, Gott habe ihn gestraft und geschlagen; doch wegen unserer Schuld wurde er gequält und wegen unseres Ungehorsams geschlagen. Die Strafe für unsere Schuld traf ihn und wir sind gerettet. Er wurde verwundet und wir sind heil geworden.“ Ich verstehe das nicht. Interessant. Da wehrt sich einer nicht. Da tut einer anderen nicht nur irgendwie was Gutes, sondern er leidet für sie. Das könnte ich nicht. Aber was soll das?
Erzähler: Während er so liest bemerkt er gar nicht, dass ein Mann sich nähert. Philippus. Ein Mensch, der Jesus nicht nur kannte, sondern der zu denen gehörte, die ihm fest vertrauten. Philippus hatte eine Eingebung von Gott. Er sollte diesen Mann auf dem Heimweg suchen. Doch der war ganz in seine Schrift vertieft.
Minister: „Er wurde misshandelt, aber er trug es, ohne zu klagen. Wie ein Lamm, wenn es zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, wenn es geschoren wird, duldete er alles schweigend, ohne zu klagen. Mitten in der Zeit seiner Haft und seines Gerichtsverfahrens ereilte ihn der Tod. Weil sein Volk so große Schuld auf sich geladen hatte, wurde sein Leben ausgelöscht. Wer von den Menschen dieser Generation macht sich darüber Gedanken?“
Philippus (Milli): Verstehst du eigentlich, was du da liest?
Minister: Oh, wer bist du denn? Nein, ich verstehe es nicht. Mir hat es auch keiner erklärt. Ich glaube, um eure Heilige Schrift zu verstehen, muss ich viel mehr wissen.
Philippus: Darf ich dir dabei helfen, das zu verstehen?
Minister: Gern! Ich möchte gern wissen,

Samstag, 19. Januar 2013

Kein Urlaub für immer, aber Leuchtturm im Leben - letzter n. Epiphanias, 20.01.2013, Reihe V

Text: Johannes 12,34-36
Liebe Gemeinde!
Morgens ohne Wecker wach werden. Irgendwann, dann, wenn es soweit ist und nicht dann, wenn die Pflicht ruft. Gemütlich frühstücken. Stundenlang durch verschneite Wälder wandern. Zwischendurch gemütlich einkehren, was Gutes essen und trinken. Zeit zum Lesen. Auch mal eine Serie im Fernsehen einschalten. Zeit für den Menschen zu haben, den man liebt. Das müsste eigentlich immer so sein. Das würde ich gern festhalten, nicht mehr loslassen. Aber leider ist mein Urlaub schon wieder mehr als eine Woche vorbei.
Sicher sind es bei jedem andere Dinge, die das Gefühl auslösen: So müsste es doch immer sein! Das muss kein Urlaub sein, das kann einfach auch mal ein schöner Tag mit einem tollen Menschen sein, die neue große Liebe oder, warum auch nicht, ein Arbeits- oder Schultag mit dem Gefühl: heute hast du was richtig Gutes geschafft. Heute war alles so, wie es besser eigentlich kaum geht.
Gute Zeiten: am liebsten festhalten und für immer konservieren. Und viel mehr noch Menschen, die mir gut tun, deren Nähe nicht nur dazu führt, dass ich mich irgendwie gut fühle, sondern dass ich merke: mein Leben gewinnt durch diesen Menschen: nie sollen die weg sein! Ich glaube, dass ich nicht der Einzige bin, Augenblicke oder Menschen, die einfach gut sind, gern festhalten möchte.
Und in der Bibel, bei den Propheten, wird eigentlich so etwas versprochen. Etwas, was weit über einen schönen Urlaub oder den Mann oder die Frau fürs Leben hinausgeht. Da wird vorhergesagt, dass sich durch den Christus, den Messias, den Gott in diese Welt schickt, alles für immer zum Guten wendet. Ungerechtigkeit gibt es nicht mehr, Gewalt wird ein Ende haben. Alles wird gut. Nicht nur für ein paar nette Urlaubstag, sondern ganz grundsätzlich. Nicht nur für mich und meine Familie oder meine Freunde, sondern wirklich für alle.
Ja, solche Versprechen gibt es in der Bibel, und sie sind viel älter als Jesus. Und der kommt. Und er begegnet Menschen. Und die Menschen merken: Da passiert etwas mit mir. Die Begegnung mit Jesus macht nicht nur mein Leben gut, sondern da verändert sich auch um mich herum ganz viel. Da weiß einer wirklich, wovon er redet: von Gott. Da ist Gott zu sehen, da ist Gott wirklich da, wenn Jesus in der Nähe ist. Und die Menschen, die ihm begegnen und das spüren, die kennen die Versprechen aus der Bibel. Und sie glauben und hoffen: Jetzt wird alles wirklich gut. Für immer!
Und dann die Enttäuschung: Jesus lässt sich nicht festhalten. Er, der Christus, der Messias, der doch ewig sein soll, erzählt immer wieder, dass er weg gehen wird. Dass er erhöht wird, zurück zum Vater geht. Nichts ist es mit der Ewigkeit. Kein Wunder, dass sich ein Stück Enttäuschung breit macht bei den Menschen, die eben noch große Hoffnungen hatten. Kein Wunder, dass die Menschen misstrauisch werden und fragen: Wer bist du eigentlich?  du sagst, dass du der verheißene Messias bist, der Christus, aber bleibt der nicht ewig? Warum gehst du fort? Wieso sagst du, dass du erhöht werden musst und meinst damit, dass du sterben wirst?
Fragen, jede Menge Fragen, von denen unser Predigttext heute erzählt. Fragen sind menschlich, fragen ist menschlich. Das unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen. Und Fragen haben können ganz verschiedene Zwecke verfolgen. Sie können

