<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876</id><updated>2012-02-04T15:57:26.193+01:00</updated><category term='4. Advent'/><category term='1. Petrus'/><category term='Trinitatis'/><category term='Lukas'/><category term='3. n. Ep.'/><category term='Predigt'/><category term='Totensonntag'/><category term='Weihnachten'/><category term='Reihe II'/><category term='vorletzter d.Kj'/><category term='Begrüßung'/><category term='Jahreswechsel'/><category term='1. Advent'/><category term='Pfingsten'/><category term='Klagelieder'/><category term='21. n. Tr.'/><category term='Marginaltext'/><category term='2008'/><category term='2. n. 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Mose'/><category term='Christmette'/><title type='text'>Worte (nicht nur) zum Sonntag</title><subtitle type='html'>Predigten und Gedanken aus der Thomaskirche auf dem Richtsberg in Marburg</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>UKB</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14526096021268820790</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='21' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_tAZpmwtpOLg/Sd2l2UHb7XI/AAAAAAAAACM/PNmeaS5A6ks/S220/KlingBoehm2.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>147</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-624400148754255352</id><published>2012-02-04T15:57:00.000+01:00</published><updated>2012-02-04T15:57:26.232+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe IV'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jeremia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Septuagesimae'/><title type='text'>Ich weiß, was Gott will??? - Septuagesimae, 05.02.12, Reihe IV</title><content type='html'>&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/bibeltext/bibelstelle/Jer%209%2C22-23/bibel/text/lesen/ch/e9ad8ae07fe9aae7a480a586f9e0e41d/" target="_blank"&gt;Jeremia 9,22-23&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woher weiß ich eigentlich, was Gott mir sagen will? Woher weiß ich, was wirklich von Gott kommt, was Gottes Wort für mich ist, und was sich Menschen ausgedacht haben? woher weiß ich, dass ich mir nichts einbilde, wenn ich glaube, dass Gott etwas will, mit mir, für mich, für die Welt? Nicht nur in der Schule oder im Konfirmandenunterricht, nicht nur im Gespräch mit Jugendlichen, mit jungen Erwachsenen tauchen solche Fragen auf. Auch ältere und alte Menschen stellen solche Fragen. Es ist ein Märchen, wenn man denkt, dass im Alter der Glauben an Gott fester und sicherer wird. Bei gar nicht mal wenigen ist es auch so, dass sie im Alter kritischer und zweifelnder werden, weil sie sehr viel erleben mussten, dass ihren Glauben an Gott, der behü-tet, beschützt, der greifbar ist, in Frage stellt. Es sind für mich keine rhetorischen Fragen, wenn junge oder alte Menschen so fragen: „Woher weiß ich, was Gott will? Woher weiß ich, dass ich mir nichts einbilde, nichts vormache, wenn ich glaube? Woher weiß ich, dass mir andere, Pfarrer, kirchliche Mitarbeiter, Lehrer, Eltern, Großeltern nicht irgendeinen selbst ausgedachten Unsinn erzählen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich könnte es mir leicht machen. Ich könnte sagen: „Werde still, öffne dein Herz, bete, und dann redet Gott zu dir!“ Ich könnte sagen: „Lies in der Bibel! Da begegnet dir Gottes Wort, da kannst du lesen, was Gott will!“ Ich könnte sagen: „Nimm dir das zu Herzen, was Vorbilder im Glauben getan und gesagt haben oder tun und sagen!“ Ich könnte es mir leicht machen. Nichts von dem ist falsch. Aber wirklich richtig ist auch nichts von dem. Ich weiß nämlich selber nicht, wie es funktioniert. Und ich glaube, dass niemand auf der Welt, auch nicht der frömmste und beste Christ, das wirklich wissen kann. Der erste Schritt, zu erfahren, was Gott mir für mein Leben, was Gott für die Welt, für das Leben überhaupt zu sagen hat, ist es , dass ich mich traue, unsicher zu sein.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;Ich muss mich trauen, damit zu leben, dass ich den Glauben und das, was Gott zu sagen hat, nicht so kennen und lernen und wissen kann, wie ich zum Beispiel die Funktionsweise eines Automotors kennen und lernen und wissen und beschreiben kann. Ich muss mich trauen, zuzugeben und zuzulassen, dass Gott größer ist als alle meine Vorstellungen je sein könnten und dass es im Glauben an Gott an erster Stelle nicht um Tatsachenwissen wie in der Schule oder in vielen Berufen und in großen Teilen des Alltags geht, sondern um Ver-trauen und Liebe. Das ist eine Wirklichkeit, die da ist, ohne dass ich sie in feste Formen und Beweise packen kann. Nur mit Beweisen oder Formeln werde ich Gottes Wort, Gottes Willen nicht begegnen. Nur mit Vertrauen kann das funktionieren. Mit Vertrauen, das auch Unsi-cherheit zulassen und zugeben kann. Glauben ist keine Technik und Glauben ist auch mehr, als ein Bekenntnis auswendig zu lernen und aufzusagen. Glauben ist mehr als einfach nur zu sagen, dass ich Jesus mein Leben an einem bestimmten Tag bei einem bestimmten Ereignis übergeben habe. Glauben braucht jeden Tag neu Liebe und Vertrauen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne Vertrauen werde ich die Worte aus der Bibel oder das, was andere mir sagen, oder das, was ich in mir spüre, wenn ich bete oder ruhig werde, nicht als Wort Gottes oder als Hinweis auf Gottes Willen entdecken können. Das alles ist keine Frage, die erst im 20. und 21. Jahrhundert mit seinen ganzen Fortschritten in der wissenschaftlichen Forschung oder der Technik aufgetaucht wäre. Es ist von Anfang an eine ganz grundsätzliche Frage. Schon die Propheten, die Gott lange vor Jesus in Dienst genommen hat, damit sie an-dere wieder auf die richtige Spur im Leben bringen, hatten damit zu kämpfen, dass Menschen kein Vertrauen hatten. Als Jeremia das im Auftrag Gottes gesagt hat, was wir heute als Predigttext haben, haben viele gedacht: „Was will der denn? Wir leben doch ganz gut, wir haben uns mit unseren Nachbarn arrangiert. Wir opfern Gott regelmäßig und sonst soll er uns in Ruhe lassen. Manche sind eben reich und andere arm. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Und Glauben ist was Schönes für die Feiertage, aber im Alltag nicht so wichtig. Da kommt es auf Geschäftssinn und Härte und politisches Denken an!“ Kritik wollten sie nicht hören. Und Jeremia konnte ja schließlich nicht beweisen, dass er Gottes Wort sagt. Kann ja jeder behaupten. Es ging schief, Die, die glaubten, Gott ist so ganz bequem, haben einen Krieg verloren und teuer bezahlt. Das gute an Gott ist, dass er nach der Niederlage die Menschen nicht aufgegeben hat. Er hat nicht gesagt: „Ich habs ja immer gewusst, mit euch kann man nichts anfangen“. sondern er hat immer wieder Botschaften, Worte, Gedanken und schließlich dann auch Jesus, sich selbst, in die Welt geschickt. Nicht, damit Zorn und Rache und Zerstörung für die Ignoranz der Menschen kommen, sondern damit die Menschen, damit wir merken, dass er es ernst meint mit seiner Liebe. Und Liebe braucht Vertrauen. Bis heute. Was haben wir eigentlich zu verlieren, wenn wir es, gerade was Gott angeht, mit Vertrauen einfach mal versuchen. Mit aller Unsicherheit, die dazu gehört? Zu verlieren haben wir nichts. Aber bis heute viel zu gewinnen. Zum Beispiel gutes Leben, in dem nicht nur wenige reich werden, sondern bei dem es vielen gut geht. Gutes Leben, das auch dann seinen Sinn behält, wenn ich nicht das beste Zeugnis, das meiste Geld oder das schönste Aussehen habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir das mal mit Jeremia hier, den zwei Versen ver-suchen. Vertrauen wir doch einfach mal probeweise drauf, dass das, was er sagt, von Gott kommt. Was heißt das denn? Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Weisheit – also Klugheit ist nichts, worauf man sich was einbilden und sein Leben gründen kann. Es gibt Menschen, die sind sehr weise, die wissen ganz viel. Aber bessere Menschen sind das nicht. Das ist nicht nur ein Trost für alle, deren Zeugnis jetzt nicht so toll war. Wenn ich mein Selbstwertgefühl oder gar meine Überlegenheit daraus gewinne, dass ich klüger bin als andere – dann komme ich schnell ans Ende. Ich darf stolz sein auf Dinge, die ich erreicht habe. Aber wichtiger und besser macht mich das nicht. Ich denke da auch an Menschen mit Demenz. mit Alzheimer. Die hören ja nicht auf. Mensch zu sein. An Menschen mit geistigen Behinderungen. Aber auch an die vielen, die von anderen einfach nur für dumm gehalten werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Stärke, egal ob Körperkraft oder politischer Einfluss oder Macht ist sehr vergänglich. wo es hinführt, wenn man sich daran klammert, sieht man in viel zu vielen Diktaturen in der Welt. Reichtum ist vergänglich. Nicht nur der von Herrn Schlecker. Und Herr Pohl ist auch kein besserer Mensch als mancher Hartz IV Empfänger. Es gibt reiche, starke, kluge Menschen. Jeremia bestreitet das nicht im Namen Gottes und er sagt auch nicht, dass es das nicht geben darf. Er sagt nur, dass nichts davon taugt, sein Leben danach auszurichten und seinen Selbstwert darauf aufzubauen. Das einzige, was wirklich weiterhilft, und worauf man bauen kann ist es, Gott zu vertrauen. Gott, der sich Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit äußert. Was haben wir zu verlieren, wenn wir darauf vertrauen, dass das wirklich Gottes Wort und willen für das Leben ist: Barmherzig-keit, Recht, Gerechtigkeit? Nichts. Aber gewinnen können wir ganz viel. Wir können Gott da erkenne, wo Vergebung möglich ist. wo ich so frei werde, andern, die mir etwas schuldig sind, zu vergeben, wo ich erlebe, dass mir vergeben wird. wo Menschen sich erbarmen und wo das Schicksal anderer einem nicht egal ist, sondern wo Menschen sich anrühren lassen. einander Gutes tun, einander helfen, und auch füreinander beten. In Recht und Gerechtigkeit begegnen wir Gott, erfüllt sich sein Wort. eine tolle Vorstellung, finde ich. Nicht da, wo Starke sich nehmen, was sie kriegen können, sondern wo dem, der keine Mittel hat, zu seinem recht verholfen wird. wo nicht das Land, in dem man geboren wurde, nicht der Stadtteil, in dem man aufgewachsen ist, nicht die Schule, die man besucht hat, endgültig über Lebenschancen entscheiden. wo Menschen in Würde altern können. wo Kinder und Jugendliche raum haben. Wo Eltern, die Hilfe brauchen, Hilfe bekommen. Wir leben nicht i n einer perfekten Welt. Und keiner von uns wird die Welt perfekt hinkriegen. Aber wir können darauf vertrauen, dass wir Schritte dahin gehen können. immer wieder. wir müssen vertrauen, dass Gott auch dann da ist, wenn Rückschläge da sind. Ohne das Vertrauen, dass die Liebe, dass Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit am Ende stärker sind als Reichtum, nachprüfbares Wissen, Körperkraft und politische Kraft wird die Welt unerträg-lich kalt. Und das nicht nur in Tagen, in denen sibirische Hochdruckgebiete das Wetter bestimmen. Gebe Gott, dass wir nicht alles wissen wollen bevor wir vertrauen können. Gebe Gott, dass wir fähig werden und bleiben, Vertrauen und Liebe zu schenken und anzunehmen und dadurch leben entdecken, das gut ist. Leben mit ihm. le-ben mit Menschen, die seien geleibten Kinder sind. Leben in seiner geliebten Welt. Leben, das nicht für wenige, sondern für viele wirklich gut wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-624400148754255352?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/624400148754255352/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=624400148754255352' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/624400148754255352'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/624400148754255352'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2012/02/ich-wei-was-gott-will-septuagesimae.html' title='Ich weiß, was Gott will??? - Septuagesimae, 05.02.12, Reihe IV'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-835685016800980478</id><published>2012-01-29T12:55:00.002+01:00</published><updated>2012-01-29T12:55:49.380+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kolosser'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tauferinnerung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Familiengottesdienst'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konfirmanden'/><title type='text'>Zeig, was du hast! - Anspiel der Konfirmanden, Taufgedächtnis 2012, 29.1.</title><content type='html'>Im Brief an die Gemeinde in Kolossä schreibt Paulus über das Leben als Christ (Kolosser 3,12-14):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geschwister, ihr seid von Gott erwählt, ihr gehört zu seinem heiligen Volk, ihr seid von Gott geliebt. Darum kleidet euch nun in tiefes Mitgefühl, in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Rücksichtnahme und Geduld. Geht nachsichtig miteinander um und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Genauso, wie der Herr euch vergeben hat, sollt auch ihr einander vergeben. Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band, das euch zu einer vollkommenen Einheit zusammenschließt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik, Auftritt der Moderatorinnen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Musik: Adele, Rolling in the deep / Casper: So perfekt / Freispruch: Wenn es nur darum geht)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Herzlich willkommen zur Vorstellung der neuen Kollektion des Trendlabels SSG – Schöpfer, Sohn, Geist! Zeitloses Styling, Alltagstauglichkeit, Haltbarkeit, Qualität und beispiellose Passform zeichnen diese einmalige Kollektion aus. Und das Beste an dieser Kollektion: sie kostet nichts! Jeder kann sie sich leisten! Neugierig? Aber dazu später mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inspiriert wurde diese Kollektion von dem immer frischen Klassiker Paulus. Fast 2000 und immer noch stylish! „Zieht den neuen Menschen an, der von Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!“ Sein Motto, nach dem er schon die Menschen in Ephesus um das Jahr 50 ausgestattet hat. Und die Leute in Kolossä haben ihn dann zu seinen klassischen Modellen, die immer wieder frisch sind, inspiriert. „Ihr seid von Gott erwählt, ihr gehört zu seinem heiligen Volk, ihr seid von Gott geliebt. Darum kleidet euch nun in tiefes Mitgefühl, in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Rücksichtnahme und Geduld.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SSG – Schöpfer, Sohn, Geist. Das internationale Trendlabel freut sich, ihnen heute die Spitzenklasse angesagter Topmodels mit der neuen Kollektion vorstellen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt Flo, Musik wieder abregeln wenn Flo vorne ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier sehen wir zuerst Flo Er präsentiert uns das Modell „Tiefes Mitgefühl“. „Tiefes Mitgefühl“ zeichnet sich aus durch einen weiten, bequemen Schnitt. Dieses Modell lädt geradezu ein, es nicht nur für sich zu behalten. Sankt Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte, trug schon ein Vorgängermodell. Wärme, Nähe Geborgenheit, SSG scheut nichts, um diese Bedürfnisse mit zu verarbeiten. Mit lebendiger Weite und Platz für die Menschen. Beachten sie auch die vom barmherzigen Samariter inspirierten Accessoires. Ein offenes Ohr und Herz für Menschen in Not, Weite, Wärme. Hier noch einmal Flo mit unserem Modell „Herzliches Erbarmen“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt Alina, Musik wieder abregeln wenn Alina vorne ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viki Und da kommt auch schon Alina. Alina präsentiert uns das beliebteste Modell dieser Saison. „Freundlichkeit“. Voller Farben, bunt, leuchtend. Nicht grau in grau oder schwarz weiß. Aus dem Leben für das Leben. Einladen, andere zum Lächeln bringen, sich wohl fühlen. Dazu lädt dieses Modell geradezu ein. Spaß und Freude am Leben. So wie im Glauben. SSG – Schöpfer, Sohn Geist, dieses Top-Designerteam ist stolz auf Alina, die dieses Modell so überzeugend präsentiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt Marcel, Musik wieder abregeln wenn Marcel vorne ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina Und heute geht es wieder Schlag auf Schlag. Als nächstes präsentieren uns die Macher von SSG ein Modell, das oft verkannt wurde. Aber wer was wirklich Exklusives möchte, der wird mit „Bescheidenheit“, vorgestellt von Marcel, wirklich aufs Beste bedient. Kein üblicher Sack und Asche Look, keine runtergezogenen Schultern oder auf den Knien rumrutschen. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Dieses Modell geht auf einen der Chefdesigner selbst zurück. Sohn – damals auch unter seinem Namen Jesus bekannt, hat auch schon mit einer Schürze seinen Jüngern die Füße getrocknet. Größe zeigt sich da, wo ich dem anderen helfe, zu seinem Recht zu kommen. Größe zeigt sich da, wo ich drauf verzichten kann, mich über andere zu stellen. Marcel und das Modell „Bescheidenheit“. Gewagt, gelungen, inspirierend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt Christina, Musik wieder abregeln wenn Christina vorne ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viki So richtig was zum Reinkuscheln ist unser Modell „Rücksichtnahme“, das ihnen heute von Christina gezeigt wird. Reine Wolle, von den Schafen des guten Hirten gewonnen. Ökologisch am frischen Wasser in der grünen Aue aufgewachsen. Mitverarbeitet ist auch die Wolle des verirrten Schafs. Vom Schäfer persönlich gesucht, während die 99 anderen gerade geschoren wurden. Und beachten sie auch die Accessoires: Handschuhe, die nicht nur vor Kälte schützen, sondern dabei helfen, andere nicht an Körper und Seele zu verletzen. „Rücksichtnahme“ – eine ökologisch – natürliche Kombination, für sie gezeigt von Christina.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt Pascal, Musik wieder abregeln wenn Pascal vorne ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina Als letztes präsentieren wir ihnen in unserer Kollektion das Modell „Geduld“ mit Pascal Enorm strapazierfähig ist dieses Designerstück. Ausgesuchte, widerstandsfähige Textilien machen es zu einem absoluten „Muss“ in den Stürmen des Lebens. Geduld, Ausdauer, sich von Rückschlägen nicht fertig machen lassen. Nicht aufgeben, wenn das Ende nicht abzusehen ist oder der Glaube schwach. Sturmerprobt, für Leute, die mitten im Leben stehen. SSG – Schöpfer, Sohn, Geist - haben hier wirklich ein Meisterstück abgeliefert, heute gezeigt von Pascal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Abgang Pascal, Musik wieder abregeln wenn Pascal hinten ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viki So, und hier sehen sie noch einmal die Gesamtkollektion. SSG – Schöpfer, Sohn, Geist - legen Wert darauf, dass jedes Modell auch für sich getragen werden kann. Aber eigentlich, gehört in jeden gut sortierten Kleiderschrank die komplette Kollektion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt alle, Musik wieder abregeln wenn alle vorne soind und sich gut hingestellt haben&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fotografin (Milena) Moment mal, da fehlt doch noch was. Irgendwie ist die Kollektion noch nicht rund. Irgendwie sieht’s auf den Fotos so gewollt und nicht gekonnt aus. Das kommt noch nicht wirklich rüber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viki Wirklich? Also, ich bin eigentlich begeistert. Und ich hoffe, dem Publikum gefällts auch! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Milena Hey, wir haben doch unsere Style-Expertin. Lass die doch mal draufschauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Auftritt Lara, Musik wieder abregeln wenn Lara vorne ist&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stylistin (Lara) Leute, dass ihr auch nie was zu Ende lest! Dieser Style ist noch nicht fertig. SSG haben doch noch mehr drauf. „Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band, das euch zu einer vollkommenen Einheit zusammenschließt.“! Hier, ich hab’s gleich mitgebracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina Ja, jetzt ist es komplett. Ohne Liebe wirkt alles doch ein bisschen grau und trist. Ohne Liebe schrumpft es beim ersten Waschen und kratzt und zwickt. Aber mit diesem Accessoire ist die Kollektion endlich komplett. Danke, ________!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lara Und hast du schon was über den Preis gesagt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina Ja, am Anfang. Aber man kann’s nicht oft genug sagen. SSG – Schöpfer, Sohn, Geist, das internationale Top-Designerteam verlangt kein Geld für diese Kollektion. SSG tragen kostet nichts – Taufe, das war’s. Zeig, dass du dazugehören willst. Schnapp dir die Kollektion und setz deine eigenen Akzente. SSG – Schöpfer, Sohn, Geist - wollen nicht, dass alles immer gleich bleibt. Sie wollen, dass Du an ihren Modellen mitarbeitest. Setz deine eigenen Akzente. Finde deinen Style. Viel Spaß dabei. Viel Spaß beim Leben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik lauter, Milena macht Foto, Musik wieder abregeln wenn Applaus einsetzt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzansprache Taufgedächtnis 2012&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, ich glaube wirklich, dass das Leben als getaufter Christ etwas mit einer Modenschau zu tun hat:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;• Eine Modenschau zu machen heißt, anderen zu zeigen WELCHE IDEEN ICH HABE – als Christ darf ich was von mir und meinem Leben zeigen, ich muss mich nicht verstecken, das ist nicht nur was für mein Zimmer oder ein Haus, sondern ich darf, vielleicht muss ich sogar manchmal, das nach außen tragen und anderen präsentieren, was es heißt, als Christ zu leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;• Eine Modenschau zu machen heißt, AKTUELLES FÜR DIE GEGENWART zu zeigen. Im Glauben ist das auch so. Da brauche ich nicht nur das, was vor 20, 50, 100 oder 2000 Jahren für die Menschen wichtig war. Da muss ich Antworten finden, die mit den Fragen der Menschen heute zu tun haben. Da muss ich nach Antworten suchen, die Kinder oder Jugendliche verstehen können und nach Antworten, die ältere Menschen überzeugen. Die Art, wie ich Glauben lebe und glauben vorlebe, darf sich verändern. Glauben ist was Lebendiges.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, Glauben darf etwas von einer Modenschau haben. Aber glauben ist noch viel mehr. Da geht es nicht drum, heute was schön zu finden und morgen oder übermorgen wäre das Gegenteil richtig. Sondern das, was Entscheidend ist, ist ein KLASSIKER, DER NIE AUS DER MODE KOMMT: GOTTES LIEBE ZU UNS MENSCHEN. Die ist schon länger da, als wir denken können und die wird auch noch dann da sein, wenn wir nicht mal mehr mit dem Rollator oder dem Rollstuhl uns auf dem Laufsteg des Lebens bewegen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glauben, Leben als Christ darf ruhig was von einer Modenschau haben. Aber ICH DARF DAS NICHT MIT EINER MODENSCHAU VERWEWCHSELN:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;FÜR GOTT BIN ICH STYLISH; AUCH WENN ANDERE ÜBER MEINEN STYLE LÄSTERN&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;FÜR GOTT KOMME ICH NICHT AUS DER MODE; AUCH WENN ANDERE SAGEN; DASS ICH VON VORGESTERN WÄRE&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-835685016800980478?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/835685016800980478/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=835685016800980478' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/835685016800980478'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/835685016800980478'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2012/01/zeig-was-du-hast-anspiel-der.html' title='Zeig, was du hast! - Anspiel der Konfirmanden, Taufgedächtnis 2012, 29.1.'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-555152316496634960</id><published>2012-01-21T17:12:00.002+01:00</published><updated>2012-01-21T17:12:47.738+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. Könige'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe IV'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='3. n. Ep.'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><title type='text'>Respekt! Heilung! Geh in Frieden! - 3. nach Epiphanias, 22.01.2012, Reihe IV</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/bibeltext/bibel/text/lesen/ch/bd5682d9560f044e1ce13aa2cd4c2e0f/" target="_blank"&gt;2. Könige 5,1-19&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für eine Geschichte! Nicht gerade eine der bekanntesten Geschichten der Bibel und vor allem für einen Predigttext viel zu lang. Fast so lang wie sonst eine Predigt. eine Geschichte, die, glaube ich, erstmal ganz fremd ist. die Leute heißen komisch, die Länder sind unbekannt und weit weg und sie ist ja sowieso uralt. Was soll man dazu nur sagen? Ich wollte mir schon was andres, kürzeres für die Predigt suchen. Und dann sind mir gerade in der Geschichte ganz viele Sachen aufgefallen, die so nicht nur für die Zeit vor knapp 3000 Jahren n einer ganz anderen Gegend der Welt interessant waren, sondern durch die Gott uns, so glaube ich es wenigstens, gerade heute ganz viel für unser Leben im Jahr 2012 sagen will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist einmal die Frage: wie gehe ich mit Menschen um, die mir was getan haben, denen es aber schlecht geht und die Hilfe brauchen? Am Anfang erzählt die Geschichte von einem Mädchen aus Israel, das von einer Art General, Naaman, nach einem Krieg, den Israel gegen Aram, das ist so ungefähr das heutige Land Syrien, verloren hat, aus seiner Heimat verschleppt wurde und bei dem Sieger Zwangsarbeit im Haushalt leisten musste. Das Mädchen bekommt mit, dass Naaman, der sie von ihrer Familie, aus ihrer Heimat mit Zwang weggeschleppt hat, der eine andere Religion hat und ein Fremder ist, schwer krank ist. Aussatz, Lepra, ist eine ziemlich eklige Krankheit, die Menschen entstellt, die ansteckend ist und die dazu führt, dass die Menschen, die das haben, von der Familie und von Freunden getrennt leben müssen. Mit denen will keiner was zu tun haben. Bis heute ist das oft so, in Indien und anderen Ländern gibt es die Krankheit immer noch. Das Mädchen könnte sich freuen. Sie könnte denken: „Geschieht ihm recht, jetzt wird er für das, was er mir, meiner Familie, meinem Volk angetan hat von Gott bestraft. Der soll doch verrecken, der ist mein Feind und der Feind meines Volkes.“ Aber so denkt sie nicht. Sie sorgt sich um den, der krank ist. Und sie möchte, dass Gott ihm hilft, sozusagen durch Vermittlung eines Propheten, eines Mannes, der eine besondere Beziehung zu Gott hat. Das ist alles andere als normal. Leider bis heute nicht. Wie gehen wir denn mit Menschen um, die uns was getan haben? Wie wird denn über Hilfsbedürftige aus anderen Ländern hier geredet? Wie wird auch in Kirchen und Gemeinden Menschen mit anderer Religion begegnet, Muslimen zum Beispiel? Ich glaube, dass Gott mir, vielleicht uns allen, durch dieses Mädchen aus Israel in der Geschichte sagen will: &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Nicht die Herkunft, nicht die Religion, nicht die Vorgeschichte eines Menschen ist entscheidend, sondern die Bedürftigkeit. Nicht Rache und Hass sind der Weg, den Gott mit den Menschen gehen will, sondern Zuwendung und Liebe. Und das hier im Alten Testament, lange vor Jesus. Und ich glaube wirklich, dass das bis heute eine wichtige Botschaft ist. Gerade dann, wenn ich meinen weg mit Gott gehe, so wie das Mädchen aus Israel in der Geschichte, dann öffnet mir das den Weg, dem anderen als Menschen und nicht als Feind, mit Zuwendung und nicht mit Hass, zu begegnen.Ein anderer, bis heute aktueller Punkt ist das Misstrauen, das in der Geschichte besonders durch den König von Israel spürbar wird. Der König von Israel konnte sich nicht vorstellen, dass der viel mächtigere andere König ihm keine Falle stellen wollte. Der König von Israel wusste, dass er keine Macht über Krankheiten hat, dass das Gott zukommt, und glaubte, dass der König von Aram nur den Misserfolg sucht, um Grund für einen neuen Krieg zu finden. Natürlich lehrt einen die Lebenserfahrung, dass es schief geht, wenn ich anderen blind vertraue. Aber ich wage mir kaum vorzustellen, wie viele Chancen, Leben zum Guten, zu mehr Frieden und mehr Miteinander zu verändern, sowohl im Kleinen, Persönlichen, als auch im Großen, in der Gemeinschaft zwischen Kirchen und Gemeinden, zwischen Völkern, und Staaten, dadurch verpasst wer-den, dass Menschen, und davon bin ich alles andere als frei, anderen erst einmal misstrauisch begegnen und böse Motive unterstellen. Vertrauen wagen – auch dazu ermuntert mich die Geschichte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kommt Elisa, der Prophet, der Mann Gottes dazu. Er nimmt sich des Fremden, des Feindes an. Wie schon am Anfang gesagt: ich glaube, dass Gott uns mit dieser Geschichte deutlich machen will, dass er in der Bedürftigkeit der Menschen nicht unterscheidet zwischen denen, die schon immer an ihn glaubten, denen, die schon immer treu und brav seinen Geboten folgten oder die zu einem bestimmten Volk, zu einer bestimmten Rasse oder was es sonst noch immer an menschlichen Unterscheidungsmerkmalen gibt, gehören, sondern dass vor Gott und für ihn der Mensch in seiner Not zählt. Und wenn ich mir den Umgang mit Flüchtlingen in Europa anschaue, den Naziterror und Ausländerhass oder auch nur das alltägliche Gerede über Muslime, Juden oder wen auch immer halte ich gerade diesen Punkt in der Geschichte für superaktuell. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das nächste in der Geschichte ist die Heilung von Naa-man. Der erwartet eine persönliche VIP-Betreuung mit Showeffekten und viel Brimborium. Stattdessen soll er einfach im Jordan baden. Es braucht andere, interessan-terweise Diener, also nach damaligem Verständnis Men-schen 2. Klasse, die ihn dazu bringen, es doch einmal zu versuchen. Und das Vertrauen, dass er dem schenkt, was so ganz anders als erwartet ist, führt dann dazu, dass er heil, gesund wird. Vertrauen schafft Heilung. Und nicht ein großes Drumrum und große Show. Und für Reiche und Mächtige gibt es keine Sonderbehandlung. Auch bei ihnen führt kein Weg am Vertrauen und an Gott vorbei. Für mich heißt das bis heute ganz viel. Dann, wenn wir sagen, dass Gott Leben heil und gesund machen, dass wir eben nicht auf spektakuläre Gebete und Aktionen setzen und dass es nicht der ist, der betet, der gesund macht, sondern die von diesem Menschen völlig unabhängige Tat Gottes. Elisa bleibt zu Hause, er begegnet Naaman erst nach der Heilung. Gott ist kein Showgott, sondern ein Gott, der auf unspektakuläre Art Menschen nahekommt und ihnen zum Leben helfen will. Und dass es für reiche keine Sonderbehandlung gibt und dass es auch in der Medizin auf Vertrauen ankommt, wäre ein Thema für einen ganzen Tag, zu dem andere viel mehr und besseres sagen könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wichtig sind mir noch drei Dinge an der Geschichte: das Vertrauen, das Naaman geschenkt, schafft nicht nur Hei-lung, sondern auch eine Umkehr. Er vertraut Gott, der nicht auf Macht und Show setzt, sondern der so ganz anders als erwartet ist. Vertrauen kann Umkehr schaffen. Das Vertrauen, Neues zuzulassen, alte Bilder und Vorstellungen loslassen zu können, ohne dabei etwas zu verlieren. Wer vertraut, wer loslässt, gewinnt Glauben. Gewinnt ein leben, das heil werden kann. Ohne das Vertrauen, loslassen zu können, wird das nicht unmöglich - ich bin nicht Gott, ich weiß nicht, auf welchen Wegen er anderen begegnet – aber es wird ziemlich schwer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist da noch die Weigerung Elisas, die kostbaren Ge-schenke anzunehmen. Glauben und Vertrauen sind unbe-zahlbar, Gott lässt sich nicht kaufen. Ich finde es schön, wenn Menschen aus Dankbarkeit oder aus guten Erfahrungen heraus Geld spenden, auch für Kirche und Gemeinde, damit Sinnvolles für andere getan werden kann. Ich finde es auch gut, dass es einen festen regelmäßigen Beitrag gibt, der Leute mit wenig Geld bevorteilt und Reiche stärker belastet, damit einigermaßen zuverlässig gute Arbeit gesichert werden kann und nicht von Zufällen abhängig ist. Aber ich finde es sehr schwierig, wenn Geld dafür verlangt wird, dass ein Pfarrer Trauernde begleitet und einen Gottesdienst für sie hält, wenn Menschen für Taufen oder Trauungen be-zahlen sollen oder wenn Druck ausgeübt wird, Geld für Gemeinden spenden zu sollen. Ohne Geld geht heute keine gute Arbeit mehr. Aber Menschen zu begleiten, zu stärken, Menschen die Liebe und Zuwendung Gottes, sein Heil zu verkündigen und nahezubringen darf nie eine Frage des Geldes oder des Reichtums sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und als letztes ist da für mich in der Geschichte die Tole-ranz und Freiheit, die der Glauben an Gott möglich macht. Naaman ist zum Glauben gekommen. Er will Gott dienen und keine anderen Götter anbeten. Aber sein Beruf als General des Königs von Aram, der an andere Götter glaubt, bringt es mit sich, dass er mit ihm in Tempel dieser Götter gehen muss und vielleicht auch einmal eine körperliche Verneigung als Stütze seines Königs mit ausführt. Elias, der Mann Gottes, nimmt ihm die Angst, etwas falsch zu machen. „Gehe in Frieden“. Das sagt er ihm. Respekt vor der anderen Religion des Königs heißt nicht, dass Naaman den wahren Gott verleugnet. Wer sich von Gott angenommen weiß, kann Toleranz und Freiheit schenken. Nicht, indem er Gott verleugnet und alles für gleich gültig hält. sondern indem er respektiert, das Glauben kein Zwang sondern ein Geschenk ist und dass ein anderer Glauben andere nicht zu Unmenschen, zu Menschen zweiter Klasse macht. Bis heute bitter aktuell. Engstirniger Fundamentalismus, der in jedem, der anders ist, eine Gefahr und einen Menschen zweiter oder dritter Klasse sieht, ist nichts, was auf andere Religionen wie den Islam beschränkt wäre. Gott ist kein Gott des Hasses, sondern ein Gott der Liebe, der Freiheit. Dem dürfen wir vertrauen. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-555152316496634960?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/555152316496634960/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=555152316496634960' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/555152316496634960'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/555152316496634960'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2012/01/respekt-heilung-geh-in-frieden-3-nach.html' title='Respekt! Heilung! Geh in Frieden! - 3. nach Epiphanias, 22.01.2012, Reihe IV'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-6240703203781253217</id><published>2012-01-18T16:14:00.001+01:00</published><updated>2012-01-18T16:19:12.390+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Korinther'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. n. Ep.'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe IV'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><title type='text'>Das braucht man zum Glauben - 2. nach Epiphanias, 15.01.2012, Reihe IV</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/online-bibeln/neue-genfer-uebersetzung-ngue/bibeltext/bibelstelle/1%20kor%202%2C1-10/bibel/text/lesen/ch/fb68432452548a125286a10957b8c274/" target="_blank"&gt;1. Korinther 2,1-10 (Neue Genfer Übersetzung)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was braucht man eigentlich, um an Gott glauben zu kön-nen? Einen guten Konfirmandenunterricht mit einem überzeugenden Pfarrer und tollen Mitarbeitern? Einen Prediger, der amüsant und geschliffen redet, so dass man ihm gern zuhört? Einen Religionslehrer, der einen begeistern kann? Eltern, die einem aus der Kinderbibel vorlesen und abends am Bett beten? Gottesdienste oder Missionsveranstaltungen mit toller Technik und abwechslungsreicher Gestaltung, so dass einem nie langweilig wird? Nachbarn und Freunde, die auch in schweren Zeiten und Krisen zu einem stehen, damit man seinen Glauben, falls schon einer da ist, nicht ganz ver-liert? Eine tolle Jugendgruppe oder einen guten Bibelkreis oder erfüllende Seniorennachmittage?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles schön, alles hilfreich. Und doch kann das alles völlig nutzlos sein. Um an Gott glauben zu können, braucht es vor allem ein Geschenk, über das kein Mensch, nicht der klügste Theologieprofessor, nicht der begabteste Pfarrer, nicht der glaubwürdigste Mitarbeiter und nicht der bekehrteste Christ Verfügungsgewalt hat: es braucht das, was in der Sprache der Bibel Gottes Geist heißt. Es braucht die Kraft, die einen im Inneren aufschließt, wachmacht, bereit macht. Es braucht die Kraft, die es schafft,&lt;br /&gt;&amp;nbsp;Predigten, Unterricht, Gespräche und Begegnungen, das Lesen in der Bibel nicht nur als intellektuelles Gedankenspiel, nicht nur als netten Zeitvertreib oder kluge Anregung zu verstehen, sondern als eine Botschaft, die Leben stark macht, bereichert und vor allem zum Guten verändert. Als eine Botschaft, die nicht nur intellektuell bedenkenswert ist, sondern die mich wirklich meint. Mich. Heute. 2012. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glauben ist ein Geschenk. Manchmal ist das schwer aus-zuhalten. Vielleicht als Konfi oder auch als älterer Mensch. Vielleicht sagt man dann: Ich will das eigentlich. Ich will an Gott glauben. Und man sucht nach Techniken, wie das klappen könnte. Und man merkt: so, wie ich mir das wünsche, funktioniert es nicht. Ich höre Gott nicht, wenn ich das will und wenn ich versuche, zu beten. We-der dann, wenn ich mit geschlossenen Augen und gefalte-ten Hände still da stehe, sitze oder liege noch dann wenn ich mit erhobenen Armen laut meine Anliegen vorbringe. Es funktioniert nicht, regelmäßig in den Gottesdienst zu gehen. Da finde ich Gott nicht, weil ich mich doch lang-weile. Es gibt keine Technik, damit Glauben funktioniert und wächst. Leider. Auch nicht für Pfarrer oder Prediger. Ob Predigten etwas bewirken, ob sich das Leben auch von nur einem einzigen, der eine Predigt hört, verändert, das hat kein Pfarrer, keine Pfarrerin im Griff. Weder ein tolles Examen noch zig Rhetorikkurse, die einem beibrin-gen, überzeugend und technisch gut zu predigen noch ei-ne mit Beamer, Band und modernster Technik ausgestat-tete rappelvolle Kirche bringen letztlich Menschen dazu, Gott zu vertrauen und ihr Leben aus seiner Kraft zu ge-stalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich merke gerade, wie blöd sich das jetzt anhört. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;So, als wäre Glauben was ganz Schweres und Unmögliches. So, als müsste man traurig dasitzen und warten und wenn Gott nicht will, dann läuft halt nichts. Pech gehabt. Nein, Glauben ist eigentlich was ganz einfaches. Niemand ist zu alt oder zu jung, niemand geht auf die falsche Schule oder ist auf die falsche Schule gegangen. Niemand ist zu arm und ungebildet dafür. Glauben ist was ganz einfaches. Aber keiner von uns hat ihn im Griff. Den eigenen Glauben nicht. Und den von anderen erst recht nicht. Eine Erfahrung, die nicht erst Leute im Jahr 2012 machen, sondern etwas, von dem schon Paulus wusste. Etwas darüber schreibt er auch der Gemeinde in Korinth in seinem ersten Brief an sie, der in der Bibel überliefert ist:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich zu euch kam, Geschwister, um euch das Geheimnis zu verkünden, das Gott uns enthüllt hat, versuchte ich nicht, euch mit geschliffener Rhetorik und scharfsinnigen Argumenten zu beeindrucken.2Nein, ich hatte mir vorgenommen, eure Aufmerksamkeit einzig und allein auf Jesus Christus zu lenken – auf Jesus Christus, den Gekreuzigten 3Außerdem fühlte ich mich schwach; ich war ängstlich und sehr unsicher, als ich zu euch sprach 4Was meine Verkündigung kennzeichnete, waren nicht Überredungskunst und kluge Worte; es war das machtvolle Wirken von Gottes Geist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes Kraft. 6Und doch ist unsere Botschaft eine Botschaft voller Weisheit. Verstanden wird diese Weisheit allerdings nur von denen, die der Glaube an Christus zu geistlich reifen Menschen gemacht hat. Denn sie hat nichts zu tun mit der Weisheit dieser Welt und mit der Klugheit ihrer Herrscher, deren Macht schon bald vergeht. 7Nein, was wir verkünden, ist Gottes Weisheit. Wir verkünden ein Geheimnis: den Plan, den Gott schon vor der Erschaffung der Welt gefasst hat und nach dem er uns Anteil an seiner Herrlichkeit geben will. Dieser Plan ist bisher verborgen gewesen. 8Keiner von den Machthabern dieser Welt hat etwas von dem Plan gewusst; keiner von ihnen hat Gottes Weisheit erkannt. Sonst hätten sie den Herrn, dem alle ´Macht und` Herrlichkeit gehört, nicht kreuzigen lassen. 9Es heißt ja in der Schrift: »Kein Auge hat je gesehen, kein Ohr hat je gehört, und kein Mensch konnte sich jemals auch nur vorstellen, was Gott für die bereithält, die ihn lieben.« 10Uns aber hat Gott dieses Geheimnis durch seinen Geist enthüllt – durch den Geist, der alles erforscht, auch die verborgensten Gedanken Gottes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht die kluge und geschickte Rhetorik, nicht die Überredung, die Menschen zum Glauben an Gott führt, schreibt Paulus hier. Glauben an Gott – für mich heißt das auch, darauf zu vertrauen, dass in Jesus Gottes Liebe für alle Menschen ohne Unterschied sichtbar geworden ist. Für mich heißt das auch, trotz aller Angst vor Tod und Sterben darauf hoffen zu können, dass der Tod nicht das endgültige Aus ist. Und nicht zuletzt heißt das für mich, dass Gott, anders als wir Menschen, wirklich vergeben kann und dass wir ihm auch unsere dunkle Seite nicht verbergen können und müssen. Dass wir umkehren dürfen. Aber das alles ist eben kein Produkt geschickter Überredung. Ich finde es merkwürdig, wenn Kirchen oder einzelne Pfarrer oder Gemeinden oder Missionare damit werben wie viele Menschen sie bekehrt haben. Wenn ich die Bibel, wenn ich Paulus ernst nehme, dann kann ich nicht einen einzigen Menschen zum Glauben an Gott bekehren. Gott kann schenken, dass ich ihn vielleicht angeregt habe, Gott im eigenen Leben Raum zu geben. Aber Vertrauen und Umkehr kann nur Gott selbst bewirken. Ich finde es sympathisch, dass Paulus sich zurücknimmt. Und es ist auch nicht unwichtig, wie ich, wie andere von Gott reden oder Glauben leben. Ich als Pfarrer zum Beispiel kann mich bemühen, nicht gar zu langweilig zu predigen und Menschen nicht wertvolle Lebenszeit durch langweilige Predigten zu klauen. Ich kann mich bemühen, Gottes Geist so wenig wie möglich im Weg zu stehen durch irgendwelche Forderungen, die ich im Namen von Kirche oder wem auch immer erhebe. Ich kann Gott darum bitten, dass er auch dann, wenn ich die Bibel falsch auslege, die Menschen, die das mitbekommen, nicht auf diese falschen Wege führt, sondern ihnen Mut macht, eigenständig zu denken und zu glauben. Mehr geht nicht. Nicht für Pfarrer, nicht für Lehrer, nicht für Kirchenvorsteher, nicht für Mitarbeiter, nicht für Eltern, Großeltern oder Freunde oder wer auch immer von seinem Glauben, erzählt, von Jesus und dem Geheimnis, dass sich ausgerechnet in diesem schwachen, gescheiterten Menschen am Kreuz Gott offenbart.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paulus schreibt, dass das, was man im Glauben an Gott, an Jesus findet nichts ist, was man sonst in der Welt findet und vor allem nichts, was den normalen Mustern von Herrschaft von Menschen über andere entspricht. Die Welt findet es dumm, nicht auf Stärke zu setzen. Die Welt findet es dumm, zu vergeben, andere aufzurichten und nicht als erstes den eigenen Vorteil im Blick zu haben. Bis heute ziehen manche daraus den Schluss, sich im Glauben aus der Welt zu verabschieden. Zuletzt der Papst bei seinem Deutschlandbesuch, der eine Entweltlichung der Kirche gefordert hat. Sicher, Christen müssen aufpassen, dass sie nicht scheinbaren Sachzwängen sich hingeben und einfach so in Kirchen und Gemeinden kopieren, was in der Welt als „normal“ angesehen wird. Aber deshalb müssen sich Christen doch nicht aus der Welt zurückziehen! Auch als Christ habe ich nur diese Welt, in der ich jetzt lebe. Die Vollendung der Welt durch Gott, die steht noch aus. Und in dieser Welt, in diesem Leben kann ich doch die kritischen Möglichkeiten des Glaubens einbringen und so, wie Gott seine Kraft in der Schwachheit am Kreuz vollendet hat, dort für Schwache eintreten, wo sie es nicht können und Partei für die Schwachen ergreifen. Es ist nicht normal, zu glauben und diesen Weg zu gehen. Es ist ein Geschenk. Zu erkennen, dass nicht die scheinbare Stärke und Gewalt siegt, sondern dass Gott in Jesus am Kreuz, in der nach menschlichen Maßstäben totalen Schwäche die größte Kraft, seine Liebe, gezeigt hat, die die Welt total verändern kann, ist eben nichts, was sich logisch beweisen lässt, sondern etwas, das ich als Geschenk des Geistes, der Kraft Gottes, in dieser Welt zu leben und glauben zu können, annehmen kann. Nicht, weil’s mir ein Pfarrer gesagt hat. Nicht, weil es eine Mitarbeiterin, eine Großmutter von mir verlangt hat. Nicht, weil es mich zum Helden macht, sondern weil Gott es schenkt. Gebet Gott, dass wir die Kraft haben, uns beschenken zu lassen und dass wir dann, wenn wir spüren, dieses Geschenk zu haben, es anderen nicht aufzwingen wollen, sondern Gottes Geist den Raum und die Freiheit lassen. Und so Gott die Ehre geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-6240703203781253217?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/6240703203781253217/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=6240703203781253217' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6240703203781253217'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6240703203781253217'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2012/01/text-1.html' title='Das braucht man zum Glauben - 2. nach Epiphanias, 15.01.2012, Reihe IV'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-1397491381620993703</id><published>2012-01-08T08:34:00.002+01:00</published><updated>2012-01-08T08:34:18.034+01:00</updated><title type='text'>Dumm glaubt gut? - 1. n. Epiphanias, 8.1.2012, Reihe IV</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.bibleserver.com/text/1.Korinther#/text/NGÜ/1.Korinther1" target="_blank"&gt;1. Kor 1,26-31&lt;/a&gt; (Übersetzung: Basisbibel)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir uns mal umschauen, so, wie Paulus es von der Gemeinde in Korinth vor langer Zeit gefordert hat, wen sehen wir da bei uns hier heute Morgen im Gottesdienst? Ist das so wie vor fast 2000 Jahren in Korinth? Nach menschlichem Maßstab gibt es, so schreibt Paulus, nicht viele Weise, also kluge Menschen. Das kann ich nicht wirklich beurteilen, die Maßstäbe sind sicher unterschiedlich. Aber wenn man mal die Anzahl der Gymnasiasten unter den Konfis als Maßstab nimmt, sind es weniger als der Durchschnitt und Professoren findet man bei uns auch nicht so viele. Beides gibt es, aber anderswo findet man sicher mehr. Dann schreibt Paulus noch: nicht viele Einflussreiche sind dabei. Das ist sicher richtig. Außer aus dem Ortsbeirat gehören keine Politiker zu unserer Gemeinde, keine Inhaber größerer Firmen oder wichtige Berater von Institutionen. Und Paulus schreibt auch, dass nicht viele aus vornehmen Familien zur Gemeinde in Korinth gehörten. Das ist, glaube ich, bei uns gar nicht anders. Also: wenn wir die Aufforderung von Paulus ernst nehmen und uns umschauen, entdecken wir zuerst einmal etwas ganz Ähnliches. Aber wie ist es denn mit dem, was Paulus dann als positive Beschreibung nachschiebt, wer alles von Gott auserwählt wurde? Paulus schreibt, dass Gott die auserwählt hat, die von der Welt für dumm gehalten werden. Genauso wie die, die als schwach gelten und die, die nach den Maßstäben der Welt völlig bedeutungslos sind. Nehmen wir das gern als positive Beschreibung unserer Gemeinde oder von Christen überhaupt an? Dumm, schwach und bedeutungslos – ich jedenfalls tu mich schwer damit, mich so beschreiben zu lassen. Wer Christ ist, der gehört zu den Losern, zu den Opfern, zu den Schwächlingen? Ich glaube, selbst wenn man tatsächlich dazu gehört, zu den Armen, zu den Schwachen und Opfern, hört man das alles andere als gern. Viel lieber möchte man anders sein. Geachtet. Klug. Reich. Vielleicht auch einflussreich. Vielleicht widersprechen mir auch manche. Bei einer Predigt sagt man das ja nicht laut dazwischen. Aber vielleicht denken manche jetzt: Pfarrer, das kannst du aber nicht so allgemein sagen! Gerade als entschiedener und bewusster Christ&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;bin ich gern arm und verzichte auf Macht. Kann sein. Und ich habe ganz großen Respekt vor den Armutsbewegungen, die es schon immer bei den Christen gab. Den Anfängen der Bettelorden wie den Franziskanern im Mittelalter, vielen sozial orientierten christlichen Bewegungen bis heute, bei denen die Menschen bewusst auf Reichtum und äußere Würden verzichten, um Benachteiligten und Menschen am Rand zu helfen. Trotzdem: zum einen waren das immer Bewe-gungen von kleinen Minderheiten. Zum zweiten haben auch solche entschieden und konsequent die Nachfolge Jesu lebenden Menschen Schwierigkeiten damit, sich als dumm oder töricht bezeichnen zu lassen. Und zum dritten gibt es da manchmal auch die Versuchung, sich selbst, weil man so konsequent leben kann, zu einer Elite zu zäh-len und sich für besser als andere zu halten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sitzt man als Christ also in der Falle, aus der man nicht mehr rauskommt, in der man eigentlich alles nur falsch und nichts richtig machen kann? Oder war es schlicht und einfach früher, als Paulus gelebt hat, viel einfacher und Christsein ist halt in der modernen Welt besonders schwer oder vielleicht auch nur was für Leute mit hoher Leidensbereitschaft oder für die, die den Anschluss an moderne Zeiten verpasst haben? Nein, wir sitzen nicht in der Falle. Nein, Christsein ist durchaus was für Menschen, die im 21. Jahrhundert leben. Und nein, früher, zu Zeiten von Paulus, war auch nichts besser und einfacher. Denn das, was wir für moderne Probleme und Fragen halten, war eigentlich damals auch schon vorhanden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gemeinde in Korinth, der Paulus den Brief schreibt, ist die Gemeinde, mit der Paulus am meisten zu tun hat. Keine einfache Gemeinde. Keine perfekte Gemeinde. Aber eine Gemeinde, die ihm vielleicht gerade deshalb besonders am Herzen liegt. Und in dieser Gemeinde fingen die Leute langsam an, echte Unterschiede zu machen und sich voneinander abzugrenzen. Beliebt war es, sich besser zu fühlen, weil man von einem scheinbar begabteren oder angeseheneren Menschen getauft wurde. Oder Unterschiede zu machen, weil man einen angeseheneren Beruf hatte und vielleicht auch mehr spenden oder zum Unterhalt der Gemeinde beitragen konnte. Oder aber die Begabungen, die Gott den Menschen mitgegeben hatte und die ganz verschieden sind, in Wichtigkeiten einzuteilen. Viele Möglichkeiten. Und genau das, was in der Welt außerhalb der Gemeinde vorkam und normal war, die Aufteilung der Menschen nach Ansehen, scheinbarer Wichtigkeit, Besitz, das passierte nun auch in der Gemeinde selbst. Paulus setzt nun nicht noch einen drauf und behauptet, dass er alles besser weiß und weil er schon länger Christ ist und sich besser auskennt und ein höheres Ansehen haben sollte, müssten alle gefälligst machen, was er sagt. Damit würde er ja genau wieder in die Falle tappen. Er zeigt einen Weg aus der Falle, der, finde ich, bis heute eigentlich richtig und gut ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schlüssel zu dem Weg steckt in der Art, wie Paulus die Menschen anredet und sieht: „Brüder und Schwes-tern!