Mittwoch, 2. Januar 2013

Wo viel Licht ist, ist viel Schatten - Epiphanias, 6.1.13, Reihe V

Text: Jesaja 60,1-6
Liebe Gemeinde!
„Wo viel Licht ist, ist viel Schatten“ – ein Sprichwort, mehr nicht. Aber wie fast alle Sprichwörter und Lebensweisheiten hat es einen durchaus wahren Kern. Da, wo vieles in ein gutes Licht gerückt wird, da, wo vieles hell zu strahlen scheint, gibt es immer auch eine dunkle Seite. Etwas, das gern verborgen wird. Oder das, was an Schäden angeblich nicht zu vermeiden ist. Eindeutig gut, eindeutig im Licht stehen – das gibt es in dieser Welt nicht. Mich reizt der Bibeltext, der für den heutigen Tag als Predigttext vorgesehen ist, tatsächlich mal, nach den dunklen Seiten, nach den Schatten zu fragen. Es ist fast schon eine Überdosis Licht, die wir da abbekommen: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir, so beginnt dieser Abschnitt aus dem Buch Jesaja. Schon wieder, wie zu Weihnachten auch, das hell strahlende Licht Gottes. Alles wird gut. Alles wird schön. Heute ist das letzte Fest im weihnachtlichen Festkreis. „Epiphanias“ heißt es. Wenn man diesen griechischen Namen ins Deutsche übersetzt, heißt das so viel wie „Erscheinung“ oder „Aufscheinen“. Gemeint ist, dass wir Christen feiern sollen, dass Gott in dieser Welt sichtbar geworden ist, dass etwas von seiner Herrlichkeit und von seinem Glanz in dieser Welt zu fassen ist. Deshalb der Predigttext. Und deshalb auch der beliebtere und bei den allermeisten Menschen auch bekanntere Name dieses Festes: Dreikönigstag. In Erinnerung an die drei gelehrten Männer aus dem Land des Sonnenaufgangs, von denen der Evangelist Matthäus erzählt. Die drei Gelehrten, die einen Stern sahen, in ihm die Ankunft eines besonderen Königs in dieser Welt sahen. Sie wussten nichts vom Gott Israels, von dem Gott, an den wir glauben. Sie machten sich auf, suchten im Palast. Dort fanden sie diesen König nicht. Aber sie entdeckten Gott als König der Welt in einem kleinen Kind, geboren in Bethlehem, dem sie wertvolle Geschenke mitbrachten. Gottes Herrlichkeit und Wirklichkeit wird in dieser Welt sichtbar: das erkennen die drei klugen Männer, die eigentlich an ganz andere Götter glaubten, aber in Jesus den wahren Gott sahen.  Davon erzählt eben auch auf andere Weise das Buch Jesaja. Und die, die in Jesus Gott erkannten, die bezogen dann diese Wort vom Licht auch auf ihn. Alles schön und gut. Aber mir manchmal auch ein bisschen zu gut. Die Feiertage sind vorbei, die Kerzen am Baum tauchen die Wirklichkeit vielleicht heute noch in ein etwas milderes Licht, aber dann geht der Alltag wieder los, spätestens doch nächste Woche, wenn auch die Weihnachtsferien vorbei sind.  Wie gesagt, wo viel Licht ist, ist viel Schatten. Wie recht hier der Volksmund hat, merke ich an der Schwelle zwischen Festtagen und Alltag ganz deutlich. Gerade auch an der Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland, dem Land des Sonnenaufgangs. Manche kennen sicher auch die Fortsetzung beziehungsweise das Ende der Geschichte: Aus Angst um seine eigene Herrschaft lässt König Herodes alle neu geborenen Jungen in Bethlehem töten. Jesus und seine Eltern können gerade noch rechtzeitig fliehen, weil ein Engel Josef im Traum erschienen ist. Aber zig Familien wurden ins Unglück gestürzt. Zig Jungen haben durch die Grausamkeit eines weltlichen Herrschers ihren ersten Geburtstag nicht erlebt.
Zwei dunkle Schatten wirft helle Licht für mich. Der erste dunkle Schatten: Warum hat Gott die anderen Familien nicht genauso vorgewarnt wie Josef, Maria und Jesus? Und der andere dunkle Schatten: Wie können Menschen nur so grausam sein und auf Befehl von wem auch immer einfach so kleine Kinder abschlachten?

Freitag, 28. Dezember 2012

Dazwischen! - Jahreslosung 2013, gehalten Silvester 2012

Predigt Silvester 12, Jahreslosung 2013: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebr. 13,14)

Liebe Gemeinde!
Wir leben dazwischen. Selten wird mir das so bewusst wie in diesen Tagen. In den Tagen, die man „zwischen den Jahren“ nennt, an Silvester, dem letzten Tag des Jahres.  Eigentlich passiert ja gar nichts Aufregendes. Genauso wie am 9. Januar, am 24. März oder am 17. Oktober geht die Sonne unter und aller Wahrscheinlichkeit auch wieder auf, machen Menschen in der Welt unterschiedliche Dinge, gibt es fröhliche und traurige Menschen, werden Kinder geboren und andere Menschen sterben. Es gibt Kriege, Hunger und Elend genauso wie viele Gelegenheiten, sich zu freuen. Es passiert nichts Außergewöhnliches. Wenn man Papierkalender hat, wird eben ein neuer aufgehängt oder in die Tasche gesteckt. Den Nutzern elektronischer Kalender wird einfach morgen früh eine andere Jahreszahl angezeigt. Trotzdem bringen mich diese Tage, insbesondere der letzte Tag des Jahres, immer wieder zum Nachdenken. Die Zeit vergeht eben nicht nur irgendwie neutral, sondern mit ihr vergeht unweigerlich auch ein Stück eigenes Leben. Wieder ein Stück Zeit, das eben noch als Zukunft vor mir lag und nun Vergangenheit geworden ist. Prägungen für das weitere Leben waren vielleicht  dabei, vieles aber auch, was jetzt schon nicht mehr richtig erinnert werden kann, was verschwimmen und vergehen wird. Nichts bleibt für die Ewigkeit, noch nicht mal die Erinnerung. Oder bleibt doch etwas? Die Hoffnung auf eine Zukunft, die gut sein wird? Das Vertrauen in einen Gott, der vor aller Zeit war, der sich in dieser Zeit erfahren lässt und der nach aller Zeit noch sein wird? Gott, der uns in dieser Zeit hält, der uns hilft, diese Zeit anzunehmen und der uns über diese Zeit hinausführt? Ist es das, was bleibt? Oder die Erfahrung, dass im Gedächtnis der Menschen und der Menschheit sehr wohl Platz ist für Geschichte, dass wir sehr wohl Wurzeln in der Vergangenheit haben und um diese Wurzeln wissen? Vergehen oder Bleiben?
Wir leben dazwischen, finde ich. Zwischen ernüchternder Erfahrung und lebendiger Hoffnung.  Beides ist Teil unseres Lebens. Beides gehört zum Menschsein und vor allem zum Christsein dazu. Wir leben dazwischen. Denn da spielt sich Leben ab. Zwischen dem Wunsch nach Halt, Ruhe und Beständigkeit und der Sehnsucht und Hoffnung auf eine möglichst gute und bessere Zukunft. Manchmal bildet sich das auch räumlich ab. Mir begegnen immer wieder Menschen, die sagen: „Es ist doch furchtbar, so ein eigenes Haus, eine gut eingerichtete Wohnung zu haben.