“ Gut, wörtlich steht da nur Brüder, aber Gott sei Dank haben mittlerweile fast alle anerkannt, dass vor Gott nicht nur theoretisch sondern auch praktisch alle Menschen nicht nur unabhängig von ihrer Hautfarbe, Sprache oder Herkunft, sondern auch von ihrem Geschlecht gleich sind. Natürlich kann man die Anrede für albern, veraltet oder typisch nichtssagend kirchlich halten. Aber für mich steckt da ganz viel drin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paulus begegnet den Menschen auf Augenhöhe. Auch denen, die, seiner Meinung nach, auf einem falschen Weg sind. Er redet nicht wie ein bestimmender Vater zu Kin-dern, die noch viel lernen müssen, sondern von gleich zu gleich. Auch wenn es sich noch so altmodisch und viel-leicht auch abgedroschen und tausendmal gehört anhört: Unabhängig von unserem Alter, Wissen, Können, Ge-schlecht, Nationalität, Sprache gehören wir vor Gott zu-sammen. Geschwister kann man sich nicht aussuchen. Das ist auch gut so. Man kann und muss sich vielleicht auch manchmal streiten und man darf auch Dinge sagen, mit denen man nicht einverstanden ist. Aber wir sind über alle Uneinigkeit hinaus verbunden. Und zwar ohne Ansehensgefälle. Für Paulus war klar: auch wenn manche ihm mit ihrem Verhalten weh tun, fallen sie nicht aus der Geschwisterlichkeit vor Gott. Wenn alle gleich denken und handeln würden, wäre es auf Dauer doch langweilig und es würde keinen Fortschritt geben. Auch nicht in der Entwicklung der Liebe zueinander, auch nicht im Bezug auf das, was ich von Jesus erkennen kann. Wenn alle das Gleiche wie ich sehen, dann sehe ich doch nie was Neues. Erst dann, wenn ich mich mit neuen, anderen Sichtweisen auseinandersetzen kann, habe ich die Chance, auch für meinen Glauben Bereicherndes zu entdecken. Die Konsequenz daraus, sich als Geschwister zu verstehen, ist ja auch, dass es auf einen selbst, auf die eigene Familie sozusagen, zurückfällt, wenn man andere klein macht und über andere schlecht redet, wenn man glaubt, man wäre besser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht die Perfektion oder die Gleichförmigkeit hält uns zusammen, sondern dass Gott uns schon längst durch Jesus auf den Weg geschickt hat. In der Welt, zu ihm hin. Miteinander, nicht allein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und auf diesem Weg bleibt es der notwendige Antrieb, der notwendige Stachel im Fleisch, dass Gott uns manchmal ziemlich schmerzhaft deutlich macht, dass er mit anderen Maßstäben misst als wir. Macht, Geld, Einfluss, Wissen: was für uns so wichtig erscheint, ist kein Maßstab für seine Gerechtigkeit, für seine Liebe. Wir haben uns nicht ausgesucht, dass wir in dieser Welt sind. Wir haben es uns nicht ausgesucht, dass wir mit dem Glauben an Jesus in Berührung gekommen sind. Nichts, worauf wir stolz sein könnten, sondern Gottes Liebe, der Glauben, das Leben: alles geschenkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir dürfen klug sein, wir dürfen Besitz haben, aber bes-ser als andere macht uns das nicht. Im Gegenteil: manchmal führt uns das auf falsche Wege. Indem wir viel zu viel Kraft dafür verbrauchen, das, was wir haben, zu verteidigen oder uns auf Kosten von anderen groß zu ma-chen. Gottes Kraft zeigt sich da, wo Menschen bereit sind, zu ihrer Ohnmacht, auch zu Angst und Zweifel zu stehen, wo nicht künstlich Stärke und Macht aufgebläht wird und wo Menschen sich nicht von dem irre machen lassen, was scheinbar als alternativloses Verhalten in der Welt angepriesen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christen, Gemeinden sind in ihrem Verhalten nicht feh-lerfrei. Bis heute. Je nach persönlichem Hintergrund oder Vorliebe scheint es ja durchaus eine Rolle zu spielen, ob man in der Elisabethkirche oder der Thomaskirche ist. Ob man die Landeskirche besser findet oder eine freie Ge-meinde. Aber sobald man denkt, man wäre besser, tappt man in die Falle. Der Schlüssel zum Weg aus der Falle liegt für mich tatsächlich in der Geschwisterlichkeit. wir gehören zusammen, gehen vielleicht nicht immer auf dem gleichen Weg, sind aber zum gleichen Ziel hin unterwegs. Zu Christus und seiner Liebe. Die er nicht nach Ver-dienst, Ansehen, Größe des Geldbeutels, Alter des Kir-chengebäudes oder Modernität des Gebets schenkt. Gott sei Dank. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-1397491381620993703?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/1397491381620993703/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=1397491381620993703' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1397491381620993703'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1397491381620993703'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2012/01/dumm-glaubt-gut-1-n-epiphanias-812012.html' title='Dumm glaubt gut? - 1. n. Epiphanias, 8.1.2012, Reihe IV'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-8474559490064953953</id><published>2011-12-24T09:50:00.001+01:00</published><updated>2011-12-24T09:50:48.602+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Weihnachten'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Feiertag'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Psalm'/><title type='text'>Werdet laut, singt, was das Zeug hält - 1. Weihnachtstag 2011</title><content type='html'>Text: Psalm 98,1-4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Singet dem HERRN ein neues Lied,&lt;/em&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.&lt;/em&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Der HERR lässt sein Heil kundwerden;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.&lt;/em&gt;&lt;em&gt;&lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Jauchzet dem HERRN, alle Welt,&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;singet, rühmet und lobet!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer von Ihnen, wer von Euch hat gestern Abend gesungen oder auf andere Art Musik gemacht, mit Flöte oder Keyboard oder anderen Instrumenten? Mit der Musik ist das ja so eine Sache. Fast alle hören gern Musik, sie kann Stimmungen verbessern oder verstärken. Ohne Musik wäre das Leben viel trauriger. Aber nicht jeder hat die Zeit oder Geduld, ein Instrument zu lernen. Und das Instrument, das Gott jedem von uns geschenkt hat, die eigene Stimme, die traut sich auch nicht jeder aus vollem Hals zu benutzen. Viele finden sich peinlich, wenn sie singen, haben Angst, den richtigen Ton zu verpassen und ausgelacht zu werden. Das Fernsehen liefert uns ja mit den Castingshows seit Jahren Beispiele genug dafür. Schade, dass das Singen oft unter einem solchen Leistungsdruck steht. Wie wäre es denn, wenn wir in diesem Jahr zu Weihnachten unser Geschenk mal wirklich annehmen und so laut wir können singen, jauchzen, rühmen, loben. Mit den unterschiedlichen Musikstilen, die wir gut finden. Mit Kirchenliedern oder Volksliedern. Mit Rap und Hip-Hop, mit Pop, Rock oder Schlager. Mit perfekt getroffenen Tönen genauso wie mit Tönen, die knapp oder deutlich neben dem liegen, was sich Komponisten gedacht haben. Die kannten halt unsere Stimmen nicht, was können wir denn dafür, wenn sie nicht für unsere Stimmen komponieren! Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! Und Gott, der Herr, wird sicher keine himmlische Castingshow veranstalten und das nächste Supertalent, den nächsten Superstar oder die Stimme des Himmels suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fast jedem Menschen macht es Spaß, allein für sich unter der Dusche oder im stillen Kämmerlein zu singen. Ich kann mir vorstellen, dass es für Jesus ein tolles Geburtstagsgeschenk wäre, wenn wir ihm mit dem, was Gott uns geschenkt hat, mit unseren Stimmen, ein vielstimmiges, weltweites Geburtstagsständchen singen würden. Laut und so vielstimmig und unterschiedlich, wie wir sind und wie Gott uns gewollt und gemeint hat. Das größte Weihnachtslied aller Zeiten, von einem Ende der Welt bis zum anderen gesungen, ich stelle es mir einfach nur schön vor, weil die Menschen dabei merken, dass sie zusammengehören. Weil wir Menschen endlich merken, dass sich am Ende gerade in der Vielfalt die Einheit und Einzigartigkeit Gottes abbildet, der sich auf keine Rasse, auf kein Geschlecht, auf keine Nation und kein Bild als das von uns Menschen festlegen lässt, was ihm angeblich entspricht. Gott überrascht uns, indem er uns Vielfalt schenkt. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Und Gott überrascht uns, indem er uns in dieser Vielfalt nicht allein lässt und untergehen lässt, sondern uns Halt, Orientierung und Zuwendung schenkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott legt sich fest – auf uns Menschen als sein geliebtes Gegenüber. Und deshalb verbündet er sich mit Menschen, die seinen Bund weitertragen, in denen wir seine Liebe zu uns erkennen. Er hat sich an das Volk Israel gebunden. Ein kleines Volk, im Vergleich zu den mächtigen Nachbarn oft unscheinbar, manchmal auch unterdrückt. Ein Volk, das alles andere als perfekt war. Aber durch die Bewahrung auch in schweren Zeiten, in Niederlagen und Kriegen, durch die Begleitung über Jahrtausende schmerzhafter Geschichte, durch die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei genauso wie aus der Vernichtungswut der Nazis und anderer Antisemiten, teilweise, wenn man an den iranischen Präsidenten oder an neue Nazis in Deutschland und anderen Ländern Europas denkt, bis heute. Ausgerechnet in der Liebe zu diesem klei-nen, weltpolitisch unbedeutenden und angefeindeten und manchmal ziemlich unvollkommenen Volk offenbart sich Gott. Und für uns dann darin, dass er diese Liebe eben nicht auf dieses eine Volk beschränkt, sondern durch Jesus zu allen Menschen auf der ganzen Welt bringt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott übersieht das Kleine nicht. Vor ihm gilt nicht der Ruhm bei den Menschen und in den Geschichtsbüchern. Er durchschaut die Streber, die sich auf Kosten von anderen immer in die erste Reihe stellen wollen, damit sie am meisten bekommen. Für mich wird das gerade zu Weihnachten besonders deutlich. Die ersten, die in Jesus, einem am Rande der Welt unter einfachsten Umständen geborenen Kind, Gottes Liebe zu allen Menschen erkennen können, sind die Hirten. Keine Könige, keine Priester, keine besonders frommen Menschen, die möglichst alle Gebote von Gott perfekt beachten und durch eine Exklusivstory belohnt werden. Nein, ganz einfache Menschen. Nicht perfekt, oft übersehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich ist auch das ein Grund, Gott ganz laut zu singen und Jesus ein ganz großes und vielstimmiges und ehrliches, nicht geschöntes, Ständchen zu bringen. Ich darf nicht erst dann zu Gott, ich werde nicht erst dann von ihm geliebt, wenn ich perfekt bin und genug geübt habe. Auch wenn noch so manches danebengeht und nicht jeder Ton sitzt und so manches schiefgeht, darf ich mitsingen, mit loben, mit leben, gilt seine Liebe mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mir an diesem alten Lied aus der Bibel, aus den Psal-men, das ja schon lange vor der Geburt von Jesus gesungen wurde, so wichtig und lieb ist, sind drei Dinge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einmal die Ermutigung, laut zu singen. Als ich ein Kind war und in dem Kinderchor in meinem Heimatdorf mitsingen wollte, hieß es nach einer Weile und manchen Sonderproben: mit dir hat das wohl nicht so viel Sinn. Erst ein Musiklehrer hat mir viel später Mut gemacht, laut zu singen, was ich immer noch gern mache – und auch meine ersten eigenen Konfis, die vor 18 Jahren sagten: „Es ist so schön, wenn sie in der Kirche falsch singen, da hat man was ,worüber man lachen kann“ – und ich feststellen durfte, dass sie damit nicht meinten, dass sie mich böse auslachen, sondern dass es einfach Spaß macht, wenn man nicht immer alles so perfekt können muss, aber trotzdem gern machen darf. Ich wünsche uns den Mut, im Singen Lebensfreude zu entdecken. Singen nicht, um ein Star oder einfach bewundert zu werden, sondern weil es ein Geschenk Gottes ist und meine Stimme im großen Chor zur Ehre Gottes fehlen würde, wenn ich mich nicht traue, laut zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist da die Weite, die Gott schenkt. Vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden se-hen das Heil unsres Gottes. So drückt es der Psalm aus. Gottes Liebe ist grenzenlos, sie macht vor den Grenzen, die wir Menschen ziehen, nicht halt. Aber diese Grenzenlosigkeit ist kein Verrat an seiner ersten Liebe. Die Treue zu seinem ersten Bund bleibt. Gott ist treu, auch das ist eine große Hoffnung. Und Gottes Treue hält auch menschliche Untreue aus. Gott verrät seine Liebe nicht, auch wenn wir vielleicht nicht immer so liebenswert sind oder uns liebenswert verhalten. Auch wenn wir meinen, wir bräuchten ihn nur für uns, auch wenn wir, im Glauben wie in vielen anderen Fragen der Liebe, ganz leicht eifersüchtig werden und Zäune ziehen und Abgrenzen statt öffnen. Weihnachten ist das Familienfest Gottes – und diese Familie ist so viel größer, als wir oft denken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das dritte, das mir gut gefällt, und für mich eigentlich auch das Wichtigste, ist, dass Gott offensichtlich nicht nur so zum Spaß oder weil’s gerade Mode ist oder zu einer bloßen Verehrung seiner Macht oder damit möglichst viele Gottesdienste gefeiert werden das alles tut. Nein, ihm geht es um Heil und Gerechtigkeit. Gerechtigkeit für alle Völker. Davon sind wir auch Weihnachten 2011 weit weg. Es würde zu lang dauern, alles Unrecht aufzuzählen und auch alles aufzuzählen, wo wir am Unrecht und an der Ungerechtigkeit beteiligt sind. Gottes Wille ist Gerechtigkeit. Nicht nur für Europa, nicht nur für Christen und Juden, nicht nur für hellhäutige Menschen. Und vielleicht kann in dem lauten Jubel ja auch etwas davon erzählt werden, dass die, die unter Ungerechtigkeit leiden, Gott besonders nahe sind. Und wenn wir mit dem Singen fertig sind, haben wir vielleicht auch noch die Kraft, nicht nur von Unrecht zu reden, sondern erleichtert und erheitert und gestärkt kleine Schritte auf dem Weg zu mehr Ge-rechtigkeit zu gehen. Angefangen dort, wo ich lebe, wo ich arbeite, wo ich einkaufe. Und die Augen nicht zumache vor Unrecht. Aber auch weiß, dass letzte Gerechtigkeit nur Gott schenken kann. So wie nur er umfassendes Heil schenken kann. Keine Politik, keine menschliche Ideologie, kein Geld. Heil, das mehr ist als körperliche Gesundheit. Heil, das Zustände, die Leben scheitern lassen oder schwer machen, beseitigt. Jesus ist Gottes lebendiges Zeichen, dass das möglich ist. Ganz konkretes, richtiges, heiles Leben. Und auch dann, wenn wir, auch zu Weihnachten, auch in seiner Nachfolge, daran scheitern, dass mit unserer Kraft hinzukriegen oder auch darunter leiden, dass das eigene Leben im Moment vielleicht gerade alles andere als heil ist, dürfen wir mitsingen. In Vorfreude auf das, was noch kommen wird. In Dankbarkeit für Liebe, die da ist. Im Vertrauen darauf, dass Gott treu ist und seine Liebe nicht nur zu Weihnachten sichtbar ist. Und nicht nur bei uns, sondern in aller Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-8474559490064953953?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/8474559490064953953/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=8474559490064953953' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8474559490064953953'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8474559490064953953'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/12/werdet-laut-singt-was-das-zeug-halt-1.html' title='Werdet laut, singt, was das Zeug hält - 1. Weihnachtstag 2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-3729227779680407333</id><published>2011-12-24T09:45:00.000+01:00</published><updated>2011-12-24T09:45:28.315+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilig Abend'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hl. Abend'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Johannes'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Christvesper'/><title type='text'>Und wo sind die Engel? - Christvesper als Lichterkirche, Hl. Abend 2011</title><content type='html'>&lt;em&gt;Johannes 1,14a in Verbindung mit Jacopo Tintoretto "Anbetung der Hirten"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-lE1z2dNtFEA/TvWQkWdUslI/AAAAAAAAACA/GkOfjTsHu68/s1600/Tintoretto+Anbetung+der+Hirten+WEB.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; cssfloat: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" rea="true" src="http://1.bp.blogspot.com/-lE1z2dNtFEA/TvWQkWdUslI/AAAAAAAAACA/GkOfjTsHu68/s320/Tintoretto+Anbetung+der+Hirten+WEB.jpg" width="264" /&gt;&lt;/a&gt;Und wo sind die Engel? Wenn etwas zu Weihnachten gehört, dann doch die Engel! Die Menge der himmlischen Heerscharen, die den Hirten die frohe Botschaft von der Geburt Jesu erzählten. Der Engel, der Maria die Botschaft brachte, dass sie schwanger werden würde und dass sich ausgerechnet in ihrem Kind Gott den Menschen zeigen will. Der Engel, der, wie Matthäus es erzählt, Josef im Traum erschien und ihn dazu brachte, zu seiner Frau, die ganz offensichtlich nicht von ihm schwanger war, zu bleiben und der ihn rechtzeitig vor König Herodes warnte, der die neugeborenen Kinder umbringen ließ. Engel als Verbindung zwischen der Welt Gottes und der Welt der Menschen. Engel als diejenigen, die gute Nachrichten bringen oder vor Bösem warnen und so Leben beschützen. Engel haben nicht nur zu Weihnachten Hochkonjunktur. Wenn ich mit Eltern spreche, die ihr Kind taufen lassen wollen, dann ist oft die Hoffnung da, dass Gott dem Kind einen Engel an die Seite stellt. Den kann man, so glauben und hoffen sie, zwar nicht sehen, aber er ist eine Verbindung zu Gott. Und Jugendliche und auch richtig alte Menschen sind oft davon überzeugt, dass Engel für sie da sind. Manche Menschen tun sich schwer, an Gott zu glau-ben. Der scheint ihnen so weit weg, so fern und so groß und vor allem so unsichtbar zu sein, dass sie gar nicht wissen, ob es ihn gibt und was sie von ihm halten sollen. Engel sind da eine Nummer kleiner, menschlicher. Und deshalb fällt es vielen, glaube ich, leichter, an Engel zu glauben. Und jetzt sind ausgerechnet auf dem Bild, dass ich Ihnen und Euch zu Weihnachten schenken möchte, gar keine Engel drauf. Oder fast keine. Wenn man ganz genau hinschaut, dann schauen ganz oben in der Mitte kleine Engel staunend durch das kaputte Dach auf das, was sich da abspielt und was sie mit angerichtet haben. „Anbetung der Hirten“ heißt das Bild des venezianischen Künstlers Jacopo Tintoretto. Nachdem die Engel den Hirten erzählt haben, dass Gott sich in einem kleinen Kind der Welt zeigt und auch für sie da sein will, machen sie sich auf in den Stall. So erzählt es Lukas. Ich habe mir immer vorgestellt, dass die Hirten zwar schnell hingelaufen sind, dann aber vor Ehrfurcht still und andächtig das Kind betrachtet haben. Hier auf dem Bild passiert aber etwas anderes. Da ist wirklich Leben im Stall. Oben beten zwar zwei Hirten, aber der eine scheint entweder selber zu essen oder das Kind füttern zu wollen. Und unten, im eigentlichen Stall, da geht es sehr munter zu. Nicht so, als ob man Rücksicht auf das neugeborene Kind nehmen will, sondern so, dass man schon beim ersten Hinschauen merkt: Hier ist das Leben. Und die Frau unten rechts scheint sich auch gar nicht so für das Kind zu interessieren, einer der Hirten ist für sie interessanter. Gerade das ist für mich ein Bild für Weihnachten. Es interessiert gar nicht alle, was da passiert ist. Für manche, vielleicht sogar für viele Menschen, sind ganz andere Dinge im Moment viel spannender. Und trotzdem: genau in diese Welt, in diese Bruchbude von Welt kommt neues Leben – durch Gott. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“ – so drückt es der Evangelist Johannes in seiner Sprache aus. Gott macht sich greifbar. Mitten im Leben. Das eben oft wie eine Bruchbude daherkommt. Und in dem es Zeiten gibt, in denen Gott alles andere als herrlich oder sichtbar zu sein scheint und in dem es Menschen gibt, die von ihm wenig oder nichts wissen wollen. Die ihren Blick auf andere Dinge richten. Bemerkenswert und, obwohl es alt ist, sehr zeitgemäß an diesem Bild finde ich, dass nicht nur die Engel kaum sichtbar am Rand des Bildes sind. Auch Jesus, das Kind in der Krippe, in dem sich Gott zeigt, ist nicht im Mittelpunkt und verschwindet fast vor den ganzen Ablenkungen für’s Auge. &lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Maria lüftet ein wenig das Tuch, um das Kind zu zeigen und etwas von dem Licht, von der Herrlichkeit Gottes, strahlen zu lassen. Wenn sie das nicht tun würde, dann würde man gar nichts besonders sehen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gesagt, eigentlich ziemlich zeitgemäß. Es gibt sicher vieles, was es Menschen schwer macht, den Blick auf das zu richten, was Weihnachten wirklich wichtig ist. Ich denke an die Menschen, die sich manchmal an Äußerlichkeiten festbeißen und die glauben, nur mit Schnee in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich denke auch an die vielen, die Angst vor Weihnachten haben. An die, die das Schöne gar nicht sehen können, weil ein für sie wichtiger Mensch gestorben ist, weil sie allein oder krank sind. An die, die Angst vor Armut haben müssen und an die, die wirklich arm sind. An die Kinder, die zu Weihnachten geschlagen und misshandelt werden. Und an die, für die es einfach nur darum geht, möglichst viel zu trinken oder möglichst gut zu essen. Und ich denke an die in meinen Augen mehr als dämliche Media-Markt Werbung, die vorgaukeln will, dass Weihnachten unterm Baum entschieden wird und sich Menschen, und vor allem Kinder und Jugendliche, nur dann freuen, wenn sie teure Unterhaltungselektronik geschenkt bekommen. Weih-nachten wird nicht unterm Baum entschieden, sondern Weihnachten ist schon längst entschieden worden. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“ – die ist schon da, diese Herrlichkeit. Auch wenn unsere Augen und Gedanken manchmal abgelenkt werden und anderes viel glitzernder, verlockender und toller zu sein scheint. Ich glaube, dass wir dann, wenn wir vor lauter Trubel oder auch vor lauter Trauer die Herrlichkeit nicht mehr sehen können, wirklich Engel brauchen. Da sind sie dann wieder, diese Boten Gottes. Wir brauchen Botschafter von Gott, die uns helfen, die Herrlichkeit zu sehen. Von allein wären die Hirten ja wohl auch nicht auf die Idee gekommen, in einen Stall zu gehen und in einem Kind dort Gott zu finden. Wir brauchen solche Boten. Und oft genug kommen, denke ich, diese Boten, diese Engel, ganz menschlich daher. In Gestalt von Menschen, die Zeit haben und offene Ohren für Sorgen, Trauer und Nöte, die einem nicht gleich einreden, dass alles wieder gut wird oder dass alles nicht schlimm sei, sondern die bei einem stehen und bleiben, bis man selbst wieder Licht im Dunkel, Gottes Herrlichkeit in aller Not sehen kann. Wir brauchen solche Boten Gottes. Ohne sie können wir die Herrlichkeit nicht sehen. Das müssen keine Pfarrer oder Profis sein. Wen Gott als Boten mitten ins Leben schickt, das lässt sich nicht voraussagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht fragt jetzt ja auch jemand: Gibt’s denn eigentlich wirklich Engel? Da redet der Pfarrer die ganze Zeit davon, aber gesehen habe ich noch keinen! Ja, ich glaube, dass es Engel gibt. Dass Gott Verbindung schafft, damit wir spüren können: er ist da. Manchmal sind diese Engel recht menschlich. Denn das Wort Engel heißt übersetzt nichts anderes als „Botschafter“. Und manchmal ist es einfach ohne feste Gestalt die Erfahrung, dass Gott da ist – vielleicht, weil man bei einem schweren Unfall gut herausgekommen ist. Vielleicht, weil man trotz einer schweren Krankheit den Mut nicht verloren hat und das Lachen auch nicht. Da ist keine geflügelte Gestalt, die man zeichnen könnte, aber das feste Gefühl: mitten in MEINEM Leben ist jemand, der ganz für mich da ist und dem ich am Herzen liege, der mehr schenkt als alle anderen schenken können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da sind wir wieder bei Weihnachten, dem Geschenk Gottes für uns. Weihnachten wird es nicht, weil wir Ge-schenke austauschen. Weihnachten wird es nicht, weil es im Winter schneit oder weil sich pfiffige Ladenbesitzer was zur Umsatzsteigerung ausgedacht haben. Weihnachten wird es nicht, weil wir in Stimmung sein müssten oder weil die Welt perfekt ist. Weihnachten wird es, weil Menschen den Boten, der Botschaft Gottes Vertrauen schenken: die Welt ist nicht verloren. In dem Kind und in dem, was aus diesem Kind wird, ist Gott lebendig und zu entdecken. Das Wort wird Fleisch und wir sahen seine Herrlichkeit – Gott bleibt nicht weit weg, sondern er ist mitten im Leben zu finden. Auch dann, wenn sich manche gar nicht drum kümmern. Weihnachten wird es, weil Gott nicht nur ein Freund, sondern der Geber, der Erhalter und der Vollender des Lebens ist. Weihnachten wird es, damit ALLE Menschen etwas vom Leben haben. Und nicht nur die, die schon immer auf der Sonnenseite stehen. Gebe Gott, dass wir uns von seinen Boten, von seiner Botschaft zum Leben anstiften lassen und gebe Gott, dass wir die Kraft und die Weisheit und die Einsicht finden und selbst zu Boten werden. Durch unser Leben, durch das, was wir tun und lassen. Nicht nur zu Weihnachten. Da, wo Leben möglich ist, trotz aller Widerstände, da, wo Menschen sich am Leben freuen können und andere mit ihrer Freude anstecken, da sind die Engel. Manchmal ziemlich mensch-lich. Und nicht nur zu Weihnachten. Gott sei Dank. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-3729227779680407333?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/3729227779680407333/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=3729227779680407333' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3729227779680407333'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3729227779680407333'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/12/und-wo-sind-die-engel-christvesper-als.html' title='Und wo sind die Engel? - Christvesper als Lichterkirche, Hl. Abend 2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-lE1z2dNtFEA/TvWQkWdUslI/AAAAAAAAACA/GkOfjTsHu68/s72-c/Tintoretto+Anbetung+der+Hirten+WEB.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-4620837465351793542</id><published>2011-12-24T09:37:00.000+01:00</published><updated>2011-12-24T09:37:14.362+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilig Abend'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hl. Abend'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Krippenspiel'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Christvesper'/><title type='text'>Weihnachtsführerschein - nur für Kinder? Christvesper mit Krippenspiel, Hl. Abend 2011</title><content type='html'>&lt;em&gt;Die Predigt kommt im Gottesdienst natürlich nach dem Krippenspiel, das unten aufgeführt ist und von vershciedenen Liedern unterbrochen wird.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-7pLUnydr6qU/TvWOwK-Sd1I/AAAAAAAAAB0/RamE9PIBHUo/s1600/Weihnachtsf%25C3%25BChrerschein.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; cssfloat: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="226" rea="true" src="http://1.bp.blogspot.com/-7pLUnydr6qU/TvWOwK-Sd1I/AAAAAAAAAB0/RamE9PIBHUo/s320/Weihnachtsf%25C3%25BChrerschein.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;Wer darf eigentlich Weihnachten feiern? Manchmal habe ich den Eindruck, es gibt gerade zu Weihnachten so eine Art Führerschein. Und da sollte man auch so etwas wie eine Prüfung bestehen. Und anders als beim Autoführerschein, den man frühestens mit 17 machen darf, scheint es beim Weihnachtsführerschein so zu sein, dass man ihn als Kind viel leichter bekommt. &lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;(Ein Kind nach vorn holen) So, jetzt schauen wir mal, ob du Weihnachten feiern darfst. (Fragen checken).&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Alles klar, das lassen wir mal so gelten – Weihnachts-Checker mit Weihnachtsführerschein! Aber eigentlich kann man den Führerschein für Weihnachten gleich zerreißen. Gut, dass es so etwas nicht gibt, finde ich. Jeder darf Weihnachten feiern. In dem Krippenspiel von den Kindern eben ging es vor allem drum, dass Gott auch zu den Kindern kommt. Und dass Jesus ganz besonders für die traurigen Kinder gekommen ist. Und für die Bettler, die nichts haben. Und für die Hirten, die hart arbeiten müssen und die von den reichen Leuten vielleicht gar nicht so ernst genommen werden. Ja, das ist das Tolle an dem, was wir Weihnachten feiern: Gott zeigt uns durch das Jesuskind, dass Kinder nicht weniger wert sind als Erwachsene. Und dass für ihn nicht nur die Menschen wichtig sind, die viel Geld haben oder die alle gut kennen und mögen, sondern auch die, die vergessen werden, die arm sind und die hart arbeiten müssen. &lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Aber Weihnachten wird es eben nicht nur für Kinder und für besonders arme Leute. Gott sei Dank muss man mit 18 oder 20 den Weihnachtsführerschein nicht neu machen. &lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Gott sei Dank darf man so lange man lebt Weihnachten feiern. Jesus ist nämlich auch für die gestressten Eltern da. Und ich glaube auch, dass für Eltern der Sinn von Weihnachten mehr ist, als Geschenke zu besorgen oder alles so hinzukriegen, dass es für andere, für die Kleinen oder für die Großeltern oder für andere perfekt wird. Gott sei Dank müssen wir keine Prüfungen für den Weihnachtsführerschein ablegen, sondern wir kriegen ihn einfach so geschenkt. Gott lädt uns alle zum Mitfeiern ein: Kinder und Erwachsene, vergessene und die, die im Mittelpunkt stehen… Gestresste und Entspannte. Fröhli-che und Leute, denen nur noch zum Weinen zu Mute ist. Durch Jesus zeigt Gott allen Menschen: Ich liebe euch. Ich komme zu euch, damit ihr selbst menschlich werden könnt. Damit ihr euch gegenseitig neu sehen könnt. Damit ihr euch auch mal ausruhen könnt. Bei mir, an der Krippe, zu Weihnachten – und hoffentlich dadurch auch für die anderen Tage Kraft bekommt. Damit ihr euch gegenseitig besser sehen könnt und keiner mehr das Gefühl haben muss, vergessen zu sein. Weihnachten ohne Stress. Ohne Prüfung. Ein Fest – nicht nur für die Kinder, nicht nur für die Armen. Sondern für die Menschen. Für alle Menschen. Ein Fest, das jeder feiern darf. Weil Gott uns liebt. Weil Gott uns sich selber schenkt. Amen&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Das Gotteskind und die Menschenkinder&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitwirkende:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Erzähler/in&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Maria und Josef - Wirt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- vier Kinder&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- zwei Hirten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Joel, der Bettler&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Aufbruch&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erzähler/in: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war. Damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: (tritt auf, er ruft) Maria, komm, lass uns jetzt gehen, wir haben einen weiten Weg vor uns!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria: (erscheint mit einer Tasche oder Ähnlichem) Hier bin ich. Ja, wir wollen gehen. Ich freue mich so auf Bethlehem. Dort ist der große König David geboren. Von dort stammen unsere Vorfahren her. - Josef, wir wollen uns von unseren Nachbarn verabschieden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria und Josef: (treten vor, rufen ins Publikum und winken) Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kinder: (rufen zurück) Gute Reise! Kommt bald wieder&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Herbergssuche&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria und Josef treten auf&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirt: Nein, alle Zimmer sind belegt. Ihr seid zu spät dran. So, wie ihr ausseht, seid ihr sowieso ein Fall für die Sozialstation. Geht doch dorthin!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria: Aber wir erwarten ein Kind! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirt: Was? Ein Kind? Kindergeschrei, das fehlte mir grade noch. So geht doch endlich. Merkt ihr nicht, dass ihr den ganzen Betrieb aufhaltet?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria: Oh, Josef, so habe ich mir das nicht vorgestellt. Ich habe mich so auf Bethlehem gefreut. Ich war so froh, so glücklich, als der Engel zu mir sagte: »Du Auserwählte - durch dich soll Gottes Kind auf die Erde kommen!« - Und jetzt erscheint mir das alles wie ein ferner Traum. Ich bin so müde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: Setz dich hierher, Maria. (Er deutet auf einen Holzklotz oder ähnliches.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria: Das tut gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: Ich gehe da hinüber und sehe nach, ob es noch irgendwo einen Platz&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;für uns gibt. - (Josef geht und kommt nach einer kleinen Weile zurück.) - Komm, Maria,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;dort drüben ist ein Stall. Er ist warm und trocken. Heu und Stroh sind da und eine kleine Futterkrippe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Während die Gemeinde ein Lied singt, wird die Krippe aufgebaut.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kinder&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lautes Klopfen, drei bis fünf Kinder stehen da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: Wer seid ihr denn?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 1: Wir sind Kinder aus Bethlehem. Wir sind auf uns selbst gestellt, weil niemand für uns Zeit hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria: Wie sollen wir das verstehen? Kind 2: Unsere Eltern sorgen nicht mehr für uns, wir sind mal hier, mal da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 3: Und manchmal übernachten wir hier im Stall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: (zu Kind 1) Du bist also ein Kind, ein vergessenes Kind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 1: Ja, mein Vater hat den größten Gasthof hier in Bethlehem. Noch nie war so ein Betrieb bei uns wie heute, wegen der Volkszählung. Wenn ich meinen Vater etwas fragen will, sagt er: »Geh zu deiner Mutter. Ich hab jetzt keine Zeit.« Sage ich zu meiner Mutter: »Der große Stern macht mir Angst.«, fragt sie bloß: »Welcher Stern? Ich kann jetzt nicht in den Himmel gucken, ich muss mit meinen Rechnungsbüchern klarkommen. Geh ins Bett, Kind!« Meine Eltern merken gar nicht, dass ich jede Nacht mit meinen Freunden hier unterwegs bin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 2: Und als wir gerade die Straße heraufkamen, sagte die Kleine hier: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 4: Der große Stern steht genau über unserem Stall!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 2: Ich sagte: »Du spinnst!«&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 3: Aber ich habe gesehen, dass Licht im Stall brennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 2: Und deswegen haben wir hereingeschaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 3: Oh, seht nur, da ist ein kleines Kind! Psst - es schläft!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 4: Wie heißt es?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria: Es ist heute Nacht geboren. Der Engel hat gesagt, es soll »Jesus« heißen. Er hat auch gesagt, wenn das Kind groß ist, wird es uns Frieden und Gerechtigkeit bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 1: Das ist gut. Und deshalb leuchtet der Stern über dem Stall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 2: Dürfen wir dem Kind ein Lied singen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maria und Josef: Ja gerne, das gefällt uns und dem Kind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied: Gottes Liebe ist so wunderbar (KG 146)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel und die Hirten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitten in die Musik hinein: lautes Husten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 1: Oh weh, das ist Joel, der Bettler. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 2: Der übernachtet auch manchmal hier. Der wird sauer sein, wenn hier schon Leute sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel: (kommt hustend herein) Was ist denn hier los?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 3: Joel, sieh mal, hier ist ein kleines Kind. Es ist heute Nacht geboren. Der Engel hat gesagt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel: (unterbricht) ... es gibt keine Engel. Es gibt nur böse Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: Joel, wie kannst du nur so etwas sagen. Du kannst ruhig im Heu dahinten schlafen. Wir werden ganz leise sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel: (zeigt auf die Kinder) Die da und leise, ha! Ich kenn euch gut. Wie oft schnappt ihr mir die besten Brocken weg!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 4: Wir haben auch Hunger, Joel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stimme: (noch nicht zu sehen, ruft Laut) Ist hier ein neugeborenes Kind? Es muss in einer Futterkrippe liegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 2: Hört doch, da sucht jemand den kleinen Jesus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 1: (der Stimme entgegengehend) Komm hierher, da bist du richtig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Hirten: (kommen in den Stall und bleiben vor der Krippe stehen) Das muss das Kind sein, das wir suchen. Gottes Kind!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Josef: Woher wisst ihr denn, dass dies Gottes Kind ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 1: Ein Engel hat es uns gesagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel: (laut und grob) Es gibt keine Engel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hirten: Aber wir haben Engel gesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kinder: Erzählt, erzählt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 2: Wir saßen nach dem Abendbrot um die Feuerstelle. Es war schon dunkel. Der Vater besprach mit den Hirten die Arbeiten des nächsten Tages. Und dann redeten sie über den merkwürdigen Schweifstern am Himmel. Einer sagte: »So ein Stern bringt Unglück.«. Aber der uralte Hirte Dan sagte: »In den alten Schriften steht geschrieben, wenn so ein Stern erscheint, wird der König des Friedens geboren.«&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 1: Plötzlich wurde es taghell. Und wie ein Blitz vom Himmel herabfährt, so stand er vor uns. Wir waren furchtbarerschrocken. Einige von uns sprangen auf. Es wurde so hell, dass wir unsere Augen mit den Armen und Händen schützen mussten. Wir wagten sie erst wieder aufzumachen, als wir die Stimme hörten: »Fürchtet euch nicht!«&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 2: Und der Engel sagte zu uns weiter: »Ich bringe euch eine gute Botschaft, große Freude, die alle Menschen erfahren sollen. In Bethlehem, in einem Stall, ist der Heiland geboren. Gottes Sohn ist Mensch geworden. Der Retter der Welt. Seine Mutter hat ihn in Windeln gewickelt und in eine Futterkrippe gelegt, weil sonst kein Platz für ihn war. Die Krippe ist das Zeichen, wenn ihr ihn, nachher sucht.« - Kleine Stille. -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 3: Und dann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 1: Und dann war es, als ob am Himmel ein großes Tor aufgestoßen würde, denn es waren da Engel, die lobten Gott und sprachen: »Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, weil Gott alle Menschen liebt.«. Dann sangen sie ein Lied, so etwas Wunderbares habt ihr noch nie gehört. Der ganze Himmel war erfüllt davon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 4: Und dann? Erzählt weiter!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 2: Eine Weile war es ganz still. Dann sagte einer von uns: »Kommt, lasst uns nach Bethlehem gehen und das Kind suchen.« Der Vater sagte: »Das Kind liegt in einer Futterkrippe - dann sind die Eltern arme Leute.« Da ist jeder zu seinem Zelt gegangen, um etwas zum Mitnehmen zu holen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 1: Zu uns sagte der Vater: »Lauft voraus und seht nach, wo das Gotteskind, ist!«&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel: Das habt ihr alles wirklich erlebt? Das ist also alles wahr?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirten: Mit unseren eigenen Augen haben wir es gesehen. Alles, was wir erzählt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Joel geht zur Krippe und bleibt davor stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 1: Heißt das, dass Gott auch, zu uns Kindern kommt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 4: Dann wird Gott ja ein Menschenkind. So wie wir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kind 3: Bei Gott sind wir Kinder dann nicht verlassen oder vergessen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte 1: Bei Gott ist durch dieses Kind kein Mensch vergessen oder verlassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirte, 2: Gott kommt durch dieses Kind allen Menschen nahe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Elisabeth Braun&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-4620837465351793542?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/4620837465351793542/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=4620837465351793542' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4620837465351793542'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4620837465351793542'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/12/weihnachtsfuhrerschein-nur-fur-kinder.html' title='Weihnachtsführerschein - nur für Kinder? Christvesper mit Krippenspiel, Hl. Abend 2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-7pLUnydr6qU/TvWOwK-Sd1I/AAAAAAAAAB0/RamE9PIBHUo/s72-c/Weihnachtsf%25C3%25BChrerschein.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-2597727003612345165</id><published>2011-12-17T18:13:00.002+01:00</published><updated>2011-12-17T18:13:25.679+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. Korinther'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='4. Advent'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe IV'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><title type='text'>Weihnachten wird NICHT unterm Baum entschieden - 4. Advent, 18.12.2011, Reihe IV</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/online-bibeln/neue-genfer-uebersetzung-ngue/bibeltext/bibelstelle/2.%20Kor%201%2C17-22/bibel/text/lesen/ch/6bd0fa76486ee3d954b35f863b113ca5/" target="_blank"&gt;2. Korinther 1,17-22&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kann man es denn am 4. Advent nicht einfacher haben? Da erzählt Paulus wieder so was Kompliziertes von Ja und Nein und das Gott Ja sagt aber die Leute denken, dass Paulus und die anderen Ja UND Nein sagen und alles ist so kompliziert! Sollte es denn am 4. Advent nicht einfach nur mal schön sein?! In einer Woche ist Weihnachten. Und da wäre es doch schön, wenn es in der Kirche wenigstens ruhig und einfach und besinnlich ist, so dass man ein gutes Gefühl bekommt und einfach mal vom Alltag abschalten kann, Stress vergessen darf und so richtig schöne Vorfreude auf Weihnachten bekommt. Und dann machen der Pfarrer und Paulus es so kompliziert! Kann einem denn der Glauben an Gott, Jesus, nicht helfen, das Leben ein bisschen leichter und einfacher zu machen? Ist das denn zu viel verlangt in einer Welt, in der man kaum noch durchblickt und in der selbst die, die sich für Experten halten, nichts mehr wirklich auf die Reihe kriegen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, es ist eigentlich ganz einfach mit dem Glauben. Durch Jesus sagt Gott Ja zu uns Menschen. Durch Jesus sagt er uns, dass er die Welt und die Menschen retten will und dass sein Wille nicht der Tod oder die Vernichtung des Lebens ist, sondern das Leben. Ganz einfach eigentlich, was Paulus hier schreibt. Für Paulus spielt die Geburt von Jesus keine Rolle. Für ihn ist es viel wichtiger, dass Jesus nicht tot geblieben ist, sondern dass Gott in ihm gezeigt hat, dass er stärker als Tod und Schuld ist. Aber trotzdem ist es ja nicht falsch, sich daran zu erinnern, dass das alles nur deshalb passieren konnte, weil Gott sich als Mensch in dieser Welt gezeigt hat. Und zum Menschsein gehört ja nicht nur der Tod, sondern auch die Geburt. Also, ganz einfach. In Jesus sagt Gott Ja zu uns Menschen und deshalb können wir auch gern Weihnachten feiern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, alles ganz einfach- wenn nur nicht wir Menschen wären! &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Wir hätten es gern einfach und machen es doch oft so kompliziert! Weil wir eben nicht nur harmoniebedürftig, liebevoll, hilfsbereit und offen für andere sein können, sondern auch ganz schön egoistisch, rechthaberisch sind und glauben, dass Gott eigentlich gefälligst so sein soll, wie ich denke, dass er sein muss. Das ging Paulus nicht anders, das ging den Menschen in Korinth, an die Paulus diesen Brief geschrieben hat, auch nicht anders. Paulus hatte versprochen, sie zu besuchen. Sie hatten sich gestritten, Paulus und die Menschen in Korinth, weil diese nach Meinung von Paulus auf dem besten Weg waren, ihren Glauben an Gott wieder zu verlieren. Und weil Paulus sich nicht streiten wollte, hat er den Besuch einfach abgesagt. Prompt kam dann natürlich der Vorwurf, dass Paulus gar nicht ernst meint, was er sagt, und wenn er Ja sagt, meint er Nein, auf ihn könne man sich nicht verlassen und überhaupt, wenn Paulus so unzuverlässig ist, dann ist wahrscheinlich auch das falsch und unzuverlässig, was er den Menschen von Jesus erzählt hat. Wenn’s kleine Mädchen wären, würde ich bei dem kleinlichen Rumgenörgel wahrscheinlich Zickenterror sagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, wir Menschen wollen wissen, wo wir dran sind, viel-leicht gerade auch im Glauben. Wir Menschen brauchen was, an dem wir uns festhalten können. Wir brauchen einen festen Halt, der uns Stärke gibt, wenn’s im Leben schwer wird, der uns Hoffnung gibt, wenn wir merken, dass wir mit unserer Kraft nicht weiterkommen und der uns trotz aller Enttäuschungen, die wir erleben, auch Mut macht, es immer wieder mit der Liebe zu versuchen. Wir wollen das alles möglichst einfach haben. Klar verständlich. Zum Einpacken in die Tasche, zum Mitnehmen, damit wir es rausholen können, wenn wir es brauchen. Und viel kosten darf das alles auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber leider ist das mit Weihnachten und Jesus und dem Glauben nicht ganz so bequem, wie es die Korinther gern wollten und wie wir das, glaube ich, auch heute noch gern hätten. Klare Ansage und Schluss! Aber so läuft das mit dem Glauben leider nicht. Auch nicht in der Adventszeit, wenn alles so schön gemütlich ist und auf das Kind in der Krippe hinausläuft. Jesus selbst sagt einmal: „Hütet euch vor denen, die euch erzählen wollen, dass sie genau wüssten, wo es im Glauben hingeht! Die, die sagen: Schau mal, hier bei mir ist Jesus, ich zeige euch viele wunderbare Sachen, die wollen oft nur von Gott wegbringen und ihren eigenen Ruhm vermehren!“ (Lk 17,20-24par) Keiner von uns, kein Pfarrer, kein Priester, kein Mitarbeiter, kein Papst, kein Bischof, kein Kling-Böhm, keine Frau Pieh, kein Daniel, ist so groß, dass er alles durchschauen könnte, was Gott meint und will. Es gibt eine absolute Wahrheit, die sicher ist: Gott hat in Jesus Ja zu den Menschen gesagt. Gott liebt diese Welt und will, dass sie nicht zu Grunde geht, sondern dass Liebe, Gerechtigkeit, Frieden sich durchsetzen und Macht gewinnen. Gott ist kein Freund der Sünde, aber ein Freund der Sünder, die er von einem Weg, der zum Tod führt auf einen Weg bringen will, auf dem am Ende ein-fach nur noch ein richtig gutes Leben ist. Aber keiner von uns kann genau sagen, wie dieser Weg dahin im Einzel-nen aussieht und keiner ist vor Zweifeln sicher. Es gibt eine absolute Wahrheit, die kennt aber nur Gott ganz. Selbst die tiefgläubigsten Menschen mit dem tollsten Be-nehmen haben immer nur einen Teil der Wahrheit. Viel-leicht kennt Gott für andere Menschen auch ganz andere Wege, die wir nicht verstehen und kennen, selbst wenn wir ihm ganz und gar vertrauen. Es reicht doch, dass wir den Weg annehmen, den Gott für uns öffnet. Und anderen helfen, die Tür zu ihrem Weg zu finden. Das ist manchmal mühsam und manchmal macht man auch die falschen Türen auf. Und so kommen die Missverständnisse zustande, auf die Paulus im 2. Korintherbrief reagiert und mit denen wir bis heute leben müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Was ist denn das Ent-scheidende am Glauben? Für mich das, was Paulus schreibt: dass ich annehmen kann, dass ich in Jesus Got-tes Ja zu dieser Welt entdecke. Dass ich mich, sichtbar auch durch die Taufe, als Gottes Kind fühlen darf, von ihm gewollt und geliebt. Und dass ich nicht glaube, dass Gott uns auf den Arm nehmen möchte und seine Spiel-chen mit uns treibt, sondern dass er es mit seiner Liebe zu uns ernst meint. So ernst, dass er uns durch Jesus sagt: „Weil du Mensch bist und ich dich liebe, werde ich auch Mensch. Einfach so. Für dich.“ Für mich. Nicht nur für Menschen vor 2000 Jahren. Nicht nur für Menschen, die es studiert haben. Nicht nur für Menschen, die glauben, dass sie wüssten, wo’s langgeht. Auch für die, die ihre Zweifel haben, die Ängste und Sorgen kennen und manchmal gar nicht mehr wissen und sehen, wo’s lang geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, dass Gott uns nicht die Suche nach ihm ab-nimmt, sondern dass er sagt: ich will dir helfen, mich zu finden, aber du musst das auf deinem Weg tun, ich zwinge dir nichts für dein Leben auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da bin ich für mich wieder bei Weihnachten. „Weih-nachten wird unterm Baum entschieden“ will uns der Me-dia-Markt weißmachen. Dort, wo die teuersten elektroni-schen Geschenke, Smartphones, Spielekonsolen, Tablets und mehr ausgetauscht werden, dort stehen die Weihnachtsgewinner. Ich erzähle gern aus der Schule. Deshalb zum Ende der Predigt noch mal eine fast frohe Botschaft aus meiner 10. Klasse. Nur 4 von 14, die am Donnerstag da waren, werden Weihnachten in die Kirche gehen. Nur 5 von 14 sagen, dass sie was mit dem Glauben an Gott anfangen können. Aber 10 von 14 finden, dass Geschenke zwar schön, aber nicht so wichtig sind. Auch bei Jugendlichen wird Weihnachten nicht unterm Baum entschieden. Und merkwürdigerweise ist auch für die, die sagen, dass Gott ihnen total unwichtig ist, das wichtig, was sich nicht unterm Baum, sondern im Stall von Bethlehem entschieden hat: dass in einer Welt, die oft schwer zu verstehen ist und die alles andere als liebevoll ist und in der es ganz viel Streit gibt, Liebe und Hoffnung keine Spinnereien sind, sondern dass es sie gibt und dass Versöhnung und ein Miteinander auch dann möglich ist, wenn man glaubt, dass es menschlich gar nicht mehr miteinander geht. Die Hoffnung und Erfahrung von Kindern aus Familien, die nicht einfach Vater, Mutter, zwei Kinder sind, sondern die ein kompli-zierteres Leben haben. Die Erfahrung von Jugendlichen, die sich im Prozess des Erwachsenwerdens bis an die Schmerzgrenze mit Erwachsenen und Gleichaltrigen rei-ben. Für mich ein klitzekleines Zeichen dafür, dass Gottes Ja zu uns größer ist als unser kleinliches Rechthaben wol-len. Gottes Ja ist größer als wir je glauben können. Und dieses Ja zum Leben von Gott inspiriert sogar die Men-schen, die meinen, Gott ist was völlig unbedeutendes. Weihnachten wird eben nicht in der Geschenkeschlacht unterm Baum und erst recht nicht an der Kasse vom Me-dia-Markt entschieden. Sondern Weihnachten ist längst entschieden: im Stall von Bethlehem. In Jesus, in dem Gottes Liebe ein menschliches Gesicht bekommen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-2597727003612345165?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/2597727003612345165/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=2597727003612345165' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2597727003612345165'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2597727003612345165'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/12/weihnachten-wird-nicht-unterm-baum.html' title='Weihnachten wird NICHT unterm Baum entschieden - 4. Advent, 18.12.2011, Reihe IV'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-4357277747949470877</id><published>2011-12-02T18:24:00.001+01:00</published><updated>2011-12-03T12:20:01.127+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesaja'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe IV'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. Advent'/><title type='text'>Sehnsüchtig hoffen - 2. Advent, 04.12.2012, Reihe IV</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/jes%2063,15-64,4/anzeige/context/#iv"&gt;Jesaja 63,15-64,4&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal gebe ich die Hoffnung auf, mit den Achtklässlern, die ich in Religion unterrichten muss, zurechtkommen und gut reden zu können. Und dann schaffen sie es doch, mich mit guten Einsichten und Fragen aus der totalen Hoffnungslosigkeit rauszuholen. Wenigstens für einen Moment. Hoffnung ist hier das Stichwort. In der letzten Stunde hatten wir uns mit dem Bibelvers „Nun aber bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Liebe ist aber die Größte unter ihnen“ beschäftigt. Ich habe gedacht, dass gerade die Mädchen das genauso bestätigen. Aber die wollten das gar nicht einsehen. Die meisten sagten mir: „Aber die Hoffnung ist doch wichtiger. Um lieben zu können, brauche ich doch die Hoffnung, dass das funktioniert. Und ein Leben ohne Hoffnung ist doch mindestens so arm wie eins ohne Liebe. Wenn ich ohne Liebe lebe, dann kann ich doch wenigstens noch die Hoffnung haben, dass das anders wird.“ Die Diskussion ging noch weiter – aber mich hat aus vielen Gründen in dieser Woche die Frage nicht mehr losgelassen, welchen Wert die Hoffnung eigentlich hat. Und von welcher Hoffnung ich heute am 2. Advent ihnen und euch etwas erzählen soll. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ein Geschenk kamen mir dann die Verse aus dem Buch Jesaja vor, die für heute als Predigttext vorgesehen sind. Schon die Form der Worte hat für mich viel mit dem zu tun, was ich in diesem Advent erlebe und gern weitersagen möchte. Da redet keiner, der gerade erzählt, wie toll alles bei ihm ist und wie super alles läuft, auch im Glauben, wie einfach es ist, an Gott zu glauben und wie sich dann alles von selbst zum Guten verändert. Da beten Menschen. Das, was da in der Bibel steht, was ich eben vorgelesen habe, das ist nichts andres als ein Gebet. Da beten Menschen, die Angst davor haben, dass ihnen die Hoffnung ganz wegbricht. Da reden Menschen zu Gott, die, in unsere Alltagssprache übersetzt, zu ihm sagen: „Du bist so weit oben im Himmel, so wunderbar und hast früher den Menschen, geholfen – wir merken im Moment aber gar nichts davon! Wir haben das Gefühl, dass du uns gar nicht mehr siehst und dass wir dich nicht erkennen können. Du bist doch unser Vater – aber das Gute, dass du unseren Vorfahren, Abraham und Jakob - Israel, geschenkt hast, das ist längst aufgebraucht. Zeige dich endlich wieder als der Gott, der die Welt verändert. Wir brauchen dich!“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht ist ja in dem Moment noch nicht einmal wirklich Hoffnung da. Ich weiß es nicht. Hoffnung heißt ja, davon auszugehen, dass sich wirklich etwas ändern kann. Vielleicht ist es erst einmal nur die kleine Schwester der Hoffnung, die Sehnsucht, die da ist. Sehnsucht – für mich heißt das, dass eine Ahnung davon da ist, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;dass es ganz anders, viel besser sein kann, als es im Moment ist. Vielleicht erst einmal nur ein Traum, der möglicherweise gar nicht Wirklichkeit wird. Aber ein Traum, der einen, wenn auch manchmal nur klitzekleinen, Anker in der Wirklichkeit hat. Vielleicht ist Hoffnung manchmal wirklich ein sehr großes Wort, wenn man in seinem Leben in einem ganz dunklen Tal ist. Vielleicht ist im Moment gar keine Hoffnung da, jemals wieder Licht zu sehen – aber die Sehnsucht nach dem Licht kann trotzdem ganz groß sein. Und ich glaube, dass es diese Sehnsucht ist, diese Ahnung, dass da doch etwas ganz anderes möglich ist, die die Menschen damals dazu angetrieben hat, ihre Sache im Gebet vor Gott zu bringen. Und ich glaube, dass das auch heute eine Möglichkeit ist, in einem hoffnungsarmen, manchmal vielleicht auch hoffnungslosen dunklen Tal etwas zu verändern, wenn die Sehnsucht nach einem ganz anderem, gelingenden Leben, mich, oder jemand anderen dazu bringt, Gott an das zu erinnern, was er versprochen hat. An ein anderes, gerechtes, friedliches Leben voller Liebe. Sehnsucht, die aus der fernen Erinnerung an Gott dazu treibt, mit ihm zu reden, kann der Hoffnung langsam auf die Beine helfen und Nahrung geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mir an diesem Gebet ganz wichtig geworden ist, ist, dass die Menschen nicht Gott die Schuld für ihre schlechte Situation geben. Bei denen ist eine Ahnung da, dass sie es verbockt haben. „Warum hast du uns von den falschen Wegen nicht abgehalten und unser Herz so kalt und hart werden lassen?“ Das ist keine Anklage an Gott, die ihm die Schuld für das eigene Versagen in die Schuhe schieben will. Hier ist es wirklich die Einsicht, dass es die Schuld der Menschen ist, das Gute, dass sie kennen konnten, den Weg der Gerechtigkeit, des Friedens, der Liebe nicht gegangen zu sein. Und dass sie ihn so weit gegangen sind, dass sie von allein da nicht wieder raus kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich ist das eine Botschaft, die gut in den Advent passt. Wenn du die Sehnsucht nach Hoffnung hast und wenn Gott deiner Hoffnung neue Nahrung gibt, dann heißt das auch, dass du erkennst, wo du selbst der Hoff-nung im Weg stehst. Wenn Advent heißt, sich selbst auch darauf vorzubereiten, die Botschaft, dass Gott in die Welt gekommen ist, um sie zum Guten zu verändern, wirklich fassen und mit Leben füllen zu können, dann gehört zum Advent eben auch, eigene Schuld, eigenes Versagen sehen und eingestehen zu können. Vor Gott kann ich nicht und muss ich nicht besser sein als ich bin. Im Gegenteil. Ich kann und darf mich trauen, ihm auch meine Schuld und meine Zweifel zu sagen. Genauso wie meine Sehnsucht und meine Fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und diese Sehnsucht nach Hoffnung und einer neuen Welt, die drückt sich in einem der für mich schönsten und radikalsten Bilder der Bibel aus: &lt;em&gt;Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zer-flössen, wie Feuer Reisig entzündet und wie Feuer Wasser sieden macht, dass dein Name kundwürde unter deinen Feinden und die Völker vor dir zittern müssten, wenn du Furchtbares tust, das wir nicht erwarten – und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen! &lt;/em&gt;Reiß den Himmel auf, halte dich nicht mehr fern von uns Menschen, verändere die Welt – auch wenn es weh tut, du wirst es so viel besser machen als alles, was ist! Krieg in Afghanistan, Weltpolitikkrise, Klimakatastrophe, Unschuldige, die zum Tode verurteilt werden, Rechtsradikale, die Ausländer ermorden, junge Menschen, die viel zu früh sterben, Kinder, die unheilbar krank sind, Eltern, die ihre Kinder mit Psychoterror demütigen und fertig machen – im Advent 2011 gibt es so viel, bei dem wahrscheinlich nicht nur bei mir der Schrei nach Gott, der all dem und noch viel mehr endlich ein Ende machen soll, der nicht mehr fern im Himmel bleiben möge, sondern den Himmel aufreißen und die Welt radikal umgestalten möge, auf den Lippen. Die Sehnsucht ist da. Und was ist mit der Hoffnung? Solange ich mich traue, mit Gott zu reden und zu beten, ist sie als Funke noch da. Und wenn nicht? Vielleicht gibt es dann andere, die sich trauen, für mich zu hoffen, die meine Sehnsucht und dann auch meine Hoffnung neu anfachen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mir Hoffnung macht, ist das Lied, das wir gleich sin-gen. Gedichtet wurde es von Friedrich Spee, einem katholischen Priester im 17. Jahrhundert, der das erste große Buch gegen den Hexenwahn seiner Zeit herausbrachte und der in seiner Arbeit als Seelsorger für Pestkranke in Trier starb. Er hat erkannt, was auch in der Kirche und mit kirchlicher Billigung falsch läuft, wo Glauben und Macht missbraucht werden. Er hat sich nicht den Armen und Bedürftigen entzogen. Er hat viel Elend gesehen und wurde persönlich bedroht. Vielleicht haben die Worte, die heute Predigttext sind und die er zu einem Lied umgedichtet hat, ihm die Kraft gegeben, in allem Elend, in aller Not, in aller Anfechtung die Hoffnung und die Liebe nicht zu verlieren. Das andere in dunkler Zeit gehofft, gebetet, gehandelt haben, dass die Sehnsucht nach einer besseren Welt mit Gott nicht läh-men und vom Alltag wegführen, sondern den Alltag zu leben hilft, macht mir Mut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genauso wie Schülerinnen und Schüler, die überraschende Einsichten und Fragen haben und so einen Pfarrer am Rande der Hoffnungslosigkeit was diese Klasse betrifft wirklich begeistern können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles hält weder bei mir noch bei anderen, die viel-leicht ähnliche, vielleicht andere Hoffnungserfahrungen gemacht haben oder machen, nicht ewig. Aber nicht nur im Advent schenkt Gott uns die Möglichkeit, unsere Sehnsucht und alles, was Hoffnung schwer macht und Sehnsucht fast vertreibt, mit ihm selbst auszumachen und ihn nach dem zu fragen und an das zu erinnern, was Leben in seinem Sinn gut sein lässt. Und auch dabei dem eigenen Leben und der eigenen Schuld ins Gesicht zu se-hen. Durch Jesus will er uns allen, aller Welt helfen, die-sen Blick, diese Erkenntnis auszuhalten und mit neuer Kraft zu leben. bis der Himmel wirklich zerrissen ist und Himmel und Erde eins sind.&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-4357277747949470877?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/4357277747949470877/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=4357277747949470877' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4357277747949470877'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4357277747949470877'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/12/sehnsuchtig-hoffen-2-advent-04122012.html' title='Sehnsüchtig hoffen - 2. Advent, 04.12.2012, Reihe IV'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-3244339538086494360</id><published>2011-11-26T18:25:00.001+01:00</published><updated>2011-11-26T18:27:00.792+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sacharja'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Marginaltext'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Advent'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><title type='text'>Hoffentlich ist das der letzte Advent! - 1. Advent, 27.11.11, Marginaltext</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/sach%209,9-12/anzeige/context/#iv"&gt;Sacharja 9,9-12&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist mal wieder so weit – 1. Advent! Alle Jahre wieder. Manche konnten es sicher nicht abwarten. Endlich wieder Weihnachtsmarkt und Festbeleuchtung in der Stadt. Endlich wieder die Deko für die Wohnung rausholen. Plätzchen backen und gemütlich Tee und Kaffee trinken, passende Musik hören. Vorbereitungen treffen, Geschenke kaufen und sich was wünschen. Viele freuen sich auf diese Zeit. Viele – nicht alle. Manche fürchten sich vor dem Stress. Jetzt nur nichts vergessen, damit Weihnachten möglichst perfekt wird. Die Geschäfte sind übervoll. An so vieles muss gedacht werden. Adventsfeiern, zu denen gegangen werden muss, in der Schule jede Woche Arbeiten schreiben bis kurz vor den Ferien. Und manche fürchten sich davor, in diesen Tagen noch mehr als sonst zu spüren, dass für sie ganz wichtige Menschen fehlen. Vielleicht ist in diesem Jahr oder schon vor längerer Zeit ein lieber Mensch gestorben. Vielleicht ist eine Beziehung in die Brüche gegangen oder ein Umzug hat Freundeskreise erst mal gestört und vieles ist anders als sonst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist mal wieder so weit – 1. Advent, in vier Wochen ist Weihnachten. Schön oder schaurig. Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder wird an diesem Tag die Aktion „Brot für die Welt“ eröffnet. Zum 53. Mal bittet die Kirche um Spenden für Menschen in anderen Ländern, deren Leben durch Hunger und anderen Mangel bedroht ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist mal wieder so weit: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt er Herr der Herrlichkeit“ und „Tochter Zion, freue dich, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer“. Alle Jahre wieder. Lieder, Bibelverse, die einfach dazu gehören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Jahre wieder… - wirklich? Wie wäre es denn, wenn es diesmal nicht wie alle Jahre wäre? Wie wäre es denn, wenn die 53. Aktion „Brot für die Welt“ die letzte wäre? Nicht, weil wir geiziger wären oder weil es sich eh nicht lohnt und der Hunger nie besiegt wird, sondern weil es der letzte Advent wäre, in dem Menschen noch hungern und der letzte Advent, bevor wir erleben, was in dem Predigttext herbeigesehnt und versprochen wird: eine friedliche Welt ohne Krieg. Eine gerechte Welt, in der Reichtum nicht mehr zählt. eine Welt, in der Freiheit herrscht. Eine Welt, in der sich die Hoffnungen auf ein gutes Leben mit Gott erfüllen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie wäre es denn, wenn nicht alle Jahre wieder Schönes und Schauriges, Wohliges und Trauriges je nach persönlichem Erleben im letzten Jahr und eigener Stimmung diese Zeit bestimmen, sondern endgültig alles tatsächlich gut wird? Zu schön, um wahr zu sein? Ein Märchen? Ein Gedankenspiel für Spinner, hoffnungslose Romantiker oder weltfremde Träumer? Ja, vielleicht. Aber vielleicht auch &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;mehr als das. Vielleicht auch eine Einladung, den Advent ernst zu nehmen und in ihm das zu sehen, was er ist: Eine Einladung zur Hoffnung, die den Alltag ernst nimmt. Eine Einladung zur Hoffnung, die die Augen vor der Welt nicht zu macht. Eine Einladung zur Hoffnung, dass Weihnachten nicht nur eine nette Episode in der Weltgeschichte war, sondern dass Jesus mit seinem Kommen die Welt wirklich verändert hat und dass Gott die Welt tatsächlich endgültig zum Guten verändern will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber Hoffnung zu haben ist gar nicht so einfach. Auch im Advent nicht. Hoffnungslosigkeit oder Hoffnungsarmut entstehen ja nicht nur aus dem großen Gefühl der Ohnmacht, als kleiner Richtsberger keine wichtige Stimme im Weltkonzert zu haben und sowieso nichts ändern zu können. Natürlich schreibt keiner von uns die Weltpolitik um. Bis heute hat es kein Politiker geschafft, den Hunger in der Welt abzuschaffen. Und für Gerechtigkeit zu sorgen, ist auch alles andere als einfach. Das fängt ja schon damit an, dass wir uns nicht darüber einig werden, was eigentlich gerecht ist. Ist es gerecht, dass der, der das Glück hat, in einem reichen Land oder in die richtige Familie geboren worden zu sein, mehr zum Leben hat als der, der das Pech hat, im Tschad, in Nordkorea, Vietnam oder einfach in einer armen Familie geboren worden zu sein? Ist es gerecht, dass Kinder, deren Eltern sich teure Nachhilfe oder teure Schulen leisten können, bessere Chancen haben? Jeder so viel wie er leisten kann? Oder jeder das, was er wirklich zum Leben braucht? Jedem eine neue Chance, auch wenn er mal was falsch gemacht hat oder Fehler müssen hart bezahlt werden? Was ist gerecht? Ich kann das nicht einfach so sagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also: lieber nicht zu viel hoffen und sich damit zufrieden geben, dass alle Jahre wieder Advent gefeiert wird und darauf hoffen, dass es im nächsten Jahr vielleicht besser wird, wenn die eigene Stimmung im Moment nicht so gut ist oder dass es genauso gut wird, wenn die eigene Stimmung passt? Lieber die kleine Hoffnung, weil sich die große ja doch nie erfüllt? Lieber klein hoffen als groß enttäuscht werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß, dass mir auch manchmal der Mut zur großen Hoffnung fehlt. Und ich merke, dass das wenig mit der großen Politik zu tun hat, dafür umso mehr mit dem, was ich jeden Tag erlebe. Eltern erleben, dass sie mit ganz viel Hoffnung und Freude ein Kind erwarten – und dann erfahren sie, dass dieses Kind die Hoffnung nicht erfüllen kann. Durch Krankheit vielleicht. Es gibt nicht nur Menschen, die alt und lebenssatt sterben, sondern auch Menschen, die jung, tragisch, und unter solchen Umständen sterben, dass man nur noch schreien will. Es gibt Menschen, junge, mittelalte und richtig alte, denen wird ganz viel Hilfe angeboten – aber alles nutzt nichts, ihr Leben geht den Bach runter. Nicht, weil sich niemand um sie kümmert, sondern weil sie selbst nicht in der Lage sind oder es nicht wollen, sich wenigstens ein bisschen um sich selbst zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen. Welchen Grund sollte man also haben, wirklich zu hoffen, nicht nur, dass die Adventszeit ganz nett wird, sondern dass sich die Welt durch den, den Gott sendet, wirklich zum Guten ändert?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer nicht hoffen will, findet jede Menge Gründe. Aber mal ehrlich: was habe ich eigentlich zu verlieren, wenn ich mich traue, auch gegen den Augenblick zu hoffen? Ich hab doch schon verloren, wenn ich die Hoffnung aufgebe. Wenn ich hoffe, habe ich nichts zu verlieren. Aber alles an Leben zu gewinnen. Weil Gott dafür einsteht, dass die Hoffnung nicht leer bleiben wird. Manchmal hat Hoffnungsarmut vielleicht auch damit zu tun, dass wir unsere eigenen Wünsche mit dem verwechseln, was Gottes Plan und Wille ist. Wir denken, dass Gott genau das, was wir im Moment für richtig halten, machen müsste und das auch noch zu dem Zeitpunkt, von dem wir annehmen, dass es der richtige wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen“ hat der von den Nazis ermordete Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, dessen Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ wir zum Abschluss heute singen, einmal gesagt. Die Verheißung, an die wir uns gerade im Advent erinnern, ist die, dass Gott der Welt Frieden bringen wird. Dass nicht der Krieg und die Ungerechtigkeit das letzte Wort behalten, sondern dass die Menschen, die ihm und seinen Verheißungen trauen, Grund zum Jubeln haben. So, wie es der Prophet Sacharja vor langer Zeit als Botschaft von Gott weitererzählt hat: Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde. Die Frie-densherrschaft eines armen Königs, der nicht majestätisch auf einem Pferd, sondern auf einem Esel reitet. Ein König, der nicht ausbeutet und in Kriege treibt, sondern der hilft und den Menschen, die ihn brauchen, dient und Gerechtigkeit bringt. Dem Volk Israel schenkte Gott mitten in einer Zeit, in der die Könige versagten und die Menschen in Kriege stürzten, in der die Reichen die Armen ausnutzten und ausbeuteten, solche Hoffnung. Sie hat die Menschen stark gemacht. Uns erinnert dies im Advent hoffentlich auch daran, dass unsere Hoffnungen auf die Umgestaltung der Welt, auf Gerechtigkeit und Frieden uns mit den Juden verbinden. Gottes Geschichte mit uns Menschen fängt nicht erst Weihnachten an. Jesus hat dafür gesorgt, dass diese Hoffnungen und Verheißungen allen Menschen gelten können, allen, die Vertrauen zu ihm fin-den. Aber er nimmt dem Volk des ersten Bundes nichts weg. Und vielleicht können uns diese alten Verheißungen auch Mut machen, nicht zu klein zu hoffen, sondern in der Hoffnung, dass mehr möglich ist, als wir zu träumen wagen, schon mal ein bisschen mit anpacken bei dem, was als Zeichen der Hoffnung möglich ist. Damit wir aus lauter Hoffnung fähiger werden, zu teilen, Frieden zu halten und Frieden zu stiften, wo wir es können. Dass wir nicht glauben, wir müssten alles schaffen, sondern darauf vertrauen können, dass Gott noch viel mehr schaffen kann und schaffen wird. Gerechtigkeit, Frieden, Hilfe – eine neue Welt für alle. Durch den, dessen Geburt wir bald feiern. Durch Jesus, Gottes Sohn, unseren Bruder, Freund und Herrn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-3244339538086494360?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/3244339538086494360/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=3244339538086494360' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3244339538086494360'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3244339538086494360'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/11/hoffentlich-ist-das-der-letzte-advent-1.html' title='Hoffentlich ist das der letzte Advent! - 1. Advent, 27.11.11, Marginaltext'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-2427778021768914310</id><published>2011-11-19T08:53:00.001+01:00</published><updated>2011-11-19T08:55:32.752+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ewigkeitssonntag'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Philipperbrief'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe IV'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Totensonntag'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><title type='text'>Lebensmüde oder Lebensmunter? _ Totensonntag, 20.11.11, Reihe IV (statt III)</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Phil%201,21-26/anzeige/context/#iv"&gt;Phil 1,21-26&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(Gedenktag der Entschlafenen, nicht Ewigkeitssonntag)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sterben ist für mich ein Gewinn“ – Was muss in einem Menschen vorgehen, damit er so etwas sagen kann? Denken lässt sich da ganz viel. Das könnte ein religiös durchgedrehter Attentäter sagen, der darauf hofft, dass er von zweiundsiebzig Jungfrauen im Paradies bedient wird, wenn er sich und andere in die Luft sprengt. Viel alltäglicher und viel trauriger wird dieser Satz aber, wenn ihn schwer kranke Menschen sagen, die vor lauter Schmerzen nicht mehr ein und aus wissen und einfach genug davon haben. Oder, für mich noch viel trauriger, wenn oft schon ganz junge Menschen keine Lust mehr haben, es mit dem Leben aufzunehmen. Manchmal ist das Gefühl da, das alles schief geht. Beziehungen, Freundschaften, Liebe – all das geht vielleicht gerade kaputt. In der Schule oder im Beruf ist das Gefühl da, das alles, was man anpackt, nur noch danebengeht und nichts mehr klappt. Das Gefühl, das jeder an einem zerrt, jeder was von einem will und man gar nicht mehr weiß, wohin. „Sterben ist für mich ein Gewinn“ – da habe ich endlich meine Ruhe. Und dann werden die anderen schon sehen, was sie angerichtet haben! Ein ganz trauriges Gefühl, ein ganz trauriger Satz. Auch dann, wenn er von älteren und alten Menschen gesprochen wird, die müde geworden sind, weil sie schon so viele Abschiede haben hinnehmen müssen. Abschiede von lieben Menschen, die ihnen hier fehlen. Abschiede auch von manchen Fähigkeiten, die man früher vielleicht noch hatte und die das Alter genommen hat. „Sterben ist für mich ein Gewinn“ – Was soll ich eigentlich noch hier! Es gibt in jedem Leben Zeiten, da scheint es nur noch eine große Last zu sein, die man irgendwie loswerden will. Und vielleicht erwartet oder erhofft man sich dann, dass einem der Glauben an Gott, auch wenn er ganz fern zu sein scheint, dass einem die Bibel oder Gespräche mit einem Pfarrer oder anderen Menschen, von denen man hofft und denkt, dass wenigstens sie auf Gott vertrauen, dem Leben trauen und sich nicht unterkriegen lassen, aus einem solchen Loch wieder raushilft. Die Bibel, der Glauben, Jesus und auch sein Bodenpersonal – das soll doch für Hoffnung, für Leben, für ein gutes Leben stehen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann findet sich ausgerechnet in diesem Buch der Hoffnung der Satz: „Sterben ist mein Gewinn!“ Paulus hat diesen Satz geschrieben. Er schreibt ihn in seinem Brief an die Gemeinde in Philippi im heutigen Griechen-land. Er schreibt ihn aus dem Gefängnis, in dem er zu Unrecht sitzt und in dem er nicht weiß, ob ihn nicht viel-leicht ein hartes, vielleicht sogar ein Todesurteil erwartet. „Ich habe es satt, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, gut, wenn alles endlich zu Ende ist!“ Wenn man nur diesen Satz hätte und nur wüsste, dass er aus dem Gefängnis geschrieben ist, dann könnte man glauben, dass Paulus genau so etwas meint. Aber dieser Satz ist nicht das einzige, was er aus dem Gefängnis schrieb. Er schreibt diesen Satz nicht für sich allein, sondern &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;er schreibt in seiner eigenen, manchmal etwas komplizierten Sprache: Phil 1,21-26: Christus ist mein Leben und Ster-ben ist mein Gewinn.22 Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll. 23 Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre; 24 aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen. 25 Und in solcher Zuversicht weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben, 26 damit euer Rühmen in Christus Jesus größer werde durch mich, wenn ich wieder zu euch komme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn – manchmal wird dieser Satz ganz falsch verstanden. So, als wollte Paulus als Christ nichts mehr mit der Welt, mit dem Leben hier zu tun haben und als sollten alle Christen sich lieber auf das Leben im Jenseits nach dem Tod konzentrieren. Aber Paulus schreibt das so gar nicht. Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn – weil ich weiß, dass Jesus in meinem Leben schon da ist, weil ich weiß, dass er den Tod besiegt hat und mich auch dann nicht verlässt, wenn das Leben hier ein Ende hat, muss ich keine Angst vor dem Tod haben und kann mich dem Leben stellen. Das ist für ihn die Pointe. Paulus kann loslassen. Das ist das Entscheidende. Er klammert sich nicht an das Elend, das er gerade erlebt. Er klammert sich nicht an ein Bild von einem irgendwie tollen Leben, dass er haben müsste, damit alles einen Sinn hat. Er kann sagen: auch wenn ich loslasse, gewinne ich und falle nicht in ein großes Loch. Mit Jesus, mit Christus, da habe ich das ganze Leben gewonnen. Natürlich gibt es ein Leben, das besser ist, ohne Leid, voller Gerechtigkeit, ein Leben, für das Jesus mit seiner Auferstehung steht. Und natürlich wäre ich da viel lieber als im Gefängnis. Aber weil ich glauben darf, dass Christus wirklich mein Leben ist, kann und will ich eigentlich jetzt, in dieser Welt, noch viel mehr machen. „Im Fleisch bleiben“ das hört sich ja merkwürdig an. Aber Paulus meint damit nichts anderes, als das er in diesem Leben mit seinen Widersprüchen, mit seinen Schwierigkeiten und Nöten bleibt. Er läuft nicht vor dem Leben weg. Was Paulus der Gemeinde in Philip-pi mit den Worten, die, glaube ich, nicht nur für Konfis seltsam klingen, schreibt, ist die Hoffnung mit seinem Leben, mit seinem Glauben, mit seiner Hoffnung andere motivieren zu können, in dieser Welt zu leben. Als Christ zu leben. Und das heißt auch, die Augen davor nicht zu-zumachen, dass mein Leben immer auch mit dem Leben anderer verbunden ist. Dass ich auch mit dem, was mir vielleicht schwer fällt, anderen etwas geben kann. Viel-leicht irritiert manchen die Selbstsicherheit, mit der Pau-lus hier von sich spricht. Paulus schreibt ja, dass er zur Förderung und zur Freude im Glauben sein Leben behal-ten will, 26 damit euer Rühmen in Christus Jesus größer werde durch mich, wenn ich wieder zu euch komme. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es könnte so missverstanden werden, als wollte Paulus noch angesehener und berühmter werden und vielleicht bei Gott Pluspunkte sammeln. Aber das, was Paulus hier erkennt, ist eigentlich etwas, was jeder von sich sagen kann: mit meinem Leben kann ich dir, kann ich anderen helfen, ein Stück von der Liebe Gottes zu entdecken. Im Alltag sind wir es gewohnt, dass es darum geht, toll auszusehen, ganz vorne zu stehen. Toll sind die Berühmtheiten, die im Fernsehen auftauchen, die viele Treffer bei Google, viele Likes bei facebook oder Follower bei Twitter haben. Der eigene Ruhm, die eigene Macht, das soll alles überstrahlen, das Ego gestreichelt werden. Paulus geht es nicht um diese Art von Ego-Ruhm. Ihm geht es darum, dass er mit dem, was er hat, wie er lebt, andere dazu bringen kann, zu Christus zu kommen. Nicht damit Paulus gut da steht, noch nicht ein-mal, damit Jesus größer würde, er ist ja schon so groß, dass es nicht größer ginge, sondern damit anderen geholfen wird. Loslassen um zu gewinnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir leben in einer Kultur des Festhaltens. Das, was wir kennen, würden wir gern ewig weiterhaben. Wenn es gut ist. Und wenn wir etwas als schwer erleben, dann fehlt uns oft die Perspektive, die gute Aussicht. Dann wird Sterben zum Gewinn. Nicht, weil ich weiß, dass der Tod nicht das letzte Wort spricht, sondern weil ich alles einfach satt habe. Christus der ist mein Leben – zu dieser Einsicht, dass es einen Grund gibt, jetzt zu leben und Schwierigkeiten auszuhalten, kann ich niemanden zwingen. Ich kann einladen. Und ich darf hoffen, dass in Zeiten, in denen ich nur noch den zweiten Teil Sterben ist mein Gewinn hören kann oder hören will, jemand da sein wird, der mich, wie Paulus vor langer Zeit die Menschen in Philippi, zum Leben anstiftet. Indem er mir Mut macht, loszulassen. Vorstellungen von einem guten Leben, die unrealistisch sind. Vorstellungen davon, dass schon in dieser Welt ein Leben ohne Sorgen und Schmerzen möglich wäre. Vorstellungen davon, dass ich mich durch Geld, durch Macht, durch Berühmtheit, gute Noten oder dicke Autos selbst erlösen könnte und dass das alles der Sinn wäre, den dieses Leben hätte. Wir leben nicht in einer vollkommenen Welt. Wir leben in einer Welt, in der Schmerz, Unrecht, Trauer, Wut und Versagen ihren Platz haben. Wir dürfen aber die Hoff-nung haben, dass das alles ein Ende haben wird. In Christus, in einem Leben, das bei ihm sein wird. Gebe Gott, dass wir daraus Mut und Kraft schöpfen, nicht vor diesem Leben, vor dieser Welt davonlaufen, sondern dass in der Zeit, in der wir in der Welt, die wir kennen, mitei-nander leben Christus, der ist mein Leben der entscheidende Satz ist und erst dann, wenn wir dieses Leben wirklich loslassen müssen, Sterben ist mein Gewinn zur großen Hoffnung wird. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-2427778021768914310?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/2427778021768914310/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=2427778021768914310' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2427778021768914310'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2427778021768914310'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/11/lebensmude-oder-lebensmunter.html' title='Lebensmüde oder Lebensmunter? _ Totensonntag, 20.11.11, Reihe IV (statt III)'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-1489687058353470902</id><published>2011-11-13T08:27:00.001+01:00</published><updated>2011-11-13T12:10:07.480+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='vorletzter d.Kj'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Geld oder Leben !? - Geld und Leben, vorletzter Sonntag des Kirchenjahres, 13.11.11, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/neue-genfer-uebersetzung-ngue/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Lk%2016,1-9/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 16,1-9&lt;/a&gt; NGÜ&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder schaut auf seinen Vorteil. Solange das Geld, das ich ausgebe oder mit dem ich handele, nicht mein eigenes ist, kann ich damit machen was ich will und fremdes Geld zu meinem Vorteil einsetzen. Und wenn ich dadurch auch noch gute Beziehungen aufbauen kann, die mir nützen: umso besser! Vor drei Jahren begann die weltweite Finanzkrise genau nach diesem Muster. Da haben Menschen mit Geld, das ihnen nicht gehörte, rumgespielt, ihren Vorteil gehabt, aber ausbaden mussten das andere. Treue, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, diese Werte spielten keine Rolle mehr. Hauptsache, die eigene Kasse stimmt. Von der Kirche, von Christen, von Jesus selbst, da wird zu Recht anderes erwartet. Wenn ich mich als Christ verstehe und denke, dass dazu mehr gehört als nur ein geistiges Leben mit Gebeten und Bibellesen und Gottesdienstbesuchen, dann erwarte ich von mir – und anderen – im Sinn von dem, was ich glaube, von Jesus verstanden zu haben, auch in meinem Alltag ein ganz anderes Verhalten. Da erwarte ich Treue, nicht nur in der Ehe oder anderen Beziehungen, sondern auch gegenüber Aufgaben, die ich übernommen habe. Da erwarte ich Aufrichtigkeit und Verlässlichkeit. Von mir selbst, von Menschen, die sich auf Jesus berufen und sagen, dass sie an ihn glauben. Und natürlich gehe ich davon aus, dass Jesus selbst genau so was auch den Menschen, denen er begegnet ist, vorgelebt und erzählt hat. Und dann finde ich in der Bibel, im Lukasevangelium, eine Geschichte, die mich ganz ernsthaft verwirrt. eine Geschichte, bei der ich mich frage, welches Verhalten da eigentlich von Jesus gut gefunden wird. Eine Geschichte, bei der ich mich frage, wie sie ernst gemeint sein kann und wie ich sie verstehen soll. Sie steht bei &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/neue-genfer-uebersetzung-ngue/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Lk%2016,1-9/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas im 16. Kapitel&lt;/a&gt;: &lt;br /&gt;&lt;em&gt;Vorlesen, Neue Genfer Übersetzung&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;Für alle, die das Wort Mammon nicht kennen: in der Sprache, die Jesus wirklich gesprochen hat, heißt das Geld, Besitz. Beim ersten Lesen, beim ersten Hören – und vielleicht auch noch beim zweiten, dritten und vier-ten – da wirkt diese Geschichte, die Jesus erzählt, fast so wie ein Aufruf, es mit der Ehrlichkeit nicht so genau zu nehmen und sich für den Notfall Freunde zu kaufen, die einen raushauen können, wenn man keine Lust auf körperliche Arbeit oder Betteln hat. Treue, Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit sieht so jedenfalls nicht aus. Ich habe im Internet den Hinweis gefunden: „Wenn sie ihre Gemeinde nicht verwirren wollen, dann predigen sie nicht über diese Geschichte!“ Aber genau das wäre ja auch wieder nicht ehrlich und aufrichtig. Der Pfarrer, der soll die Gemeinde schonen und nur das erzählen, was einfach zu verstehen ist und nicht die ganze Wahrheit. Ich halte aber niemanden für dumm: die Konfis nicht, die Erwachsenen nicht und ich will niemandem erzählen, dass Jesus es uns immer leicht macht. Es kostet manchmal ein bisschen Anstrengung und Nachdenken, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;an Gott zu glauben und Jesus zu vertrauen. Es gibt Momente, in denen auch ich als Pfarrer darum kämpfen muss, das zu verstehen, was Jesus sagen will. Und in denen ich nicht weiß, ob ich das auch richtig verstehe. Wer erzählt, er versteht immer alles und wer Menschen den unbequemen Jesus vorenthält, der wäscht Gehirne und nimmt nicht ernst, dass Gott uns manchmal auch was zumutet und der Glaube an Gott nicht die sanfte Schlafpille, sondern der Motor eines tollen, aber manchmal auch anstrengenden Lebens sein will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genug rumgeredet, jetzt aber mal zu dem, was Jesus hier sagt. Verlängert hier Jesus wirklich die irdische Erfahrung, dass Untreue sich auszahlt ins Himmlische? Ich glaube, dass es ihm hier um etwas ganz anderes geht. Drei Spuren, in welche Richtung das, was Jesus hier erzählt, gehen könnte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die erste Spur: Jesus sagt am Ende der Geschichte: „Die Menschen dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Menschen des Lichts“. Was er damit aus-drücken will, dass dieses Beispiel gar nicht ohne nach-zudenken und zu übertragen auf die Menschen, die ihm vertrauen und ihm nachfolgen übertragen werden kann. Da müssen wir uns schon ein bisschen Mühe geben. Erstmal bleibt diese Geschichte ja ganz in der Logik der Welt ohne Gott. Ich kann mir vorstellen, dass dieser un-ehrliche Verwalter Christen dazu ermutigen soll, über ihre Situation ernsthaft nachzudenken und dann auch entschieden so zu handeln, dass sich ihre Situation ver-bessert. Nicht das unehrliche ist das Vorbild, sondern der realistische Blick auf die eigene Situation. Wenn das schon die Menschen schaffen, denen Gott egal ist, dann könnt ihr das doch erst recht schaffen – vielleicht steckt diese Ermutigung auch in der Geschichte. Und zum Handeln, das einen weiterbringt, gehört das manchmal scheinbar verrückte, das sich nicht nach den Regeln rich-tet, die Menschen aufstellen, um andere klein zu halten. Jesus selbst wird ja auch vorgeworfen, dass er sich nicht an die Regeln hält, die andere zusätzlich zu den Geboten Gottes aufgestellt haben, damit die Menschen sich klein fühlen. Jesus geht es um die Menschen, um Beziehung, und darum legt er die Regeln konsequent auf den Men-schen hin aus. Habt Mut zum Handeln, auch wenn das nicht total abgesichert ist, vielleicht steckt auch das in der Geschichte. Und die Erkenntnis, dass einem am En-de menschliche Beziehungen wirklich hilfreicher sein können als alles Geld der Welt. Der Mensch ist auf Be-ziehung angewiesen, nicht auf Reichtum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sind wir bei der zweiten Spur: Der unehrliche Ver-walter stellt selbst in seinem menschlichen, gar nicht auf Jesus bezogenen System, den Menschen vor das Geld, den Mammon, wie es in der Sprache von Jesus heißt. Er folgt nicht der Logik, dass der Vermehrung des Geldes gedient werden muss, sondern eben der Logik, dass Be-ziehungen zu Menschen mehr wert sind. Fragwürdig aus christlicher Sicht ist natürlich, dass in dieser Geschichte die Beziehung mit Hilfe von Geld aufgebaut wird und dass man auf den ersten Blick denken könnte, Bestechung, Betrug oder das Erkaufen von Freundschaft sind okay, wenn sie der Beziehungspflege dienen. Leider läuft ja die Auftragsvergabe bei großen Projekten und das herbeiführen von Entscheidungen in der Politik mancher Länder genau so ab. Aber hier gilt der Zwischenruf Jesu: in meiner Nachfolge seid ihr die Menschen des Lichts – für mich heißt das: für euch, für uns darf es eben nicht um Betrug gehen. Aber es muss darum gehen, Geld richtig einzusetzen: Nämlich zur Entlastung von Armen. Die Schulden, von denen hier die Rede ist, sind, in heutige Kaufkraft umgerechnet, so hoch, dass ein einfacher Arbeiter zwei Leben bräuchte, um sie zurückzuzahlen. Vergöttert Geld nicht, sondern nutzt es, um ein Stück Gerechtigkeit zu verwirklichen und Menschen von drückenden Lasten zu befreien. Geld ist kein Wert an sich, dem zu dienen wäre. Für mich auch eine Spur aus diesem Gleichnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die dritte Spur: Völlig überraschend lobt der Herr, für mich und andere Ausleger ist das der Grundherr, der Arbeitgeber des Verwalters, diesen für sein kluges Han-deln. Auch er durchbricht die Logik von dem, was man erwartet. Für mich wird hier ein kleines Stück weit auch deutlich, um was es in der Beziehung zu Gott, die durch Jesus eine neue Basis bekommen hat, auch geht: es geht um Vergebung, die die Logik des Bezahlenmüssens au-ßer Kraft setzt. Immer wieder sehen Menschen bis heute in Gott den Oberrichter, der Vergehen gegen gute Taten aufrechnet und dann die Menschen entweder ewig be-lohnt oder ewig bestraft. Martin Luther, auf den wir evangelischen Christen uns ja auch berufen, hat aber schon vor langer Zeit klar erkannt, dass es Jesus um was anderes geht. Keiner wäre in der Lage, seine Schuld bei Gott wirklich zu bezahlen. Immer wieder machen wir Fehler. Gott rechnet nicht auf – sondern er schafft durch Vergebung Luft zum leben. Nicht, indem er sagt: das ist egal, sondern indem er sagt: du hast zwar Schuld auf dich geladen, aber nutze die Befreiung, um neu anzufan-gen. Schuld bleibt – auch in dem Gleichnis, aber mit ihr kann gelebt werden und der Neuanfang starten. Nicht die Schuld, nicht das Geld, nicht das Aufrechnen steht im Mittelpunkt, sondern die hilfreiche Beziehung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine drei Spuren. vielleicht findet ihr, finden sie ande-re. Ich weiß nicht, ob eine davon richtig ist oder ob ich heute nur Unsinn erzählt habe. Ich weiß aber, dass Gott uns durch Jesus nicht in einen geistigen Tiefschlaf ver-setzt, sondern dass er uns zum Denken und Handeln, vielleicht auch mal zum Widerspruch provoziert. Ich bin froh, dass ich Gott vertrauen darf, der mich als lebendi-gen Menschen will, der größer ist als meine kleine Denkwelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-1489687058353470902?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/1489687058353470902/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=1489687058353470902' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1489687058353470902'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1489687058353470902'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/11/geld-oder-leben-geld-und-leben.html' title='Geld oder Leben !? - Geld und Leben, vorletzter Sonntag des Kirchenjahres, 13.11.11, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-8858410761187286286</id><published>2011-11-05T11:37:00.000+01:00</published><updated>2011-11-05T11:40:27.635+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='drittletzter So.'/><title type='text'>Dämonen raus - Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres, 6.11.2011, Reihe III</title><content type='html'>&lt;em&gt;&lt;a href="http://www.basisbibel.de/basisbibel-nt/bibeltext/basisbibel/bibeltext/lesen/"&gt;Text: Lukas 11,13-24 (Übersetzung: Basisbibel)&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer hat eigentlich verstanden, was ich da gerade vorgelesen habe? Ich meine jetzt nicht nur die einzelnen Wörter und nicht nur die Frage, ob ich laut und deutlich genug gesprochen habe. Ich meine eher den Sinn, den Inhalt. Ich habe die Bibelstelle in den letzten Tagen oft gelesen. Laut und leise, aber es ist mir nicht leicht gefallen, das, was da steht, wirklich zu verstehen. Dämonen und Beelzebul, der Oberste der Dämonen, ein bewaffneter Starker und ein Stummer, der von einem Dämon besessen ist, der ausgetrieben wird – für mich passt das nicht richtig in meine Welt, in mein Leben im Jahr 2011. Für mich passt das in eine Zeit vor vielen hundert Jahren, in der die Medizin und die Wissenschaft ihre Erklärungslücken, die unglaublich groß waren, mit Geisterwesen gefüllt haben. Aber heute ist die Welt doch anders. Dämonen, Satan, Beelzebul, Krankheit als Besessenheit – das ist 2011 nicht zu verstehen. Das ist nicht normal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann kam mir der Gedanke, dass vielleicht gerade dieses Nichtverstehen, dieses Unnormale der Schlüssel dazu ist, das, was Jesus hier auch für heute noch sagen will, besser zu verstehen. Schon wieder so ein verrückter und unverständlicher Satz vom Pfarrer. Leben ist oft ganz schön normal. Gott sei Dank. Da passiert nicht immer viel Aufregendes, da ist, Gott sei Dank, nicht immer gleich eine schlimme Krankheit am Start. Aber trotz allem wissenschaftlichen Fortschritt, gerade in der Medizin, trotz allem, was wir mit Hilfe der Wissenschaft erklären können, gibt es im Leben immer etwas, das unbeherrschbar und unverfügbar ist. Es gibt Angst, die auch alle menschliche Kunst, die alles menschliche Handeln nicht besiegen kann. Es gibt Böses, Schlimmes, das sich nicht einfach weg reden, leugnen lässt. Böses, Schlimmes, wo unsere Vernunft und Normalität und Kunst an ein Ende kommen. Zwei, drei alltägliche Beispiele.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wissenschaft kann erklären, was eine Krankheit mit dem Körper macht, oft genug auch, wo sie herkommt. Und viele Krankheiten können geheilt werden. Aber oft genug können wir gar nicht anders, als von Krankheiten als „Schicksalsschlag“, als „Prüfung“, als „Katastrophe“ zu reden. Weil Normalität durchbrochen wird, weil Angst da ist, weil wir eben merken, dass wir nicht alles im Griff haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wissen, wie sich Alkoholismus auf die Familie aus-wirkt, wir haben oft genug mehr als nur eine Ahnung davon, warum ein Mensch gewalttätig oder kriminell wird. Aber wir haben Angst davor, solchen Menschen zu begegnen oder selbst so zu sein oder zu werden. Und wir wissen ganz genau, dass auch alle menschliche Kunst und Redegewandtheit einen Alkoholiker nicht von der Flasche bringt und dass alles Wegsperren und psychologische Betreuen aus einem Gewalttäter oder Straftäter nicht unbedingt einen Menschen macht, der für andere keine Bedrohung mehr ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dämon, Satan, Beelzebul, diese persönlichen Benennun-gen sind ein Versuch, dieses Böse, was da ist, durch Namensgebung ein Stück weit in seiner Macht zu be-schränken, weil ich ja einen Namen dafür habe und es nicht so ganz unbekannt ist. Im Jahr 2011 finde ich die Vorstellung einer personalisierten, gegengöttlichen, bö-sen Geisterwelt nicht mehr hilfreich. Gott sei Dank ha-ben wir zum Beispiel gelernt, in Menschen, die stumm sind, nicht mehr böse Geister am Werk zu sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber, trotz aller Entgeisterung der Welt, geblieben ist, ist die Angst vor dem, was Menschen nie in den Griff kriegen können. Das Böse, das den normalen, glatten Alltag durchbricht und schwer macht. Mir hilft es, hier eben nicht persönliche Wesen am Werk zu sehen, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;sondern Ängste, Verstrickungen, Machtlosigkeit, aus der wir als Menschen uns nicht selbst befreien können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da setzt Jesus an. Das, was er tut, befreit die Men-schen. Er befreit den Stummen aus seiner Isolation. Vielleicht auch aus der Angst, was falsch gemacht zu haben und bestraft worden zu sein und aus der Angst, von anderen ausgenutzt zu werden, weil er sich nicht mitteilen kann. Jesus befreit, die Mächte, die Verstrickungen, die Leben schwer machen, haben plötzlich keine Macht mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die Menschen um ihn herum können oder wollen diese Befreiung nicht sehen. Die einen sagen: „Der ist doch in dem System von Angst und Bösem geblieben. Er treibt das Böse durch noch Böseres aus!“ Die anderen sehen in ihm nur eine Art Superzauberer. Denen reicht nicht, dass ein Stummer frei wird, um zu reden und frei Kontakte knüpfen zu können, die wollen Sensationen, „Zeichen vom Himmel“ – am besten sollen Sonne und Mond still stehen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Diskussion beziehungsweise in dem, was als Ant-wort von Jesus bei Lukas überliefert ist, und was mich und vielleicht auch einige hier im Gottesdienst beim Zuhören beziehungsweise Lesen total schwindlig gemacht hat, macht Jesus klar, dass diese Sicht totaler Unsinn ist. Wenn die Macht der Angst, die Macht des Bösen gebrochen werden soll, dann geht das nur durch das Gegenteil davon. Solange ein System von Angst, Bösem und Unterdrückung sich immer wieder selbst stabilisieren kann, wird es immer stärker. Trauriges Beispiel: Kinder, die regelmäßig geschlagen werden und in Angst davor leben, sich anderen zu öffnen, die vielleicht helfen können, werden sehr viel öfter gewalttätig als andere. Vergewaltiger und vor allem Männer, die Kinder missbrauchen, haben sehr häufig genau das früher auch bei sich selbst als Opfer erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Macht der Angst, Böses kann nur durch die Liebe selbst besiegt werden. Dort, wo Menschen Befreiung von Angst erleben, von mit Worten und mit der Vernunft kaum oder gar nicht zu beschreibenden schlimmen Erfahrungen, wo Menschen vom Bösen befreit werden, da ist das, was die Bibel überhaupt und Jesus hier bei Lukas „Reich Gottes“ nennt, schon da. „Wenn mir der Finger Gottes hilft, Dämonen auszutreiben, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen!“ So sagt er es hier. Wie gesagt, Dämonen muss man nicht als personalisierte Geister verstehen, sondern als Macht der Angst, als unverfügbar Schlimmes und Böses, als Verstrickung in Kräfte, die dem Leben schaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist eben nicht nur was, was vor langer Zeit funktio-nierte, als Jesus in dieser Welt sichtbar war. Noch mal zu den Beispielen Alkohol oder Gewalt, Straftat und Ge-fängnis: Medizinische und psychologische Behandlung ist für einen Alkoholiker wirklich notwendig. Aber wenn er nicht wirklich Liebe erfährt, wenn er nicht für sich annehmen kann, dass er der Liebe auch wert ist und dass Vergebung möglich ist, wird er ziemlich wahrscheinlich immer wieder rückfällig werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ein Gefängnisaufenthalt allein oder harte Arbeit im Knast ändert auch erst mal keinen Menschen. Die Befreiung von der Vorstellung, nur durch Gewalt oder durch das Ausnutzen von anderen was wert zu sein und was zu gelten, die Befreiung zu Liebe muss dazu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und diese Befreiung schenkt Jesus. Die Begegnung mit ihm ist etwas, das frei macht. Frei von der Angst. Deshalb ist es auch wichtig, wenn man an Gott glaubt, wenn man anderen vom Glauben erzählen will, dass man nicht neue Ängste schürt oder Menschen unfrei lässt, indem man ihnen Angst vor Dämonen einredet. Die Begegnung mit Jesus, der Glauben an Gott befreit. Das ist die große Botschaft dieser schweren Geschichte. Der Schlusssatz „Wer nicht für mich, ist gegen mich und nicht mit mir sammelt, treibt auseinander“, hört sich erst mal sehr hart und wenig befreiend an. Weil er so fordernd daher kommt. Aber er fasst doch genau diese Befreiung zusammen. Wer nicht für mich, Jesus, ist -Wer die Befreiung verleugnet, wer andere in Ängsten halten will, wer glaubt, nur im System des Bösen das Böse in Schach halten zu können – der ist gegen mich: der wird die Liebe nicht annehmen können, der wird die Freiheit nicht entdecken und der wird anderen Freiheit nicht gewähren können. Es geht um die Freiheit zum Le-ben, es geht um die Liebe, die die Macht der Angst bricht. Gebe Gott, dass wir diese Freiheit, sein Reich, schon jetzt und hier bei uns spüren und dass unsere Angst und unsere Verstrickung in Verhältnisse, die dem Leben nicht dienen, gelöst wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-8858410761187286286?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/8858410761187286286/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=8858410761187286286' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8858410761187286286'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8858410761187286286'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/11/damonen-raus-drittletzter-sonntag-des.html' title='Dämonen raus - Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres, 6.11.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-4452004152647455767</id><published>2011-11-05T11:30:00.002+01:00</published><updated>2011-11-05T11:40:48.559+01:00</updated><title type='text'>Zwischen kuntergrau und dunkelbunt  im Nebel</title><content type='html'>&lt;em&gt;Sonntagsgedanken in der Oberhessischen Presse, die Anregung zu dem "Farbwortspiel" verdanke ich dem Song "XOXO" von Casper&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verwirrung, nichts als Verwirrung, scheint die Welt ergriffen zu haben. Keiner weiß mehr Bescheid. Rezepte für ein gutes Leben, Rezepte für den Erfolg von Menschen, Wirtschaft, Staaten und Staatengemeinschaften, die gestern noch richtig waren, scheinen heute falsch zu sein. Oder doch nicht? Wirtschaftsexperten, Bildungsexperten, Terrorismusexperten, Experten für gelingende Lebensführung erklären uns die Welt. Und am Ende scheint mir oft nur noch Bertold Brecht zu bleiben: „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen/ Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ Es gibt anscheinend keine klaren Linien, kein klaren Farben, keine klaren Richtungen mehr. Kuntergrau und dunkelbunt, ein Mischmasch, der alles zu vereinen und verschlingen scheint, der nichts mehr klar erkennbar macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht sind auch diese Worte, vielleicht ist auch diese Zustandsbeschreibung Teil einer Herbstdepression. Der Mangel an Licht, an Aufklärung, die Zunahme an Nebel und Dunkel führt Menschen in Stimmungen, die sich oft genug von allein nicht aufhellen lassen. Die Volkskrankheit Depression und das Burn-Out-Syndrom sind, Zufall oder nicht, gerade in diesem so verwirrenden Jahr verstärkt ins Blickfeld gerückt. Junge Fußballspieler, gute Lehrerinnen, nach außen erfolgreiche Manager – keiner ist mehr sicher davor. Auswege? Da gibt’s wieder gut gemeinte und gut gemachte Ratgeber und Ratschläger – aber was hilft’s?!