Samstag, 22. Dezember 2012

Besuch von ganz oben - 1. Weihnachtstag 2012, Reihe V

Text: Joh 3,31-36, Reihe V
Liebe Gemeinde!
Besuch von oben kommt! Wer im Berufsleben steht, der weiß, dass das oft genug mit gemischten Gefühlen verbunden ist. Der Chef kommt – da fallen einem doch gleich alle großen und kleinen Dinge ein, die nicht so gut gelaufen sind. Die möchte man dann nicht so gern zeigen. Schnell noch ein bisschen hier und da was ändern – damit der Chef einen guten Eindruck bekommt. Ob in der Schule die Schulinspektion angesagt ist, ob in der Kirche der Bischof mal vorbeikommt oder ob die eigene Mutter zu Besuch kommt – man will gut dastehen. Wenigstens einigermaßen soll alles in Ordnung gebracht werden. Und gerade beim letzten Besipiel finde ich es wirklich zum Schmunzeln, wie man als längst erwachsener Sohn, als längst erwachsene Tochter, die lange nicht mehr mit den Eltern unter einem Dach lebt, doch darauf achtet, den Maßstäben, die die Mutter in der Kindheit gesetzt hat, einigermaßen gerecht zu werden. Das ist nicht nur bei mir so, das erlebe ich ganz oft. Gut da stehen, nicht enttäuschen, auch wenn dazu ein bisschen getrickst und der Alltag ein bisschen kosmetisch aufgehübscht werden muss. Unter diesem Gesichtspunkt lässt sich vielleicht sogar dem Aufräumen und Putzen, dem Schmücken und Herrichten der Wohnung vor Weihnachten etwas abgewinnen. Viele versuchen, gerade zu Weihnachten etwas anderes, Schöneres, als den normalen eigenen Alltag zu zeigen. Weil Besuch von oben kommt? Weil man Jesus ein schönes Bild vom eigenen Leben zeigen will oder ihm dadurch, dass man aufgeräumt und alles so schön es geht gemacht hat, zeigen will, dass er wichtig und willkommen ist? Oder weil es einfach dazugehört, weil es alle machen und weil man irgendwie glaubt, nicht dazuzugehören, wenn man es nicht macht?
Eine Zeit lang war ich kritisch gegenüber allen äußeren Weihnachtsvorbereitungen. Und was Deko angeht, bin ich bis heute eher typisch Mann, da habe ich nicht so ein Händchen für. Aber mittlerweile finde ich auch, dass durch Äußerlichkeiten durchaus ausgedrückt werden kann, was einem innerlich wichtig ist. Klar, sehr viele nutzen Äußerlichkeiten zur Selbstdarstellung oder als letztlich innerlich leere Traditionspflege. Aber ich kann nicht über die inneren Einstellungen von anderen urteilen. Ich sehe nur, was vor Augen ist. Tiefer sehen kann nur der, der wirklich den Überblick hat. Der, der von oben schaut, von oben kommt. Der, der wirklich Herr über das Leben ist, neben dem alle irdischen Chefs, Direktoren, Meister, Bischöfe und selbst Mütter blass und klein aussehen. Gott, der in Jesus menschliche Gestalt angenommen hat. Der Leben überblickt, der tiefer sieht, als je ein Mensch das könnte.
Davon redet der Täufer Johannes zu Menschen vor langer Zeit in den Versen aus dem Johannesvangelium, die heute als Predigttext vorgesehen sind und die für mich auf den ersten Blick wenig weihnachtlich daherkommen. Im 3. Kapitel, in den Versen 31-36, werden diese Worte als Teil einer Rede des Täufers überliefert:
 Nicht nur Besuch von oben, der auch wieder geht, sondern einer, der von oben kommt und das Leben nicht nur irgendwie verändert, sondern der die Grenzen des Lebens sprengt.