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir drängt sich in diesen Tagen noch einmal eine Aussage von Jesus ins Bewusstsein. In der Auseinandersetzung mit seinen Kritikern wird ihm im Johannesevangelium die Aussage „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ zugeschrieben. Wahrheit und Freiheit gehören für Christen unmittelbar zusammen. Und Wahrheit gibt es nicht ohne die schmerzhafte Erkenntnis von &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;eigener Schuld und Versagen. Dort, wo Verhältnisse schöngeredet werden, wird keine Freiheit sein. Dort, wo Wahrheit verschwiegen wird und dort, wo sich die Durchsetzung eigener Interessen durch Verdrehung, Verschweigen oder Zurechtbiegen von Wahrheit in den Vordergrund stellt, kann Freiheit nicht Raum greifen. Aufklärung tut not – und zur Aufklärung gehört auch die Erkenntnis, dass es keine ungebundene Freiheit gibt. Freiheit braucht die Bindung an den Grund unseres Seins. An Gott, der sich in Jesus offenbart. Freiheit braucht Bindung – nur ein scheinbarer Widerspruch. Freiheit ohne Bindung an den Grund des Seins ist in der Gefahr, sich aufzulösen. In Beliebigkeit, in Egoismus, in die Freiheit des Stärkeren, auf Kosten der Schwächeren zu leben. Die Wahrheit zeigt, dass Freiheit dort entsteht, wo Menschen erkennen und zugeben können, dass sie nicht allmächtig sind, dass die Sehnsucht nach einer Selbsterlösung in einem Selbstbetrug endet. Die Farben des Lebens werden nicht mehr klar und deutlich zu erkennen sein, sondern durch einen Nebelschleier scheinen sie dann nur noch kuntergrau und dunkelbunt – verwirrt und verwirrend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Zeit voller Enttäuschungen und Ratlosigkeit, in Zeiten der Krise – persönlicher Krisen ebenso wie politischer Krisen und Vertrauenskrisen – sind wir auf Wahrheit angewiesen. Und auf die Kraft, auch unbequeme Wahrheiten annehmen zu können. Eine unbequeme Wahrheit ist die, dass Jesus uns keine unmittelbare Antwort auf die Frage nach der Lösung von Euro- und anderen politischen und wirtschaftlichen Krisen schenkt. Der Glauben, die Bibel legt Spuren auf der Suche nach der Wahrheit. Eine Spur ist die, dass wir Menschen uns in Schuld verstricken, dass unser Streben nach Reichtum und Gewinnmaximierung nicht in die Freiheit, sondern in ungute Abhängigkeiten führt. Vertrauen und Gerechtigkeit sind Kategorien, die über Gewinn und Erfolg stehen. Licht sehen, Farben sehen – und das in allem Nebel, damit die Welt nicht nur kuntergrau und dunkelbunt scheint, dazu sind wir eingeladen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-4452004152647455767?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/4452004152647455767/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=4452004152647455767' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4452004152647455767'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4452004152647455767'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/11/zwischen-kuntergrau-und-dunkelbunt-im.html' title='Zwischen kuntergrau und dunkelbunt  im Nebel'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-5971559339441562515</id><published>2011-10-16T12:24:00.000+02:00</published><updated>2011-10-16T12:24:08.185+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Mose'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Marginaltext'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Genesis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='17. n. Tr.'/><title type='text'>Kämpfernaturen - 17. Sonntag nach Trinitatis, 16.10.2011, Marginaltext</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Gen%2032,23-33/anzeige/context/#iv"&gt;Gen 32,23-33&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man einem anderen was kaputt gemacht hat, dann reicht oft eine Entschuldigung, ein Anruf bei der Versicherung, und schon wird der Schaden behoben. Selbst wenn man sich mit einem anderen geprügelt hat, dann kann man, wenn die erste Hitze abgeklungen ist, vielleicht doch noch einmal darüber reden und wieder zusammenkommen. Materieller Schaden ist ganz gut zu ersetzen, körperliche Wunden heilen oft, manchmal schneller als man denkt. Gestohlenes Geld, ein zerstochener Reifen – alles zu ersetzen. Aber missbrauchtes Vertrauen, die Enttäuschung darüber, dass gelogen und betrogen wurde, nicht von Fremden, sondern von einem Menschen, der mir ganz nahe stand? Ganz, ganz schwierig wird es, wieder zusammenzukommen, wenn Eltern merken, dass ihr Kind es wirklich ernsthaft bestohlen hat. Wenn ein Kind merkt, dass dem Vater die Drogen wichtiger sind als das eigene Kind. Wenn in der Ehe mehr Betrug war als ein flüchtiger Gedanke an einen anderen Mann oder eine andere Frau. Wenn der eine Bruder den anderen um sein Erbe betrügt. Vieles kann man ersetzen. Vertrauen nicht. Gebrochenes Vertrauen muss lange und mühsam wieder wachsen. Wenn das überhaupt gelingt. Manchmal bleibt nur noch Wüste zurück, da wächst nichts mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verständlich, dass Jakob, der Betrüger, Angst davor hatte, seinem Bruder wieder zu begegnen. Jahrzehnte sind vergangen, beide sind längst erwachsen und haben große Familien. Aber der Vertrauensbruch steht immer noch zwischen ihnen. Jakob hat seinem älteren Bruder das Erbe weggenommen. Den blinden Vater hat er belogen und betrogen. Vor langer Zeit. Aber die Zeit heilt eben nicht alle Wunden. Morgen wollen sie sich wieder begegnen. Das erste Mal seit dem Betrug. Sie wollen neu miteinander anfangen. Aber wird das verlorene Vertrauen als zartes Pflänzchen wieder wachsen können? Oder wird der Bruder seine Wut an ihm auslassen? Jakob spürt, dass er allein sein muss an diesem Abend, in dieser Nacht. Er schickt seine Familie weg und bleibt allein, um sich auf das schwierige Wiedersheen vorbereiten. Und dann geschieht etwas sehr Merkwürdiges. Davon erzählt die Bibel, das erste Buch Mose, so:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Gen%2032,23-33/anzeige/context/#iv"&gt;Genesis 32,23-33&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ganz merkwürdig, diese Geschichte. Wie viele wichtige Geschichten der Bibel spielt sie nachts.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;In einer Nacht kommt Jesus zur Welt. Jesus und Nikodemus führen ein wichtiges Gespräch über den Glauben. Jesus wird in der Nacht verhaftet. Die Frauen machen sich noch bei Dun-kelheit zu seinem Grab auf. Die Nacht als Zeit der Ent-scheidung. Als Zeit, in der sich manches klärt. Auch Schwieriges. Mit unseren technischen Möglichkeiten hat die Nacht vielfach ihre Dunkelheit verloren. Aber wenn man nachts wachliegt, der Versuchung widersteht, ein-fach Licht anzuknipsen, zu lesen oder sich vor den Computer zu setzen, spürt man manchmal noch etwas von den Schrecken der Nacht. Da geht einem alles durch den Kopf, was man tagsüber gern verdrängt. Die Stille, die Dunkelheit zwingt zur Konzentration – und das ist nicht immer nur angenehm. Aber manchmal ist dann auch am Morgen der ein oder andere Knoten, und sei er auch nur im Denken gewesen, gelöst. Faszination und Schauer gehen von der Nacht aus. Und nachts ringt Jakob, der Betrüger, der Lügner, mit einem merkwürdigen Mann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer er ist, wo er so plötzlich herkommt – das bleibt, im wahrsten Sinnen des Wortes, erst einmal im Dunkeln. Ist es Gott selbst? Ist es ein Bote Gottes, ein Engel? Auf alle Fälle fürchtet er das Licht: „Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an!“ So fleht er Jakob an. Jakob ist offensichtlich ein guter Ringer, er kann ihn halten. Nachtwesen, die sich vor dem Tageslicht fürchten? Den jüngeren kommen vielleicht Vampire in den Sinn, aber doch nicht Gott! Auch wenn man die Geschichte nicht wörtlich verstehen muss, sondern sinnbildlich verstehen kann, bleibt sie merkwürdig. Das Fliehen vor dem Licht, das passt doch nicht zu etwas Göttlichem, egal ob Gott selbst oder ein Bote an seiner statt! Und doch ist es vielleicht ein Akt der Gnade Gottes, dass wir ihn nicht ganz sehen, dass er sich auch immer wieder ein Stück entzieht. Wenn Gott die Wahrheit ist und wir die ganze Wahrheit sehen müssten – würden wir sie ertragen? Ich glaube nicht. Es ist Gnade, dass uns manches verborgen bleibt. Wer den Film „Bruce Allmächtig“ kennt, der weiß, wovon ich rede. Einer der intelligentesten Filme über Religion, wie ich finde. Bruce darf wie Gott sein. Aber er verzweifelt daran, dass er jetzt nicht nur alles kann, sondern wirklich die ganze Wahrheit sehen kann. Er hält es nicht aus, auch alle schlimmen Seiten zu sehen. Ein Stück Dunkelheit als Gnade, „lass mich gehen in der Morgenröte“ – vielleicht kann das ja auch heißen: „Du wirst die ganze Wahrheit nicht aushalten, sei froh, dass du nicht alles sehen musst!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel wichtiger als dieser Gesichtspunkt ist mir aber der, der sich aus dem weiteren Gespräch zwischen den bei-den Kämpfern ergibt. Ein seltsamer Dialog: Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 28 Er sprach: Wie heißt du? Er antwortete: Jakob. 29 Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. 30 Und Ja-kob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißt du? Er aber sprach: Warum fragst du, wie ich heiße? Und er segnete ihn da-selbst. Was mir daran wichtig ist, ist die Hartnäckigkeit, mit der Jakob hier kämpft: Ich höre nicht auf, bis du mich segnest. Dem Vater musste er den Segne durch Be-trug abluchsen. Hier kämpft er um den Segen. Um den Segen von Gott selbst. Jakob bleibt Sieger. Nicht, weil er Gott niedergerungen hätte. So verstehe ich diese Stelle nicht. Sondern weil er sich Gott gestellt hat. Er hat mit Gott gerungen. Er hat nicht aufgegeben. Für mich ist das ein ganz wichtiger Baustein zu einem guten Glauben an Gott. Dass Menschen, wie Jakob, trotz aller Schuld, trotz aller Fehler, die sie, die wir begehen, eingeladen sind, mit Gott zu ringen. Das Gott mit sich ringen lässt. Er ist kein Gott, der sozusagen von oben herab ein für allemal Menschen einen Glauben überstülpt und Menschen mit dem Glauben überrumpelt. Und der Glauben an Gott ist kein fester Zustand, den ich mit mir herumtragen kann und der immer gleich groß ist. Um den Glauben, um den Segen, darf und muss ich vielleicht auch manchmal ringen. Glauben heißt durchaus, auch Zweifel haben zu können. Schuld zu sehen. Auch bei sich selbst. Angst zu haben. Stark im Glauben ist nicht der, der ohne Zweifel durchs Leben geht und immer ein unangefochtenes Lächeln auf den Lippen hat. Stark ist der, der sich seiner persönlichen Nacht, seinen Zweifeln, seinen Ängsten, seiner Schuld stellt. Der mit sich und mit Gott ringt. Um Segen, um Wahrheit, um Kraft für den Weg, der vor ihm liegt. Jakob bekommt nicht deshalb den Ehrennamen „Israel“, der mit Gott kämpft“, weil er ein so großer, strahlender Held ist, sondern weil er auch vor den dunklen Seiten nicht davon gelaufen ist, sich ihnen gestellt hat und sie dadurch besiegen konnte. Es gibt bis heute immer wieder Grund, mit Gott zu ringen. Die Erfahrung, dass ich versage, dass ich eben nicht so gut bin, wie ich sein könnte, dass ich andere und mich selbst enttäusche. Die Erfahrung, dass ich nicht so einfach beten kann: „Dein Wille geschehe“, wenn junge Menschen nach einem ohnehin schon schweren leben an schwerer Krankheit sterben, dass Sucht, Drogen, Alkohol Familien zerstört und Vertrauen kaputt macht. Vielleicht fällt ja jedem auch aus dem eigenen Leben etwas ein, wo er, wo sie mit Gott ringt. Das Entscheidende ist nicht, ohne Zweifel durchs Leben zu gehen und sich in ein besseres Leben zu träumen, sondern sich dem Leben zu stellen und den Kampf auszuhalten. So, wie Jakob hier in der Geschichte aus der Bibel. Er ist es, der gesegnet wird. Er könnte ja auch sagen: Hat ja keinen zweck, die Welt ist zu schlecht, ich bin zu schlecht, das Leben ist zu hart. Aber das tut er nicht. Er ringt bis zum Schluss – und wird gesegnet. Das Ringen lässt ihn nicht unbeschädigt. Er hinkt. Aber er lebt, ist gestärkt und kann sich der schwierigen Begegnung mit dem Bruder stellen. Was folgt, ist auch danach keine Geschichte von Superhelden, sondern von Menschen, die auch neidisch sind, die Vertrauen enttäu-schen, die aber immer wieder auch mit sich und Gott ringen und einen Neuanfang finden. Es lohnt sich, gera-de die letzten 20 Kapitel im ersten Buch Mose zu lesen. Da wird deutlich, dass Glauben und Vertrauen immer wieder gesucht und gefunden werden wollen. Nicht als Besitz, sondern als Geschenk. manchmal mit Schmerzen verbunden. Aber immer voller Leben und voller Verhei-ßung. Materielle Werte kann man kaufen und ersetzen, Glauben und Vertrauen müssen wachsen. Gebe Gott, dass wir bereit sind, um das Wachstum zu ringen. Und ihn und uns und die Menschen, die um unser Vertrauen ringen oder um deren Vertrauen wir ringen, nicht aufge-ben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-5971559339441562515?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/5971559339441562515/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=5971559339441562515' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/5971559339441562515'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/5971559339441562515'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/10/kampfernaturen-17-sonntag-nach.html' title='Kämpfernaturen - 17. Sonntag nach Trinitatis, 16.10.2011, Marginaltext'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-6679583907901428808</id><published>2011-10-02T12:36:00.000+02:00</published><updated>2011-10-02T12:36:10.981+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesaja'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Erntedankfest'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konfirmanden'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Anspiel'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>So perfekt - Erntedankfest 2011, Predigt und Anspiel von und mit Konfis, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Jes%2058/anzeige/context/#iv"&gt;Jesaja 58,7-11&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Milena: Der Predigttext zum Erntedankfest steht in diesem Jahr beim Propheten Jesaja. Ich lese den 7. Vers aus dem 58. Kapitel:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Praktisch gibt es so etwas nicht nur in großen Städten oder in fremden Ländern. Und das Ganze ist auch nicht nur etwas, was Erwachsene betrifft. Nur leider klappt das im Alltag nicht immer so, wie es in der Bibel steht. An drei Beispielen aus der Welt von Jugendlichen wollen wir Ihnen und euch das zeigen. Zwischen den kurzen Szenen gibt es Musik. „So perfekt“ heißt das Lied. In dem Lied geht es auch darum, dass manche gemobbt werden oder nicht alles können, dass man sich aber nicht irre machen lassen soll und dass man das, was man tut, richtig machen soll, denn nur dann kann die Welt perfekter werden:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Szene: 2 Mädels (Alina, Vikki) schauen auf eine dritte (Christina), die gerade Bier trinkt, lästern – &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Boah, schau dir die da drüben mal an, die ist schon wieder total dicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Wie eklig! Guck mal, wie die rumtorkelt! Die säuft jeden Tag, die stinkt schon in der Schule nach Schnaps!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Wenn sie überhaupt kommt! Die ist ja nie vor der 4. Stunde da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Und bis dahin schläft sie bestimmt in ihrer Kotze, so wie die aussieht, säuft und stinkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: (kommt näher): Habt ihr mal…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina, Vikki: Hau ab, du stinkst!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Szene: Pause in der Schule, 2 (Christina, Ela) lästern über eine (Alina), die einfach nur da steht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Guck mal da drüben, die Caro, voll die Schlampe!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Die soll ja letztes Wochenende auf der Party bei Jannick die Sau rausgelassen haben. Die hat da echt mit Alex rumgemacht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Christina: Nicht nur mit Alex! Als sie mit dem fertig war, hat sie auch noch mit Tom und Jakob rumgemacht! Gleichzeitig!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Was für ne Schlampe! Die ist sich echt für nichts zu schade. Mit der will ich nichts zu tun haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Komm, wir erzählen gleich mal Anna, was die Caro für ne Schlampe ist!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Szene: Zwei (Carina, Vikki)schauen auf eine dritte(Ela), die gerade den Mülleimer durchstöbert und ein bisschen abgerissen aussieht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Ist das nicht die Jassi aus der 7?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina: Ja, kein Wunder, dass die immer so stinkt, die wühlt im Müll, wie eklig! Und die Klamotten, die die immer an hat. So dreckig und abgerissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Mit der will ja auch niemand was zu tun haben. Kann ich voll verstehn. Ich auch nicht! (zu C:)Hey, Stinki, mach dich ab, das ist unser Platz!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Milena: Manchmal ist das Leben ganz schön hart. Wir sehen Leute, vielleicht kennen wir sie gar nicht so richtig, und trotzdem: sofort haben wir ein Urteil über sie. Säuft zu viel, Schlampe, stinkt! Und wenn die Erwachsenen ehrlich sind, dann kennen sie das sicher auch. Vielleicht ahnt man ja, dass da auch Hilfe nötig ist. Aber dann traut man sich nicht. Manchmal, weil man Angst hat, angesteckt zu werden. Dann heißt es: „Iih, die gibt sich mit der Schlampe ab, die ist bestimmt such eine!“ oder so ähnlich. Manchmal hat man aber auch Angst davor, dass die Hilfe zu aufwendig oder zu groß ist und man nicht genug Kraft oder Geld dafür hat. Dabei ist meistens weder besonders viel Geld noch etwas besonders schweres nötig. Die gleichen drei Beispiele sehen wir jetzt noch mal ein bisschen anders:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Szene: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Schau dir die da drüben mal an, die ist schon wieder total dicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Wie eklig! Warum macht man wohl so was?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Fragen wir doch einfach mal! Hey, Isa, komm mal her! (C kommt langsam rüber)Warum säufst du denn so viel?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Geht euch gar nichts an!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Hast Recht! Aber wir finden es einfach doof, dich jeden Tag besoffen zu sehen und wir denken, dass du Hilfe brauchst!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Ihr habt ja eh keine Ahnung! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Stimmt, sonst würden wir dich ja nicht fragen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Und wenn ich euch was erzähle, dann erzählt ihr es in der Schule rum und macht euch über mich lustig!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Ich kann ja verstehen, dass du uns nicht traust. Aber ich kenn da jemanden, der kennt sich aus mit sowas, der ist Jugendarbeiter. Lass uns doch zusammen mal zu dem gehen, dann kannst du mit dem quatschen und musst uns nicht alles erzählen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Szene: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Guck mal da drüben, die Caro, voll die Schlampe!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Die soll ja letztes Wochenende auf der Party bei Jannick die Sau rausgelassen haben. Die hat da echt mit Alex rumgemacht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Nicht nur mit Alex! Als sie mit dem fertig war, hat sie auch noch mit Tom und Jakob rumgemacht! Gleichzeitig!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Warst du auch da?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Ne, das hat der Eddi erzählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Mir auch. Aber sag mal, war der nicht mal mit der Caro zusammen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: (Ist mittlerweile zu den beiden gekommen) Und, seid ihr wieder am lästern?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christina: Na, du lässt es ja auch ganz schön krachen! Kaum hast du mit Eddi Schluss gemacht, bist du für alle Jungs da!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alina: Quatsch! Erstens hat Eddi immer gesoffen und dann angefangen zu schlagen, darauf hatte ich echt keinen Bock mehr. Und dann hat der einfach rumerzählt, dass ich ne Schlampe wäre. Und ihr glaubt dem auch noch!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Sorry! Ich glaub, das nächste Mal fragen wir lieber direkt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Szene: Zwei schauen auf eine dritte, die gerade den Mülleimer durchstöbert und ein bisschen abgerissen aussieht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Ist das nicht die Jassi aus der 7?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina: Ja, kein Wunder, dass die immer so stinkt, die wühlt im Müll, wie eklig! Und die Klamotten, die die immer an hat. So dreckig und abgerissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Mit der will ja auch niemand was zu tun haben. Kann ich voll verstehn. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina: Aber der macht das doch bestimmt keinen Spaß! (zu C:)Hey, Jassi, komm mal her! (C rührt sich nicht) Kannst ruhig kommen, wir wollen dich nicht verarschen! C bleibt immer noch stehen, A und B gehen zu ihr Warum wühlst du denn im mülleiner, das kann doch echt keinen Spaß machen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela: Wenn dein Vater alles versaufen würde und deine Mutter so lang schlägt, bis sie ihm auch noch ihr bisschen Haushaltsgeld gibt und wenn deine Mutter wegen der blauen Flecke sich nicht traut, zur Tafel zu gehen und du eine kleine Schwester hättest, die Hunger hat, dann würdest du auch nach dem gucken, was an Essbarem im Müll liegt und nach Pfandflaschen, mit denen du wenigstens deiner Schwester und dir was zu essen kaufen kannst, wenn schon die Alten nichts mehr auf die Reihe kriegen. A und B schauen sie total verständnislos an Da seid ihr platt, was. Für euch bin ich doch nur Stinki.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vikki: Sorry, wenn wir so was mal gesagt haben, aber wir wussten ja nicht…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina: Ach komm, jetzt lass uns nicht so lang schwätzen. Jassi, komm einfach doch mal mit zu mir. Ich hab noch ein paar Sachen von Bench und Hollister, die sind mir zu klein, aber du bist ja kleiner und dann hast du mal was Gescheites zum Anziehen. Und vom Geburtstag hab ich noch so viel Süßes, ich werd total fett, wenn ich das allein ess!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carina: Wie gesagt, es sind nicht immer die ganz großen und teuren Hilfsangebote, die das Leben für alle besser machen können. Meistens reicht es eigentlich, sich mal zu überwinden und auf andere zu achten und mit ihnen zu reden. Oder mal zu schauen, was man selber alles hat und wovon man abgeben kann. Wir feiern heute Erntedankfest. Und da ist es ganz gut, sich mal zu überlegen, wofür ich eigentlich dankbar sein kann. Jeder einzelne. Niemand wird für alles im Leben dankbar sein. Aber in so ziemlich jedem Leben findet sich ein Grund, dankbar zu sein. Und das zu sehen und damit was zu machen, kann anderen helfen, die im Moment vielleicht keinen Grund sehen, wofür sie dankbar sein können. Wir glauben, dass das was der Prophet Jesaja schon vor langer Zeit geschrieben hat, heute bei uns und für Menschen in unserem Alter vielleicht so aussehen kann. Aber was habe ich davon? Davon erzählt der zweite Teil von dem Predigttext, zu dem danach Pfarrer Kling-Böhm noch etwas sagt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ela:8 Dann strahlt euer Glück auf wie die Sonne am Morgen und eure Wunden heilen schnell; eure guten Taten gehen euch voran und meine Herrlichkeit folgt euch als starker Schutz. 9 Dann werdet ihr zu mir rufen und ich werde euch antworten; wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen: 'Hier bin ich!'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, 10 wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag. 11 Ich, der HERR, werde euch immer und überall führen, auch im dürren Land werde ich euch satt machen und euch meine Kraft geben. Ihr werdet wie ein Garten sein, der immer genug Wasser hat, und wie eine Quelle, die niemals versiegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kling-Böhm: Ein tolles Versprechen, das Gott hier gibt: die Welt wird für euch perfekt, wenn ihr nicht egoistisch alles für euch haben wollt, sondern auf die achtet, die in Not sind, die Hilfe brauchen oder die gemobbt, verachtet und niedergemacht werden. Die Welt wird nicht in dem Sinn perfekt, dass es kein Leid mehr geben wird. Bei Jesaja haben wir ja auch gehört, dass es weiter dürres Land gibt und auch Situationen, in denen die, die Gutes tun, um Hilfe rufen. Gott, so erzählt es Jesaja, wird uns kein Schlaraffenland geben, aber die Kraft, in der Welt zu bestehen und die Kraft, wirklich ein gutes Leben zu haben. Für uns selbst und für andere. Zu perfekt? Zu schön, um wahr zu sein? so perfekt sind wir nicht? Nein, sind wir nicht – aber trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die sich durch ihr Vertrauen auf Gott nicht irre machen lassen und anderen helfen. Auch im Kleinen. Auch bei uns. Ich denke an Nachbarn, die sich um eine Frau kümmern, die keine Angehörigen hat, auch wenn das nicht immer leicht ist und die dafür sorgen, dass die Frau eine wirklich schöne Beerdigung bekommt. Ich denke an junge Erwachsene, die neben Schule oder Studium noch Zeit haben, mit Jugendlichen, die nicht immer einfach sind, was zu unternehmen. Und vielleicht fallen ihnen ja auch andere Beispiele ein. Alles das lohnt sich nicht in dem Sinn, dass man dadurch viel Geld bekommt oder berühmt wird. Aber Gott gibt Kraft zum Leben, Spaß am Leben und wird das Leben beschützen. Was mir bei Jesaja noch wichtig ist, ist, dass er das nicht nur einzelnen Menschen gesagt hat, sondern einem ganzen Volk, Israel. Die standen kurz vor einem Neuanfang. In der Vergangenheit haben sie einen Krieg verloren und sind fast vernichtet worden, weil die Reichen immer egoistischer und gieriger wurden, weil die Regierung totale Machtphantasien hatte und sich nicht mehr drum kümmerte, wie es den Menschen geht und weil den meisten Gott eigentlich nur noch am Feiertag wichtig war. Menschen in Not sind praktisch hinten runtergefallen. Eine Gesellschaft, ein Staat wird dann funktionieren, wenn die, die Hilfe brauchen, nicht vergessen werden. Eine Lehre für mich aus diesen Worten von Jesaja. Brandaktuell. Im Mittelpunkt die Armen, die Bedürftigen und nicht die Investmentbanken. Und nicht das Streben danach, reicher als andere zu werden. Mischt euch ein, auch in die Politik. Ich bin bei euch. Für mich ist das auch die Botschaft für das Erntedankfest, die von Jesaja ausgeht. Politik ist nur dann ein schmutziges Geschäft, wenn sie denen überlassen wird, die auf dem Rücken der Armen ihre Geschäfte machen. Manchmal sind das aber nicht nur die Großen in Berlin, bei der EU, in den USA oder sonstwo, sondern auch wir. Sind wir bereit, mehr zu bezahlen, damit Arbeiter in Südostasien nicht wie Sklaven zu Hungerlöhnen unsere Kleidung und unsere Schuhe produzieren? sind wir bereit, mehr für Lebensmittel auszugeben, damit die, die sie produzieren, einen fairen Preis bekommen? Die perfekte Welt fängt bei uns an. So perfekt, dass Gott dabei sein will, wenn wir unsere schritte dahin versuchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du lachst, du weinst. Du strahlst, du scheinst &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du kratzt, du beißt, Fastenzeit vorbei &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und wie du brennst, wie du wächst, wie du wächst &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles wird perfekt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du lebst – und alles wird perfekt. Schönes Versprechen. Von Gott. Sind wir bereit, das Versprechen ernst zu nehmen und mit dem Leben ernst zu machen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-6679583907901428808?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/6679583907901428808/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=6679583907901428808' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6679583907901428808'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6679583907901428808'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/10/so-perfekt-erntedankfest-2011-predigt.html' title='So perfekt - Erntedankfest 2011, Predigt und Anspiel von und mit Konfis, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-5668727864280801437</id><published>2011-09-11T12:40:00.001+02:00</published><updated>2011-09-11T12:40:28.901+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='12. n. Trinitatis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesaja'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><title type='text'>9/11 - böse Welt und gute Hoffnung, 12. n. Trinitatis, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/jes%2029,17-24/anzeige/context/#iv"&gt;Jes 29,17-24&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei vielen, die älter als 18 oder 20 sind, gehen heute die Gedanken 10 Jahre zurück. 11. September 2011, das Undenkbare geschieht. Flugzeuge werden entführt und in das World Trade Center, in das Pentagon, das amerikanische Verteidigungsministerium, gelenkt. Weit über 3000 Tote bringt dieser Tag direkt. Bilder, die sich ins Bewusstsein eingebrannt haben. Töne, die einem kaum aus dem Kopf gehen. Wenn ich an diese Zeit vor 10 Jahren denke, dann geht mir eine Toncollage nicht aus dem Kopf. Handygespräche von Menschen aus dem World Trade Center, in denen sie ihren Angehörigen erzählen, wie sehr sie lieben, kurz bevor die Häuser einstürzen und die Gesprächsteilnehmer umkommen, rein gemischt in das Lied „Angel“ der amerikanischen Liedermacherin Sara McLachlan. Weit über 3000 direkte Tote – und ungezählte Tote in der Folge in den Kriegen im Irak, in Afghanistan, durch Terroranschläge in London, Madrid, vielen Ländern Afrikas und Asiens, durch Folter und Hass. Heute vor 10 Jahren. Ein Tag, der die Welt böser und schlimmer gemacht hat. Nicht nur, weil ein paar von blindem Hass getriebene Terroristen durch eine mehr als zweifelhafte Auslegung des Korans Tod und Schrecken gebracht haben und ihre ganze Religion im Westen unter den völlig irrsinnigen Generalverdacht des Terrors gestellt haben. Sondern auch weil Menschen, die sich im christlichen Glauben verwurzelt fühlten oder fühlen, auf diesen Hass angesprungen sind . &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Gefängnissen nicht nur im Irak wurden Menschen gefoltert und gedemütigt, in Gefangenenlagern das Recht auf einen fairen Prozess außer Kraft gesetzt. Und Menschen, die irgendwie muslimisch aussehen oder arabische Namen haben, wurden und werden immer noch bei Sicherheitskontrollen eher scharf und unfreundlich behandelt. Die Beschimpfung von Muslimen im Internet ist genauso salonfähig geworden wie rassistische Parteien in unseren Nachbarländern. Muslime sind mit Sicherheit keine besseren Menschen. Es gibt dort auch viele Gestalten, die sehr, sehr zweifelhaft sind und die Hass anstacheln. Aber dürfen wir als Christen uns davon in unserer Hoffnung und in dem, was wir in der Hoffnung auf das, was Gott möglich macht, leben, irre machen lassen? Ich glaube nicht. Wer sich, ob als Politiker oder als einfacher Bürger, auf das christliche Abendland und christliche Werte beruft, der kommt an den wunderbaren Frie-denshoffnungen der Propheten, die uns auch mit den Juden und dem Volk Israel verbinden, nicht vorbei. Und deshalb finde ich es mehr als nur einen gelungenen Zu-fall, dass ausgerechnet heute, am 11. September 2011, so ein Text der von der Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit, auf die hin wir leben, als Predigttext vorgesehen ist. Diese Hoffnung hat der Prophet Jesaja aufgeschrieben, sie steht in Kapitel 29 seines Buches:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesen: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/jes%2029,17-24/anzeige/context/#iv"&gt;Jesaja 29,17-24&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Augen und Ohren gehen auf, Menschen, denen Recht und Gerechtigkeit und ein das Überleben gut sicherndes Einkommen vorenthalten wurde, kommen zu ihrem Recht, Tyrannen und Unterdrücker werden beseitigt und das alles wird eine große Einladung dazu sein, Gott als wahren Herrn der Welt zu erkennen. Eine Einladung zum Glauben an Gott, die nicht durch Krieg &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;und irgend-welche Zeichen von Gewalt kommt, sondern eine Einla-dung, die erfolgreich ist, weil sich Gerechtigkeit und Recht durchsetzen. Alle, die sich irren, kommen wieder zu Verstand! Was für eine schöne Hoffnung! Und wie weit ist eigentlich unsere Wirklichkeit von dieser Hoffnung weg? Wie sehr verraten wir als Christen, auch ich als Pfarrer, auch wir als Gemeinde auf dem Richtsberg, unsere Hoffnung, in dem wir so leben, als würde das alles nur für eine ferne Zeit gelten und als könnten wir jetzt nur nach ganz anderen Maßstäben le-ben? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher, die Wirklichkeit sieht nicht erst seit dem 11. Sep-tember und nicht nur in Afghanistan, Irak, Afrika ganz anders aus. Auch bei uns wird gelogen, auch bei uns kommen arme Menschen nicht zu ihrem Recht. Auch bei uns wird sehr stark darauf geachtet, wo einer herkommt und welchen Ruf einer hat. Wer im falschen Viertel aufgewachsen ist, hat manchmal schon mit seiner Adresse schlechtere Karten bei der Suche nach Arbeit. Es wird gelogen, betrogen und getrickst. Aber soll das ein Grund dafür sein, das richtig zu finden oder mitzumachen? Eines der falschesten und schlimmsten Worte der letzten Zeit ist das viel zu oft gebrauchte Wort „alternativlos“. Egal, ob es um den Euro-Rettungsschirm, den Einsatz in Afghanistan, sogenannte Anti-Terror-Maßnahmen oder Maßnahmen im Gesund-heitswesen geht – alles ist plötzlich „alternativlos“. Un-sinn. Es gibt natürlich bessere und schlechtere Handlungsmöglichkeiten. Aber es gibt nie nur eine Handlungsmöglichkeit. Gerade als Christen müssen wir uns doch fragen lassen und selber fragen, wie wir die Hoffnung mit Leben füllen, die in der Bibel, gerade auch bei den Propheten steckt. Gott will die Menschen nicht mit Gewalt, sondern mit Frieden und Gerechtigkeit davon überzeugen, dass er der wahre Gott ist, die Hoffnung der Welt. Natürlich sind wir Menschen nicht Gott und wir werden es nie schaffen, die perfekte Welt herzustellen. Aber wir können durch unser Leben jetzt schon Zeichen der Hoffnung setzen. Wir können widersprechen, wenn anderen ihre Menschenrechte verweigert werden. Wir können widersprechen, wenn Hass gesät wird. Wir können Zeichen der Hoffnung setzen, dass eben kein Mensch aufgegeben werden soll. Für mich ist es, wie gesagt, unglaublich gut, diesen Hoffnungstext gerade heute als Predigttext zu haben. Nicht nur wegen der Erinnerung an den 11. September 2001 und der Ermutigung, als Christ gegen Hass und Gewalt aufzustehen, sondern auch, weil heute Daniel Wegner in seinen Dienst in der Jugendarbeit eingeführt wird. Auch da geht es um Gerechtigkeit für Jugendliche. Darum, dass Jugendliche ihren Platz finden und sich als willkommen und geliebt, so wie Gott sie sieht, wahrnehmen können. Aber auch darum, dass Ju-gendlichen, die sich in falsche Wege verrannt haben, die Gewalt, Kriminalität oder Mobbing zu ihrem Lebensstil gemacht haben, ermutigt werden, eine andere Hoffnung zu finden und zu entwickeln. Daniel wird Rückschläge in seiner Arbeit haben, wir als Gemeinde werden das, jeder von uns erlebt das. Aber die Hoffnung, dass ein anderes Leben möglich ist, dass eine Welt, in der Gerechtigkeit, Frieden und die Erkenntnis der Wahrheit möglich sind mehr als ein frommer Wunsch ist, wird auch durch den Dienst von Daniel wachgehalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nicht nur Daniel hält Hoffnung wach oder kann das tun. Konfis, die spüren, wo andere ungerecht behandelt werden und das auch sagen, Erwachsene, die ihren Nachbarn in schweren Zeiten helfen, die sich auch nicht damit zufrieden geben, dass Muslime oft mit Terroristen gleichgesetzt werden, kostenlose Nachhilfe im Cafe Central, offene Ohren für die Sorgen und Probleme anderer: es gibt vieles, auch auf dem Richtsberg, auch in unserer Gemeinde, was diese Hoffnung, von der Jesaja spricht, wachhalten kann. wie schon gesagt, was mir nicht nur am 11. September wichtig ist, ist die Art, wie Jesaja hier davon redet, dass Menschen Gott als den Herrn der Welt erkennen: nicht durch Schrecken und Tod; nicht durch Gewalt und Krieg; sondern durch Gerechtigkeit und Frieden; durch ein Ende von Terror und Diktatoren. Gebe Gott,dass wir ein glaubwürdiges Zeugnis dieser Hoffnung abgeben. Gebe Gott, dass wir uns nicht irre machen lassen, wenn andere erzählen, dass die Welt so ist, wie sie ist und dass nichts zu än-dern wäre. Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es ist nur deine Schuld, wenn sie so bleibt. Kein christliches Zitat, aber ein Zitat, das die Richtung anzeigt. Wobei ich nicht von Schuld reden will. Vielleicht können wir manchmal nur wenig ändern. Aber umso mehr Hoffnung leben und Gott vertrauen, dass sich Hoffnungen erfüllen. Gebe Gott, dass wir der Hoffnung nicht durch unser Verhalten im Weg stehen. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-5668727864280801437?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/5668727864280801437/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=5668727864280801437' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/5668727864280801437'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/5668727864280801437'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/09/911-bose-welt-und-gute-hoffnung-12-n.html' title='9/11 - böse Welt und gute Hoffnung, 12. n. Trinitatis, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-8312050751928678071</id><published>2011-09-04T17:43:00.001+02:00</published><updated>2011-09-04T17:43:48.341+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe V'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='11. n. Tr.'/><title type='text'>Huren im Himmel? - 11. . Trinitatis, Reihe V (statt III)</title><content type='html'>&lt;em&gt;(Die Predigt wurde zu einem Gemeindefest mit der Überschrift "Dem Himmel so nah" gehalten)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Lk%207,36-50/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 7,36-50&lt;/a&gt; &lt;em&gt;(Gute Nachricht, weil das die Übersetzung ist, die die Konfis haben)&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz nah am Himmel sind wir hier auf dem Richtsberg – zumindest ein paar Meter näher dran als auf dem Schlossberg. Ganz nah am Himmel sind wir auch mit dem, was die Geschichte erzählt, die ein paar von den Konfis eben vorgelesen haben und über die ich heute predigen will. Klar, die meisten werden mit recht sagen: auf dem Richtsberg geht’s nicht immer gerade himmlisch zu. Und manche wundert’s vielleicht auch, dass in der Bibel was von Prostituierten steht. Und das soll himmlisch sein? Wenn ich jetzt mal eine Spontanumfrage machen würde, käme wahrscheinlich raus: Himmel, das ist doch was anderes. Ein perfekter Ort. Ein Ort, an dem es nichts Böses gibt. Ein Ort, an dem niemand mehr unter Gewalt leiden muss. Ein Ort, an dem Engel sind, die auf eine aufpassen, die einem helfen. Ein Ort ohne Trauer, ohne Leiden, ohne Tränen, ohne jedes Böse. Ein Ort, an dem man sich leicht und gut fühlt. So oder so ähnlich sind wahrscheinlich die Antworten auf das, was den Himmel ausmacht. Und dann so was, so eine Geschichte, in der sogar von einer Prostituierten, einer Frau, die ihren Körper an Männer verkauft, die Rede ist! Das steht in der Bibel? So haben sich manche meiner Konfis, mit denen ich vor ein paar Wochen über die Geschichte gesprochen habe, gewundert. Ja, das steht in der Bibel. Und das das drinsteht, ist für mich schon ein Stück vom Himmel. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Die Bibel zeigt uns Menschen, was Gott mit uns, mit der Welt vorhat. Die Bibel erzählt uns davon, wie Gott, wie Jesus, in dem die Menschen Gott sehen konnten und sehen können, ist. Und ich finde es im wahrsten Sinn des Wortes himmlisch, dass Jesus, dass Gott, das Leben ehrlich wahrnimmt. Da wird keine Show gemacht und von einem Leben erzählt, das es in Wirk-lichkeit nicht gibt. Himmel auf Erden. Für mich fängt das da an, wo die Augen vor den Problemen und Schattensei-ten des Lebens nicht zugemacht werden. Vor knapp zwei Wochen habe ich in Frankfurt eine Fortbildung gemacht. Wir haben mit Bänkern gesprochen und mit anderen, die Milliarden an Vermögen verwalten. Und wir haben die Schattenseiten gesehen. Die Drogensüchtigen, die Druckräume, in denen sie Heroin spritzen können, die Bordelle, die Teenager, die sich verkaufen, um an Geld für Drogen zu kommen. Wir haben von Frauen gehört, die wie Sklaven verschleppt und gehandelt werden. Die sich erniedrigen lassen müssen, die keine Stimme haben, die in Abschiebehaft kommen, wenn sie auffliegen, trotz aller Gewalt und Misshandlungen, die sie erfahren. Frauen, mit denen niemand was zu tun haben will. Offiziell. Denn wenn nicht tausende von Männern täglich zu ihnen gehen würden, wären sie gar nicht hier. Aber das sagt natürlich keiner. Hier in dieser Geschichte aus der Bibel darf die Frau im Mittelpunkt stehen. Sie darf da sein. Jesus schmeißt sie nicht raus. Er sagt nicht: „Mit dir will ich nichts zu tun haben, weil du nicht so lebst, wie Gottes Gebote es wollen“. Er lässt einfach geschehen, dass diese Frau ihn liebt, ihn berührt, dass ihr die Worte fehlen, vielleicht auch, weil sie spürt, wie elend ihr Leben ist. Er nimmt sie ernst. Sie muss sich nicht verstecken, sie darf da sein, sie darf Mensch sein und ihr ganzes Elend in Tränen fassen. Sie muss nicht einer sensationslüsternen, gaffenden Menge schmutzige Details erzählen. Sie darf da sein, lieben und weinen. Himmlisch, weil Jesus ihr ihre Würde als Mensch zurückgibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die, die ein bisschen griechisch können und Lust daran haben, auch noch ein bisschen mehr als auf den ersten Blick sichtbar ist, in Bibelgeschichten zu entdecken, noch ein kleiner Hinweis: Jesus ist ja für die, die an ihn glauben, der Christus. Das ist kein Nachname wie Kling-Böhm, sondern ein griechischer Titel: „der Gesalbte“. Gesalbt wurden Könige mit kostbarem Öl durch Priester und Propheten. Jesus der Gesalbte, der König der Welt. Aber hier ist es kein Priester, kein Prophet, nicht wie im Mittelalter bei den Kaisern der Papst, der die Salbung vornimmt. Eine Frau mit einem schlechten Ruf und ganz viel Liebe in sich. Eine Frau, die in Jesus ihre Rettung sieht. Eine Frau, die liebt und darauf vertraut, dass Gott vergeben und einen Neuanfang schenken kann. Nicht die Anerkennung durch die, die von anderen Menschen für besonders wichtig, wertvoll und angesehen gehalten werden, macht Jesus groß, sondern die Liebe der Menschen, die in Not sind, die von anderen ausgestoßen werden, die sich ihm ganz anvertrauen können. Vor seiner Geburt singt Maria über ihren Sohn ein Lied, in dem heißt es: „Er stürzt die Gewaltigen vom Thron und richtet die Unterdrückten auf“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Himmel ist schon in dieser Welt da, wo Menschen ihre Würde als geliebtes Geschöpf Gottes erfahren dürfen! Himmel ist da, wo Ansehen bei den Menschen keine Rol-le spielt und Unterdrückte aufgerichtet werden. Ein Stück Himmel, unsere Geschichte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich aber auch durch Simon, den Gastgeber. Simon lädt Jesus zum Essen ein. Erst mal nichts Ungewöhnli-ches. Wenn Simon nicht ein Pharisäer wäre. Wer sich in der Bibel ein bisschen auskennt, der weiß vielleicht, dass die Pharisäer ganz besonders ernsthafte Menschen waren, die sich streng an Gottes Gebote gehalten haben. Die Bi-bel erzählt, dass sie nicht damit zurechtkamen, dass Jesus sich auch für die Menschen geöffnet hat, die weniger ge-setzestreu lebten und dass er die Gebote Gottes immer im so ausgelegt hat, dass sie den Menschen dienen. Kurz be-vor Lukas in seinem Evangelium diese Geschichte er-zählt, erzählt er davon, dass die Pharisäer Jesus nicht verstehen wollten. Und da geht Jesus hin. Für mich auch ein Stück Himmel, dass Jesus seine Kritiker nicht zurück-weist. Und er verurteilt Simon ja nicht. Er stellt Simon nicht bloß und spielt nicht die Frau gegen den frommen Simon aus. Er sagt ihm: „du kannst nicht so stark wie die Frau lieben, weil du nicht weißt, wie es ganz unten aussieht. Dein Bemühen um ein Leben, das vor Gott gut ist, ist ja nicht schlecht. Aber du hast nicht so viel, was zu vergeben ist, du kennst die Schattenseiten nicht so und große Liebe braucht vielleicht auch die Schattenseiten.“ Jesus schließt auch den Pharisäer nicht aus. Er geht auch zu seinen Kritikern. Ein Stück Himmel auf der Erde, wo Menschen nicht gegeneinander ausgespielt werden, wo auch Menschen mit anderer Meinung ernst genommen werden. Jesus bringt dadurch auch ein Stück Himmel zu Simon. Mir kommt wieder Frankfurt in den Sinn. Wir waren bei der Deutschen Bank. Zum Zuhören, nicht zum Anklagen. Schon das stößt manchen kritischen Christen auf. „Mit denen kann man doch nicht reden, mit ihren Billionenspielereien sind sie doch Schuld an viel Elend!“ Wir haben zugehört. Auch als einer aus den oberen Etagen der Bank sagte: „Wir waren zu gierig. Wir müssen Wege finden, die richtigen Anreize zu setzen und Gier einzudämmen.“ Für mich auch ein Stück Himmel, wenn Menschen in der Lage sind, Fehler, auch eigene Fehler zu sehen, einzugestehen und umkehren zu wollen. Dem Himmel so nah, wenn Menschen miteinander reden, sich zuhören, wahrnehmen, Chancen zur Umkehr öffnen statt sich zu verurteilen und alles besser als der andere zu wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jesus wendet sich auch seinen Kritikern zu. Vielleicht heißt Nachfolge also auch davor nicht die Augen zuzumachen, sondern mit offenen Augen, Ohren, Herzen und Händen durchs Leben zu gehen. Dem Himmel so nah, wo nicht Ausgrenzung, sondern die Suche nach Miteinander passiert. Dem Himmel so nah – aber eben noch nicht im perfekten Himmel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wie ist das hier auf dem Richtsberg, nicht nur vor 2000 Jahren in Israel oder während einer Fortbildung in Frankfurt? Sind wir dem Himmel deshalb nah, weil wir der höchstgelegene Stadtteil der Kernstadt sind oder gibt es vielleicht doch mehr? Wenn wir ehrlich sind, gibt es beides. Zustände, die alles andere als himmlisch sind. Menschen, die an Alkohol und Drogen kaputt gehen. Armut. Kinder, die vernachlässigt und misshandelt werden. Jugendliche, die Täter und Opfer von Mobbing und Gewalt sind. Böse Worte und Angst. Davor dürfen wir nicht die Augen zu machen. Himmel, das zeigt mir die Geschichte aus der Bibel, beginnt da, wo Not und Elend nicht versteckt werden, sondern in den Blick kommen. Aber es gibt eben auch das andere. Erzieherinnen in den Kitas, die trotz der vielen Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden und mancher Niederlagen immer wieder versuchen, jedem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Christen, die sich engagieren, die auf Menschen in Not zu gehen. Mitarbeiter im Konfi-Café, die sich auch von derber Sprache und provozierendem Verhalten nicht davon abhalten lassen, mit Jugendlichen zu reden. Ältere Menschen, die auch schwierigen Jugendlichen eine Chance geben. Jugendliche, die sich in Konfer trauen, ein bisschen anders als in der Schule zu sein. Viele Menschen mit offenen Augen und Ohren und einem Lächeln, das sie schenken. Ein Stück Himmel – nicht der ganze Himmel. Dem Himmel so nah – aber noch nicht im Himmel. Ganz nah am Himmel sind wir auch am Richtsberg. Und damit es so bleibt, höre ich jetzt endlich auf, damit nicht zu viele vielleicht auch manchmal unnötige Worte vor dem Himmel stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-8312050751928678071?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/8312050751928678071/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=8312050751928678071' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8312050751928678071'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8312050751928678071'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/09/huren-im-himmel-11-trinitatis-reihe-v.html' title='Huren im Himmel? - 11. . Trinitatis, Reihe V (statt III)'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-1589891070011074365</id><published>2011-09-04T17:39:00.002+02:00</published><updated>2011-09-04T17:39:40.348+02:00</updated><title type='text'>Prostitutes are close to heaven!?</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.bibleserver.com/#/text/NIV/Luke7"&gt;Luke 7, 36-50&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dear concegration,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;we're very close to the sky here at the Richtsberg – at least some meters closer than on the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schlossberg (the other mountain in Marburg). The story we just heard as it was read by the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;confirmees is also quite heavenly. It's the basis for today's sermon. Well, most people will say&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;the daily life here at the Richtsberg is not that heavenly. And maybe some are wondering why&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;the bible talks about prostitutes. Does heaven look like this? If I did a spontaneous survey,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;most of you would say: Heaven, that's different. Heaven is a perfect place - a place without any&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;evil, a place where no one has to suffer violence, a place where the angels are, where they take&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;care and help us; a place without mourning, suffering, without tears or any evil. A place where&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;you feel good and easy. That's what the answers to a survey might look like. But, however, the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;story today is about a prostitute – a woman who sells her body to men. Is that really in the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;bible? Some weeks ago I discussed this story with some confirmees and they had exactly that&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;question. Yes, it's in the bible. And just this fact feels like heaven for me. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;The bible describes God's plan for this world. The bible tells us what God, what Jesus - through whom we can see&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;the father - is like. God is very aware of our life. And that's to me literal heavenly. The bible&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;doesn't make up a show about an unrealistic life. Heaven on earth – it starts where we don't&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;deny the problems and downsides of life. Two weeks ago I attended a training workshop. We&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;had discussions with some banker and financial experts who manage funds worth several&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;billion Euros. But we also saw the shady sites of Frankfurt: the junkies, the rooms where they&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;inject drugs. We saw the brothels where teenage girls sell their bodies to get money to buy&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;drugs. We heard about women who were trafficked like slaves, got humiliated and who are&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;practically voiceless. If they are found by the police, they have to go to prison and leave the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;country, though they have suffered violence, abuse and humiliation. They are women nobody&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wants to deal with – at least officially. If there were not those thousands of men who go to&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;them on a daily basis, they would not get prostituted. But, of course, no one in our society is&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;speaking about it. Nevertheless today's bible text is about such a woman. She is in the centre&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;of the story and experiences acceptance by Jesus. He doesn't tell her: “Leave here, because you&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;don't follow God's commandments.” This woman who loves Jesus touches him - maybe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;because she has no words to express her love for the Lord, despite all the suffering in her life.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jesus takes her serious. She does not need to hide. Jesus accepts her and allows her to wet his&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;feet with her tears. He doesn't want her to expose all the cruel and dirty details before this&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;sensationalist and staring crowd of people. She's allowed just to be, to love and to weep.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;That's heavenly, because Jesus is giving her back her dignity.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;For those of you who understand Greek or are interested in discovering more than just the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;obvious part of this biblical story: Jesus is called “Christ” by those who believe in him. “Christ”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;is not a family name like “Kling-Böhm” but a Greek title: “The Anointed One”. In former times&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;kings got anointed by priests or prophets with a precious oil. But in this story it is not a priest,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;nor a prophet, nor the pope who anointed the emperor during the middle age. In this story, it&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;is a woman who anoints Jesus. A woman with a bad reputation, but a huge love in hear heart.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;It is a woman who sees Jesus as her saviour. She loves God and trusts him to forgive her and to&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;give her a new start. Jesus is not honoured by the approval of those who are appreciated or&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;respected by the people, but by those who love him, who trust him, although they might be&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;desperate or even expelled by their communities.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Before Jesus was born, his mother Mary sang in a song: “He has brought down rulers from&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;their thrones but has lifted up the humble.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heaven is even today in this world when human beings can experience the dignity as loved&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;creatures of God. Heaven is when people are not judged by their reputation, and when the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;oppressed are lifted up. A piece of heaven, right in our story.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;There's also another aspect of heaven in this story: Simon, the host. He invited Jesus for lunch,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;although he was a Pharisee. Those of you who know the bible might remember that Pharisees&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;were people who took their faith very seriously especially by strictly following God's&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;commandments. The bible tells us that they had difficulties to accept that Jesus loved even&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;those who didn't follow his commandments. They did not agree with him to interpret the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;commandments in a way that served the people. Just before this story, Luke tells us in his&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gospel that the Pharisees refused to understand Jesus. And now Jesus is accepting the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;invitation of a Pharisee. To me, this also sounds like heaven. Jesus does not reject his critics.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;He doesn't judge Simon. He doesn't denounce him. He doesn't play off this woman against the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;pious Simon. Jesus tells him: “You can't love me as deep as this woman can, because you don't&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;know what it feels like to be so far away from God. Your eagerness to live a life that pleases&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;god is not bad. But you don't have that much that needs to be forgiven. You don't know the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;downsides of life, and sometimes only the downsides let us understand great love.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jesus does not exclude the Pharisee. He goes also to his critics. It is a piece of heaven on earth&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;when people are not played off against each other, when people and their opinions are taken&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;serious. So Jesus helps Simon to experience what heaven might be like.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Again I have to think of the workshop in Frankfurt. We visited Deutsche Bank to listen to&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;them, not to blame them. Some Christians might wonder: “One can't just talk with them. By&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;gambling our money they have caused so much suffering!”. But we listened to them. And then&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a senior banker said: “We have been too greedy. We have to find ways to control the&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;greediness and to promote better ways.” From my point of view, it's a piece of heaven on&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;earth when people commit own mistakes and when people want to change. We are close to&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;heaven when people talk with each other, listen to each other, are aware of each other and do&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;not judge arrogantly, but give others the opportunity to change.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jesus faces his critics. Maybe discipleship also means not to close his eyes but to walk through&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;life with eyes, ears, hearts and hands open. We are close to heaven, when we don't try to expel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;others any longer, but to strengthen the community. Then we are close to heaven, however&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;not yet in the perfect heaven.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So what about the life here, right at the Richtsberg (not just about life 2000 years ago in Israel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;or about a workshop in Frankfurt)? Are we close to heaven, because we are the geographically&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;highest part of Marburg city, or is there something else? Frankly spoken, we see both. We see&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;things that are everything, but not heavenly. People who are broken by alcohol and drugs. We&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;see poverty, and children who are abandoned or even get abused. We see young people who&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;are perpetrators of violence and bullying, and we see their victims. We hear many evil words&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;and see much fear. We shall not close our eyes to that. Heaven – that is what I see in this story&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;– starts when suffering and desperation don't stay hidden but are revealed.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But there is also the other, more heavenly, side: We have pre-school teachers who try to&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;provide their children with a good start to life, even though they face many obstacles and&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;defeats. We have Christians who get engaged to help people in need. We have volunteers at&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;the Konfi-Café (a facility to meet for teenagers) who start conversations with the kids,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;although they face a quite rude and provoking tone among them. We have elderly peeople&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;who give even difficult youngsters a chance. We have confirmees who are brave enough to&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;step out of their usual rude behaviour that they show in school. We have many people with&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;open eyes and open ears and smiling lips. A piece of heaven. We are close to heaven, but not&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;yet in heaven. Close to heaven, even here at the Richtsberg. And as I don't want a long sermon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;to be an obstacle for heaven, I'll just stop here. Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-1589891070011074365?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/1589891070011074365/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=1589891070011074365' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1589891070011074365'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1589891070011074365'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/09/prostitutes-are-close-to-heaven.html' title='Prostitutes are close to heaven!?'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-4634418606033982616</id><published>2011-08-21T13:10:00.000+02:00</published><updated>2011-08-21T13:10:08.256+02:00</updated><title type='text'>To Be Is To Become???!!! - 9th after Trinitysunday, Aug 21st, 2011</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.bibleserver.com/#/text/TNIV/Matthew7"&gt;Matthew 7,24-29&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dear Brothers and Sisters!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Are you Christian? Who of you all can answer: „Yes, I am“? Who would say: “No”? And who is uncertain, whose answer is: “Maybe, but I’m not really sure”?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maybe – perhaps maybe is the human way to answer this question. You are not fixed, you leave all possibilities open. And so far, as human beings we are all not perfect, there are a lot of errors in our minds, why not in the knowledge of our Christian status? But this is a lukewarm point of view. Really interesting are the Yes or No answers. Everyone who fixes himself to one of these positions has an idea or perhaps a persuasion what it REALLY means to be Christian. Up to last Friday, I thought my answer would be clearly “Yes, of course I’m Christian!” I’m baptized. So, baptism isn’t the one and only Christian feature, but it’s a strong one. Baptism brings us in a visible relation to God. But it was not my own decision. My parents decided about my baptism. After being baptized, my life could have been driven into a completely wrong direction. Hitler and Stalin, the worst mass murderers in the last century, had been baptized. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;So far, Christianity is not a state of life you can never loose, it will stay the same for the rest of your life, no matter, what you will do.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Okay, I didn’t stop with my baptism. I visited a confirmation class. I said “Yes” to my baptism on my own. But in my small home village, there was not really a choice. If I refused visiting the confirmation class, my grandmothers, parents and myself, we would all have turned outsiders in social life. And it was not only my faith, but the joy of having a party and getting gifts from others which made me visiting the class.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In spite of that, up to last Friday without any doubt I certainly would have answered: “Yes, I’m Christian. I believe in God, I believe, Jesus will guide me to a good life. I know a lot about the bible, I believe that the Prophets, the Apostles and all biblical scriptures are telling the truth about God, Jesus and mankind. And as a pastor, I spread this truth I try to convince others that Christian faith is a good attitude for the whole life and very helpful and I try to open ways to faith to people who are far from God. I’m Christian.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But last Friday while preparing this preaches, I started to become doubtful. When I read the words first, I thought: “How boring, you are very familiar with it. The one who builds his house on the rock is the one who trusts in Jesus and he will stand all storms in his life. And the one who trusts in himself or in money or in some material goods will certainly not stand the storms. so far, so boring.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But after this I had a second look on this story. and I recognized: Oh, it’s a story about myself! It’s not sure that you are the one who builds his house on rocks!” It’s not sure because Jesus doesn’t say: “The man who hears God’s word is the man who builds on rocks” or “who believes in me builds his house on rocks”. No, these are not His words. His words are: “everyone who hears these words of mine and puts them into practice is like a wise man who built his house on the rock, … everyone who hears these words of mine and does not put them into practice is like a foolish man” . It’s the end of the Sermon on the Mount. These words are in a close relation to the whole sermon. To build a solid house, a lasting life, needs both: hearing His words and putting them into practice. Faith and action.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;And if I try to relate my life to the whole Sermon on the Mount, I’m not sure if I hear AND do the words or if I only hear them.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The Sermon starts very smooth. Blessed are all with needing or sufferings. Okay, no problem to me. God will bring justice to all who are suffering. But after this it starts to become more severe to me. It’s not enough to love your neighbor; it’s your task to love your enemy. If one asks you for something, it’s your task to give him much more than he is asking for; Don’t care about any material goods, not even about clothing and eating, care puts you away from God. Not only divorce is a problem, but if another woman is in your mind, even without any physical relation, you commit adultery. Money brings you away from God. It’s all said in the Sermon on the Mount. and if I look to myself and other people, even Christians, around me, a lot of things get into my mind which make me ask if I am really Christian. For example, I like making plans and I cannot stop worrying about the future and live without any caring sorrows like the birds or the flowers. If people ring my doorbell and ask for money, I surely will not give them more as they ask for. I don’t have enemies who will take my life, but there are people who hardly get my respect, but not my love.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Maybe there are other people, close to perfect in their efforts to stop hunger or injustice or to solve other great problems, but it might be they are not true to their wives or husbands. Or there might be others, great in loving their enemies, but as businessmen closely related to money and economical success. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Again: Who is Christian? No one? Each baptized, because everyone fails sometimes? Or are true Christians a kind of a SWAT team, only very few with specially trained abilities and all others are no longer worth to be called Christians? Are those right, whose answer is neither yes nor no, but perhaps? But Jesus says in his Sermon on the Mount that Yes or No should be the answer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;After all, my personal answer is: Yes. I’m Christian! And I want to encourage everyone to answer in the same way, despite all uncertainties. My courage answering this way is enforced by the parable itself. If you start building your home, you’ll never come to an end. There’s always something to fix, to renew, to tear down, to rebuild. If I’m not willing to work and improve each day, the house will take damage. Life, especially Christian life, is unfinished in the same way. A faith is no property to get into it and sit back and relax, thinking it’s done for all times. Faith is a home, but an ever-changing one. A home in need for permanent rebuilding, life, reflection. Faith is dynamic, not static. It’s always my task to work in becoming Christian when I want to stay Christian, not only as member of a confirmation class or as person to be baptized, but as pastor, as elder, as co-worker too. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Another question is about the foundation, the base. No one sees normally under the house. You recognize the building, but not the foundation. If the foundation is stable, if it’s able to stand storms, earthquakes and danger, I might misjudge it. Only the Lord knows everything about the foundation. Mine and the other’s foundation. It’s not my job to judge about the foundation of others, to tell others, they might be not Christian. That’s the Lord’s job. I have to care about my foundation. And I think, mine isn’t always very stable. I don’t know if the house of my life, of my faith will stand all challenges. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nevertheless: the more I think about it, the more I’m empowered to feel, to say: I’m Christian! I’m Christian, knowing that my way has dead-end-streets, detours and rocky roads. But I can accept it, I’m invited to turn from wrong ways. Why? Because Jesus builds His church, the community of men trusting in Him, on St Peter, the rock. It is said shortly after our verses. He, St Peter, of all the people! He, who is not always calm, who denies his relation to Jesus, he, who wants to put the children back from Jesus. And Jesus encourages St Paul to follow him. He, who wanted to kill Christians, who is not always a hero. Jesus encourages imperfect people. Men became guilty, men become guilty, also in faith. Men don’t know the whole truth. But our foundation, on which we can build our life’s house is His forgiving love. The love to the guilty. This loves gives the chance to change and restart your life. I guess, this is the point, the meaning of putting the Lord’s words into practice. You should not be afraid in making mistakes, your guilt shouldn’t tear you down, but the love of Jesus should encourage you to do better in the future, to practice on faith’s foundation and not to hold your faith only in your mind. His love encourages me to live, to confess, to work because I know: despite all my mistakes and imperfection, I’m His beloved child. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-4634418606033982616?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/4634418606033982616/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=4634418606033982616' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4634418606033982616'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4634418606033982616'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/08/to-be-is-to-become-9th-after.html' title='To Be Is To Become???!!! - 9th after Trinitysunday, Aug 21st, 2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-12065227022660687</id><published>2011-08-21T13:07:00.000+02:00</published><updated>2011-08-21T13:07:04.397+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Matthäus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='9. n. Trinitatis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Das Sein ist im Werden ???!!! (Zumindest als Christ) - 9. n. Trinitatis, 21.08.11, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Matthäus7"&gt;Mt 7,24-29&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bist du ein Christ? Wer von euch und ihnen beantwortet die Frage mit einem ganz klaren „Ja“? Wer mit einem „Nein“? Und wer sagt „Vielleicht, ich bin mir da nicht so ganz sicher?“ Vielleicht, das ist die menschlichste Antwort. Vielleicht legt einen nicht fest und lässt alles offen. Und außerdem sind wir Menschen ja von unserem Wesen her nicht allwissend, wir können uns irren, warum also nicht auch in Bezug darauf, ob wir Christen sind oder nicht. Spannend sind die Ja- und die Neinsager. Jeder, der sich festlegt, der hat doch zumindest eine Ahnung, wenn nicht gar eine feste Überzeugung davon, was einen Christen ausmacht und was nicht. Bis Freitag hätte ich für mich die Frage, ob ich ein Christ bin, ganz klar mit einem Ja beantwortet. Ja, ich bin ein Christ. Ich bin getauft. Natürlich ist die Taufe nicht das einzige Merkmal. Aber schon ein wichtiges. Die Taufe stellt uns sichtbar in eine Verbindung zu Gott. Aber die Taufe, das ist etwas, was meine Eltern entschieden haben. Ich hätte ja auch einen ganz anderen Lebensweg einschlagen können. Hitler und Stalin, die schlimmsten Menschenvernichter des letzten Jahrhunderts, die Millionen Menschen auf ihrem Gewissen haben, waren schließlich auch getauft.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;Christsein ist also kein Zustand, den man einmal hat und dann ist es halt so für den Rest des Lebens. Gut, ich bin nicht nur getauft, ich bin auch konfirmiert. Ich habe selbständig „Ja“ zu meiner Taufe gesagt. Aber in dem kleinen Dorf, aus dem ich komme, hätte ich auch keine andere Wahl gehabt, wenn ich mich, meine Eltern und meine Omas nicht zu totalen Außenseitern hätte machen wollen und außerdem habe ich mich über die Feier und die Geschenke auch gefreut. Da war schon auch Glauben dabei, aber eben auch andere Motive. Trotzdem hätte ich bis letzten Freitag ganz klar gesagt: „Ich bin ein Christ! Ich glaube an Gott, ich vertraue darauf, dass Jesus mich zum Guten führt. Ich kenne mich in der Bibel ganz passabel aus, ich glaube, dass die Propheten, die Apostel, die Schriften der Bibel Wahrheit über Gott, über Jesus und uns Menschen erzählen. Und als Pfarrer erzähle ich das sogar noch weiter und versuche, andere davon zu überzeugen, dass der Glauben an Gott eine Hilfe im Leben ist und dem Leben gut tut und ich versuchen Menschen, denen der Glauben an Gott fremd geworden ist, einen neuen Zugang dazu zu öffnen. Ich bin ein Christ. Aber dann kam der letzte Freitag. an dem habe ich mich auf die Predigt heute vorbereitet. Als ich den die Geschichte vom doppelten Hausbau dann gelesen hatte, habe ich gedacht: „Langweilig, kennst du doch!“ Der eine baut sein Haus auf sicheren Grund, das ist der, der Jesus vertraut, und der wird auch in den Stürmen des Lebens bestehen. Und der andere, der sich selbst vielleicht mehr vertraut oder dem Geld oder ande-ren Dingen, der baut auf unsicherem Grund und bei dem stürzt am Ende alles ein. So weit, so langweilig, was will man dazu schon sagen? Aber dann habe ich mir die Ge-schichte noch einmal genauer angeschaut und gemerkt: „Oh, da bist du ja mittendrin! Und ob du der bist, der sein Haus auf sicherem Grund gebaut hat, ist gar nicht so klar!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht so klar, weil da nicht steht: „Wer Gottes Wort hört, der ist wie ein Mann, der auf Felsen baut“ oder „Wer an Jesus glaubt, der ist wie ein Mann, der auf Felsen baut“, sondern Jesus sagt da: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der ist wie ein kluger Mann, der auf Felsen baut und wer meine Rede hört und tut sie nicht, der ist wie ein törichter Mann, bei dem das Haus zusammenstürzt!“ Hier im Matthäusevangelium steht das am Schluss einer längeren Rede von Jesus, der Bergpredigt. Ganz offensichtlich bezieht sich das auch darauf. Ein festes Haus auf festem Grund, etwas, was Bestand hat: dazu gehören ganz offensichtlich Glauben und Handeln. Und wenn ich mir die Bergpredigt, die Rede von Jesus, die er vor diesem Beispiel hält, ansehe, dann muss ich mich wirklich fragen, ob ich das nicht nur höre, sondern das auch tue. Sie fängt eigentlich ganz passabel an und in den Seligpreisungen, da wird gesagt, dass die, die hier in dieser Welt aus den unter-schiedlichsten Gründen leiden müssen, Gott besonders am Herzen liegen und dass Gott ihnen Gerechtigkeit schenken wird. Prima. Aber dann kommt es dicke. Man soll nicht nur den Nächsten Lieben und ihm Gutes tun, sondern ganz ausdrücklich auch die Feinde. Diejenigen, die etwas von einem wollen, soll man mit mehr beschenken, als sie eigentlich wollen. Man soll sich um materielle Dinge keine Gedanken machen. Sorgen führen weg von Gott. Nicht nur, dass Ehescheidungen problematisch werden, schon das bloße Begehren einer anderen Frau wird mit Ehebruch gleichgesetzt, ohne dass es überhaupt zu irgendeiner Praxis gekommen sein muss. Geld führt eindeutig von Gott weg. Und wenn ich mir da mich selbst und die Menschen, von denen ich glaube, dass sie Christen sind, anschaue, dann fallen mir viele Dinge ein, bei denen ich mich frage: Bin ich wirklich Christ? Ich bin zum Beispiel jemand, der gern plant und gern im Voraus denkt, sorglos in den Tag hinein leben fällt mir schwer. Und wenn an meiner Haustür Leute klingeln und Geld wollen, bin ich selten bereit, mehr zu geben, als das, was sie wollen. Ich habe zwar keine Feinde, die mir wirklich Böses wollen. Aber es gibt Menschen, die ich zwar einigermaßen respektie-ren kann, aber lieben kann ich sie nicht. Vielleicht gibt es andere, die ganz toll für arme Menschen da sind und von ihrem Besitz ganz viel abgeben, denen aber viel-leicht die Treue in der Ehe nicht so wichtig ist. Oder welche, die das prima hinkriegen und auch ihre Feinde lieben, die aber als Manager aktiv sind und sich im Be-ruf so richtig nach dem Geld richten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also: Wer ist eigentlich Christ? Keiner? Jeder Getaufte, weil jeder doch irgendwo scheitert? Oder eine Elitetrup-pe, die das alles schafft und der Rest eigentlich nicht? Haben die Recht, die weder ja noch nein, sondern viel-leicht sagen – wobei Jesus gerade auch in der Bergpre-digt sagt, das man im Leben eindeutig ja oder nein sa-gen und nicht so herumeiern soll. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach langem Nachdenken sage ich heute doch: Ja, ich bin Christ. Und ich möchte allen Mut machen, das auch zu tun. Trotz aller Unsicherheit. Was mir zu dieser Ent-scheidung geholfen hat, hat einiges mit dem Gleichnis zu tun. Jesus vergleicht hier das Leben mit einem Hausbau. Ein Haus wird nie wirklich fertig. Wenn ich nicht immer wieder mal was renoviere, unpraktisches umbaue, Schäden ausbessere, wird es irgendwann nicht mehr da sein. Leben, gerade auch als Christ, ist genauso unfertig. Glauben ist kein Besitz, in den ich mich zurückziehen kann. Sondern eine Heimat, die sich aber immer auch verändert, die Leben, Umbau, Veränderung braucht. Glauben ist kein Stillstand. Wenn ich Christ sein will, muss ich immer wieder, nicht nur als Täufling, nicht nur als Konfirmand, bereit sein, Christ zu werden. Als Pfarrer, als Kirchenvorsteherinnen, als Mitarbeiter, als jemand, der sein Christsein in anderen Zusammenhängen lebt. Das zweite ist die Frage nach dem Fundament. Das ist das, was unter dem Haus ist, was man normalerwiese nicht sieht. Als Mensch sehe ich immer nur das Lebenshaus eines anderen. Ob das Fundament standhält, kann ich nicht beurteilen. Das wird Gott, wird Jesus zeigen. Deshalb muss ich sehr vorsichtig damit sein, den Glauben und das Fundament der anderen zu beurteilen. Für mich ist dieses Gleichnis vom Hausbau nicht die Aufforderung, allgemein einzuteilen, wer Christ ist und wer nicht, sondern meinen eigenen Boden, mein eigenes Fundament kritisch zu überprüfen. Und da sieht es nicht immer superstabil aus. Ich weiß nicht, ob mein Lebenshaus, mein Glaubenshaus allen Stürmen und Erschütterungen standhält. Und trotzdem: je mehr ich darüber nachdenke, desto bestimmter sage ich: ich bin Christ. In dem Sinn, dass ich weiß, dass das ein Weg ist, zu dem auch Umwege und manchmal Sackgassen gehören, aus denen ich aber umkehren darf. Warum ich mich das traue? Weil Jesus die Kirche, die Gemeinschaft der Menschen, auf Petrus baut, das sagt er im gleichen Evangelium, in dem auch unser Predigttext steht. Ausgerechnet auf Petrus, der manchmal eine zu große Klappe hatte, der Jesus auch verleugnet hat und der mit den anderen Jüngern die Kinder von Jesus wegschicken wollte. Und Jesus hat ausgerechnet Paulus in seinen Dienst genommen. Der verfolgte erst Christen und war dann später auch manchmal ziemlich deprimiert, weil ihm manches nicht gelang. Menschen, die nicht immer alles richtig gemacht haben, die nicht perfekt waren. Menschen werden schuldig. Auch im Glauben. Menschen erkennen nicht die ganze Wahrheit. Auch im Glauben. Aber das Fundament, auf dem wir bauen können, ist die vergebende Liebe von Jesus, der den Schuldigen annimmt. Der aus dieser Liebe heraus Menschen die Chance gibt, sich zu ändern und neu anzufangen. Das ist das Tun, von dem hier die Rede ist. Das mich nicht die Angst, was falsch zumachen lähmt, nicht die Erfahrung, dass auch mein handeln falsch war und manchmal auch falsch ist, sondern dass ich den Mut habe, aus dem Glauben heraus zu handeln und ihn nicht nur als Gedankenspiel zu begreifen. Weil ich weiß: In aller meiner Unvollkommenheit gilt auch mir die Liebe Jesu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-12065227022660687?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/12065227022660687/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=12065227022660687' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/12065227022660687'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/12065227022660687'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/08/das-sein-ist-im-werden-zumindest-als.html' title='Das Sein ist im Werden ???!!! (Zumindest als Christ) - 9. n. Trinitatis, 21.08.11, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-2685434305300679506</id><published>2011-08-14T12:42:00.000+02:00</published><updated>2011-08-14T12:42:26.840+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesaja'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Frieden? - "Ich hau der Schlampe eine rein" - Frieden!, 8. n. Trinitatis, 14.08.11, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/jes%205,1-5/anzeige/context/#iv"&gt;Jesaja 2,1-5&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Welt ohne Krieg – wahrscheinlich hat es die nie ge-geben. Hier in Deutschland und in den meisten Ländern der EU kennen nur Rentner den Krieg aus eigenem Erle-ben, aber schon in Kroatien, Serbien, Bosnien und dem Kosovo vor unserer Haustür und erst recht in vielen Ländern in Asien und Afrika ist das ganz anders. Krieg und Gewalt gehörten oder gehören zum Alltag. Eine Welt ohne Gewalt, eine Welt in der sich Menschen aus allen Ländern, egal welche Religion sie haben und egal welchen Gott sie angebetet haben, von dem einen Gott zurechtweisen lassen und aus der Spirale der Gewalt – wie du mir, so ich dir, wenn du mich anmachst, dann kriegst du es doppelt zurück – ausbrechen und keiner mehr lernt, Krieg zu führen, eine Welt, in der keine Waffen mehr hergestellt werden und es nur noch darum geht, den Menschen angenehme Lebensbedingungen zu schaffen und die Menschen satt zu bekommen, eine solche Welt war ein Traum, ist ein Traum und wird es, solange ich lebe, vermutlich bleiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist es dann nicht völlig sinnlos&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;, solche uralten Worte vom Propheten Jesaja aus der Bibel vorzulesen und darüber zu reden? Machen wir uns denn nicht etwas vor, wenn wir sagen: Gott ist ein Gott des Friedens, wenn Gewalt im Namen Gottes nicht nur bei radikalen Terroristen oder bei den Kreuzzügen des Mittelalters eine Rolle spielte, sondern wenn auch heute noch Gewalt oder die Todesstrafe auch von Christen gerechtfertigt wird, wenn auch christliche Unternehmer und christliche Regierungen Waffen produzieren und verkaufen, wenn evangelische und katholische Militärpfarrer, wenn jüdische Militärgeistliche bei den Armeen in Afghanistan und im Irak, bei militärischen Konflikten und Auseinandersetzungen in der ganzen Welt mit im Einsatz sind? Lügen wir uns nicht selber was vor, wenn wir diese schönen Worte von Jesaja, dass am Ende der Zeit Gott dafür sorgen wird, dass Kriege nicht mehr sein werden und die Völker die Wahrheit er-kennen und in Frieden miteinander leben, wenn wir die-se schönen Worte für wichtig halten? Ja, diese Verse aus der Bibel scheinen etwas für romantische Spinner zu sein, weil die Welt anders tickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, natürlich können wir uns zufrieden geben mit dieser Welt. Wir können feststellen, dass sie nun mal so ist, wie sie ist. Kann man nichts machen. Wir können die Worte der Bibel für frommen Selbstbetrug und für Spinnerei halten. Oder für eine nette Gewissensberuhi-gung am Sonntag, bevor dann am Montag der alte Konkurrenzkampf, der Krieg um gute Noten und Geld, die Auseinandersetzung darum, wer die besten Lebensvoraussetzungen hat, ungebremst weitergeht. Wir können aber auch ganz einfach mal versuchen, die Worte ernst zu nehmen. Wenn ich die Bibel hier an dieser Stelle ernst nehme, dann fallen mir drei Sachen auf. Das erste ist, dass sich kein Krieg dieser Welt, keine gewaltsame Auseinandersetzung und keine Herabsetzung von Menschen aus fremden Völkern oder mit einer fremden Religion dauerhaft auf Gott berufen kann. Sein Wille ist ganz offensichtlich etwas anderes. Die Versöhnung zwischen den Völkern und Menschen, der Verzicht auf Gewalt, das Ende des Leidens, gute Lebensmöglichkeiten für alle Menschen, das ist das, was am Ende im Namen Gottes da stehen wird. Es gibt keinen guten und gerechten Krieg, jeder Krieg erzeugt Leid. Und es gibt erst recht keinen Krieg im Namen Gottes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das zweite, was mir auffällt, ist, dass diese Wahrheit allerdings leider nichts ist, was wir Menschen herstellen können. Jesaja sagt nicht: „Strengt euch an, dann wird das schon was.“ Jesaja sagt, dass dieser Friedenszustand etwas ist, das erst ganz am Ende der Zeit kommen wird. Als Geschenk von Gott, als sein endgültiger Wille für diese Welt. Also doch nur eine Träumerei, die nichts mit der Gegenwart zu tun hat? Müssen und sollen wir uns mit dem oft gewalttätigen Alltag in der Welt zufrieden geben? Ich glaube nicht, denn da ist noch die dritte Beobachtung, die ich an dem, was Jesaja hier sagt, mache: Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn! Mit diesen Worten hört unser Predigttext auf. Für mich heißt das nichts anderes als: Lasst euch jetzt schon anstecken von dem, was erst in Zukunft Wirklichkeit werden wird. Orientiert euer Handeln jetzt schon an dem, was Gottes Willen ist, auch wenn sich dieser Willen noch nicht überall zeigt und auch wenn andere anders reden, denken, handeln und glauben. Jesaja sagt nicht, dass alle Menschen jetzt, also zu seiner Zeit, schon danach leben werden. Die, die Gottes Wort hören, die, die ihn schon kennen, die sollen den Anfang machen. Ihr, die ihr vom Haus Jakobs seid. Und durch Jesus dürfen auch wir uns angesprochen fühlen, auch wenn wir nicht zum Volk Israel gehören. Jesus hat uns in diese Geschichte Gottes mit den Menschen, mit seinem Volk mit hinein genommen. Wenn nicht die, die Gott schon kennengelernt haben, anfangen, sich von dem Guten, das Gott mit den Menschen vorhat, anstecken zu lassen, wer sollte dann den Anfang machen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie nötig es ist, Anfänge zu wagen und sich nicht damit zufrieden zu geben, dass die Welt eben so ist, wie sie ist, zeigt mir in vielem unser ganz normaler Alltag. Niemand von uns wird ihn perfekt und friedlich gestalten können. Keiner von uns kann den Krieg in Afghanistan oder im Irak, die Christenverfolgung in Nordkorea oder das Morden in Mexiko, die Gewalt in Syrien oder die Auseinandersetzungen in Zentralafrika beenden. Kommt nun, lasst uns wandeln im Licht des Herrn, diese Einla-dung von Jesaja will den Mut zum ersten Schritt stärken. Und der fängt für keinen von uns in Afghanistan, Afrika oder Mexiko an. Sondern im ganz normalen Alltag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Beobachtungen aus der letzten Woche, die mir ge-zeigt haben, wie nötig es ist, anzufangen und nicht aufs Ende aller Tage, wenn endgültig Frieden sein wird, zu warten. Da steht eine Achtklässlerin zitternd, empört und tief erschüttert auf der Treppe in der Schule. „Ich schlag der die Fresse ein, die Schlampe soll nur noch mal kommen. Ich hau der voll eine rein“ – so ging es die ganze Zeit. Grund war eine Beleidigung. Das Mädchen hat zwar manchmal eine große Klappe, aber eine Schlä-gerin ist sie nicht und ich mag sie. Ich will nicht über sie herziehen und nicht sagen, wie furchtbar sie doch ist. Mir zeigt so ein Verhalten nur, wie weit wir heute schon sind. Nicht weil Jugendliche so schnell draufschlagen, sondern weil Erwachsene den Jugendlichen immer wie-der beibringen, dass nur der Starke weiterkommt, der sich durchsetzen kann. Bewundert werden, auch von Erwachsenen, auch von Lehrern, Eltern, Pfarrern, meis-tens die Siegertypen, die, die es zu was gebracht haben. Bewundert werden auch von Gemeinden die Pfarrer, die das meiste rausholen, die Tricks und Kniffe kennen. Kompromissbereitschaft, nachgeben, verzichten wird gern von anderen gefordert. Wer dazu in der Lage ist, wer auf Vorteile verzichtet, wird aber nicht bewundert. Vielleicht für dumm gehalten, vielleicht bemitleidet, vielleicht gerade mal akzeptiert. Ich kann verstehen, dass das Mädchen in dieser Welt, in der ihr das vorgelebt wird, so reagiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und mir zeigt es, wie nötig gerade wir Erwachsenen, gerade wir als Christen es haben, über unser Verhalten nachzudenken und zu schauen, wie und wo wir im Lichte des Herrn wandeln und wie und wo wir uns von den scheinbaren Sachzwängen dieser Welt anstecken lassen. Die zweite Beobachtung ist die Steigerung dieser kleinen Beobachtung ins Große. Vor gut zwei Wochen war ich in einer zwar vollen, aber sehr friedlichen Stadt, in London. Und vor ein paar Tagen: Bilder wie im Krieg. Erschreckend, zu was Menschen fähig sind. Gewalt, Plünderungen. Und in den meisten Meldungen waren es verwahrloste Kinder, Minderheiten, gewaltbereite Jugendliche ohne Perspektive, die regelrecht Krieg gegen die Nachbarschaft und vor allem gegen die Polizei geführt haben. Leider nicht die volle Wahrheit. Ein guter Teil der bei den Plünderungen und Gewaltexzessen festgenommenen Menschen waren Universitätsabsolven-ten, Menschen mit Beruf. Auch eine 31-jährige Lehrerin war darunter. Das Gefühl, andere ausnutzen zu dürfen, das Gefühl, sich notfalls auch mit Gewalt das, was ich will, zu nehmen, ist in der Mitte der Gesellschaft ange-kommen. Frieden fängt nicht erst dann an, wenn Gott seine Schöpfung vollendet und Schwerter zu Pflugscharen gemacht werden. Frieden fängt nicht erst dann an, wenn in Afghanistan nicht mehr geschossen wird oder in Mexiko keiner mehr umgebracht wird. Frieden fängt dann an, wenn wir, die wir es in der Hand haben, so unvollkommen und so klein es auch sein mag, anfangen, die Worte von Jesaja ernst zu nehmen. Kommt, lasst uns wandeln im Lichte des Herrn Last uns nicht auf morgen warten, bis alles fertig ist. Lasst uns nicht damit zufrieden sein, dass andere Gier, Protzen, Klauen, Besitzen wollen und Draufschlagen stark finden. Lasst uns glaubwürdig vorleben, dass Kompromisse keine Niederlagen sind. Lasst uns glaubwürdig vorleben, dass der Wert eines Menschen weder von seiner körperlichen Stärke noch von seiner Schulbildung oder seinem Reichtum abhängt. Lasst uns hoffen, dass Gott seinen Teil tut und lasst uns unseren Teil tun. Dort, wo wir es können, Vergebung statt Vergeltung zu leben und Macht nicht missbrauchen. Vielleicht würde Jesaja das heute sagen. Eine Welt ohne Krieg werden wir nicht erleben. Aber vielleicht eine Welt mit weniger großen und kleinen Kriegen und Gegeneinander und eine Welt mit mehr Hoffnung. Darauf, das wahr wird, was Gott Jesaja sehen lässt: Frieden zwischen allen Völkern, Recht und Ge-rechtigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-2685434305300679506?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/2685434305300679506/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=2685434305300679506' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2685434305300679506'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2685434305300679506'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/08/frieden-ich-hau-der-schlampe-eine-rein.html' title='Frieden? - &quot;Ich hau der Schlampe eine rein&quot; - Frieden!, 8. n. Trinitatis, 14.08.11, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-2295336508130641355</id><published>2011-08-07T12:33:00.000+02:00</published><updated>2011-08-07T12:33:56.541+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='7. n. Tr.'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Johannes'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>SATT! - 7. Sonntag n. Trinitatis, Reihe III, 07.08.2011</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/joh%206,30-35/anzeige/context/#iv"&gt;Joh 6,30-35&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie es ist, Hunger und Durst zu haben, habe ich noch nie wirklich erleben müssen. Ich bin ein begeisterter Bergwanderer und auch schon in großer Hitze unterwegs gewesen. Natürlich hatte ich dann irgendwann auch Durst, aber ich wusste: spätestens dann, wenn ich wieder bei meiner Unterkunft bin, kann ich auch genügend trinken. Und wirklich Hunger musste ich noch nie haben. Gott sei Dank geht es hier bei uns fast allen Menschen, die so alt wie ich oder jünger sind ganz ähnlich. Die älteren Menschen, die den zweiten Weltkrieg miterlebt haben, die in Russland als Deutsche in der Trudarmee Zwangsarbeit leisten mussten, die können andere Geschichten erzählen. Aber hier und heute bei uns, da sind Brot und sauberes Wasser reichlich da. Dass es auch ganz, ganz anders sein kann, zeigen im Moment die schrecklichen Bilder aus Somalia und Kenia, wo eine unvorstellbare Dürrekatastrophe täglich hunderten von Menschen, vor allem Kindern und alten Menschen, das Leben raubt. Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Wie würden wohl die Menschen, die von dieser Hungersnot betroffen sind, die Worte von Jesus hören? Wie haben die Menschen auf der Flucht, in Zwangsarbeiterlagern, als Kriegsgefangene oder in wirklich armen Familien, in Russland, in Deutschland, in den USA diese Worte gehört? Ja, ich bin satt und schnell dabei, diese Worte als geistige Nahrung zu verstehen. Der Glauben an Jesus, der hilft dabei, geistig nicht zu verhungern. Und darüber kann und werde ich noch was erzählen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber mir gehen bei diesen Worten gerade heute die Bil-der aus Afrika genauso wenig aus dem Kopf wie viele Erzählungen von alten Menschen, die für ihre Kinder und sich ums Überleben in schweren Zeiten kämpfen mussten, weil Hunger und Durst auch mitten in unseren Ländern da waren. Und leider immer mal wieder, oft sehr versteckt, auch noch sind. Was würde Jesus tun? Würde er diesen Menschen einfach so sagen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hun-gern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Also: glaubt an mich und dann geht es euch gut? Wenn ihr Hunger habt und Durst, dann glaubt ihr nicht genug? Nein, das würde er, denke ich, nicht tun. Er würde, so denke, glaube und hoffe ich, genau das tun, was auch in der Bibel, im Johannesevangelium, erzählt wird. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Bevor Jesus über den geistigen Hunger spricht und sich selbst als dauerhafte geistige Nahrung, die Sehnsucht und Hunger nach Tiefe und Sinn im Leben stillt, anbie-tet, stillt er den körperlichen Hunger der Menschen, die um ihn herum sind. &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/joh%206,1-15/anzeige/context/#iv"&gt;Herr Dorn hat die Geschichte von der wunderbaren Brotvermehrung eben vorgelesen&lt;/a&gt;. Alle werden satt. Alle haben genug zu essen. Jesus sind die körperlichen Nöte der Menschen nicht egal. Er hat Men-schen satt gemacht, er hat Menschen geheilt, er hat Men-schen getröstet. Wenn wir heute, viele, viele Jahre spä-ter, uns auf Jesus berufen und ihm nachfolgen wollen, wenn wir ihm vertrauen, an ihn glauben und aus seiner Liebe Hoffnung für unser Leben schöpfen wollen, dann könne auch wir uns nicht nur auf das Geistige beschrän-ken. Jesus nachfolgen, an ihn zu glauben, heißt meiner Meinung nach immer auch, die Nöte der Menschen zu sehen, sie ernst zu nehmen und das, was in meiner Kraft steht tun, damit dort, wo ich es kann, Not gelindert wird. Ich glaube wirklich nicht, dass Jesus nur davon erzählen würde, dass er das Brot des Lebens ist, sondern Jesus würde in Somalia, in Kenia und an vielen anderen Orten erst mal alles dafür tun, dass die Menschen satt werden. Unabhängig davon, ob sie an ihn glauben oder Muslime sind, ob sie Naturgötter verehren oder mit Gott und Glauben überhaupt nichts anzufangen wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott, Jesus als Gottes Sohn, als Brot des Lebens, sieht den ganzen Menschen an. Er teilt nicht zwischen den körperlichen und den geistigen und seelischen Bedürfnissen von uns Menschen. Für mich eine schöne Wahrheit, die gerade in diesem Kapitel aus dem Johannesevangelium, aus dem sowohl die Geschichte, die Herr Dorn vorgelesen hat, als auch unser Predigttext stammen, steckt. Aber da ist noch mehr. Eine unbequeme Wahrheit über uns Menschen. Das, was Gott nicht auseinanderteilt, die körperliche, leibliche Not, und die seelische, das sehen wir Menschen gern ge-trennt und setzen unsere Wünsche oft sehr einseitig auf das körperliche, auf das sichtbare. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, wie die Menschen hier in unserer Predigtgeschichte. Damit sie an Jesus glauben können, wollen sie noch ein Zeichen. Gerade eben sind fünftausend Menschen satt geworden. Und da fällt ihnen ein: Mose hat dem Volk Israel bei seiner Wanderung durch die Wüste 40 Jahre lang Gottes Brot, das vom Himmel fiel, Manna, gegeben, damit das Volk nicht verhungert. Typisch Mensch, denke ich mir. Einmal, weil man gern etwas Handfestes hat. Bei Konfirmanden und Schülern, bei Gesprächen mit zweifelnden Erwachsenen und manchmal vielleicht sogar auch ganz tief in mir selber drin, da höre ich immer wieder den Wunsch: „In dieser oft so kaputten Welt, in der so vieles nicht in Ordnung ist, da bräuchte ich doch ganz eindeutige Beweise, sichtbare, greifbare Zeichen, die mir ohne jeden Zweifel beweisen: Gott gibt es wirklich.“ Beweise, die allgemein gültig wären, gibt es aber nicht für die Liebe. Das ist nicht immer so ganz leicht auszuhalten. Typisch Mensch aber auch, weil man nicht genug bekommen kann: da gab es ein Essen, das satt gemacht hat, und schon wird es zur Selbstverständlichkeit, dass man sich nicht mehr darum kümmern möchte. Durch Mose hat Gott immerhin, so erzählt es die Bibel, 40 Jahre lang dafür gesorgt, dass das Volk Israel genug zu essen hat. Da wäre es ja nur richtig, dass Jesus, der ja mehr ist als Mose, überhaupt immer dafür sorgen sollte, wenn er Recht hat. Typisch Mensch – und typisch Gott, typisch Jesus, dass er uns nicht aus unserer Verantwortung entlässt und erst gar nicht auf diese Spielchen eingeht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wahres Leben ist eben immer mehr als die reine Befrie-digung von Grundbedürfnissen. Wahres Leben ist mehr als ein ständiges „immer mehr, immer bequemer“ von materiellen Zuwendungen und materiellen Genüssen. Wahres Brot ist mehr als etwas, was kurzzeitig satt macht, was verderben, verschimmeln, hart und trocken werden kann. Was jetzt wahres Leben, wahres Brot ist, das kann ich nur aus meinem Glauben, aus meiner Be-gegnung mit Gott, mit Jesus, mit seiner Liebe sagen. Nicht für alle Zeiten und für alle Menschen gültig, denn nicht ich habe oder bin dieses wahre Brot, das wahre Leben, sondern ich kann selber nur davon essen. Und deshalb noch kurz, bevor ich etwas zum Inhalt, zu meinem Geschmack vom wahren Brot sage, ein paar Gedanken, warum Jesus hier ausgerechnet davon spricht, dass er das Brot des Lebens ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brot ist etwas, was für fast alle Menschen zu den absoluten Grundnahrungsmitteln gehört. Brot ist die Grundlage von ganz vielem – und oft wird es als selbstverständlich hingenommen und kaum beachtet. Vielleicht ist das ja auch manchmal mit Gottes Liebe ganz ähnlich. anderes scheint größer, leckerer, sensationeller, drängt sich nach vorn – und doch bleibt sie die Grundlage von allem. Mehr als das gehört aber für mich der Gedanke dazu, das Brot vom Anschauen und Wissen, dass es da ist allein nicht satt macht. Ich muss reinbeißen, kauen, schmecken. So sehe ich auch den Glauben, so sehe ich Jesus und Gottes Liebe. Gott macht uns ein Angebot. Aber reinbeißen, schmecken, kauen – das müssen wir. Er stellt uns bereit, was wir zum Leben brauchen – Liebe, Vergebung, Anerkennung, die Fähigkeit, sich gegenseitig als Mensch wahr- und ernst zu nehmen. Aber ob wir etwas damit anfangen, ob wir seinen Weg gehen oder einen Weg, der nicht satt macht, weil er egoistisch nur das eigene sieht und Verge-bung und Liebe als Schwächen auslegt, das liegt an uns. Gott zwingt niemanden zur Liebe und zum Glauben. Je-sus bietet Leben an – wir selber müssen dann leben. Und dieses Leben, dass den Geschmack des wahren Brotes kennt, das kann dann wirklich verändert sein. Für mich gehört da ganz vorn die Erkenntnis hin, dass Menschen, auch ich, immer wieder schuldig werden und auf Verge-bung angewiesen sind. Dass wir aber, trotz dieser Un-vollkommenheit, eine ganze Menge Gutes tun können. Für mich gehört in dieses Leben Das Selbstbewusstsein, dass ich meinen Wert nicht dadurch habe, dass andere schlechter als ich sind. Sondern dadurch, dass ich weiß: ich bin geliebt und liebenswert, trotz aller anderen Sei-ten, die ich auch habe. Für mich gehört dahin, dass ich die Kraft habe, Dinge in die Hand zu nehmen, die Lebne zum Guten ändern. Mein Leben und das Leben von an-deren. Nicht erst irgendwann und irgendwo in einem fernen Himmel, sondern schon jetzt auf dieser Welt. In dieser Welt. In der vielen nicht nur das Brot des Lebens, sondern auch das Brot zum Leben fehlt. Jesus gibt bei-des. Ich wünsche mir, dass er mich, uns alle vielleicht, dazu fähig macht, unser Brot mit Freude zu genießen und anderen dort, wo wir es können, Brot zu geben. Brot für Leib und Seele.