Der schöne Schein - Christvesper am Hl. Abend, Reihe V

Joh 7,28f.  i.V. mit „Die Heilige Nacht“ von Fritz von Uhde,
Liebe Gemeinde!
Die Kerzen fangen zu brennen an / das Himmelstor ist aufgetan / Alt und Jung sollen nun / Von der Jagd des Lebens einmal ruhn / Und morgen flieg ich hinab zur Erden / denn es soll wieder Weihnachten werden“. Jetzt ist es soweit, wie Theodor Storm es in seinem Gedicht vom Knecht Ruprecht beschrieben hat. Hoffentlich. Hoffentlich ist das Christkind auf der Erde, nicht als rot bemantelter Geschenkebringer, sondern als lebendige Liebe, die von Gott kommt. Hoffentlich gelingt es uns, nicht nur in dieser Stunde Gottesdienst am Heiligabend von der Jagd des Lebens ein wenig zu ruhen. Wenigstens tauchen die Kerzen heute Abend die Kirche in ein schönes, warmes Licht und hoffentlich erreicht dieser schöne Schein nicht nur die Augen, sondern auch unsere Herzen. Der schöne Schein, der über allem ist. Ich habe ihnen heute Abend eine Karte von einem gut 130 Jahre alten Bild des Malers Fritz von Uhde geschenkt. Ich habe sie ausgesucht, weil mich der schöne Schein auf dem Bild unmittelbar angesprochen hat. Das Kind, in dem sich Gott offenbart, liegt behütet und von warmem Licht beschienen in einem Stall. Finsternis ist noch da. Aber dort, wo das Kind ist, ist es warm und hell. Eine schöne junge Frau betrachtet liebevoll das Kind, in dem sie Gottes Wirken erkennt, wie an ihren zur Anbetung gefalteten Händen zu  erkennen ist. Links, eigentlich im Stil der alten Altarbilder ein eigenes Bild, stehen andächtig Hirten, die ebenfalls etwas von diesem schönen Schein abbekommen und rechts singt ein Engelchor aus schönen Kindern im warmen Licht. Für mich ein schönes Bild. Ein schöner Schein – wie unsere Christvesper im Kerzenschein. Interessant ist die Geschichte des Bildes. In der ersten Fassung hat der Maler eine etwas ältere Maria mit einer krummen, großen Nase gemalt, die Haare längst nicht so anmutig. Und links kamen keine Hirten, sondern Fabrik- und Landarbeiter, dreckig, direkt von der Arbeit. Und der Engelchor hätte meine 9. Klasse sein können. Liebenswert, aber chaotisch, manchmal frech und ziemlich durcheinander. Die Kritiker sagten, dass man doch Weihnachten nicht so hässlich darstellen könne – und der Maler hat das Bild tatsächlich korrigiert und übermalt und wirklich den schönen Schein gemalt. Darf man das? Weihnachten ganz realistisch malen? Darf man das? Die Wirklichkeit übermalen und einen schönen Schein zaubern? Ist nicht Weihnachten sowieso viel zu viel schöner Schein da, der nur eine trübe, manchmal raue und hässliche Wirklichkeit überdecken soll? Es ist gefährlich, gerade an Weihnachten vom schönen Schein zu reden. Leistet man damit nicht Kritikern Vorschub, die Christen vorwerfen, dass sie sich und der Welt nur was vormachen mit ihrem Glauben, der doch nur bestenfalls ein frommes Märchen ist, aber für die wirkliche Welt nichts zählt? Oder trauen wir uns erst recht, vom schönen Schein zu reden, der uns etwas von Gott erfahren lässt, der schon jetzt -und nicht erst in irgendeiner fernen Zukunft Leben und Welt verwandelt, der schon jetzt ganz normalem, einfachem, manchmal schwerem und rauem Leben einen Glanz gibt, den es sich selbst niemals geben könnte? Einen Glanz, der Wirklichkeit nicht künstlich schönt und tarnt, sondern der Leben tatsächlich verändert? Es wird Weihnachten – aber wer ist da zu uns auf die Erde gekommen? Ein romantisch glänzendes Christkind, holder Knabe im lockigen Haar? Oder Gott, der die Welt verändert und durch seine Gegenwart einen schönen Schein in alles Leben bringt?