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-2295336508130641355?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/2295336508130641355/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=2295336508130641355' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2295336508130641355'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2295336508130641355'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/08/satt-7-sonntag-n-trinitatis-reihe-iii.html' title='SATT! - 7. Sonntag n. Trinitatis, Reihe III, 07.08.2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-3494194889101356409</id><published>2011-07-11T09:30:00.000+02:00</published><updated>2011-07-11T09:30:27.693+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='3. n. Trinitatis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Wie verloren bin ich eigentlich? -  3. nach Trinitatis, 10.07.11, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Lukas%2015,1-7/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 15,1-7&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interview von Hit-Radio Israel mit dem verlorenen Schaf, Teil 1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hallo Schaf, schön, dass du wieder da bist!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schön? Was ist denn daran schön?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Na, freust du dich nicht, dass dich dein Hirte, der Schäfer, aus dem gefährlichen Gebirge gerettet und zurück zur Herde gebracht hat?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freuen? Ich bin doch extra weggelaufen! Ich wollte doch gar nicht mehr zur Herde gehören! Eins von Hundert, da geht man doch unter! Nein, sollen die neunundneunzig doch blöd dastehen und fressen. Ich wollte das Leben sehen! Ich wollte ich sein. Machen was ich wollte. Frei sein! Und dann kommt dieser Hirte einfach hinter mir her!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, das ist doch das Gute!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut? Was war denn mit den neunundneunzig? Auf die hätte er aufpassen sollen! Was wäre denn, wenn ein Wolfsrudel gekommen wäre? Mich hätte er doch gehen lassen können! Als ich ihn bemerkte, bin ich immer weiter. Ich habe gedacht, ich kann ihn in dem unwegsamen Gelände abschütteln. Aber er hat sich nicht abschütteln lassen. Am Ende hat er mich heimgeholt und sogar noch gefeiert! Dabei wollte ich doch bloß meine Freiheit!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh, das wird unsere Hörer aber überrasche! Danke, Schaf – und jetzt zurück ins Studio&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, unsere Sendezeit ist um, die Hörer wissen jetzt Bescheid!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ein undankbares Schaf! Da setzt sich der Hirte allen möglichen Gefahren aus, er kraxelt hinterher, droht, sel-ber abzustürzen, überlässt wegen diesem einen neugieri-gen Schaf die anderen den Gefahren der Wüste – und dann will dieses Schaf nicht einmal gerettet werden! Undank ist der Welten Lohn! Mal sehen, was dieses undankbare Schaf gesagt hat, nachdem die Sendezeit um war. In den Archiven von Hit-Radio Israel hat sich noch ein weiterer Teil des Interviews gefunden.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Und dann…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, unsere Sendezeit ist um, die Hörer wissen jetzt Bescheid!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, das wissen sie nicht! Ja, ich wollte meine Freiheit. Und ich hätte sie ganz bestimmt auch genossen. Und ich war ziemlich sauer, dass der Hirte mich dann auf den Schultern zu den anderen geschleppt hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was haben die anderen dann gemacht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Können sie sich das nicht denken? Die waren nicht ge-rade freundlich zu mir, dem Ausreißer. Aber dann wur-den sie neugierig und haben sich von mir erzählen las-sen, wie das so außerhalb der Herde ist. Und ich habe gemerkt, wie schön es doch ist, nicht allein zu sein, son-dern vor allem einen Hirten zu haben, der mir nachläuft, obwohl ich das nicht wollte und nicht verdient habe. Der Hirte hat sich Sorgen gemacht, dass ich abstürzen, mich verletzten könnte. Und hat dabei in Kauf genommen, dass die anderen einen Moment allein blieben. So was habe ich noch nie erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schade, dass das jetzt nicht mehr mitgesendet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Schaf, das die Freiheit will, ein Schaf, das die Ge-fahr der Sicherheit in der Herde vorzieht – kaum vor-stellbar. Bei Schafen. Bei Menschen ist das vermutlich doch etwas anders. Der Drang nach Freiheit, der Wunsch, eigene Wege zu gehen und nicht teil einer Masse zu sein, der ist nicht nur bei pubertierenden Ju-gendlichen da. Und der ist ja auch erst einmal gar nichts Schlechtes. Wenn ich als Christ sage, dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit von Gott gewollt ist, dann kann ich ja gar nicht anders, als zu akzeptieren, dass Menschen eigene Wege gehen. Und dabei gehen sie auch Wege, die mir vielleicht gar nicht gefallen. Ich muss nicht jeden Weg gut finden. Ich kann vor Wegen, die ich für falsch halte, warnen. Aber letztlich wird jede und jeder nicht meinen, sondern seinen oder ihren Weg gehen. Wenn wir dieses Gleichnis, das Jesus erzählt, hören und für uns, für unsere Welt und unsere Zeit über-setzen wollen, dann müssen wir das im Hinterkopf behalten: Sinn des Gleichnisses kann es nicht einfach sein, einzelne, die aus der Gemeinschaft ausgeschert sind, einfach wieder einnorden und kritiklos an die Gemeinschaft anpassen zu wollen. Vielleicht ist es ja wirklich ein wenig so wie in dem nicht gesendeten Teil des erfundenen Interviews mit dem verlorenen Schaf. Durch die Rückkehr des einen verlorengegangenen Schafs verändern sich alle. Zum einen das Schaf, weil es, bei allem Drang nach Freiheit und Einzigartigkeit spürt, dass es weder dem Hirten noch den anderen Schafen egal ist. Zum anderen aber auch die anderen neunundneunzig Schafe. Weil sie bei aller Zufriedenheit mit ihrer Welt in der Herde eine Ahnung von dem Leben außerhalb bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wem erzählt Jesus eigentlich dieses Gleichnis? Lukas erzählt, dass eine Menge Zöllner und Sünder Jesus zu-gehört haben. Aber auch viele kluge und fromme Men-schen. Pharisäer und Schriftgelehrte. Menschen, die sich in der Heiligen Schrift auskannten und die ihren Glauben im Alltag wirklich gelebt haben. Und die sich darüber beschwert haben, dass Jesus nicht nur den Zöllnern und Sündern was erzählt, sondern zu ihnen hingeht und mit isst und trinkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zöllner und Sünder. Damals Menschen mit einem Beruf, in dem sie andere Menschen betrogen haben und davon nicht schlecht lebten. Menschen, die aus der Gemein-schaft der Menschen, die an Gott glaubten, ausgeschlos-sen waren. Frauen, die für Geld mit fremden Männern ins Bett gegangen sind. Jede Menge Menschen, denen es bis dahin egal war, was in den Zehn Geboten stand, Menschen, die von Gott wenig wissen wollten, bis sie Jesus trafen. Menschen, die aber auch von denen, die es ernst meinten mit Gott, ausgeschlossen wurden. Mit de-nen durfte man nichts zu tun haben, sonst wird man sel-ber unrein, so war deren Überzeugung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pharisäer und Schriftgelehrte. Menschen, die ihren glau-ben ernst genommen haben. Keine bösen Menschen, be-stimmt nicht. Menschen, die auch im Alltag leben woll-ten, was in der Heiligen Schrift steht. Menschen, die da-von träumten, dass eines Tages alle das machen. Und die Angst davor hatten, dabei was falsch zu machen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und heute? Für wen ist dieses Gleichnis heute gedacht? Die Zöllner sind in der Regel ehrenwerte Beamte. Und Pharisäer gibt es heute ja auch nicht mehr. Ich finde es mühsam und es führt auch nicht weiter, wenn wir jetzt aufteilen und jeder seine Lieblingsrandgruppe nennt, die heute zu den Zöllnern und Sündern gehören könnte oder seine Lieblingsgruppe, der er vielleicht eine gewisse Überheblichkeit, möglicherweise sogar Verlogenheit im Glauben unterstellt. Viel spannender finde ich die Frage: Wer sind wir, heute Morgen im Gottesdienst? Zöllner und Sünder? Schriftgelehrte und Pharisäer? Es ist eine tolle Erfahrung, wenn einer sich für mich total einsetzt, bis zur Erschöpfung, andere vernachlässigt, nur um mich zu retten. Deshalb wäre mancher vielleicht gern so ein bisschen Zöllner und Sünder, verlorenes Schaf, um das Gott kämpft. Aber wir sind hier, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern und weil, so denke ich wenigstens, den meisten von uns der Glauben nicht egal ist. sonntags nicht und im Alltag auch nicht. Sind wir dann die Neunundneunzig, die allein gelassen werden, fromme Leute, Schriftgelehrte und Pharisäer? Aber so fromm sind wir doch nicht, wir werden doch selber immer wieder schuldig! Ja, wie denn nun? Mich irritiert dieses einfach Gleichnis. Weil ich nicht weiß, wo ich bin. Aber vielleicht ist gerade das das Gute daran. Das Ge-fühl verloren zu sein, Unsicherheit, das ist keinem von uns fremd. Wenn wir es nötig haben, dann läuft Gott mit seiner großen Liebe auch uns nach. Der Hirte begibt sich in Gefahr – abzustürzen, sich lächerlich zu machen – Gott begibt sich in Gefahr: abgelehnt zu werden, missverstanden zu werden, für seine Liebe nicht wieder geliebt zu werden. Aber die Liebe, die Sehnsucht danach, dass keiner verloren gehen soll, ist stärker. Aber ich bin eben auch eins von den neunundneunzig Schafen. Manchmal von Gott zurückgelassen, weil er darauf vertraut, dass wir es schaffen, durchzuhalten, während irgendwo einer wirklich allein ist. Manchmal sauer auf den, der dazukommt, der anders ist, denkt, seinen neu entdeckten Glauben lebt. Die Erfahrung, dass der Hirte sich auch um andere kümmert, verändert die Herde. Die Erfahrung, dass Gottes Liebe auch denen gilt, die anders sind, die andere Erfahrungen gemacht haben, die sich auch von ihm entfernt haben und die Erfahrung, die diese Menschen mitbringen, verändert auch Gemeinde, verändert mich. Vielleicht ist es das, was uns dieses Gleichnis auch heute noch erzählen kann: Seid bereit, euch zu verändern, zu vergrößern. Seid bereit, um der Liebe Gottes Willen, auch Momente der Gottesferne auszuhalten. Seid bereit, euch zu verändern, wenn andere neu hinzukommen. Ich denke auch an unsere Gemeinde. viele sind in den letzten Jahren neu hinzugekommen, andere weggegangen, weggeblieben. Es ist ein Grund zu feiern, wenn Menschen entdecken, dass Gottes Liebe auch ihnen gilt und sie ihr Leben ändern. Und feiern heißt auch: ihnen Platz zum Leben in der Gemeinschaft zu geben. Raum, mit ihren Erfahrungen da sein zu dürfen. Und so auch das, was bisher war, zu verändern. Gottes Liebe macht Menschen, macht Gemeinschaft, macht Gemeinde neu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-3494194889101356409?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/3494194889101356409/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=3494194889101356409' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3494194889101356409'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3494194889101356409'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/07/wie-verloren-bin-ich-eigentlich-3-nach.html' title='Wie verloren bin ich eigentlich? -  3. nach Trinitatis, 10.07.11, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-6376847559802797386</id><published>2011-07-03T12:08:00.000+02:00</published><updated>2011-07-03T12:08:39.258+02:00</updated><title type='text'>Rauswurf erster Klasse - 2. nach Trinitatis, 03.07.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/mt%2022,1-14/anzeige/context/#iv"&gt;Matthäus 22,1-14&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sollte heute Morgen aus dem Gottesdienst rausgeworfen werden, weil er oder sie nicht richtig angezogen ist? Als Pfarrer habe ich es da gut, ich muss mir keine Gedanken über meine Kleidung machen. Talar – und das war’s. Aber sonst? Als ich Konfirmand war, vor gut dreißig Jahren, da war es bei uns auf dem Dorf noch üblich, sich sonntags anders anzuziehen als werktags. Und erst recht dann, wenn man in die Kirche ging. Heute ist der Unterschied, nicht nur bei Konfirmanden, sondern auch bei Erwachsenen, oft gar nicht so genau zu erkennen. Grundsätzlich finde ich das gut. Nicht auf die Kleidung kommt es an, sondern auf den Menschen, der drin steckt. Gut, dass dieses Denken mittlerweile fast überall und gerade in evangelischen Gottesdiensten da ist. Aber ein bisschen was ist durchaus im Laufe der Zeit verlorengegangen. Mit meiner Kleidung kann ich ja auch eine innere Haltung ausdrücken. Indem ich nicht gerade meine ältesten Sachen anziehe, sondern mich etwas schicker mache, von Aufbrezeln will ich ja gar nicht reden, kann ich auch zeigen, dass mir etwas wichtig ist. Keine Frage, ich will nicht zurück in eine Zeit, in der die dunkle Stoffhose für den Jungen und den Mann und das schlichte, hochgeschlossene Kleid für das Mädchen und die Frau so eine Art Gottesdienstuniform waren. Ich finde es gut, dass jeder willkommen und eingeladen ist. Aber ich finde es schade, wenn mit der Gleichgültigkeit in Fragen der Kleidung auch eine Gleichgültigkeit gegenüber dem, was da passiert und was gefeiert wird, einhergeht. Und vielleicht ist diese Gleichgültigkeit auch so ein Schlüssel, das sehr merkwürdige Gleichnis von der königlichen Hochzeit, das so nur im Matthäusevangelium erzählt wird, etwas besser zu verstehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Gott durch Jesus Gute und Böse an seinen Tisch einlädt, das ist im ganzen Neuen Testament so überliefert. Aber dass einer, der gerade hereingekommen ist, gleich wieder rausgeworfen wird, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;das ist so eigentlich nur bei Matthäus zu finden. Und da kann man dann wirklich sehr lange und sehr breit diskutieren, was ihm eigentlich fehlt, warum es so schlimm ist, dass der Kö-nig ihn ohne hochzeitliches Gewand antrifft. Wenn der König im Gleichnis, das hier erzählt wird, ein Bild für Gott ist, dann liegt es nahe, erst einmal zu denken: Gott schaut doch darauf, dass die Menschen ordentlich ange-zogen zu ihm kommen. Aber das Wesen von Gleichnis-sen ist eben, dass sie nicht Wort für Wort, 1:1 ausgelegt werden können, sondern dass sie ja immer in Bildern erzählen. Es steckt also mehr hinter der falschen, für ei-ne Hochzeit unpassenden Kleidung. Und ich denke, dass es eben die Gleichgültigkeit ist, die sich in der unpas-senden Kleidung ausdrückt. Da wird einer zu einem tol-len Fest eingeladen. Er hat es noch gar nicht mal ver-dient, er hat vielleicht auch gar kein Geschenk mitge-bracht, muss er auch nicht. Aber die Einladung lässt ihn gleichgültig, sie verändert nichts an ihm. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und vielleicht ist es ja das, was das Gleichnis bis heute erzählen will: Gute und Böse, jeder darf zu Gott kom-men, jeder ist eingeladen. Gott trifft keine Vorauswahl der Qualifiziertesten. Man muss sich nicht durch gute Werke hervorgetan haben. Man muss nicht schlau daherreden können. Man muss nicht schon immer gebetet haben. Bei dem großen Fest, das Gott gibt, ist erst einmal wirklich jeder unterschiedslos willkommen, der die Einladung annehmen will. Es gab ja auch welche, die wollten gar nicht kommen. Doch dazu später mehr. Jeder darf kommen. Egal, was vorher war. Aber dann fängt das Fest an. Dann fängt es mit dem Glauben an. Wenn die Einladung nichts verändert, dann ist sie nutzlos. Wenn der Glauben nichts verändert, dann ist er umsonst. Was kann denn der Glauben, die Einladung, mit Gott feiern zu dürfen, verändern? Es könnte eine Menge sein. Ein paar Kapitel weiter hinten im Matthäusevangelium steht, dass diejenigen zu Gott ge-hören, die sich ganz selbstverständlich um Kranke, um Arme, um Gefangene, um Bedürftige kümmern. Ich denke schon, dass es eine Konsequenz aus dem Glauben ist, nicht egoistisch durchs Leben zu gehen. Und nicht nur denen was Gutes zu tun, die ich kenne und mag, sondern die nicht aus dem Blick zu verlieren, die wirklich bedürftig sind. Die Haltung zum Mitmenschen kann sich im Glauben ändern. Er ist nicht länger Konkurrent, sondern Mitmensch. Bedürftiger, so wie ich auch selber Bedürftiger bin. Es geht nicht darum, in anderen immer nur Opfer zu sehen und Opfern helfen zu wollen. Es geht darum, den anderen als Menschen ernst zu nehmen. Bei Hilfe für andre stellt sich ja manchmal auch Überheblichkeit ein. „Schaut doch mal, wie gut ich bin, was ich alles kann! Der arme andere! Dem helfe ich, und dann weiß auch jeder, dass ich besser bin, mehr kann, reicher bin oder was auch immer.“ So ein Denken kann sich leicht einstellen. Mit christlichem Glauben hat das aber nicht allzu viel zu tun. Im anderen den Mit-feiernden, den Mitmenschen sehen – auch das kann ein hochzeitliches Gewand sein, das Gott, das dem König Ehre gibt. Vielleicht kann es auch eine realistische Selbsteinschätzung sein. Ich bleibe immer unvollkom-men. Ich werde, auch wenn ich noch so stark glaube, schuldig und bin auf Vergebung angewiesen. Kein hoch-zeitliches Gewand wäre vielleicht die Haltung: ich bin perfekt, weil ich Christ bin. Mehr wert als andere. Oder auch: weil ich Christ bin, ist alles egal. Gott muss mir ja vergeben, ich muss nichts ändern. Ich glaube, beides ist nicht richtig. Aber ehe ich jetzt noch weiter rum speku-liere oder sogar dazu verleite, drüber nachzudenken, wer denn vielleicht in diesem übertragenen Sinn kein hoch-zeitliches Gewand anhat und heute oder später rausge-worfen werden müsste, eine ganz wichtige Beobachtung: Es sind NICHT die Mitfeiernden, die den einen rauswer-fen. Es ist der König selbst. Keiner von uns, kein Christ, kein Pfarrer, kein Bischof, kann sich ein letztes Urteil über andere erlauben. Wir sind alles Mitfeiernde. Der König allein, Gott allein kann sagen, wer dazugehört. Und wer eben wieder raus muss. Glauben hat Konse-quenzen. Aber ob das, was wir Menschen bei anderen wahrnehmen, mit der Wahrheit übereinstimmt, das weiß keiner von uns. Die Einladung, dazuzugehören und das Mitfeiern darf ich als Christ erst einmal keinem abspre-chen. Nicht ich lade ein, Gott lädt ein. Nicht die evange-lische, die katholische Kirche oder eine freie Gemeinde und Gemeinschaft laden ein, sondern Gott hat uns alle durch Jesus eingeladen, mitzufeiern. Das dürfen wir nicht vergessen. Vielleicht sind wir es ja, wir, die Got-tesdienst feiern, die beten, die sonst rausgeschmissen werden weil das Gewand, das für ach so festlich gehal-ten wurde, weil der Glaube, der ach so christlich war, doch am Ende nicht das gehalten hat, für das er sich ausgegeben hat. Weil die Gleichgültigkeit gegenüber der Gnade und Güte Gottes und weil der Egoismus, der denkt, dass alle, die mitfeiern, so wie ich oder zumindest so ähnlich sein sollten, größer waren als die Erkenntnis der Wahrheit und die Freude am Fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glauben hat Konsequenzen, Glauben ohne Konsequenzen bleibt leer. Gleichgültigkeit schließt vom Fest aus. Irgendwie ja auch logisch. Wer gleichgültig bleibt, wird keinen Spaß beim Feiern haben. Aber die Entscheidung liegt nicht bei uns Menschen, bei keiner Kirche oder Gemeinde. Das ist das eine, was mir dieses Gleichnis, das uns Matthäus überliefert, sagt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das andere hängt mit dem schwierigen Anfang zusammen. Da wird erzählt, dass der König schon längst Vorbereitungen getroffen hat und immer wieder seine Knechte ausschickt, um die Gäste einzuladen. Am Ende töten die Eingeladenen sogar diejenigen, von denen sie eingeladen werden und der König vernichtet die Stadt der Mörder. Vielleicht hat Matthäus selber da ein bisschen mit reingeschrieben. Matthäus legt in seinem Evangelium großen Wert darauf, dass sich in Jesus alles erfüllt, wovon die Propheten Israels erzählen und bei ihm ist die Enttäuschung zu spüren, dass nur wenige in Israel in Jesus Gottes Sohn gesehen haben. Im Jahre 70 nach Christus, kurz bevor Matthäus sein Evangelium aufgeschrieben hat, wurde der Tempel in Jerusalem zerstört. Vielleicht wollte Matthäus das in seiner Art, dieses Gleichnis zu erzählen, als Strafe Gottes deuten. Gefährlich wurde das über die Jahrhunderte, weil sich Christen dadurch ermuntert fühlten, Juden zu verfolgen und zu vernichten. Im Namen Gottes. Aber wir Christen sind immer die, die später eingeladen wurden. Und von uns hat niemand das Recht, über Gottes Güte oder seinen Zorn zu entscheiden. Wir sind Eingeladene. Und diese Einladung hat Konsequenzen. Aber nicht die, dass wir glauben, im Namen Gottes zu handeln, wenn wir anderen das Leben nehmen oder ihre Würde absprechen, sondern die, dass wir andere in den Blick nehmen und anderen Menschen zum Leben helfen. Das ist das wahre hochzeitliche Gewand, die richtige Festkleidung. Gott lädt alle ein, Gute und Böse. Gott sei Dank.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-6376847559802797386?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/6376847559802797386/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=6376847559802797386' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6376847559802797386'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6376847559802797386'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/07/rauswurf-erster-klasse-2-nach.html' title='Rauswurf erster Klasse - 2. nach Trinitatis, 03.07.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-7292195645497436493</id><published>2011-06-27T15:32:00.000+02:00</published><updated>2011-06-27T15:32:49.358+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. nach Trinitatis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Johannes'/><title type='text'>Es ist besser, für das was man ist gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden - oder? - 1. nach Trinitatis, Reihe III, 26.06.2011</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/neue-genfer-uebersetzung-ngue/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Joh%205,39-47/anzeige/context/#iv"&gt;Johannes 5,39-47 (Neue Genfer Übersetzung)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist eigentlich wichtiger? Die Wahrheit zu sehen und zu sagen oder vor anderen gut da zu stehen und dabei die Wahrheit ein bisschen, sagen wir mal, anzupassen? Ich gehe mal davon aus, dass alle, die jetzt zuhören, egal ob Konfi oder Rentner, Studentin oder mitten im Berufsleben, mit Abi oder mit Hauptschulabschluss spontan sagen: „Die Wahrheit ist wichtiger!“ Würde ich natürlich auch so sagen. Aber ist die spontane Antwort wirklich die ehrliche Antwort? Wenn ich zu mir selber ehrlich bin, dann muss ich schon zugeben, dass es mir zumindest nicht egal ist, was andere denken. Ich versuche, zum Beispiel, meine Predigten so zu halten, dass ich denke, auch Konfis oder Rentner können sie verstehen. Und da lasse ich sicher auch mal schwierige Gedanken aus. Und ich freue mich doch, wenn ich höre: „Ich komme gern zu ihnen in den Gottesdienst, weil ihre Predigten nicht so langweilig sind!“ Zum Beispiel. Ich glaube, den allermeisten Menschen ist es nicht egal, wie sie vor anderen dastehen. Und wem das egal ist, wer wirklich so lebt, dass er um jeden Preis seine Meinung sagt und das, was er für die Wahrheit hält zu 100% raushaut, der tut das oft sehr verletzend und lebt auch sonst eher wenig sozial. Wir Menschen sind auf Be-ziehungen angewiesen. Und deshalb ist praktisch niemand frei davon, auch nach dem Bild zu fragen, das andere von einem haben. Natürlich darf und soll das nicht so enden, dass mein Bild vor anderen künstlich aufgeblasen wird, große Klappe und nichts dahinter. Eines meiner nichtbiblischen Lieblingszitate lautet: „Es ist besser, für das, was man ist, gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden!“ Es stammt von dem französischen Dichter André Gide. Aber mal ehrlich: Wer von uns strebt danach, gehasst zu werden? Ansehen, Liebe, das ist, wenn wir ehrlich sind, alles andere als unwichtig. Warum ich das jetzt so ausführlich sage und was das mit dem Stück aus dem Jo-hannesevangelium, das ich eben vorgelesen habe, zu tun hat, werden vielleicht manche fragen und mir „Komm endlich zur Sache!“ zurufen wollen. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe das deshalb gemacht, weil ich nicht möchte, dass sich bei uns heute eine Überheblichkeit gegenüber den frommen Juden, die Jesus hier kritisiert, einstellt. Ganz leicht stellt sich so etwas ein: Typisch, die machen alles nur wegen ihres Ansehens und gehen an dem, was Gott mit Jesus wollte, total vorbei. „Typisch für die jüdischen Priester oder Schriftgelehrten in der Zeit von Jesus.“ So denken viele. Und manche gehen dann gleich weiter: „typisch auch für Pfarrer, Priester, Bischöfe heu-te. Die verfälschen ja die Botschaft von Jesus. Wenn der heute leben würde, dann würde er die rund machen. Die haben ja nichts verstanden.“ Und wer Kirche kritisiert, schon ganz und gar Kirchenleitung, der kann sich sicher sein, dass er oder sie Applaus kriegt. Auch so manchem, der von sich selber sagt, dass es ihm um nichts anderes als die Wahrheit geht und es ihm egal ist, wie er vor an-deren dasteht, der freut sich nicht nur klammheimlich, wenn er als cooler Rebell dasteht. Als einsamer Prophet, der aus der Masse der so genannten Mitläufer heraus-ragt. Das allererste, was wir als Menschen nie aus dem Blick verlieren sollten, egal ob als Christen oder Nicht-christen, egal ob wir von Jesus, von Gott oder von ande-rem reden ist, dass wir nie vollkommen sind. Wir sind und bleiben auf Liebe und Vergebung angewiesen und wir sollten uns davor hüten, anderen so etwas abzusprechen. Für mich ist das, was Jesus hier einer Gruppe von frommen und gelehrten Menschen sagt, die auf ihre Art ihre Suche nach Gott ernst meinen, dabei aber Gott aus dem Blick verlieren, nicht irgendeine Diskussion von vor 2000 Jahren, die uns egal sein kann. Für mich ist hier vieles drin, was auch für unseren Glauben und unser Bild von Jesus, von Gott wichtig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Woher wissen wir denn was von Gott, was von Jesus? Aus den Schriften, aus der Bibel! Da geht es uns doch genauso wie den Menschen, mit denen Jesus spricht. Jesus sagt, dass die ganze Bibel, eben auch das, was für uns das Alte Testament ist, so von Gott erzählt, dass es auch auf Jesus hinweist. Aber vor lauter Buchstabentreue, vor lauter wichtiger und gelehrter Auslegung gerät manchmal der lebendige Gott völlig aus dem Blick. Jesus legt sich mit den Gelehrten seiner Zeit an, weil sie nicht erkennen, dass Gott im Sinn der Bibel und nicht in jedem einzelnen Buchstaben zu finden ist. Die Grundaussage, die sich durch alle Schriften in der Bibel zieht, ist die, dass Gott ein lebendiger Gott ist. Aber die Leute, mit denen Jesus streitet, stellen den Buchstaben vor das Leben. Sie stören sich daran, dass Jesus am Ruhetag einen Kranken heilt. „In der Bibel steht doch, du sollst am 7. Tag ruhen, gar nichts arbeiten! Wenn du von Gott kommst, dann darfst du nicht gegen die Buchstaben des Gebots verstoßen. Die Schrift ist heilig!“ So argumentieren sie. Und viele andere fanden das gut, weil sie sich so gut in der Bibel auskannten und alle Regeln wussten. Aber das Entscheidende ist eben, nicht mit der Haltung an die Bibel zu gehen: „So, jetzt will ich den anderen mal zeigen, wie gut ich mich auskenne und wie ich meine Bildung zeigen kann!“ Das Entscheidende ist, danach zu fragen: „Was will Gott eigentlich mit dem, was da steht, sagen?“ Und das ist zuallererst, dass er kein starrer Block ist, den man beschreiben, vermessen und verehren kann, sondern lebendig. So zeigt er sich Mose zum Bei-spiel in einem brennenden Dornbusch. Ein Feuer flackert, kann wärmen und manchmal auch bedrohlich sein. Es hat viele Facetten. Und Gott stellt sich mit den Worten vor: „Ich bin, der ich bin – ich werde sein, der ich sein werde“. Gott ist Gott in Beziehung. Im ersten Johannesbrief im Neuen Testament wird in un-übertroffener Klarheit gesagt: „Gott ist die Liebe“. Le-bendiger geht es nicht. Der eben schon mal zitierte fran-zösische Schriftsteller André Gide sagt über die Liebe: „Das ist das Eigentümliche an der Liebe, dass sie nie-mals gleich bleiben kann; sie muss unaufhörlich wach-sen, wenn sie nicht abnehmen soll.“ Gott wächst mit uns. Er ist nicht der Gott, der stillsteht und von außen beobachtet, sondern der, der sich von sich aus in Beziehung begibt. Im Menschen Jesus drückt sich das aus. Gott ist nicht scheinbar Mensch geworden, er tut nicht so, als ob. Sondern er ist ganz und gar Mensch geworden um deutlich zu machen, wie lebendig seine Liebe zu uns ist. Liebe, das heißt eben auch, dass manchmal Trauer und Schmerz dazugehören. Wenn ich nicht liebe, dann kann ich alles objektiv betrachten, so dass mich nichts was angeht. Ich kann von außen beschreiben. Die Schrift, die Bibel, die in allem von Gott erzählt, die wird dann zu einem Buch, das ich klug auseinandernehmen kann, durch das ich mich toll darstellen kann, weil ich vielleicht sogar in der Lage bin, es im Original, in Hebräisch und Griechisch, zu lesen. Ich kann Ansehen bei anderen gewinnen. Aber wenn ich wirklich in eine Beziehung gehe, wenn ich in der Bibel Gottes Angebot, zu uns Menschen, auch zu mir, eine Be-ziehung aufzubauen, sehe, dann kann ich das nicht. Ich bleibe nicht objektiv außen, sondern ich bin mittendrin, ich bin Teil der Beziehung. Und da bin ich immer einer, der lernt. Anders funktioniert eine lebendige Beziehung nicht. Ich entdecke immer wieder neue Seiten an der Liebe, neue Seiten an dem, was da steht. Buchstaben werden lebendig. Manches stirbt vielleicht auch, weil es für meine Beziehung zu Gott nicht mehr so wichtig ist. Dafür ist es vielleicht für einen anderen mit seiner Beziehung ganz wichtig. Je mehr ich eigentlich in der Bibel drin bin, je mehr ich danach suche, was Gott sagen will, desto mehr werde ich zum Lernenden. Nie fertig mit einer Beziehung. Liebe kann eben niemals gleich bleiben. An Gott zu glauben, ihm zu vertrauen, heißt eben, sich selbst immer wieder als einen Menschen zu erfahren, der lernt, der sucht, der geliebt wird und liebt. So wenig wie Gott fertig ist sind wir Menschen und unser Wissen fertig. Schon Mose, so sagt es Jesus hier im Johannesevangelium, bezeugt den lebendigen Gott und nicht den toten Buchstaben. Nicht erst jesus, Gottes Mensch gewordene Liebe, wird deshalb diejenigen, die die Buchstaben für Gott selbst halten, anklagen, sondern schon Mose macht es. Es geht nicht um einen Buchsta-benglauben, sondern um einen Schriftglauben. Wir ha-ben keinen anderen Weg, von Gott zu erfahren, als die Bibel. Aber nicht, damit wir mit unserem Bibelwissen vor anderen oder vor Gott angeben können, sondern da-mit wir uns einladen lassen, geliebt zu werden und zu lieben und aus toten Buchstaben Leben werden zu las-sen. Leben, das wie Jesus gezeigt hat, stärker als der Tod ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-7292195645497436493?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/7292195645497436493/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=7292195645497436493' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7292195645497436493'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7292195645497436493'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/06/es-ist-besser-fur-das-was-man-ist.html' title='Es ist besser, für das was man ist gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden - oder? - 1. nach Trinitatis, Reihe III, 26.06.2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-7503635804699432287</id><published>2011-06-18T21:09:00.000+02:00</published><updated>2011-06-18T21:09:52.967+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jesaja'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Wenn Konfirmierte predigen... - Trinitatis, 19.06.11, Reihe III, English version available</title><content type='html'>Während ihrer Konfirmandenzeit fragte mich eine Konfirmandin, ob sie denn auch mal predigen könne. Ich fand das nicht nur mutig, sondern wollte das in die praxis umsetzen. Trinitatis 2011 war der erste Termin, an dem es klappte. Den Predigttext durfte sich ide Konfirmandin selbst aussuchen, ich habe ihr alle Texte, die Trinitatis "dran" sind, und noch ein paar mehr Vorschläge gegeben. In zwei Sitzungen haben wir gemeinsam die Predigt vorbereitet und uns für eine Dialogpredigt entschieden. Es gibt eine englische Fassung, weil eine Partnerdelegation aus Südafrika zu Gast ist. Wir wechseln abschnittweise, ich beginne, dann kommt Lisa-Marie Kellermann. Und hier das Ergebnis:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Predigttext: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/gute-nachricht-bibel/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Jes%206/anzeige/context/#iv"&gt;Jesaja 6 (Gute Nachricht)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist sicher sehr ungewöhnlich, dass nicht einer alleine, normalerweise der Pfarrer, hier vorne steht und eine Pre-digt hält, sondern dass eine Konfirmierte aus dem letzten Jahr mit da steht. Ich freue mich, dass Lisa so schnell „Ja“ gesagt hat, als ich sie gefragt habe, ob sie nicht mal mit mir zusammen predigen will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich frage mich mittlerweile, ob das wirklich eine gute Idee von mir war. Ich bin nervös. Heute sind fast alle neuen Konfis da, manche mit ihren Eltern. Und dann auch noch die Gäste aus Südafrika. Und die normale Gemeinde. Und dann auch noch der Predigttext von Jesaja. Ich habe ihn ausgesucht, weil ich fand, dass er ein schöner Dialog war. Aber als wir beide uns zusammengesetzt haben, da fiel mir erst mal gar nicht so viel ein, was man heute dazu sagen kann. Aber einen Rückzieher wollte ich dann doch nicht machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum denn nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hab’s schließlich versprochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das stimmt, du bist wirklich zuverlässig. Als du noch jünger warst, konnte man sich beim Krippenspiel und im Kinderclub auf dich verlassen und als du selbst Konfi warst, da war das nicht anders. Bis auf die allererste Stunde, die du verpasst hast!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber danach war ich doch immer da! Und außerdem glaube ich an Gott. Und mir ist das wichtig. Und deshalb möchte ich auch gern anderen etwas davon erzählen. Obwohl ich mir überhaupt nicht sicher bin, ob ich das kann. Ich hab’s ja schließlich nicht studiert. Und ein perfekter Mensch mit einem perfekten Glauben bin ich ja auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da sind wir schon mitten in diesem etwas komplizierten Bibeltext, der ausgerechnet für heute als Predigttext vorgeschrieben ist.&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;Jesaja, der Prophet, der hier erzählt, welche Vision er gehabt hat, bevor er den Men-chen in Israel vor langer Zeit etwas von Gott erzählt hat, der erzählt ja auch, dass er sich erst mal sehr klein vorgekommen ist. Er weiß genau, dass er nicht perfekt ist. Und Gott ist so groß, so gut, da kann man als Mensch einfach nicht mithalten. Aber das, was sich in dieser Geschichte erst mal merkwürdig anhört, ist dann eine große Einladung und Chance. Jesaja muss ja nicht von sich aus alles Mögliche anstellen, damit Gott ihn überhaupt ernst nimmt und damit er was von Gott sagen dar. Gott kommt auf Jesaja zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber doch nicht er selbst, sondern seine Boten. Diese merkwürdigen Engel. Da nimmt einer eine glühende Kohle und reinigt Jesajas Lippen, ohne dass es ihm weh tut. Für mich ist das so etwas Ähnliches, wie Gott es für uns mit Jesus gemacht hat. Damit wir uns nicht klein und schlecht und im-mer schuldig fühlen müssen, hat Gott Jesus in die Welt geschickt. Er hat uns Menschen gezeigt, dass Gott uns liebt und dass er uns unsere Schuld ver-geben will. Wenn wir sie einsehen. So, wie Jesaja ja auch eingesehen hat, dass er nicht ohne Schuld ist. Gott macht uns Mensch sozusagen fähig, gut zu sein und anderen etwas von ihm zu erzählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, auch wenn bei Jesaja ja noch gar nicht von Jesus die Rede ist. Aber schon vor Jesus konnte man das, was Gott mit uns Menschen vorhat, erkennen. Und wir können das heute noch. Jesus kennen wir ja nicht dadurch, dass er uns über den Weg gelaufen ist und sich uns persönlich vorgestellt hat, sondern durch den Heiligen Geist. Das ist die Kraft, die Gott auch heute noch den Menschen gibt, damit sie ihn und seine Liebe erkennen und damit sie spüren, dass er Schuld vergibt und Kraft gibt, von ihm zu erzählen. Wenn Menschen, die sich erst nicht trauen, den Mut haben, andere etwas von ihrem Glauben und von Gott zu erzählen, dann ist das für mich tatsächlich so ein bisschen wie bei Jesaja.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber da ist doch noch viel mehr in dieser Bibelge-schichte. Was mir gleich aufgefallen ist, ist die Be-schreibung, wie Gott dargestellt wird. Er ist so groß, dass schon der untere Rand seines Gewandes ei-gentlich alles ausfüllt. Ich habe mal versucht, mir das vorzustellen. Es ging auch ziemlich gut. Aber die Vorstellung hörte da auf, wo beim Menschen der Oberkörper beginnt. Gott ist größer als alles, was wir uns vorstellen können. Und selbst, wenn man Gott persönlich begegnet, kann man nicht alles sehen und erkennen. Und Gott ist so mächtig, dass wir Menschen Ehrfurcht vor ihm haben sollen. Bei ihm erkennen wir, wie unser Leben eigentlich ist. Und trotzdem habe ich, wenn ich an mich selber denke, vor Gott keine Angst. Ich sehe ihn wirklich als eine ganz mächtige Kraft und jemanden, der mir wirklich zuhört. Gott ist für mich einer, dem ich wirklich alles erzählen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, so sehe ich das auch. Gott ist größer als jede Vorstel-lung, die Menschen von ihm haben. Für mich drückt sich das auch an dem Feiertag aus, den wir heute haben. Es ist der, glaube ich wenigstens, unbekannteste Feiertag überhaupt. Trinitatis. Schon der Name: kaum einer kennt ihn, die wenigsten verstehen ihn. Trinitatis heißt: Dreieinigkeit. Auch nicht leichter zu verstehen. Es heißt aber nichts anderes, als das für Gott 1+1+1=1 ist. Nicht, weil Gott nicht rechnen könnte. Sondern weil Gott ganz vielfältig ist und doch immer derselbe bleibt. Gott als Vater, so sagen wir es immer wieder in der Kirche. Er ist der, von dem alles Leben kommt. Der hinter dem Leben steht, hinter der Evolution und hinter allen Naturgeset-zen. Er ist der, der den Anfang und das Ziel kennt. Und dann Gott als Sohn, als Jesus. Ein Mensch, in dem Gott erkennbar war. Ein Mensch, der gezeigt hat, dass man wirklich so leben kann, wie es gut ist. Ein Mensch, der uns zeigt, wie Gott ist: voll von Liebe, für die da, die von anderen klein gemacht werden, für die da, denen ihre Schuld wirklich leid tut. Gott als Sohn. Und dann noch Gott als Heiliger Geist. Als Kraft, die auch heute noch Menschen berührt. Als Kraft, die uns hilft, Gott zu erkennen. Als Kraft, die uns auch in schweren Zeiten beisteht. Alles drei gehört zusammen, alles ist derselbe Gott, von dem wir aber nur einen Teil erkennen können. Es ist nicht immer leicht zu sehen. Und manchmal tun wir uns, wie Jesaja auch, schwer damit, das auszuhalten, was wir von Gott sehen. Wir sehen nur einen Zipfel sei-nes Gewandes, um das Bild von Jesaja noch mal zu benutzen. Aber es ist immer der EINE, der einzige Gott. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, es ist der Gott, der uns Menschen dazu bereit macht, mit ihm zu reden und von ihm zu erzählen. Deshalb bin ich ja auch hier. Ich weiß, dass Gott immer größer ist als alles, was ich sagen kann. Und ich weiß, dass anderen Menschen vielleicht anderes wichtig ist oder dass Gott ihnen etwas anders begegnet ist. Aber ich weiß auch, dass ich glaube und eigentlich so wie Jesaja „Hier bin ich!“ sagen kann. Und trotzdem fällt es mir schwer, alles zu verstehen, was ich vorhin aus der Bibel vorgelesen habe. Das Bild von dem großen Gott, den man nie ganz sehen kann oder von der Reinigung, das hat ja mit manchem zu tun, was ich selber glaube und weiß. Aber wenn Jesaja den Menschen etwas von Gott sagen soll und die Menschen sollen es nicht verstehen, wenn Gott zu Jesaja sagt: „Ihre Herzen sollen verstockt werden, ihre Ohren verschlossen und ihre Augen verklebt“, dann ist das schon sehr merkwürdig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh ja, auch als Pfarrer und jemand, der studiert hat, fällt es mir manchmal schwer, die Bibel zu verstehen. Im Alltag denke ich auch: Welchen Sinn hat das denn, wenn ich den Menschen sagen soll, was sie alles falsch machen und dann sollen sie es erst gar nicht kapieren und unter ihren Fehlern leiden? Der Sinn wäre doch, dass sie ihr Verhalten ändern! Aber ich glaube, dass man mit zwei Überlegungen das ein wenig verstehen kann. Einmal ist die Bibel, auch das Buch von Jesaja, nicht in einem Rutsch aufgeschrieben worden. Die Menschen, denen Jesaja von Gott erzählt hat, die waren nur noch äußerlich so, dass sie behaupteten, sie glauben an Gott. Sie haben geopfert und an Feiertagen gebetet. Aber im Alltag haben sie eigentlich das Gegenteil gemacht. Da waren andere Götter interessanter, da wurden arme Leute unterdrückt und ausgebeutet, da war Gott ihnen ganz egal. Und am Ende ist der Teil von Israel, in dem Jesaja gelebt hat, tatsächlich in einem Krieg vernichtet worden, weil sich nichts geändert hat. Vielleicht hat nachträglich das noch jemand rein geschrieben, um zu zeigen, dass es Gottes Wille war und nicht die Schuld von Jesaja. Aber da ist auch etwas anderes, das mir wichtig ist: Gott entlässt die Menschen nicht aus ihrer Verantwortung. Sie spüren, was falsches Verhalten an-richten kann. Sie sollen nicht einfach so tun, als wäre nichts gewesen. Und gerade für die, die gelitten haben, war es vielleicht wichtig zu sehen, dass auch die, die al-les verbockt haben, nicht einfach so davonkommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Gedanken, dass Gott uns Menschen Verant-wortung für das gibt, was wir machen, finde ich nicht schlecht. Viele tun so cool und so, als wüss-ten sie alle. Gerade heute. Vielen ist es wichtig, dass sie gut dastehen, tolle Klamotten haben, viel-leicht gehen sie sogar in die Kirche und zu Konfer. Aber dann erzählen sie nachher, Gott ist blöd und sie hätten alles nur wegen Geld gemacht. Oder Erwachsene, die zwar in die Kirche gehen, aber danach übereinander lästern oder denen es egal ist, wie es armen Menschen woanders geht. Wir haben Verantwortung. Im Guten und im Schlechten. Wir sind schließlich keine dummen Marionetten. Und dann ist ja trotzdem noch Hoffnung in dem, was Jesaja sagt. „Der Stumpf aber bleibt und aus dem Stumpf wird neues Leben sprossen zu Gottes Ehre.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott gibt die Welt nicht verloren. Auch, wenn wir viel-leicht nicht immer sehen, wo die Hoffnung herkommen soll, wird Gott einen Weg finden. Das war schon damals so. Es gab, als Jesaja das alles erzählt hat, zwar die große Katstrophe, aber Gott hat den Menschen in Israel immer wieder geholfen und ihnen immer wieder neu eine Chance gegeben, Gutes zu tun und mit ihm zu leben. Und bis heute will Gott uns ja immer wieder neue Hoffnung schicken. Auch dann, wenn wir Menschen uns total verrannt haben und glauben, wir kommen aus den blöden Situationen, in die wir aus eigener Schuld geraten sind, gar nicht mehr raus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Hoffnung ist eigentlich lebenswichtig. Für mich heißt das heute, dass vielleicht neue Leute kommen, denen man es gar nicht zutraut, die von Gott so erzählen, dass Menschen ihr schlechtes Verhalten ändern. Oder das Gott mir hilft, mich für das Gute zu entscheiden, wenn das auch nicht immer der einfachere Weg ist. Gott hat eben viel mehr Möglichkeiten, als wir erkennen und ihm manchmal zutrauen. Und vielleicht hilft ja auch Konfer, darauf zu hoffen.&lt;br /&gt;Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;English version: &lt;br /&gt;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dear Church,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;it is probably very unusual, that it is not only me – the pastor – standing in front of the congregation preaching. But it is also a former confirmee by my side. I am glad that Lisa said „yes“, when i asked her if she wants to preach together with me.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;And rigth now I am asking myself if it has been a good idea to say „yes“. I am pretty nervous. Today all of the new confirmees and some of their parents are present here. And there are our guests from South Africa. And the other members of our church. But that is not all. There is also the text from the book of Isaiah. I choose this text as I considered it to be a beautiful dialog. But when we thought about it together I did not get anything to say about it today. But I did not want to back down.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Why not?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Because I promised.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;That's true, you are really reliable. When you have been younger everybody could rely on you at the nativity play and the children's ministry. And last year during the confirmation classes it was the same. Except for the first lesson that you missed.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But afterwards I have been there everytime. And by the way, I believe in GOD. And that is important for me. That's why I want to witness to others. Even though I am not sure if I am able to as I did not study theology. And I am neither a perfect person nor do I have a perfect faith.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Here we are at the centre of this pretty difficult text which is presrcibed for today. Isaiah the prophet who tells about the vision he had had, before he has witnessed to the people of Israel about GOD long time ago. Isaiah felt pretty small and nervous himself in the beginning. And he knew that he was not perfect as well. And GOD is so great, so good that man can not keep up with him. But what sounds so strange in this story of Isaiah is a great invitation and chance. Isaiah must not prove his skills and do something big that GOD takes him seriously and that he allows Isaiah to do his ministry. It is GOD coming up to Isaiah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But not personaly, but his envoy. These curious angles. One of them takes glowing charcoal and cleans Isaiah's lips which does not hurt Isaiah. For me that is something similar to what GOD did by sending Jesus into this world. He has shown us HIS love and that he wants to forgive our sin if we confess them. The same was as Isaiah had confessed to not be without sin. GOD enabled us to be good and to tell others about HIM.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yes, even though the book of Isaiah is not forthright about Jesus. But even before the life of Jesus you could see that GOD had something in mind with man. And we can see it today as well. We don't know Jesus as we met him on the street or as he introduced himself personaly to us but through his Holy Spirit. That is the dynamic GOD gives to HIS people nowadays so that they can discover HIM and HIS love and that we recognize that HE forgives and gives the strength and confidence to witness to others. When people who at first did not dare to talk about their faith and about GOD get the confidence to do so it really seems to me like the story of Isaiah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;But there is a lot more in this story of Isaiah. What catched me at first was the description of GOD. HE is so great that even the train of his robe fills everything. I tried to figure what that meant. That did not really work. GOD is so much bigger than everything we can imagine. And even if you meet GOD you cannot even see every part of HIM. And GOD is so mighty that we should fear HIM. When we discover GOD we discover our lives. When I think about myself even though I fear GOD I am not afraid of HIM. I surely consider HIM to be the strength of my live and to be someone who truly listens to me. For me GOD is someone whom I can tell everything.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;It is the same for me. GOD is greater than every image people can figure. That is especially expressed on a holiday like today. I believe it is the most unknown holiday of all. Trinity Sunday. Even the name is difficult to understand: barely a small number of people know it or even understand it. Trinity means that GOD is 1+1+1=1. Not because GOD is not a good mathematician, but because GOD is manifold and the one at the same time. GOD the father. That is what we talk about in church on and on. HE is the one all life comes from. HE is the one behind life, behind evolution and behind the law of nature. HE is the one knowing the beginning and the end. And GOD the son, Jesus. A man in whom GOD became visible. A man who has show us that it is possible to live as it is good. A man showing us how GOD is: full of love for small people and those who truly feel sorry for their sin. And then GOD the Holy Spirit. The strenght and dynamic touching people even today. As assistent helping us to discover GOD. As supporter in hard times. All three belong together, all three are the same GOD. The GOD we cannot fully discover as HE is to great. It is not always easy to see HIM. Sometimes it is the same with us as it was with Isaiah that it is hard to bear what we see about GOD. We can only see the train of his robe to use the picture of Isaiah. But it is always the one GOD we see.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;It is the one GOD who prepares us to talk to HIM and to witness to others. That is why I stand here. I know that GOD is greater than everything I can say. And I know that people are different and that GOD touches them in different ways. But I also know that I believe in GOD and that I can use the words of Isaiah: „Here I am!“ Even though it is sometimes difficult for me to understand everything I read from the Bible in the beginning.The vision of the great GOD whom you will never fully see and the purification. That has something to do with my faith. But on the other hand it seems strange to me when Isaiah should explain something to the people what they should not understand as it is written: „Go and tell this people: Be ever hearing, but never understanding; be ever seeing, but never perceiving.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh, even as a pastor and as someone having studied theology it is not always easy to understand the Bible. In everyday life I often think: What is the use of telling people about sin and then the should not understand it and suffer. The use should be that they change the lives. But I believe that you have to consider to things to understand the text. First of all the Bible as well as the book of Isaiah has not been writen at once. The people whom Isaiah has told about GOD where pretty hypocritcal. They said that they believe in GOD. They sacrificed and prayed on holidays. But in everyday life they have done the opposite of what GOD wanted them to do. They had other gods, they oppressed the poor and GOD was uninteresting for them. In the end the part of Israel in which Isaiah had lived was destroyed in a war as the people had not changed. Maybe someone added this later to show that it was the will of GOD and not the failure of Isaiah. But there is something else that I consider to be important: GOD does not release people from the responsibility. They realize what wrong behaviour can lead to. They should not act like nothing has happend. And especially for those having suffered it might have been important to see those having oppressed them to face judgement.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I like the point that GOD gives us responsibility for what we do. Many people act like they know everything. Espescially nowadays. For many people it is important to look good, dressing the latest and maybe they do also go to church or confirmation classes. But afterwards they say GOD is a fool and that they have only done it for money. Or others who visit the sunday service and later they talk badly about others or they do not care about the poor. We have responsibility. That is a chance and a challange. After all we are not string puppets. And in the end the is hope in what Isaiah says: „So the holy seed will be the stump in the land.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pastor Ulrich Kling-Böhm:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;GOD does not give up the world. And even if there are times when we do not see where hope should come from GOD will always find a way. It was like this in former times and it is like this today. There was the great disaster for Israel in the times of Isaiah on one hand but one the other hand GOD has helped HIS people again and again and has always given them a new chance to do good and live with him. And till this day GOD wants to give us hope even when we do not see a way to find out of the situations we are in through our own sin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa-Marie Kellermann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;This hope is essential. For me that means that people will come and talk about GOD on and on. People whom you do not dare to witness GOD. People like Isaiah telling people about GOD's will to change lives. And it means to me that GOD helps me to do the good even though it is not always the most easy way.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;That is why GOD is greater than we can ever discover and even believe. And probably it is the confirmation classes helping to catch this Hope&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-7503635804699432287?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/7503635804699432287/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=7503635804699432287' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7503635804699432287'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7503635804699432287'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/06/wenn-konfirmierte-predigen-trinitatis.html' title='Wenn Konfirmierte predigen... - Trinitatis, 19.06.11, Reihe III, English version available'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-9151060232564649215</id><published>2011-06-12T12:38:00.001+02:00</published><updated>2011-06-12T12:38:44.932+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Pfingsten'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Johannes'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Tschüss, Pfüati, Adieu - Pfingsten 2011, 12.06.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.basisbibel.de/basisbibel-nt/bibeltext/basisbibel/bibeltext/lesen/"&gt;Johannes 16,5-15 (diesmal aus der BASISBIBEL gelesen)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tschüss – oder eher geflötet: Tschühüss! Auf Wiederse-hen! Ciao! Bis bald! Wir sehen uns! Hau rein! Mach’s gut! Adieu! Servus! Pfüati! Bye! Bleib sauber!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt unglaublich viele Arten, sich zu verabschieden. Ich weiß nicht, welche sie bevorzugen, welche eure liebste ist. Sicher hängt es oft davon ab, von wem man sich verabschiedet. Von den Eltern verabschiedet man sich anders als von der Freundin, von der Nachbarin anders als vom Enkelkind. Wenn man denkt, dass man sich bald wiedersieht anders, als wenn das Wiedersehen ungewiss ist. Wenn ich zu einem Schwerstkranken oder einem Menschen, der im Sterben liegt, gerufen werde, finde ich ein „Auf Wiedersehen“ eher unpassend. Und mit „Hau rein! Wir sehen uns! oder: Bye!“ verabschiede ich mich auch nicht von meiner Frau. Gibt es so etwas wie die richtige, immer passende Form der Verabschiedung? Vielleicht hat sich das ursprünglich eigentlich ja rein auf Norddeutschland beschränkte „Tschüss“ dazu entwickelt. Manchen, vor allem älteren, ist das vielleicht zu locker, manchen jüngeren nicht cool genug. Aber benutzt wird es von fast allen. Ich finde das schön. Mir würde auch „Pfüati“ gefallen, aber für einen Nichtbayern ist das doch etwas schwer auszusprechen. „Pfüati“ meint nichts anderes als: „Gott führe dich auf deinem weiteren Weg“. Und „Tschüss“ ist nichts anderes als die norddeutsche Form des französischen und etwas aus der Mode gekommenen „Adieu“ – „Mit Gott“. Tschüss heißt nichts anderes als „Gehe deinen Weg mit Gott“ – kann’s einen schöneren Wunsch bei einer Verabschiedung geben? Tschüss – geh deinen Weg mit Gott, er geht ihn auch mit dir. Egal, ob wir uns bald wiedersehen oder lange Zeit getrennt sein werden. Egal, ob ich den Abschied voller Vorfreude auf das, was kommt, kaum erwarten kann, oder ob es ein Abschied für immer sein wird und nur noch die Hoffnung und der Glauben bleiben, dass der Tod nicht das Allerletzte ist, sondern dass Gott mehr für uns bereit hält. Tschüss, Adieu, Pfüati!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau das sagt Jesus eigentlich auch seinen Freunden, den Jüngern, den Menschen, mit denen er den Abend vor seiner Verhaftung und Kreuzigung verbringt. Ich habe es eben als Predigttext vorgelesen. Ich habe jetzt nicht die Jahreszeit verwechselt. Ich weiß, dass wir Pfingsten haben und nicht die Passionszeit, kurz vor Os-tern. Aber in diesem Jahr ist nun einmal dieser Abschnitt aus dem Johannesevangelium als Predigttext vorgesehen. Jesus sagt: „Tschüss!“ Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird dieses „Tschüss“ für mich tatsächlich zu einer fröhlichen oder wenigstens froh machenden Botschaft für Pfingsten. „Tschüss!“ – „Geht mit Gott!“ Nehmt Abschied, ihr müsst es tun. Haltet euch nicht am Vergehenden und Gewohnten fest. Geht ins Leben, aber seid gewiss: auf eurem Weg ist Gott mit euch. „Tschüss“ eben, nicht „Macht’s gut!“. Nicht ihr müsst irgendwas gut machen, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;sondern bevor ihr was gut machen könnt, wird für euch was Gutes gemacht werden. Eine frohe Botschaft, die aber auch die traurigen Seiten nicht verschweigt. Ich sage es immer wieder gern: was ich so toll an der Bibel finde ist, dass sie uns nichts über das Leben erzählt, was falsch wäre. Sie sagt nicht: das Leben ist immer toll und wenn du nur fest genug glaubst und immer ganz nahe bei Gott bist, wird alles super laufen und es wird keine Zumutungen in deinem Leben eben. Die Bibel sagt: Das Leben ist voller Zumutungen und es ist auch manchmal traurig. Auch für die, die ganz nahe bei Jesus sind. Aber du kannst das aushalten, weil du in deinem Leben nicht allein bist. Du kannst wirklich leben. Nicht in einer Scheinwelt, sondern in der Wirklichkeit. Da kriegst du den Beistand, den du brauchst. Davon erzählt Jesus hier seinen Freunden, die am Abend vor seinem Tod bei ihm sind. Und das gilt auch für uns, viele, viele Jahre später. „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, wenn ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, kommt der Beistand nicht zu euch. Aber wenn ich fortgehe, werde ich ihn zu euch schicken.“ Ich finde es unglaublich gut, was Jesus hier sagt. Damit Neues beginnen kann, muss Abschied genommen werden. In manchen Bibelübersetzungen heißt es statt „Beistand“ auch „Tröster“. Aber „Tröster“ ist eigentlich zu wenig. Jesus meint „Beistand“ in einem ganz großen Sinn. Nicht nur den, der für einen da ist, wenn man traurig ist. Sondern eine Kraft, die hilft, das Leben wirklich zu entdecken. eine Kraft, die einem hilft, die Wahrheit zu sehen und auszuhalten. Eine Kraft, die hilft, im Sinn Gottes, in der Nachfolge Jesu zu leben, auch in den Momenten, in denen es gut läuft. Manchmal ist doch gerade das die Schwierigkeit. Wenn es mir schlecht geht, dann denke ich an Gott, dann erhoffe ich mir Hilfe von ihm, dann tröstet mich der Gedanke, dass einer da ist, der auf mich aufpasst und dem etwas an mir liegt. Und wenn’s mir gut geht? Dann denke ich doch, alles könnte aus eigener Kraft immer so weitergehen. Gott ist manchmal gerade in guten Zeiten in meinen Gedanken viel weiter weg als in schwierigen Zeiten. Und wenn ich jetzt „meinen Gedanken“ gesagt habe, dann meine ich das auch so. Und ich glaube nicht, dass ich mit dieser Erfahrung allein bin. Aber dann sehe ich auch, dass Gottes Beistand Menscen, denne es gut geht, zu etwas motiviert. Ich bin dankbar, dass wir es in nicht einmal vier Wochen geschafft haben, über 11.000 Euro für unsere geplante Jugendarbeiterstelle zu bekommen. vor acht wochen hätte ich das nie für möglichgehalten. Ich bin dankbar, dass Gottes Beistand, Gottes Geist junge Menschen bei uns motiviert hat, sich in Konfer zu engagieren und ihre guten Glaubenserfahrungen weiterzusagen. Ich bin dankbar, dass Gottes Geist auch ältere menschen bewegt, sich bei dden senioren, im Kirchenvorstand und anderswo nach ihren Gaben für Gottes Wort einzusetzen. Da ist für mich Gottes Beistand am Wirken, der Geist, den Jesus verheißt, gerade auch für die guten Zeiten. Und deshalb ist für mich das Wort "Tröster" viel zu klein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gottes Geist zeigt uns die Wahrheit über das Leben. Der Beistand, der uns Gottes Herrlichkeit und Jesus zu erkennen hilft, zeigt uns, wie Leben wirklich gut sein kann. Und dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit eher unangenehmen Dingen. Mit Schuld zum Beispiel. Schuld heißt, nicht an Gott zu glauben, steht hier. Klar, auch jemand, der mit Gott absolut nichts am Hut hat, kann gute Dinge tun und mancher, der sich auf Gott beruft und denkt, er hätte einen tollen Glauben, tut ganz furcht-bare Dinge. Aber genau das ist doch die Abkehr von Gott. Die Abkehr von Gott, von seinem Beistand und seinem Geist, passiert doch da, wo ich denke, dass es genügt, nach außen so zu tun, als wäre alles in Ordnung und als wäre ich ein frommer Mensch, als hätte ich keine Vergebung nötig. Schuld entsteht da, wo ich Gottes Willen, den Willen zum Leben, zu Recht und Ge-rechtigkeit, zur Erlösung für die Menschen nicht wahr-haben will. Schuld entsteht da, wo ich Menschen von mir abhängig mache, wo Unterdrückung herrscht, weil sich Menschen wie Gott aufspielen. An Gott glauben heißt vor allem, darauf zu vertrauen, dass er allein und kein Mensch die letzte Wahrheit weiß. Schuld entsteht da, wo ich etwas oder jemand anders, im Zweifel mich selbst, an Gottes Stelle setze. Das ist eine Wahrheit, die der Geist uns zu erkennen gibt. eine andere ist die, dass Gott und Jesus wirklich eins sind. Jesus ist kein Möchtegerngott, kein Guru. Er ist mehr als ein bloßer Lehrer. In ihm begegnet Gott. Und deshalb ist es ein Ausdruck der Gerechtigkeit, dass er, der zu Gott gehört, mit Gott vereinigt sein wird. Gerechtigkeit ist oft nicht sichtbar. Aber sie geschieht dort, wo nach den Vorstellungen Gottes gelebt wird. Und dazu gehört eben auch die Vergebung, für die Jesus einsteht. Und die Wahrheit, die der Beistand sichtbar werden lässt ist die, dass die ungerechten und egoistischen Zustände in dieser Welt nicht von Dauer sein werden. Wenn Leben mehr ist als die Zeitspanne zwischen Geburt und Tod, dann wird das, was das Leben hier schwer macht, auf Dauer keinen Bestand haben. Diejenigen, die auf Kosten der Schwachen leben, die andere ausnutzen, die zum Hass gegen andere anstacheln, die werden sich auf Dauer nicht durchsetzen. Natürlich ist das auch 2000 Jahre, nachdem diese Worte aufgeschrieben wurden, noch längst nicht erfüllt. Aber der Beistand, der Tröster, der Geist, den Jesus verheißt, gibt die Kraft, das alles nicht nur auszuhalten, sondern gegen Unrecht aufzustehen und etwas zu tun. In dem wissen, dass ich das nicht alles schaffen werde und auch Fehler mache. In dem Vertrauen, dass Gott unsere Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit bei sich zu Ende bringen wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Tschüss“ – geht mit Gott in diese Welt. Das gibt Jesus seinen Freunden mit. Ihr braucht mich nicht direkt zu sehen, um das Leben dort auszuhalten, um etwas von der Herrlichkeit der Liebe Gottes zu spüren. Ihr habt einen Beistand in dieser Welt. Das ist das Versprechen von Pfingsten. Gottes Geist, der zum Leben anstiften und Mut machen will. Und deshalb höre ich jetzt auch endlich auf und sage: Tschüss – geht mit Gott ins Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-9151060232564649215?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/9151060232564649215/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=9151060232564649215' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/9151060232564649215'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/9151060232564649215'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/06/tschuss-pfuati-adieu-pfingsten-2011.html' title='Tschüss, Pfüati, Adieu - Pfingsten 2011, 12.06.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-1932041995892247332</id><published>2011-05-29T12:55:00.000+02:00</published><updated>2011-05-29T12:55:46.741+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gebet'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Bet' richtig! - Rogate, 29.05.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/lk%2011,5-13/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 11,5-13&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kann man Beten eigentlich lernen? Gibt es so etwas wie die richtigen Worte oder die richtige Technik, die Erfolg versprechen? Manchmal frage ich mich, ob ich nicht genau das, nämlich dass es bestimmte Worte oder bestimmte Techniken gibt, Konfirmanden, Schülern und anderen vermittele. Da müssen Konfirmanden seit Jahrhunderten das „Vaterunser“ auswendig lernen, da gehören Ruhe, gefaltete Hände oder wenigstens eine konzentrierte Körperhaltung zum Gebet. Oder bestimmte schöne oder wenigstens kluge Worte, die sich begabte Beter ausgedacht und in Büchern und Heften veröffentlicht haben. Ja, so geht Beten. Gute Worte, konzentrierte Stimmung, am besten an jemandem orientiert, von dem ich denke: der oder die kann es. Beten als eine Art Handwerk, eine Kunst, an der man den richtigen Christen erkennt. Erlernbar und anzuwenden. Aber ein Gebet ist doch mehr als eine bloße, technische Angelegenheit, richtig anzuwenden, die ich jeden Morgen oder jeden Abend oder bei jedem Essen oder sonntags in der Kirche ableiste. Wenigstens dann, wenn ich ernst nehme, was Jesus den Menschen, die ihm zugehört haben, erzählt. Ein Gebet hat immer auch etwas damit zu tun, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;dass ich sagen kann, was ich jetzt wirklich brauche, dass ich mich traue, ehrlich zu sein, unabhängig von passenden Zeiten und passenden Orten einfach mal wage, das zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Not lehrt beten, so lautet ein altes Sprichwort. Ist das also das richtige Beten, aus der Not heraus, gerade so, wie es mir einfällt, und alles andere wäre falsch? Ich glaube nicht, dass Jesus so etwas den Menschen sagen wollte. Ich glaube nicht, dass er die verschiedenen Möglichkeiten zu beten gegeneinander ausspielen wollte. Ich glaube, dass Jesus einfach Mut machen wollte, es mit dem Beten zu versuchen. Trotz aller Müdigkeit und gegen alle Müdigkeit, die sich beim Beten auch einstellen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt ja einiges, was einen beim Beten auch müde ma-chen kann. Einmal die Erfahrung: „Ich würde gern be-ten, aber irgendwie kann ich’s nicht – mir fehlen die Worte, die Gelegenheit, ich trau mich nicht so recht, weil ich’s noch nie gemacht habe oder selten mache, weil mein Anliegen zu klein oder zu groß ist oder was auch immer da sein kann.“ Dann die Müdigkeit, die entsteht, weil ich merke, dass ich mich beim Beten gar nicht so recht konzentriere: Ich will was sagen, aber schon sind viele andere Gedanken da. Und natürlich auch die Mü-digkeit, dass ich das Gefühl habe, dass Beten ja doch nichts ändert und auch sinnvolle Bitten nicht erhört wer-den. Das, was Jesus hier sagt, was Lukas uns überliefert, ist so eine Art Red Bull oder „Hallo-wach-Kaffee“ gegen die Gebetsmüdigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist einmal die Geschichte, die Jesus von dem Freund erzählt, der um Mitternacht vorbei kommt, einen aus dem Schlaf reißt und um Lebensmittel bittet, weil er für einen Freund auf der Durchreise nichts mehr da hat. Be-ten, das erzählt Jesus mit diesem Gleichnis, ist wie Re-den mit einem Freund. Da brauche ich keinen großen Wert auf die richtigen Etikette und die passenden Zeiten und Worte zu legen, da kann ich überfallartig kommen, laut werden, sagen, was dran ist. Die Freundschaft ist belastbar. Die hält auch Unverschämtheiten und außergewöhnliche Zeiten und Bitten aus. Wenn ich an mich denke, dann hätte ich schon Bedenken, wegen einer Kleinigkeit Freunde aus dem Schlaf zu klingeln. Ich würde denken, dass die vielleicht sauer wären – und wahrscheinlich wäre ich im ersten Moment auch nicht wirklich freundlich, wenn mich jemand aus dem Tiefschlaf reißt. Macht euch keine Gedanken, ob ihr Gott auf die Nerven geht, sondern legt einfach los, sagt Jesus allen, die es mit dem Beten versuchen wollen. Bei dem, was der laute und vielleicht auch etwas unverschämte Freund will, geht es vor allem darum geht, dass er seine mitmenschlichen Pflichten erfüllen kann und dass er sich einem anderen gegenüber als Freund erweisen kann. Ich weiß nicht, ob die Beobachtung wirklich wichtig ist, aber sie fällt mir auf. Es ist keine egoistische Bitte. Das Brot braucht er nicht für sich und nicht, weil er vergessen hat, einzukaufen oder zu viel Geld für Bier ausgegeben hat. Vielleicht steckt in diesem Gleichnis ja auch so etwas wie ein Grundgebet: „Hilf mir, Mitmensch sein zu können!“ Ich will jetzt gar nicht die Bitten für eigene Notlagen abwerten, aber vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass ich mich in Beziehung zu den Menschen besser wahrnehmen kann, wenn ich mich zu Gott in Beziehung setze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann sagt Jesus etwas, das seit dieser Zeit viele Hoffnungen geweckt und vielleicht auch viele Hoffnungen enttäuscht hat. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Jesus verspricht, das Beten etwas bewirkt. Wer betet empfängt, findet Antworten, dem öffnen sich Türen. Aber entspricht das dem Alltag? Im Alltag erlebe ich doch häufig, dass nicht jede Bitte, und sei sie auch noch so wenig egoistisch und noch so gut gemeint, sich erfüllt. Da suche ich nach Wegen und die Wege werden trotz Gebet nicht sichtbar. Da bleiben Türen verschlossen, die ich doch so dringend offen gebraucht hätte. Menschen, auch ich, machen diese Erfahrungen immer wieder. Auch ich selbst. Aber vielleicht kann ich diese Aussage Jesus viel besser verstehen, wenn ich nicht davon ausgehe, dass ich genau das finden werde, was ich glaube, finden zu wollen. Und ich muss vielleicht nicht das bekommen, von dem ich denke, dass es gut und richtig ist. Der Mut, Gott anzusprechen und ihm mein Leben – und auch meine Nöte, meine Zweifel – zu öffnen, das führt zu Veränderungen. Aber die sehen vielleicht ganz anders aus, als ich es erwarte. Wer da bittet, der empfängt – vielleicht nicht das, was er haben wollte, sondern etwas, das ihn weiterbringt. Wenn wir unsere Ohren, Herzen, Seelen öffnen und nicht glauben, mit unserem Willen Gott steuern zu können, dann können wir vielleicht wirklich etwas finden. Gott ist nicht unsere Wunscherfüllmaschine. Wir empfangen etwas, allein dadurch, dass wir uns trauen, mit Gott zu reden. Wir empfangen lebendige Beziehungen, die Leben verändern. Wer da bittet, der empfängt – wer sich wirk-lich in eine Beziehung begibt, der geht verändert weiter ins Leben. Das ist doch schon bei Menschen so. Wenn ich mich wirklich auf einen Menschen einlasse und ihn nicht nach meinem Willen formen will oder nur das se-hen will, was ich erwarte, dann bereichert und verändert mich diese Beziehung, diese Freundschaft, diese Liebe. Und so ist das auch mit der Beziehung zu Gott im Gebet. Gebet verändert Leben, Gebet macht lebendig, weil ich mich darauf einlasse, dass ich mein Leben nicht in der Hand habe, weil ich in Beziehung trete. Ich gehe verändert hinaus. Vielleicht anders, als ich dachte, aber reicher, beschenkter, wenn ich meine Vorstellungen mal nach hinten stelle und mich auf das einlasse, was in dieser Beziehung geschieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gebet eröffnet Lebensmöglichkeiten, das macht Jesus am Ende dieser Episode deutlich. Jesus macht klar, dass selbst böse Menschen in aller Regel ihren Kindern nicht schaden wollen, ihnen keine Schlage statt eines Fisches oder keinen Skorpion statt eines Eis geben. Natürlich fallen jedem von uns Gegenbeispiele ein, Missbrauch von Kindern, Vernachlässigung, wo Eltern Kindern die Lebensmöglichkeiten rauben. Aber Gott sei Dank sind das die Ausnahmen. Auch Menschen, die zu bösem fähig sind, geben Kindern, was sie zum Leben brauchen. Und Jesus sagt deshalb, dass Gott, der doch das absolut Gute und die absolute Güte ist, deshalb umso mehr seinen Kindern, den Menschen, das Lebensnotwendige gibt. Spannend ist, was Jesus als Erfüllung aller Gebetswünsche, als Geschenk für das Leben dann in Aussicht stellt: den Heiligen Geist. Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Jetzt ist vielleichtmancher enttäuscht, weil er sich viel Geld oder ewige Gesundheit oder etwas materiell Greifbares erhofft hätte. Aber hier sind wir wieder bei unseren Wunschträumen und dem guten Leben. Gott schenkt den Heiligen Geist: die Kraft, in dieser Welt zu leben und die Liebe nicht zu verlieren. Die Kraft, auch in schwierigen Situationen durchzuhalten. Die Kraft, zu glauben, zu hoffen, zu lie-ben. Die Kraft, als Mitmensch zu leben. Mit Menschen. Mit Gott. Die Grundlage für gutes Leben. Den Beginn des Reiches Gott. Im Gebet eröffnen sich Möglichkeiten zum Leben. Gott schenkt sie uns. Aber er nimmt uns nicht ab, aus diesen Möglichkeiten etwas zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-1932041995892247332?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/1932041995892247332/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=1932041995892247332' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1932041995892247332'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1932041995892247332'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/05/bet-richtig-rogate-29052011-reihe-iii.html' title='Bet&apos; richtig! - Rogate, 29.05.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-3196358761016107725</id><published>2011-05-08T14:45:00.003+02:00</published><updated>2011-05-29T13:02:09.116+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konfirmation'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Petrus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><title type='text'>Entspannt Leben - gechillter bleiben - Konfirmation 2011, 08.05.2011</title><content type='html'>&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-4n8Q_E8gL4Q/TeIm2z5hiJI/AAAAAAAAABs/SDfbQNLJcW8/s1600/konfis+11+gruppe+2+web.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; cssfloat: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="237" src="http://1.bp.blogspot.com/-4n8Q_E8gL4Q/TeIm2z5hiJI/AAAAAAAAABs/SDfbQNLJcW8/s320/konfis+11+gruppe+2+web.JPG" t8="true" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Konfis 2011, Gruppe 2 (Foto: UKB)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Text: 1. Petrus 5,7&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liege rausholen, aufbauen, Talar ausziehen, entspannt hinlegen, nach Drink rufen, Moderation…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde!&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="tr-caption-container" style="float: right; margin-left: 1em; text-align: right;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-YosjvoOvczA/TeImvCYQDGI/AAAAAAAAABo/UL7QqSPx6nk/s1600/Konfis+11+gruppe+1+web.JPG" imageanchor="1" style="clear: right; cssfloat: right; margin-bottom: 1em; margin-left: auto; margin-right: auto;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-YosjvoOvczA/TeImvCYQDGI/AAAAAAAAABo/UL7QqSPx6nk/s320/Konfis+11+gruppe+1+web.JPG" t8="true" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="tr-caption" style="text-align: center;"&gt;Konfis 2011, Gruppe 1 (Foto: UKB)&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;So entspannt wäre ich heute gern! Einfach rumliegen, keine Sorgen mehr! Keine Sorge, dass die Predigt heute zu lang wird, wie Doreen oder Vanessa es befürchten, oder zu langweilig, wie vielleicht manche anderen befürchten. Keine Sorgen, ob wir in Konfer alles richtig gemacht haben. Keine Sorgen mehr, das vielleicht niemand mehr nach Konfer mit Kirche was zu tun haben will. Keine Sorgen, dass vielleicht mancher Lebensweg von euch Konfis nicht so toll läuft. Keine von den anderen Sorgen, die heute Morgen vielleicht da sind. Einfach entspannt chillen! Aber wie werde ich die Gedanken, die Sorgen, die sich immer in meinen Kopf schleichen, los?&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Ganz früher, ich glaube sogar, noch bevor ich selbst geboren wurde, gab es mal ein Lied, das hieß: „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“. Aber das funktioniert nicht. Weder mit Wein noch mit Bier oder Wodka. Weder mit einem Gläschen noch mit ein oder zwei Fläschchen. Man denkt zwar vielleicht einen Moment, dass es hilft, aber je mehr man das versucht, desto mehr melden sich die Sorgen wieder und sie werden größer. &lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Entspannt chillen und entspannt leben, Sorgen loswer-den, das muss irgendwie anders gehen. Aber wie? Im Alltag funktioniert das oft ganz passabel mit anderen Menschen. Als kleines Kind sind es meistens die Eltern, die dann herhalten und denen man zumindest fast alles erzählt. Als Jugendliche oder Jugendlicher sind das öfter dann wahrscheinlich Gleichaltrige, manchmal vielleicht auch Geschwister oder hin und wieder vielleicht auch mal jemand anderes aus der Erwachsenenwelt, bei dem an sorgen loswird. Aber ganz so einfach wie früher ist das nicht. Ich glaube mal, dass man sich als Jugendlicher ganz genau überlegt, wem man was erzählt. Klar, die El-tern sollen und müssen vielleicht auch nicht immer alles wissen, selbst der Lehrer, zu dem man ganz viel Vertrau-en hat, bleibt am Ende doch jemand, der einem Noten gibt und bei Freunden ist das auch so eine Sache. Man vertraut nicht jedem alles an. Wer weiß, vielleicht wird doch was weitererzählt oder das Image stimmt nicht mehr, wenn Schwächen zugegeben werden. Ich war sehr positiv überrascht, wie offen und ehrlich manche von den Konfis mit den Mitarbeitern und manchmal auch mit mir über ihre Sorgen gesprochen haben. Ein unglaublich großer Vertrauensbeweis ist das. Aber trotzdem: &lt;/div&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Auch das hatte seine Grenzen. Und wie ist das mit Erwachsenen, zum Beispiel mit den Eltern, die sich Sorgen machen. Über die Schulausbildung der Kinder, über die Freunde, mit denen sie vielleicht nicht immer einverstanden sind, darüber, dass die Kinder schwer krank werden könnten oder ihnen vielleicht etwas anderes Schlimmes zustößt? Wo werden die ihre Sorgen los? Bei Partnerin oder Partner, bei Freunden? Wo werden Mitarbeiter, Lehrer, Pfarrer Sorgen los? Bleibt am Ende doch nur das Gläschen Wein, auch wenn es nicht funktioniert? Ich möchte Euch und ihnen und uns Mut machen, es anders zu versuchen. Gerade dann, wenn die Möglichkeiten, Sorgen bei Menschen loszuwerden, an ihre Grenzen stoßen. Und deshalb habe ich als Motto für den Konfirmationsgottesdienst einen Vers aus dem 1. Petrusbrief ausgesucht: Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich drückt sich in diesem Vers eigentlich das aus, was Konfer sein soll. Auch wenn es nicht ganz ohne Auswendiglernen und ohne Regeln geht, das Wesentliche ist was anderes: eine Einladung. Die Einladung, Gott zuzutrauen, dass seine Liebe Leben heilen und verändern kann. Die Einladung, dass Jesus jedem helfen will, die Sorgen, die man durchs Leben schleppt, mitzutragen und möglichst auch loszuwerden. Die Einladung, es mit dem Glauben und der Liebe wirklich zu probieren und nicht nur von Glauben und Liebe zu reden. Konfer ist keine Leistung, die man nachprüfen kann, die mit Geld belohnt wird, auch wenn ich jedem von euch gönne, dass ihr hoffentlich viele Geschenke bekommt. Konfer ist für mich die Einladung, entspannter, gechillter zu leben. Weil ich in dem Jahr und vor allem hoffentlich durch die Menschen, denen ich da begegne, für mein eigenes Leben annehmen kann, dass da einer ist, Jesus, der mir helfen will und dem ich auch das anvertrauen kann, was ich sonst bei niemandem, vielleicht noch nicht mal bei den abffls, loswerde. Das ist wirklich eine echte Einladung. Als Pfarrer und auch als Mitarbeiter kann man niemanden zwingen, Gott zu vertrauen. Und Gott selbst zwingt auch niemanden, ihn zu lieben und an ihn zu glau-ben. Er lädt ein. Ich geh mal davon aus, dass ihr es ernst meint, wenn ihr gleich sagt, dass ihr die Einladung an-nehmen wollt. Kontrollieren kann ich es aber nicht. Will ich auch nicht. Manchmal ist es ja so wie sonst im Leben: da kommt einem im letzten Moment was dazwischen, da drängeln sich andere Sachen nach vorne und man ver-schwitzt die Einladung total. Aber anders als bei Men-schen, die dann sauer werden, hält Gott seine Einladung offen: Du darfst auch später wieder zu mir kommen. Ich werde dich nicht rauswerfen, du bist mir willkommen. Bei mir kannst du entspannen, bei mir kannst du loswer-den, was dir sonst das Leben schwer macht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und vielleicht ist Konfer ja auch eine Einladung an die Eltern, Paten, Großeltern, es mit dieser Einladung mal zu versuchen. Als Erwachsener tut es doch auch gut zu wis-sen, dass ich mit meinen Sorgen nicht allein gelassen werde. Dass einer da ist, dem auch an meinem Kind liegt – gerade auch dann, wenn ich mich vielleicht schwer da-mit tue, es zu verstehen oder wenn die eigenen Sorgen so groß sind, dass da gar nicht so viel Platz für die Sorgen des Kindes ist, wie man es gern hätte. Und der ist nicht nur für mein Kind da, sondern auch für mich. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch: eine Einla-dung an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie das funktioniert? Ich denke, erst einmal ganz normal: indem ich anfange, ihm, Jesus, das zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt. Zum Beten brauche ich keine Kirche und ich muss die Hände nicht falten. Das kann alles sein, das kann helfen, sich zu konzentrieren, muss aber nicht. Und das tolle: er hört auch zu, wenn ich jahrelang nicht mit ihm gesprochen habe. Gott ist nicht beleidigt und macht keine Vorwürfe, sondern er freut sich über jeden, der mit ihm spricht. Jesus erzählt das immer wieder. Zugegeben, einen Haken hat die Sache: Er sorgt für euch ist nicht so gemeint, dass wir nichts mehr tun müssten. Dietrich Bonhoeffer, ein Pfarrer, der von den Nazis umgebracht wurde, hat mal gesagt: Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen. Wir glauben manchmal, dass Jesus uns nicht hilft, dass Gott nicht da ist, weil wir unsere Wünsche mit dem verwechseln, was Gott für unser Leben will. Ich glaube, dass Gottes Pläne viel langfristiger sind als dass, was wir Menschen denken. Und weil wir nicht alles JETZT! SOFORT! GLEICH! kriegen, denken, wir, er wäre gar nicht da. Vertrauen und Geduld gehören dazu, wenn ich Gott meine Sorgen mittragen lasse. Und was noch dazugehört, das ist der Mut, die eigenen Kräfte zu entdecken und zu gebrauchen. Gottes Liebe lässt uns le-ben, aber sie nimmt uns unser Leben nicht ab. Manchmal, glaube ich wenigstens, sorgt Gott so für uns, dass er uns die Kraft gibt, für uns und für andere selbst zu sorgen und das zu sehen, was wir selbst tun können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Ich wünsche euch, den Konfis, dass ihr euren Weg mit dem gehen könnt, der euch und euer Leben wirklich weiterbringen will: mit Jesus, Gottes Liebe, der uns die Kraft gibt, vor dem Leben nicht wegzulaufen, sondern miteinander zu leben. Nicht immer ganz ohne Sorgen, aber so, dass wir die Sorgen tragen können. Mit unserer Kraft, durch seine Hilfe, mit den Menschen, die Teil unseres Lebens sind. Und ich wünsche uns Erwachsenen, Eltern, Paten, Großeltern, Pfarrer, Mitarbeiter, Gemeinde, dass wir die Kraft haben, euch weiter auf eurem Weg so zu begleiten, dass euch das nicht fesselt, sondern weiterbringt, dass wir aber auch unsere eigenen Wege gut im Vertrauen auf Gottes Liebe gehen können und nicht bloß davon reden, sondern es praktisch vorleben.&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none;"&gt;Und ich wünsche mir und uns, dass das ganze Reden von den sorgen nicht zu viel war und manche runtergezogen hat, sondern dass ich – und hoffentlich ihr alle – in Zu-kunft entspannter, gechillter leben kann. Mich zurückleh-nen kann, Leben genießen kann, weil einer da ist, der mir das Leben gönnt und mir helfen will, wirklich gut zu le-ben. Amen. Wieder hinlegen, auf das nächste Lied warten&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-3196358761016107725?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/3196358761016107725/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=3196358761016107725' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3196358761016107725'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/3196358761016107725'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/05/entspannt-leben-gechillter-bleiben.html' title='Entspannt Leben - gechillter bleiben - Konfirmation 2011, 08.05.2011'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-4n8Q_E8gL4Q/TeIm2z5hiJI/AAAAAAAAABs/SDfbQNLJcW8/s72-c/konfis+11+gruppe+2+web.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-2427412699952244951</id><published>2011-04-24T07:26:00.001+02:00</published><updated>2011-04-24T07:27:25.925+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Matthäus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ostern'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Halluja Amen! - Ostersonntag, 24.04.2011, Reihe III</title><content type='html'>Und hierzu ein Musiktipp: &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=HydBFcJIBJk"&gt;Michaela Meise, Preis dem&amp;nbsp; Todesüberwinder&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/mt%2028,1-10/anzeige/context/#iv"&gt;Matthäus 28,1-10&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Liebe Gemeinde!&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Jesus lebt. Amen.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Eigentlich kann ich gar nicht weiter predigen. Mehr kann ich gar nicht verkündigen. Etwas Größeres kann ich nicht sagen. Jeder Versuch, zu erklären, zu beschreiben, Ostern für den Verstand handhabbar zu machen, wird scheitern. Ostern ist die radikale Frage an unseren, an meinen Glauben. Weihnachten, die Geburt eines Kindes, in dessen Lebenslauf Gott zu erkennen ist, eine große Botschaft, aber alles im Rahmen dessen, was ein Verstand irgendwie erfassen kann. Karfreitag, der Tod eines unschuldigen Menschen mit dem Gott sich ganz und gar identifiziert, auch das stellt unseren Glauben nicht auf die ultimative Probe. Geburt und Tod markieren die Grenzen des Verstandes. Aber dass der Tod nicht das Ende ist, das kann ich nicht verstehen. Jeder Versuch, hier vernünftige Erklärungen zu finden, scheitert. Klar ist, dass es ein Ereignis in der Weltgeschichte gab: ein leeres Grab, in dem doch eigentlich ein Leichnam hätte liegen sollen. Was sich da abgespielt hat, davon schweigt sogar die Bibel. Matthäus erzählt hier, dass sich Maria aus Magdala und die andere Maria, zwei Frauen, die Jesus besonders nahe waren, auf den Weg gemacht haben, um nach dem Grab zu sehen. Als sie ankommen, erleben sie eine spektakuläre Show: Erdbeben, ein blendend&lt;span style="mso-spacerun: yes;"&gt;&amp;nbsp; &lt;/span&gt;weißer Engel kommt vom Himmel, ein schwerer Stein wird weggewälzt. Aber wer jetzt erwartet, dass Jesus im Nebel und unter unerhörten Effekten aus dem Grab kommt. Aber nichts in dieser Richtung passiert. Das Wesentliche ist schon längst geschehen. Das Grab ist leer, der Übergang vom Tod zum Leben ist nicht zu beobachten, er ist wirklich unaussprechlich. „Kommt und seht!“ &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;So werden die Frauen aufgefordert, das Grab zu betreten und sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, dass es nichts zu sehen gibt. Wer das Leben sehen will, muss vom Tod Abschied nehmen können. Die frohe Botschaft von Ostern ist nicht die, dass wir den Tod überspielen oder verleugnen müssen. Die frohe Botschaft ist die, dass der Tod überwunden ist. Weil er ernstgenommen wird. Jesus lebt – und Menschen sterben weiterhin. Jesus lebt – und die Welt hat immer noch ihre traurigen und schrecklichen Seiten. Jesus lebt – und genau das ist der Grund, warum wir uns nicht von dem Schrecklichen und Traurigen gefangen nehmen lassen müssen, das immer noch da ist. Nicht, weil wir die Augen davor verschließen müssten. Nicht, weil wir es überspielen müssten. Die Frauen am Grab – und mit ihnen auch wir, dürfen und müssen hinschauen. Wir dürfen und müssen dem ins Gesicht sehen, was uns Angst macht. Und das ist ja ganz viel. Der Tod. Die Erfahrungen von Leiden. Die Angst, Liebe zu verlieren oder keine Liebe zu finden. Die Angst, nicht mithalten zu können. Die Angst, zu kurz zu kommen. Die Angst, dass die ganze Welt zu Grunde geht. An einem unverantwortlichen Umgang mit der Umwelt. An Aggression und Gewalt, die im täglichen Umgang von Menschen immer wieder zu spüren ist. An Intoleranz und Feindschaft allem, was anders ist, gegenüber. Die Angst, dass die Welt zugrunde geht an ungehemmten Gewinnstreben, an der Verachtung der Menschlichkeit. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Im persönlichen und gesellschaftlichen Leben, auch im Glaubensleben gibt es sehr viel, was Angst machen kann, was Zweifel daran nähren kann, dass Gott es gut mit uns meint. Es gibt viel zu viel, das uns fragen lässt, ob es wirklich stimmt, dass der Tod, dass die Leben vernichtenden Kräfte ihre Macht verloren haben. Tut nicht so, als gäbe es das nicht. Das ist die Botschaft, die der Engel mitgibt. Öffnet die Augen, seht hin, stellt euch euren Ängsten und Sorgen. Aber: ihr müsst euch nicht mehr davon gefangen nehmen lassen. „Fürchtet euch nicht!“ Auch das ist eine zentrale Osterbotschaft. Die Begegnung mit Gott, mit einem Leben, das wirklich gut ist, ist eben ganz anders als das, was wir kennen. Fürchtet euch nicht. Lasst das, was ihr gewohnt seid, was euch aber gefangen nimmt, los und geht neue Schritte in ein Leben, das unbekannt ist.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Als die Frauen dem Ungewohnten trauen, als sie sich wieder aufmachen und voller Freude ins Leben gehen, da begegnet ihnen, so erzählt es Matthäus hier, auf wunderbare, aber völlig unspektakuläre Art und Weise. Jesus begegnet im Leben. Jetzt lässt sich das als Pfarrer von der Kanzel leicht behaupten. Aber wie ist das denn im Alltag? Keinem von uns ist Jesus so begegnet wie den beiden Frauen. Keiner von uns hat ihn so gesehen, konnte vor ihm auf die Knie gehen und seine Füße umfassen. Also alles doch nur erfunden? Wie gesagt, Ostern ist die echte Probe des Glaubens. Weil wir Menschen tatsächlich ganz auf das Vertrauen und den Glauben zurückgeworfen sind, ohne handfeste Beweise. Wenn ich jetzt sage, dass Jesus mir im Gebet begegnet, dass ich spüre, dass Jesus da ist, wenn beim Abendmahl mit einem alten Menschen dieser Mensch viel Lebensfreude ausstrahlt, dass Jesus da ist, wenn ein junges Mädchen, das viele Schwierigkeiten hat und viele Schwierigkeiten macht, in Konfer anfängt, einen Sinn in ihrem Leben zu entdecken, wenn eine Jugendliche, die bis vor kurzem durch ihre Aggressionen aufgefallen ist, diese in den Griff bekommt und freundlich auf Menschen zugeht, wenn ich noch viel mehr aufzählen würde, wo meiner Meinung nach Jesus wirklich lebendig zu spüren gewesen ist, dann ist das natürlich alles kein Beweis im klassischen Sinn. Ich habe bei diesen und anderen Gelegenheiten gespürt: Jesus lebt. Seine Kraft bringt heute noch Menschen dazu, sich dem Leben zuzuwenden. Seine Kraft verändert heute noch Leben zum Guten. Aber jemand, der skeptisch ist, der nicht glauben kann oder nicht glauben will, wird mit Sicherheit andere Erklärungen finden. Gott bietet Leben, bietet Glauben an. Er bietet an, er zwingt nicht. &lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;In der Erzählung der Begegnung mit dem Auferstandenen, so, wie Matthäus sie überliefert, bekommen die Frauen, die Jesus zuerst sehen, die als Erste in ein neues Leben gehen, den Auftrag, den anderen zu erzählen, dass sie dem lebendigen Jesus in Galiläa begegnen werden. Jetzt wohnen wir natürlich nicht in Galiläa und sie können mich mit Recht fragen, warum das denn auch heute noch so wichtig sein sollte. Ich glaube, dass es wichtig ist, weil Galiläa der Ort war, an dem der Alltag stattfand. Nicht die Hauptstadt Jerusalem, in der die wichtigen Feste stattfanden und in der die Oberschicht wohnte, sondern das Land mit den normalen und einfachen Menschen, dort, wo sich der Alltag abspielt, ist der Ort, an dem Jesus erscheint. Jesus sagt das – und schwupp, schon ist er wieder weg. Auch der Auferstandene lässt sich nicht festhalten. Leben lässt sich nicht festhalten. Nur annehmen und leben. Kommt und seht – seht, dass alle Trauer ein Ende haben wird und dass das Leben siegt. Seht, dass es nichts zu sehen, aber alles zu erleben gibt.&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Für mich hat Ostern, gerade so, wie der Evangelist Matthäus davon erzählt, etwas von einem weißen Blatt Papier. Für manche nichts weiter als ein leeres Blatt. Für andere ein Raum, der ganz viele Möglichkeiten zur Gestaltung öffnet. Eine Einladung, loszulegen, dem Leben Ausdruck zu verleihen und etwas zu gestalten. Ostern gibt es nichts zu sehen, aber viel zu erleben. Dann, wenn ich mich traue, mich dem Leben zu öffnen. Dann, wenn ich mich traue, mein Leben, meine Trauer, meine Angst, meine Schuld anzusehen und im Vertrauen auf den, der mir ins Leben vorangegangen ist, loszulassen und abzulegen. Und mit dem Leben neu zu beginnen. Das Blatt neu zu beschreiben. Und das Schöne an der Einladung zum Leben im Glauben: Ich darf sie immer wieder annehmen. Wenn ich merke, dass ich mein Blatt mit falschem gefüllt habe, dass Zweifel, Angst und Schuld stark werden, darf ich einen Neuanfang nehmen. Neu auf Ostern schauen. Auf Gott, der in Jesus die Macht des Todes zerbrochen hat und einen Neuanfang schenkt. Ostern stellt unseren Glauben auf die Probe. Trauen wir uns, mehr zu sehen? Trauen wir uns, das Unsichtbare, Unfassbare nicht als Bedrohung wahrzunehmen, sondern als Einladung zum Leben? Trauen wir uns, dem Unbekannten, dem Leben zu trauen oder lassen wir uns gefangen nehmen – von unseren Bildern, von unseren Ängsten, von dem, was wir schon längst zu kennen glauben?&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Trauen wir uns zu glauben und zu leben! Gelobt sei Gott, Halleluja, Jesus lebt!&lt;/div&gt;&lt;div class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"&gt;Amen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-2427412699952244951?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/2427412699952244951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=2427412699952244951' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2427412699952244951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2427412699952244951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/04/halluja-amen-ostersonntag-24042011.html' title='Halluja Amen! - Ostersonntag, 24.04.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-5986492699609692103</id><published>2011-04-24T07:16:00.001+02:00</published><updated>2011-04-24T07:28:01.010+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Karfreitag'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Von ferne - Karfreitag, 22.04.2011, Reihe III</title><content type='html'>Wieder mal eine Predigt, bei der die gehaltene Fassung sehr deutlich von der hier veröffentlichten schriftlichen Fassung abwich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/lk%2023,33-49/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 23,33-49&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tod ist für manche faszinierend. Es gibt Menschen, die können nicht nahe genug dabeistehen. Die wollen alles ganz genau sehen. Es ist noch keine zwei Wochen her, da wurde ich zu dem Unfall gerufen, bei dem in der Nähe von Amöneburg ein Motorradfahrer tödlich verunglückte und ein junger Mann im Auto verbrannte. Ein Feuerwehrmann und ein Polizist, mit denen ich gesprochen habe, erzählten mir von Menschen, die nicht nahe genug an die Unfallstelle herankommen konnten. Ein Gaffer bat sogar den Feuerwehrmann, etwas zur Seite zu treten, damit er einen besseren Blick auf den Unfallwagen habe. Gaffer. Ganz anders die junge Frau, die zum Zuschauen verurteilt war. Sie fuhr unmittelbar hinter dem Unfallwagen, wollte helfen, konnte aber nichts mehr tun, außer Polizei und Rettungskräfte zu alarmieren. Menschen starben und sie war zum Zuschauen verurteilt. Ich habe mich mit ihr unterhalten. Es war unaussprechlich schlimm für sie.&lt;br /&gt;Der Tod ist schrecklich faszinierend. An Unfallstellen immer wieder zu erleben. Auch auf Autobahnen. Unfall auf der Gegenfahrbahn, Särge stehen bereit. Gaffer auch. Dann wird weitergefahren. Langsam erst einmal, so ein wenig Schock und Gruseln sind noch da. Aber spätestens übermorgen ist alles wieder wie früher.&lt;br /&gt;Hinschauen oder weitergehen, gaffen oder mitleiden, sich gruseln, weil jeder Tod an die eigene Sterblichkeit erinnert oder sich groß fühlen, weil ja nicht ich, nicht mein Verwandter, nicht mein Freund gestorben ist. Weil ich etwas gesehen habe, das nicht jeder sieht. Es hat einen ganz merkwürdigen Beigeschmack, beim Sterben zuzuschauen. &lt;br /&gt;Aber genau davon erzählt eigentlich Lukas in seinem Evangelium. Alle, die Jesus folgten, alle, die ihm zeit seines Lebens nahe gewesen sind, haben nur von weitem zugeschaut. Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;auch die Frauen, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, und sahen das alles. Mit dieser nüchternen Beschreibung endet Lukas‘ Bericht über das Sterben Jesu. Die, die die letzte Lebenszeit mit Jesus geteilt haben, laufen nicht ängstlich davon, sie stehen aber auch nicht direkt betroffen unter dem Kreuz und weinen. Sie stehen fern. Sie schauen zu. Merkwürdig. Aber vielleicht will Lukas, der die Geschichte vom Sterben genau so erzählt, auch den Menschen, für die er sie erzählt, deutlich ma-chen, wo sie, wo wir stehen. Wir können nicht so tun, als wären wir unmittelbar Betroffene. Aber wir müssen auch nicht weglaufen, aus Scham oder Angst. Die Distanz hilft, das Fremde auch fremd sein zulassen und aus dem Fremden für das Eigene zu lernen. Es ist Jesu Sterben, nicht unser eigenes Sterben. Aber dieses Sterben verrät uns etwas über uns und die Welt. Wir dürfen hinschauen, wir müssen es vielleicht auch. Aber eben nicht als sensationslüsterne Gaffer, die sich an Grausamkeiten ergötzen, sondern als Lernende. Jesu Sterben lehrt uns etwas über das Leben. Unser Leben. Zuallererst, dass Sterben zum Leben gehört. Jesus blendet den Tod nicht aus. Gott ist wirklich Mensch geworden. Kein Scheinmensch, der im letzten Moment einen Rückzieher macht und als Gott davon schwebt, sondern radikal mit allem, was zum Menschsein dazugehört. Sterben macht Angst. Die Angst vor einem langen, qualvollen Sterben ist da. Und die Unsicherheit über das, was sein wird. Unser Verstand findet seine Grenze am Tod. Gott ist auch da, wo unser Verstand seine Grenze findet, wo unsere Angst unaussprechlich da ist. Für mich ist das eine Botschaft des Kreuzes Jesu. Eine Botschaft, die wir, solange wir nicht selbst vom Sterben Betroffene sind, tatsächlich nur aus der Distanz sehen können. Aber so, wie sie den ersten Christen, den Jüngern und Freunden Jesu, Kraft gegeben hat, kann sie vielleicht auch heute noch, in unserem Leben, Kraft gewinnen. Nicht im Voraus, sondern dann, wenn es wirklich drauf ankommt, wenn wir die Distanz verlieren, weil es uns real betrifft. Der Test, wer wirklich Macht über unser Leben hat, was wirklich stark in unserem Leben und Sterben ist, findet nicht in der Theorie statt, sondern dann, wenn es soweit ist. Solange bleiben wir in der Distanz. Wir dürfen schauen und lernen. Aber wie viel Kraft das Geschaute und das Gelernte hat, das wird erst der Ernstfall des Todes zeigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da zeigt Lukas uns in seiner Erzählung drei wichtige Dinge, die er alle mit einem Wort Jesu verbindet. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, so bittet Jesus für die, die sich an ihm vergangen haben und die für seinen Tod sorgen. Vergebung ist der Wille Gottes. Gott will nicht auf Schuld festnageln. Bis zuletzt nicht. Aber die meisten Menschen überspielen die eigene Schuld, die eigene Hilflosigkeit, indem sie dieses großartige Angebot, diese Versöhnung ins Lächerliche ziehen. Die Oberen und das Volk spotten, sie machen sich über die scheinbare Ohn-macht lustig. Und selbst der eine wahre Verbrecher ver-höhnt Jesus noch. Der scheinbar noch schwächere wird getreten, um die eigene Schwäche und Hilflosigkeit zu kaschieren. Versöhnung, Vergebung wird zurückge-wiesen, weil eigene Schuld nicht in den Blick kommt. Vielleicht ist gerade hier die Distanz heilsam, in die Lu-kas die Anhänger, die Jünger, die Freunde, die Frauen um Jesus, und damit auch uns heute, stellt. Hätten wir tatsächlich die Kraft, das Angebot der Versöhnung an-zunehmen, Schuld einzugestehen? Aus der Distanz lässt sich das leicht behaupten. Aber wenn wir schuldig sind, neigen wir dann nicht auch dazu, Schuld zu überspielen und sei es dadurch, dass wir scheinbar Schwächere noch schwächer oder noch kleiner dastehen lassen wollen? Die Distanz hilft vielleicht dabei, zu lernen und dann im richtigen Augenblick doch das Richtige zu tun. So, wie Lukas es von dem zweiten Verbrecher erzählt. Der steht zu seiner Schuld und spürt instinktiv, dass er sich Jesus anvertrauen kann. Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und wieder ein Wort Jesu: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein! Paradies, das ist ein Leben, das eindeutig gut ist. In dem die Mehrdeutigkeiten und die Schuld, die hier, in der Welt, die wir kennen, übermächtig sind, keine Macht mehr haben. Paradies, in der Bibel ist das der Zustand, in dem Gott und Mensch miteinander leben, ohne dass die Schuld sie trennt. Nicht der Tod an sich bringt ins Paradies, erst recht nicht irgendein Märtyrertod. Es ist das Vertrauen in Jesus, in die Vergebung, die er noch – oder eigentlich ja gerade – in seinem Tod schenkt, die Einsicht in die eigene Schuld, die untrennbar dazu gehört, die diese unzerstörbare Einheit mit Gott wieder herstellt. Das, was dieser mit Jesus gekreuzigte Verbrecher anders macht als die anderen ist, dass er seine eigene Situation realistisch beurteilt, die eigene Bedürftigkeit erkennt und sein Heil weder in Ausflüchten noch in scheinbarer Stärke, sondern in bittendem Vertrauen zu Jesus sucht. Aus der Distanz schauen wir zu. Wie die Jünger, die Freunde und Freun-dinnen Jesu. Aus der Distanz lehrt uns Jesus die Einsicht in die Schuld, die Kraft der Vergebung und den Zugang zur Einheit mit Gott. Wir schauen zu – gebe Gott, dass dies ein vertrauendes, lernendes Schauen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lukas setzt auch weiter eigene Akzente in seiner Erzäh-lung vom Sterben Jesu. Schon vor dem Tod Jesu und nicht erst mit dem Tod zerreißt der Vorhang im Tempel. Der Vorhang regelte den Zugang zum Tempel, nur die Hohepriester durften hinter den Vorhang blicken und Gott nahe kommen. Mit dem, was am Kreuz geschieht, öffnet sich dagegen für alle, für jeden Menschen, der Zugang zum Allerheiligsten, der Zugang zu Gott. Nicht erst der Tod, sondern die Zuwendung zu den Menschen auch im eigenen Leid, die Macht, die Jesus in aller äußerlichen Ohnmacht ausstrahlt, zeigen Gottes Willen und Gottes Wesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und am Ende dann das große Vertrauen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. Wir können wahrnehmen, zuschauen, hinschauen, dass Menschen so sterben. Jesus selbst und in seiner Nachfolge immer wieder auch andere, die voller Vertrauen die Wege konsequent zu Ende gehen, auf denen sie geführt werden. Die nicht nur ihr Leben, sondern ihr Sterben Gott wirklich anvertrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Menschen, die dabeistanden, die sogenannten Hei-den genauso wie die Juden, verweigern am Ende Jesus nicht die Anerkennung. In einer Trauergeste schlagen sie sich an die Brust, als Zeichen eigener Schuld, sie kehren um. Und wir? Sind wir unbeteiligte, vielleicht nachdenk-liche Zuschauer in der Distanz? So, wie bei Unfällen oder Fernsehnachrichten, vielleicht geschockt für einen Moment? Ist dieses Sterben eines wie so viele, zu viele andere? Erfreut es uns vielleicht, befriedigt es unsre Lust auf Horror? Oder lehrt es uns, die Schrecken des Todes auszuhalten und mit dem Vertrauen anzufangen? Lehrt es uns, den Weg des Lebens nicht unter Verleugnung von Schuld und eigenem Sterben, sondern durch beides hindurch zu suchen? Werden wir unseren Weg zum Le-ben finden? Die Frage lässt sich von keinem von uns theoretisch oder im Voraus beantworten. Erst wenn wir vom Beobachter zum Betroffenen werden, werden wir erfahren, wo wir sind. Wie wir unseren Weg gehen. In Jesus hat Gott uns den Weg gezeigt, durch ihn hält er ihn uns offen. Bis zuletzt. Damit aus teilnehmenden Be-obachtern lebendige Zeugen werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-5986492699609692103?