Gott bei der Arbeit... - 3. Advent (und auch am 4. gehalten) 2012, Reihe V

Liebe Gemeinde!
Manchmal ist es schön, anderen bei der Arbeit zuzusehen. Aber dabei gibt’s Unterschiede. Einmal gibt’s die bequeme Art. Ich lehne mich gemütlich zurück, lasse andere für mich arbeiten. Wenig Einsatz, bei dem möglichst viel für mich herauskommt. Faul sein soll sich schließlich lohnen. Diese Art von Zusehen meine ich nicht. Ich finde sie auf Dauer unmenschlich, weil sie unglaublich egoistisch ist und andere Menschen nicht als Menschen, sondern nur als Mittel zum Zweck sieht, die hoffentlich dumm genug sind, das Ganze nicht zu durchschauen. Es gibt aber auch eine andere Art von Zusehen. Die, bei der ich mir die Zeit nehme, genau hinzuschauen, was der andere macht. Weil es mich vielleicht interessiert, weil ich was daraus lernen kann, weil ich Anregungen für die eigene Arbeit finde, weil ich auch mal Zeit zur Ruhe finde. Diese Art, anderen bei der Arbeit zuzusehen, ist ganz wichtig und wertvoll. Wer immer nur für sich selbst arbeiten will, wer glaubt, immer nur aktiv sein zu müssen, der verlernt es auf Dauer, zu lernen, zu leben. Der bleibt in sich selbst gefangen und wird am Ende wirklich leer und hohl wie seine Arbeit vermutlich auch. Es ist zutiefst menschlich, hinschauen zu können, von der Arbeit der anderen für sich selbst zu lernen und das, was für das Eigene passt, mitzunehmen. Und genau das erleben wir hier in der ersten Hälfte von dem, was ich gerade als Predigttext vorgelesen habe. Dieser Abschnitt aus dem Prophetenbuch gibt uns einen Einblick in die himmlische Arbeit Gottes. Er lässt uns Gott sozusagen bei der Arbeit zuschauen. Natürlich kann jetzt ganz viel dagegen gesagt werden.
Zum Beispiel: „Pfarrer, warum redest du vom Himmel? Davon steht nichts in den Bibelworten. Und im Himmel fliegen Flugzeuge und da gibt es ferne Galaxien, aber dass Gott da wohnt, diese Vorstellung passt doch nicht in die heutige Zeit.“ Alles richtig. In der Schule waren Mathe und die Naturwissenschaften meine liebsten Fächer. Und trotzdem finde ich, dass Himmel als Bild für eine Art Wohnort Gottes aus vielen Gründen gut ist.  Erstens hat es was mit unserem normalen Leben zu tun, ohne das es das Gleiche wäre wie unser Leben hier auf der Erde. Zweitens können wir aus eigener Kraft nicht so einfach dahin. Trotz aller Forschung und aller Hilfsmittel bleibt es uns doch auch ein ganzes Stück weit entzogen. Und drittens lädt der Himmel einfach dazu ein, nach oben zu schauen, ihn zu betrachten. Gott will uns nicht niederdrücken, wir sollen nicht dauernd nach unten sehen, sondern er will uns aufrichten – auch das steckt für mich in diesem Bild. Und der Einwand, dass das so nicht wörtlich in dem steht, was ich aus der Bibel vorgelesen habe, ist nur die halbe Wahrheit. Oft wird gerade dieser Abschnitt aus dem Buch Jesaja so verstanden, als würde von Anfang der Mensch, der in besonderer, guter Beziehung zu Gott steht, angeredet. „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht der Herr“, oft wird das so verstanden, als sollte man als Mensch, der eine besondere Nähe zu Gott hat, loslegen und zu allen gehen, die man für trostbedürftig hält und sie am besten auf einmal trösten. Die Kinder ohne Eltern und die alleinlebenden Alten und die Leute in den Gefängnissen und die Kranken und die Trauernden und die und die und die und die und die auch noch. Vor lauter Trostbedürftigkeit kann einem ganz schwindlig werden und der Auftrag, da überall zu trösten, der würde auch den frommsten Christen und den gläubigsten Juden am Ende umhauen. Der Auftrag an den MENSCHEN, hier in der Gestalt des Propheten, der kommt in unserem Bibelabschnitt erst in der Mitte. Da heißt es „Es sprach eine Stimme: Predige!, und ICH sprach: Was soll ich predigen?“ Vorher gewährt uns diese Geschichte aus der Bibel einen Einblick in die HIMMLISCHE Arbeit Gottes. Natürlich kann man da fragen: „Aber mit wem redet Gott denn da?“