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/5986492699609692103/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=5986492699609692103' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/5986492699609692103'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/5986492699609692103'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/04/von-ferne-karfreitag-22042011-reihe-iii.html' title='Von ferne - Karfreitag, 22.04.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-1569206271976575076</id><published>2011-04-20T15:16:00.002+02:00</published><updated>2011-04-20T15:20:37.895+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorstellungsgottesdienst'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Konfirmanden'/><title type='text'>Da hilft nur noch Beten - Vorstellungsgottesdienst des Konfirmandenjahrgangs 2011, Palmarum, 17.04.11</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="border-bottom: medium none; border-left: medium none; border-right: medium none; border-top: medium none; clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-pKkX-xgASrw/Ta7dekZOEzI/AAAAAAAAABk/f7nhyMK2d3Q/s1600/Konferfreizeit+Fulda+11+039+web.jpg" imageanchor="1" style="clear: right; cssfloat: right; float: right; margin-bottom: 1em; margin-left: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="240" i8="true" src="http://2.bp.blogspot.com/-pKkX-xgASrw/Ta7dekZOEzI/AAAAAAAAABk/f7nhyMK2d3Q/s320/Konferfreizeit+Fulda+11+039+web.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Liebe Leserinnen und Leser des Blogs!&lt;br /&gt;Am vergangenen Sonntag war mal wieder "Konfi-Vorstellungsgottesdienst". Die Konfis des Jahrgangs 2011 zeichnete eine Suche nach dem Glauben aus. sie stellten viele Fragen und hatten viele sehr persönliche Erfahrungen. Manches davon ist in den Vorstellungsgottesdienst eingeflossen. Anders als manche vorhergehenden Jahrgänge hatten Sie keine ausgeprägte "Spiellust" und wenig Lust, biblische Geschichten zu verfremden oder aktuell umzusetzen, da sie für Jugendliche dieses Alters erstaunlich gut und gern mit den Originalen selbst arbeiteten. Die Texte finden sie dann im Folgenden:&lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Begrüßung: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu diesem Gottesdienst heute begrüßen wir, die Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs 2011, sie herzlich. Es ist ein besonderer Gottesdienst. Es ist unser Vorstellungsgottesdienst. Deshalb wird manches anders als gewohnt sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben uns mit dem Thema „Beten“ im Unterricht und während der Konfirmandenfreizeit beschäftigt und wir haben versucht, dieses Thema in unsere Welt zu übersetzen. Statt einer Predigt sehen sie ein von uns selbst ausgedachtes Rollenspiel zum Thema. Die Gebete haben wir selbst entworfen und ein eigenes Glaubensbekenntnisse geschrieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An dieser Stelle möchten wir auch schon einmal Danke dafür sagen, dass wir eine gute Konfirmandenzeit hatten. Wir hatten eine schöne Freizeit in Fulda, die Mitarbeiter haben uns zu Grillabenden und anderen Veranstaltungen eingeladen und Sebastian aus dem Konfi-Café hat sich heute mit Freunden um die Musik gekümmert. Also Danke an dieser Stelle an Ursel, Juliane und Daniel, die sich neben Pfarrer Kling-Böhm und Vikarin Urhahn-Diel um den Unterricht und die Konferfreizeit gekümmert haben und an Daniel, Sebastian und in den letzten Wochen Caro und Celine vom Konfi-Café Team und an Jana und Lissy, die zwischendurch dort eingesprungen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit sie wissen, wer wir sind, möchten wir ihnen alle einmal kurz mit Namen vorstellen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paul, Terrell, Julia, Dascha, Vanessa Tomzik, Jessica, Lisa, Doreen, Vanessa Sause, Maurice, Peter, Germann, Jakob und natürlich wir beide, Marcel und Bettina. Michael und Nikita können heute leider nicht dabei sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, der uns wie ein guter Vater beschützt, der durch Jesus an unserer Seite steht und der uns durch seinen Geist Kraft geben will. Amen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir rufen zu Gott mit Worten aus dem 23. Psalm. wir haben ihn ein bisschen umgeschrieben, so dass wir ihn besser verstehen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott ist mein Beschützer, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;mir wird nichts fehlen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er führt mich auf eine grüne Wiese &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und führet mich zum frischen Wasser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er versorgt mich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er erfrischt meine Seele. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er zeigt mir den richtigen Weg, dafür steht er mit seinem Namen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn ich in Schwierigkeiten stecke, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;brauche ich keine Angst zu haben, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;denn du bist bei mir und beschützt mich und rettest mein Leben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du schenkst mir ein Festmahl vor den Augen meiner Feinde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du begrüßt mich voller Freude und schenkst mir voll ein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Leben lang schenkst du mir alles, was ich brauche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich bleibe immer so nahe wie möglich bei dir. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich kommt an dieser Stelle ein Bittruf. Aber am Palmsonntag, den wir heute feiern, haben die Menschen Jesus zugejubelt. Und wir haben auch gute Sachen erlebt, gerade auf der Konfifreizeit in Fulda. Deshalb wollen wir an dieser Stelle Gott loben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lobt unsern Herrn, erzählt gute Sachen über ihn,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;denn er ist so wunderbar zu uns und wird damit nie aufhören. Lobt den Herrn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir bei dir sind, sind wir fröhlich, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wir können dir vertrauen, egal, worum es geht. Lobt den Herrn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott, hör uns zu, wenn wir zu dir sprechen,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;hilf uns in Notsituationen, damit wir wissen, dass du immer bei uns bist. Lobt den Herrn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gebet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir beten: Gott, wir beten heute Morgen dafür, dass du bei uns in unserem Gottesdienst bist. Lass uns dein Wort hören, sprich zu uns und hilf uns, dich zu verstehen. Zeige uns, wie die Welt gut werden kann, auch durch das, was wir machen. Hilf uns, auf Jesus zu hören und ihn als Vorbild zu sehen. Amen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaubensbekenntnis&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute möchten wir ihnen zuerst unser eigenes Glaubensbekenntnis vorstellen. Danach sprechen wir alle zusammen noch einmal das Bekenntnis, das wir jeden Sonntag sprechen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir glauben an Gott, unsern Vater, den Macher der ganzen Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wir glauben Jesus, der uns von dem Bösen befreit und der vom Heiligen Geist empfangen wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gekreuzigt, gestorben und am dritten Tag auferstanden ist er für uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt sitzt er im Himmel an der Seite Gottes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er wird vom Himmel kommen, um uns und die Welt zu retten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir glauben daran, dass es den Heiligen Geist gibt, dass die christliche Kirche mehr ist als das, was wir hier als Kirche sehen, und wir glauben daran, dass Gott uns durch den Glauben heilig macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir glauben, dass Gott unsere Sünden vergeben kann, dass die toten auferstehen, um ewig bei Gott zu leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und gemeinsam sprechen wir: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Predigtteil 1: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen ihnen und euch heute eine Geschichte aus der Bibel vorstellen. Diese Geschichte ist vielleicht vielen gar nicht so bekannt. Deshalb soll sie nicht einfach so vorgelesen werden, sondern wir wollen ein paar Szenen daraus vorspielen und dazu das sagen, was uns an dieser Geschichte aufgefallen ist und was uns wichtig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Geschichte handelt von Petrus. Petrus war einer der Jünger von Jesus. Er hat als erster erkannt, dass Jesus wirklich der Sohn von Gott ist. Jesus hat ihm viel zugetraut. Er wollte, dass Petrus Verantwortung für die Gemeinde übernimmt. Obwohl Jesus genau wusste, dass Petrus nicht perfekt ist. Als Jesus den Jüngern auf dem See begegnet ist, hat Petrus sich getraut, aus dem Boot zu gehen und ihm auf dem Wasser entgegenzulaufen. Aber dann hat ihn der Mut verlassen und er ist untergegangen. Als Jesus verhaftet werden sollte und die Jünger mit ihm im Garten wachbleiben sollten, ist Petrus eingeschlafen. Und später hat er aus Angst davor, selbst verhaftet zu werden, gesagt, dass er Jesus nicht kennt. Trotzdem konnte Jesus mit Petrus viel anfangen und später hat Petrus dann auch viel Verantwortung in den Gemeinden übernommen. König Herodes wurde das zu viel, er ließ Petrus in das Gefängnis werfen. Und hier beginnt unsere Geschichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spielteil 1:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szene 1: 4 Leute sitzen als Gemeinde zusammen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vanessa: Was können wir denn für Petrus tun, unseretwegen sitzt er doch im Gefängnis!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Germann: Mit Gewalt können wir ihn nicht befreien, dafür sind wir zu wenige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jakob: Und Jesus hätte das auch nicht gewollt. Er hat ja auch keine Gewalt zugelassen, als er verhaftet wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter: Und was schlägst du vor?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jakob: Wir sollten für ihn beten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vanessa: Ja, das machen wir: Gott, du weißt, wie es Petrus geht. Lass ihn nicht allein, zeige ihm, dass wir in Gedanken bei ihm sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter: Und gib ihm die Kraft, im Gefängnis durchzuhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Germann: Und wenn es irgendwie geht, dann sorge doch dafür, dass er wieder frei kommt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jakob: Ja, Gott, sorge du für Gerechtigkeit und Freiheit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szene 2:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus: Marcel; Engel: Lisa; Soldaten: Maurice, Terrel, Paul&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Die vier bleiben betend zusammen, in einer anderen Ecke:)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus liegt zwischen zwei anderen, ist an diese „gefesselt“, zwei stehen weiter vorne „Wache“ und unterhalten sich leise, der Engel tritt auf, stößt Petrus an&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Engel: Petrus, steh schnell auf&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus: Wer bist du?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Engel: Ich bin Gottes Bote für dich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus: Aber ich bin doch gefesselt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Engel: Glaube mir, Gott hat die Gebete deiner Freunde erhört, steh einfach auf!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus steht auf, die Fesseln fallen ab. Er geht etwas unsicher zwischen den Wachen hindurch, doch die unterhalten sich, als wäre Petrus einfach Luft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Predigtteil 2:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Wunder, dass Petrus aus dem Gefängnis freigekommen ist. Aber was ist eigentlich ein Wunder? Keiner von uns hat erlebt, dass Handschellen einfach aufgingen und man einfach so an Wachen vorbeilaufen könnte. So, als ob man unsichtbar wäre. wir haben uns überlegt, was denn für uns ein Wunder sein kann und wo wir selber schon Wunder erlebt haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für uns ist es ein Wunder, wenn Menschen, die schwer krank waren, wieder gesund geworden sind. Das haben wir schon erlebt und wir haben auch erlebt, dass das so war, nachdem wir wirklich dafür gebetet haben. Auch wenn das natürlich nicht automatisch funktioniert. Ein Wunder war für jemanden von uns auch, dass Gott einen bei einem schweren Autounfall beschützt hat und nur wenig passiert ist, obwohl das Auto gegen einen Baum gefahren ist. Was manche von uns auch schon als Wunder erlebt haben ist, dass Jesus und der Glauben an Gott Menschen verändert hat, zum Guten. Zum Beispiel bei Alkohol- oder Drogensucht. Da haben Menschen zum Glauben an Gott gefunden und das hat geholfen, trocken oder clean zu bleiben. Überhaupt ist es vielleicht ein Wunder, wenn Menschen zum Glauben an Jesus finden und ihn kennenlernen. Es gibt so vieles, was einen davon abbringen kann. freunde, die einem erzählen, dass das nichts bringt oder traurige Erlebnisse, dass es schon ein Wunder ist, wenn Gott einem einen guten und starken Glauben schenkt und einem die Kraft gibt, nicht nur in der Not, sondern regelmäßig zu beten. Ein Wunder ist es für einige von uns auch, dass Jesus auch heute noch durch Menschen spricht. Es gibt Menschen, die bringen andere dazu, es mit dem Glauben an Gott zu versuchen und die zeigen einem durch ihr eigenes Beispiel, dass das auch im Alltag funktionieren kann. Ein Wunder, wenn man mal sieht, wie viel Schlechtes überall passiert, dass man da das Gute überhaupt sehen und erkennen kann. Eigentlich ist überhaupt auch jeder Mensch ein Wunder. Gott hat jedem von uns, der ganzen Menschheit, ganz eigene Sachen mitgegeben. Jeder ist besonders, jeder von uns kann etwas und keiner ist nutzlos. Auch das ist für uns ein Wunder. Manchmal ist es eben nicht das Besondere, sondern da steckt unser Alltag voller Wunder, die von Gott kommen. Aber jetzt sehen wir noch einmal, wie es mit Petrus weitergeht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Szene 3:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rhode: Julia; Petrus: Marcel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(auf der einen Seite sitzen 4 Leute (Gemeinde) und Rhode, die Dienerin steht, auf der anderen Seite steht Petrus)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus klopft an, Rhode kommt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rhode: Wer ist da?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus: Ich bin es, Petrus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rhode läuft zu den anderen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rhode: Petrus steht draußen vor der Tür&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vanessa: Quatsch, der ist doch im Gefängnis&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jakob: Du träumst!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Germann: Das ist bestimmt sein Engel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus klopft noch einmal, Rhode kommt, macht die Tür auf, nimmt ihn mit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rhode: Hier, seht doch, Petrus ist da!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter: Das kann doch nicht sein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vanessa: Wie geht das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle reden durcheinander, Petrus macht eine Handbewegung und alle schweigen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus: Ich kann verstehen, dass ihr aufgeregt seid. Ich konnte es auch zuerst gar nicht glauben, als ein Bote von Gott, ein Engel, mich aus dem Gefängnis geführt hat. Aber es war so. Gott hat mir herausgeholfen, Gott hat mich befreit. Und ich glaube, dass es auch wichtig war, dass ihr für mich gebetet habt. Ich habe gespürt, dass ihr an mich gedacht habt, auch wenn ich nicht bei euch war. Ich habe gespürt, dass ihr Gott für mich um etwas richtig Gutes gebeten habt. Da habe ich mich nicht mehr allein gefühlt und Gott hat mich auch nicht allein gelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Predigtteil 3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders als in dieser Geschichte aus der Bibel passiert natürlich nach einem Gebet nicht immer das, was wir wollen. Das sagt ja auch schon Jesus. Er betet, als er allein im Garten vor seiner Verhaftung ist: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“. Und das beten wir ja bis heute im Vaterunser. Aber die Geschichte soll uns auch zeigen, dass wir nicht den Mut zum Beten verlieren sollen und dass es gut ist, im Gebet nicht nur an sich, sondern auch an andere zu denken. Beten kann Mut machen. Den Menschen, die Beten genauso wie den Menschen, für die gebetet wird, weil die merken können, dass sie nicht allein sind und dass sie anderen nicht egal sind. Beten erfüllt nicht alle Wünsche, aber Beten schafft Gemeinschaft und Verbindung. Mit Gott und mit Menschen. Und deshalb wünschen wir uns und allen, die an Gott glauben und die ihm vertrauen den Mut, zu beten, auch wenn es nicht immer im Leben so ist, wie wir es uns wünschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fürbitten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doreen: Gott, durch Jesus hast du uns gezeigt, dass wir dir alles sagen dürfen. Wir danken dir für Menschen, die uns von Jesus erzählen, für Menschen, die es gut mit uns meinen und die uns etwas Gutes tun. Wir danken dir für alle, die uns nicht aufgeben, auch wenn wir mal danebenliegen, sondern die uns, wie Jesus, einen neuen Anfang schenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir bitten dich heute aber ganz besonders auch für andere Menschen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa: Wir bitten dich dafür, dass die Welt besser wird, dass Kriege aufhören und Politiker sich mehr darum kümmern, wie Armut beseitigt werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Julia: Wir bitten dich dafür, dass schlimme Krankheiten ausgerottet werden können, dass kranke Menschen nicht ausgestoßen werden, sondern dass ihnen geholfen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dascha: Wir bitten dich darum, dass du den Menschen, denen sonst niemand helfen kann, hilfst und ihnen zeigst, dass sie nicht allein sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jessica: Wir bitten dich um Schutz vor Unfällen und Gefahr, bewahre uns davor, zu leichtsinnig zu werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir bitten dich darum, dass es genug Arbeitsplätze gibt, damit jeder in der Lage ist, für sich, für die Familie durch eigene Arbeit zu sorgen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doreen: Gott, wir beten auch dafür, dass wir im Leben Freude haben und unseren Spaß behalten, dass wir vielleicht auch manchmal die Erwachsenen damit anstecken können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jessica: Und wir beten dafür, dass wir nach der Konfirmandenzeit nicht aufhören, nach dir Gott, nach Jesus zu suchen, sondern dass wir dran bleiben und dass unser Glauben und unser Vertrauen wachsen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Julia: Für vieles, was wir beten wollen, fehlen uns selbst die Worte. Deshalb erhöre uns, wenn wir so zu dir beten, wie Jesus es uns gezeigt hat:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Segen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Julia: Gott, segne mir den Mond hoch über mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott, segne mir die Erde hier unter mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doreen: Gott, segne mir die Musik, die um mich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott, segne mir alles, worauf mein Blick ruht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lisa: Gott, segne mir das, worauf meine Hoffnung baut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott, segne mir Verstand und willen; segne sie mir, o Gott, du Gott des Lebens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kling-Böhm: Und so segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-1569206271976575076?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/1569206271976575076/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=1569206271976575076' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1569206271976575076'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/1569206271976575076'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/04/da-hilft-nur-noch-beten.html' title='Da hilft nur noch Beten - Vorstellungsgottesdienst des Konfirmandenjahrgangs 2011, Palmarum, 17.04.11'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-pKkX-xgASrw/Ta7dekZOEzI/AAAAAAAAABk/f7nhyMK2d3Q/s72-c/Konferfreizeit+Fulda+11+039+web.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-7883257071978580347</id><published>2011-04-07T19:48:00.000+02:00</published><updated>2011-04-07T19:48:14.501+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Mose'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Genesis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Ratlos. Fassungslos. Verstört - Judika, 10.04.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/1%20mo%2022/anzeige/context/#iv"&gt;1. Mose 22,1-13&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, mit diesem Vater kann ich nicht mehr leben. Nein, mit einem Vater, der bereit ist, mich umzubringen, der nicht bereit ist, um mein Leben zu kämpfen, kann ich nicht zurückgehen. Mit einem Vater, der meiner Mutter ihr einziges, lang ersehntes und heißgeliebtes Kind wegnehmen will, weil er Stimmen hört. Mit einem Vater, der mich das Holz, auf dem er mich verbrennen will, tragen lässt. Nein, mit diesem Vater kann ich nicht mehr gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob Isaak wohl so etwas durch den Kopf gegangen sein könnte? Die Bibel lässt es offen. Als Abraham die Knechte zurücklässt, vielleicht, weil er sich schämt, sie bei seiner Untat zusehen zu lassen, sagt er noch: „Wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch zurückkehren“. Aber als alles vorbei ist, heißt es nur noch, das habe ich eben nicht vorgelesen: „Und Abraham kehrte zu seinen Knechten zurück und sie machten sich auf.“ Und Isaak? Vielleicht hat Abraham seinen Sohn verloren. Und vielleicht hat er auch ein Stück weit Gott verloren. Als die Geschichte mit Abraham beginnt, sagt Gott zu ihm „Du sollst ein Segen sein!“ Nachdem Abraham nicht davor zurückgeschreckt hat, seinen eigenen Sohn opfern zu wollen, sagt Gott: „Deine Nachkommen sollen gesegnet sein“. Vielleicht hat das wenig Bedeutung. Es fällt aber auf, dass Ab-raham nicht mehr direkt angesprochen ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verstörend. Traurig. Unglaublich. Mir fällt es schwer, diese Geschichte aus der Bibel einzuordnen oder sie einfach nur zu beschreiben. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Das war nicht immer so. Als Kind hat mich die Geschichte nicht verstört. Ich hatte, Gott sei Dank, eine weitgehend glückliche Kindheit. Und als ich in meiner Kinderbibel die Geschichte gelesen hatte, da dachte ich, dass Abraham und Issak schon vorher wussten: da kann ja nichts passieren, weil Gott auf sie aufpasst. In meiner Welt als Kind kamen Erwachsene, Eltern, die das Vertrauen ihrer Kinder missbrauchen, nicht vor. Für mich war es als Kind unvorstellbar, dass im Namen des lebendigen Gottes getötet wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute verstört mich diese Geschichte. Mich macht sie heute traurig und wütend, weil mir viel zu viele Bilder aus der Wirklichkeit einfallen. Von Vätern und Müttern, die ihre Kinder schlagen, missbrauchen oder einfach nur vernachlässigen, weil andere Dinge wichtiger sind. Manchmal sind Suchtkrankheiten die Ursache. Das kann mühevoll, aber immerhin, vielleicht geheilt werden. Manchmal ist es aber einfach auch nur so, dass andere Dinge wichtiger als die Kinder sind. Beruf oder Disco, der neue Liebhaber oder das dicke Auto, dem die Liebe geschenkt wird. Und trotzdem erlebe ich diese Kinder manchmal so, dass sie auch bittere Wege mitgehen und nicht wahrhaben wollen, dass die Eltern ihr Vertrauen missbrauchen. Wie bei Isaak. Der geht mit. Auch als ihm dämmert, das irgendwas nicht stimmt, läuft er nicht weg sondern behält das Vertrauen zu seinem Vater. Sol-che Bilder machen sich heute in mir breit, wenn ich diese Geschichte höre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Bilder von Fanatikern, die meinen, auf Gottes Stimme zu hören, wenn sie anderen das Leben nehmen wollen. Im Namen Gottes wird getötet. Nicht nur bei islamistischen Terroristen. Auch bei Menschen, die sich auf den Gott Israels, auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, auf den Vater Jesu Christi berufen. Nicht nur zu Zeiten der Kreuzzüge in einer finsteren Vergangenheit. Bis heute gibt es Fanatiker, die glauben, es sei Gottes Wille, dass Menschen getötet werden müssten. Wie weit darf man gehen, wenn man an Gott glaubt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, dass Abraham hier eindeutig zu weit geht. Kurz bevor diese Geschichte erzählt wird, berichtet die Bibel davon, wie Abraham lange und zäh mit Gott verhandelt, damit wenigstens nicht alle Einwohner von Sodom und Gomorrha durch Gottes Zorn zu Tode kommen. Und jetzt, wo es um seinen eigenen Sohn geht, da schweigt er. Innerlich zerrissen wird er gewesen sein. Die Arbeit, die sonst die Knechte machen: Holz hacken, Lasttier vorbereiten, die macht er selber. Vielleicht, weil er mit niemandem auch nur andeutungsweise über das Schreckliche, das von ihm gefordert wird, reden will. Vielleicht, weil er merkt, dass er die Verantwortung mit niemandem teilen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Führe uns nicht in Versuchung!“ Für mich ist diese Ge-schichte von Abraham und Isaak eine Auslegung dieser Bitte aus dem Vaterunser. Führe uns nicht in Versuchung, Stimmen zu trauen, die den Tod fordern, wo du doch ein Gott des Lebens bist. Führe uns nicht in Versuchung, blind zu folgen, wo wir dich, Gott, doch auch auf deine Liebe, auf dein Erbarmen, auf deine Lebensfreundlichkeit ansprechen dürfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine düstere Geschichte. Eine Geschichte, die ganz deutlich macht, dass auch der Glauben an Gott nicht vor Versuchungen, nicht vor Fehlentscheidungen, nicht vor dunklen Erfahrungen schützt. Natürlich zeigt die Ge-schichte auch, dass Gott eingreift und Leben rettet. Aber wie? Es ist fast eine Art Zeitlupe, in der erzählt wird, wie Abraham den Altar baut, das Holz aufschichtet, Isaak fesselt, auf das Holz legt, das Messer nimmt, aus-holt, bereit, seinen eigenen Sohn zu schlachten. Ich mag mir nicht vorstellen, was in Isaak vorgegangen ist, als er erkennt, dass sein eigener Vater bereit ist, ihn grausam umzubringen. Isaak bleibt diese Erkenntnis, dieser Schock nicht erspart. Der Eingriff erfolgt rechtzeitig vor dem Schlachten, das Leben bleibt erhalten. Aber es bleibt der Riss, die Verletzung. Wie ich am Anfang schon erzählt habe: Abraham verliert seinen Sohn. Er geht allein nach Hause. Gott greift ein – ein Bote von ihm, ein Engel stoppt Abraham im letzten Moment. Eine Jugendliche, mit der ich mich über diese Geschichte un-terhalten habe, hat sinngemäß gesagt: Es ist so, als ob Gott von seiner Verantwortung ablenken wollte. Am Anfang gibt er selbst den Befehl und dann lässt er den Engel sprechen. Es ist so, als ob aus dieser Geschichte keiner ungeschoren heraus käme. Abraham nicht. Isaak nicht. Und Gott auch nicht. Zumindest dann nicht, wenn wir das Bild von einem immer nur lieben Gott haben, den wir prima verstehen und der das macht, was wir uns an Gutem wünschen. Gott hat dunkle Seiten. Seiten, die wir nicht verstehen. Seiten, die uns ganz fremd sind. Wenn wir sagen: Gott ist der liebe Gott, dann sind wir mit unseren Erfahrungen ganz schnell da, wo wir nicht mehr weiterkommen. Weil nicht alles, was Menschen widerfährt, einfach nur lieb ist und schön ist. Weiter kommen wir dann, wenn wir sagen: Gott ist die Liebe. Und die Liebe hat eben auch die andere Seite, den Schmerz. Wer schon mal wirklich geliebt hat, kann viel-leicht ein Lied davon singen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zu unserer Geschichte. Ich kann sie nicht perfekt erklären und alle Widersprüche, die sie auch bei mir aus-löst, aufklären. Ich kann ihnen und euch nur manches von dem sagen, was mich nachdenklich macht und was vielleicht zu einer Antwort führen könnte. Da ist der Widder, den Abraham findet und opfert. In der alten israelitischen Tradition ist der Widder ein Schuldopfer. Zur Sühnung eigener Schuld. Abraham dankt Gott also nicht durch das Opfer, sondern er bittet um Vergebung der Schuld. So kann man es vielleicht verstehen. Um Vergebung der Schuld, blind gehorchen zu wollen und so das von Gott geschenkte Leben aus dem Blick zu verlieren. Vielleicht, ich weiß es nicht, kann man es auch noch viel radikaler interpretieren. Vielleicht ist der Widder, den Gott bereit stellt, auch ein Schuldopfer dafür, dass Abraham ja nicht aus eigenem Antrieb sich auf den Weg zu der grausamen Tat gemacht hat. Ein Versöhnungsangebot Gottes an Isaak und Abraham. Wie gesagt, vielleicht ist dieser Gedanke auch zu radikal. Was mich gar nicht weiterbringt, was aber diese Geschichte in die Reihe der Predigttexte kurz vor Ostern gebracht hat, ist der Vergleich von Isaak und Jesus. Auch Jesus musste sein Todesholz, das Kreuz, auf seinen Schultern tragen. Auch hier hat der Vater seinen Sohn in den Tod gegeben. Aber anders. Jesus und Gott sind unauflöslich eins. In Jesus hat Gott sich auf die Seite des Leidens gestellt. Freiwillig, nicht hinten rum. Es waren Menschen, die ungerechte Anklage erhoben und ungerechtes Urteil vollzogen haben. Hier opfert kein Vater seinen Sohn um Gottes Willen, sondern hier geht Gott selbst in den Tod um der Menschen willen. Hier stellt sich Gott, und da liegt für mich vielleicht ein Berührungspunkt, auf die Seite Isaaks, des unschuldigen Opfers. auf die Seite Isaaks, von dem Gott ja weiß, dass Abraham ihn liebt. „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebst“ – vielleicht soll die Geschichte von Abraham und Issak uns daran erinnern, wie schnell Menschen, wir, die Liebe vergessen oder nach hinten stellen, wenn wir meinen, von Höherem oder zu Höherem berufen zu sein. Ich weiß es nicht. Die Geschichte hinterlässt mich ein Stück weit ratlos, fassungslos, traurig. Aber sie zeigt mir auch, wie gut die Bibel für uns Menschen ist: sie ist kein Märchenbuch, das uns was über das Leben vormacht, was nicht stimmt. Sondern sie erzählt offen, ehrlich und ohne etwas wegzulassen vom Leben, vom Glauben. Von den guten und den dunklen Seiten. Von der Liebe, die manchmal auch schmerzt und manchmal ganz weit weg zu sein scheint. Von Gott, der die Liebe ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-7883257071978580347?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/7883257071978580347/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=7883257071978580347' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7883257071978580347'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7883257071978580347'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/04/ratlos-fassungslos-verstort-judika.html' title='Ratlos. Fassungslos. Verstört - Judika, 10.04.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-4108353555997170105</id><published>2011-03-19T15:36:00.000+01:00</published><updated>2011-03-19T15:36:41.487+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Matthäus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser, Reminiszere, 20.03.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/mt%2012,38-42/anzeige/context/#iv"&gt;Matthäus 12,38-42&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen Beweise haben! Wir brauchen Zeichen, die eindeutig sind. Sichere Zeichen, die man nicht lange interpretieren muss. Zeichen, die so sind, wie wir sie eigentlich erwarten. Die Forderung, die vor langer Zeit an Jesus gestellt worden ist und die ich eben als Predigttext vorgelesen habe, die ist vielleicht gerade heute hochaktuell. Angesichts der Erdbeben-, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan, der eigentlich hier bei uns schon vergessenen Erdbebenkatastrophe in Haiti vor gut einem Jahr, der Bürgerkriege und Aufstände in Libyen und anderen Ländern Nordafrikas und Arabiens habe ich mehr als einmal gehört: Wenn es Gott wirklich geben würde, dann müsste er uns doch jetzt ein Zeichen geben, dass es ihn wirklich gibt. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass bei so viel Leid und Zerstörung das Leben wirklich einen Sinn hat und es sich lohnt, zu leben. Ich weiß es nicht und ich will auch nicht zu viel in Natur- und technische Katastrophen hinein interpretieren. Aber vielleicht steckt ja in alle dem auch ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, zu akzeptieren, dass wir Menschen das Leben mit allen seinen Facetten, auch mit aller Technik, die hilfreich sein kann, nicht wirklich in den Griff bekommen und kontrollieren können. Ein Zeichen dafür, dass auch noch so viel Wohlstand und technisches Wissen das Restrisiko nicht zum Verschwinden bringen können. Ein Zeichen dafür, dass wir, trotz allem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, das Leben nicht wirklich kontrollieren und risikolos halten können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen Zeichen, die eindeutig sind. Aber am liebsten so eindeutig, dass sie uns das bestätigen, was wir sowieso denken und glauben. Wir wollen Zeichen, die eindeutig beweisen, dass sich Leben, dass sich Risiko, dass sich Vertrauen und Glauben lohnen. Wir haben vielleicht auch Zeichen. Aber wenn wir sie nicht mit un-seren Mitteln und Maßstäben kontrollieren können, vertrauen wir ihnen nicht. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Ja, Kontrolle ist in vielem gut und wichtig. Ob es um die technische Sicherheit von Autos und Atomkraft-werken, um die richtige Abrechnung von Beihilfen oder auch nur die Einhaltung von Verkehrsregeln geht: Kontrolle ist wichtig. Aber sie kann Vertrauen nicht ersetzen. Ohne den Mut, Vertrautes loszulassen, ohne den Mut, auch ungewöhnlichen Zeichen und Hinweisen zu vertrauen, ohne den Mut, zu glauben und auch ohne Beweise zu lieben, ist Leben im Sinne Jesu, ist menschliches Leben nicht nur arm, sondern zum Scheitern veru-teilt. Nicht, dass ich jetzt so verstanden werde, dass Mut zum Risiko heißen würde, alles zu machen, was ich tun kann, ohne Rücksicht auf das Ergebnis. Mut zum Risiko zu haben heißt auch, den Mut zu haben, im richtigen Moment und auf scheinbare Vorteile verzichten zu können. Mut zum Risiko heißt auch, dem scheinbar wissenschaftlichen Wahn, dass alles, was gemacht werden kann, auch gemacht werden muss, entgegentreten zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die menschliche Sehnsucht, alles kontrollieren und im Griff haben zu wollen, ist nichts, was erst in den letzten Jahren aufgetaucht wäre. Dieser Wunsch nach Kontrolle und der Einordnung des Lebens und Glaubens in Kategorien, die ich selber im Griff habe, steckt für mich auch hinter dem Wunsch nach Zeichen, die eindeutig beweisen, dass Jesus von Gott kommt, so wie es die Predigtgeschichte von heute erzählt. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Bevor diese Geschichte erzählt wird, erzählt Matthäus, der das Leben von Jesus aufgeschrieben hat, davon, wie Jesus einen Mann mit einer gelähmten Hand und einen, der sowohl taub als auch blind ist, geheilt hat. Direkt davor. Wenn wir glauben sollen, dann wollen wir noch einen Beweis und noch einen Beweis und noch einen Beweis. Was ist das für ein Glauben, der nur das glaubt, nur dem vertraut, was den eigenen engen und begrenzten Vorstellungen und Möglichkeiten, etwas zu verstehen, entspricht? Glauben muss nicht unvernünftig sein. Aber ein Glauben, der Gott auf das beschränkt, was dem Menschen technisch machbar ist, ordnet Gott den Men-schen unter. Ein Glauben, der nur das glaubt, was ich mir sowieso gedacht habe oder was mir wissenschaftlich nachprüfbar bewiesen ist, ist nicht mehr als ein Rechenspiel, nicht bereit, die eigenen Voraussetzungen zu hinterfragen. Eine Liebe, die nur das liebt, was beweisbar ist, verpasst das Wesentliche an der Liebe. Ohne das Vertrauen, dass auch da, wo meine Kontrollmöglichkeiten versagen, Leben und Liebe möglich sind, wird Leben doch nur noch kalt und lieblos. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jesus widersetzt sich der Forderung, immer mehr Beweise dafür zu liefern, dass sich der Glauben an Gott lohnt und dass der Weg, den Jesus zeigt, der richtige Weg ist. Wahres Leben gibt es nur um den Preis, Liebe und Vertrauen zu wagen. Ohne Netz und doppelten Boden und Garantie. Jesus redet von Zeichen und von Menschen, die das geschafft haben. Umzukehren, falsche Wege zu lassen, neugierig zu bleiben, nach Weisheit zu suchen, auch ohne Beweise und Absicherungen. Als böse und treulos bezeichnet Jesus die Menschen, die ihm in dieser Zeit begegnen. Ein Zeichen will er ihnen geben: das des Jona. Jona sollte den Einwohnern der Stadt Ninive im Auftrag Gottes sagen, dass ihr böser Lebenswandel zur Vernichtung führt. Jona will nicht, hat Angst, versucht, zu fliehen, wird ins Meer geworfen und überlebt, so erzählt es die Geschichte, im Bauch eines großen Fisches. Er geht nach Ninive, erledigt seinen Auftrag und die Leute lassen sich anrühren. sie erkennen ihre Fehler, büßen dafür und können weiterle-ben. Jesus sagt, dass er mehr als Jona ist. Auch er ruft zur Umkehr von falschen Wegen und zeigt die tödlichen Konsequenzen von menschlicher Überheblichkeit auf. Sein Zeichen ist das Kreuz – der Tod und die Auferstehung. Drei Tage im Tod gefangen. Ob die Men-schen verstehen und umkehren? Die Menschen aus Ni-nive, die Gott nicht kannten, die von Gott nichts wissen wollten, die hatten verstanden. Die haben ihre Chance zur Umkehr genutzt. Auch ohne Zeichen, nur auf die Worte von Jona hin. Sie haben vertraut, obwohl es un-bequem für sie war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist noch von der Königin aus dem Süden die Rede, aus Saba, vermutlich im heutigen Äthiopien. Sie war neugierig, sie wollte mehr von Gott wissen. Sie hat sich aufgemacht, ist aus ihrer Heimat losgezogen in die Fremde. Salomo, der König, hat ihr von Gott, erzählt. Sie war offen für Neues, hat Weisheit gefunden, weil sie aufbrechen, vertrauen konnte, ohne vorher Beweise da-für zu haben, dass sich das Vertrauen wirklich lohnt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Menschen aus Ninive und die Königin aus dem Süden hier erwähnt werden. Jesus steht dafür, dass alle zu Gott kommen dürfen. Unabhängig von ihrer Vorgeschichte. Unabhängig von ihrer Herkunft. Nicht die, die glauben, dass sie Gott fest für sich, am besten für sich allein haben, sind die, um die es geht, sondern die, die es wagen, zu vertrauen, obwohl sie Schuld auf sich geladen haben oder von weit her kommen. Glauben ist kein Besitz, den man kontrollieren und beweisen kann, sondern ein Weg, Leben zu finden. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Die Menschen, die von Jesus Zeichen gefordert haben, die wollten Gottes Liebe, den Zugang zu Gott kontrollieren und in ihrem Sinn und Verständnis regeln. Jesus macht deutlich, dass das nicht geht. Gott überrascht uns. Mir geht das manchmal mit den Konfis so. Da denke ich mir manchmal: wieso sind die eigentlich da. Die interessieren sich für nichts richtig, die reden dazwischen, die machen Unsinn. Hat wenig Zweck, die sollte man nicht konfirmieren, weil sie es nicht ernst meinen. Aber dann denke ich mir auch: Vielleicht verstehe ich nur die Zeichen nicht richtig. vielleicht hat Gott mit denen etwas vor, das ich im Moment einfach nicht sehen kann. Sie sind ja auch neugierig, sie fragen. Sie provozieren mich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zeichen richtig deuten, eindeutige Zeichen haben wollen, ja, das kenne ich von mir. Und wenn ich am Anfang von anderen gesprochen habe, die angesichts der Katastrophen Zeichen fordern, dann weiß ich bei den kleinen und großen Katastrophen, die ich wahrnehme, dass ich auch oft genug froh wäre, wenn ich solche eindeutigen Zeichen hätte. Auf Kontrolle zu verzichten, loszulassen, aufzubrechen und Gott zu vertrauen, dass er den Weg kennt und Wege zeigt, auf den Menschen glauben, lieben, leben können, trotz aller Katstrophen, das fällt nicht immer leicht. Auch mir nicht. Aber am Ende gibt es keinen anderen Weg als den, auf Vertrauen hin zu leben. Ohne Absicherung. Ohne Vertrauen werde ich Liebe, auch und gerade die Liebe Gottes, nicht finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-4108353555997170105?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/4108353555997170105/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=4108353555997170105' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4108353555997170105'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4108353555997170105'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/03/kontrolle-ist-gut-vertrauen-ist-besser.html' title='Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser, Reminiszere, 20.03.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-236789467014274934</id><published>2011-03-13T11:38:00.000+01:00</published><updated>2011-03-13T11:38:49.578+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1. Mose'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Genesis'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Es gibt kein zurück - Invokavit, 13.03.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/gen%203/anzeige/context/#iv"&gt;Genesis / 1. Mose 3,1-19&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt kein zurück! Nein, ins Paradies, in eine Welt, in der die Menschen, die Tiere, die Schöpfung und Gott in völliger Harmonie miteinander leben, in der es kein Böses gibt, in eine solche Welt kommen wir nicht mehr. Und das alles bloß, weil die Frau mal wieder zu neugierig gewesen ist. Typisch Frau! Und das alles bloß, weil der Mann ohne nachzudenken einfach so das nimmt, was seine Frau ihm hinhält. Bisschen dumm vielleicht. Typisch Mann! Und das alles bloß, weil die Schlange Lust auf verbotene Früchte gemacht hat. Und das alles bloß, weil… - ist doch ungerecht! Ich kann doch nichts dafür! Sollen die doch büßen, die Schuld dran haben! Ich nicht, die anderen! Und schon sind wir mittendrin. Nicht in einer Geschichte, die tausende von Jahren alt ist und die auf bildliche Art erzählt, wie die Menschen das Paradies verloren haben. Wir sind mitten-drin in unserer Geschichte. In unserem Leben, das wahrlich kein Paradies ist. Wir sind mittendrin in unserer Welt, in der es an der Tagesordnung ist, Schuld erstmal von sich selbst weg zu weisen und bei anderen nach Schuld zu suchen. Nicht Guttenberg mit seiner fehlerhaften Doktorarbeit und seinem sehr wählerischen und nicht gerade offenen Umgang mit der Wahrheit war Schuld an seinem Rücktritt, sondern neidische politische Gegner und neidische Parteifreunde und die Medien. Nicht ich, die anderen - dieses Prinzip wird immer wieder rausgekramt. Seit Adam und Eva. Und es bringt uns immer wieder ein Stück weiter weg von Gott, ein Stück weiter weg vom Paradies. Es bringt nichts, sich in ein Paradies, in eine Welt perfekter Harmonie zurück zu träumen. Diese Welt haben wir verloren. Und aus eigener Kraft, wenn wir uns nur anstrengen würden und alle Menschen davon überzeugen könnten, Gutes zu tun, können wir sie nicht zurückgewinnen. Wir können sie nicht zurückgewinnen, weil wir von Anbeginn der Schöpfung an von Gott mit einer Komplettausstattung versehen wurden. Die biblischen Erzählungen von der Erschaffung des Menschen, gerade auch die Erzählung, die wir eben als Predigttext gehört haben, machen deutlich: Gott wollte kein willenloses Etwas, das sich einfach nur fortpflanzt und seinen Lebenssinn in der Zellteilung erfüllt sieht. Gott will ein Gegenüber, keine Marionette. Zum richtigen Gegenüber gehören auch die Möglichkeiten, zu zweifeln, zu denken, falsche Entscheidungen zu treffen. Die Freiheit des Scheiterns ist von Anfang an da. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Der Mensch konnte wissen, was gut ist. Gott hat ihm die Konsequenzen klar gesagt: du wirst sterben, wenn du vom Baum der Erkenntnis isst. Die Schlange hat die Hand der Frau nicht geführt. Sie hat noch nicht mal direkt gesagt: Tu doch das Verbo-tene! Sie hat die Frau selbst auf den Gedanken kommen lassen. Und der Mann hätte auch nicht zubeißen müssen. Die Frau hat keine Gewalt angewendet. Der Mensch, Mann und Frau, hätten die Chance gehabt, Nein zu sagen und Mensch bleiben können. Aber die Versu-chung, wie Gott sein zu wollen, war größer. Wichtig da-bei ist, was es in dieser Geschichte eigentlich heißt, wie Gott zu sein. Das ist eben nicht in erster Linie unbe-schränkte Macht oder Gewalt. Wie Gott zu sein heißt zuallererst hier in der Geschichte, Gut und Böse unterscheiden zu können und einen Blick auf das eigene Leben zu gewinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und der Blick auf das eigene Leben ist ernüchternd. Das erste, was Mann und Frau erkennen, ist, dass sie nackt und schutzlos sind. Der Mensch hier in der biblischen Geschichte kann diese Einsicht nicht aushalten. Er versteckt sich. Er will nicht zeigen, nicht wahrhaben, dass er im Grunde ausgeliefert und auf andere, letztlich auf Gott angewiesen ist. Und ich glaube, dass bis heute in diesem Punkt der Ursprung von ganz vielen Dingen steckt, die wir in unserer alltäglichen Sprache als Sünde bezeichnen. Ich glaube, dass hier die Wurzel für vieles von dem liegt, was wir in unserem Leben als Sünde oder falsch wahrnehmen. Nicht wenige machen im eigenen Leben oder mit anderen Menschen die Erfahrung: Ehe ich zugebe, dass ich verletzlich oder schwach sein kann und um Hilfe bitte, saufe ich mich lieber solange zu, kiffe ich lieber so lange, bis ich mich stark genug fühle und draufhauen kann, klauen kann, andere verletzen kann, damit ich mein eigenes Elend nicht sehen muss. Der relative Wohlstand, in dem wir leben, auch auf dem Richtsberg und trotz aller Armut hier, mit der Möglichkeit zu kostenloser Bildung und relativer Exis-tenzsicherung ist nicht nur deutschem Können und europäischem Fleiß, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass nicht nur in Deutschland, sondern vor allem im Weltmaßstab Arbeit und Rohstoffe extrem ungerecht bezahlt werden und wir auf Kosten Ärmerer leben. Schwächen ausnutzen, damit eigene Schwächen nicht offenbar werden. Sicher gibt es auch ganz viele Gegenbeispiele von gelingendem Leben, von wahrgenommener Verantwortung, von selbstloser Nachbarschaftshilfe und vielem mehr. Keine Frage. Aber das, was in der alten katholischen Theologie als Todsünden beschreiben wird und was als Hauptlaster bis heute ja menschliches Miteinander schwer macht: Hochmut, Geiz, Genusssucht, Rachsucht, Maßlosigkeit, Neid und Faulheit, ist in allen seinen praktischen Ausprägungen der oft schlecht verborgene Versuch, die eigene Blöße, die eigene Nacktheit zu verbergen und an-dere stattdessen nackt und bloß dastehen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den ersten Blick malt die Geschichte vom Sünden-fall im Paradies ein sehr trauriges Bild von uns Men-schen: Wir kommen nicht in den Zustand der Unschuld zurück. Wir sind nackt, ausgeleifert, wir sind leicht ver-führbar. Die Schlange in der Geschichte fordert die Frau ja nicht zum plumpen Regelverstoß auf, sie sät Zweifel. „Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von den Bäumen nicht essen dürft?“ – Hat er natürlich nicht. Die Frau sagt: „Natürlich dürfen wir, nur von dem einen nicht“ – Und schon bekommt der eine Baum eine besondere Wichtigkeit. Auf einmal wird das kleine Verbot viel wichtiger als alles, was erlaubt ist. Ja, wir sind verführ-bar. Wie gesagt, wir sind sozusagen eine Komplettliefe-rung: Mit Zweifeln, mit Denken, mit Neugier. Und mit der Möglichkeit, uns zu uns selbst, zu Gott, zu den Mit-geschöpfen zu verhalten. Mit allem guten, was dadurch möglich ist. Und mit den Schattenseiten. Mit der Entfer-nung zu Gott, weil wir uns selbst und das, was uns nicht gut tut, wichtig nehmen und ausprobieren. Wir können nicht einfach nur gut sein. Weil wir denken und bewusst handeln können. Weil wir mehr sind als ein vorprogrammierter Zellhaufen. Auf den ersten Blick also kein besonders optimistisches Bild.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den zweiten Blick ergibt sich aber mehr. Das Leben ist hart nach der Vertreibung aus dem Paradies. Mühsam muss vieles der Erde abgetrotzt werden und auch die Liebe, die Beziehung hat ihre Unschuld verloren und wird nicht schmerzfrei sein. Hart – aber nicht gottverlassen. Auch wenn der Mensch, wenn ich mich von Gott entferne: Gott bleibt in der Nähe, er hilft zum Leben. Im Fortgang der Geschichte durch Kleidung, die er dem Mann und der Frau zu ihrem Schutz macht. Dadurch, dass er später selbst den Brudermörder am Leben lässt, ihn, den Schuldigen, zwar weiter in die Einsamkeit treibt, aber eben nicht unbegleitet lässt und ihm die Möglichkeit zum Leben und zur Umkehr schenkt. Ein für allemal und unübertrefflich hat er das durch seinen Sohn dann Gestalt werden lassen. Jesus, der im wahrsten Sinn Liebe und Gutes verkörpert und der durch die Schuld und wegen der Schuld der Menschen sterben musste. Schuld, Sünde trennen nicht länger endgültig von Gott. Wir können zum Leben, zu ihm umkehren. Wir werden das Paradies nicht herstellen können. Auch durch ein noch so moralisches Leben nicht. Wo Menschen dies versuchten und versuchen, da sind Hass und Diktatur nicht weit. Wo das Paradies auf Erden errichtet werden soll, ob im Namen Gottes oder im Namen einer politischen Ideologie, da geschieht genau das, was schon am Anfang zum Verlust der Einheit mit Gott geführt hat: Der Mensch will wie Gott sein und ihm nicht überlassen, was sein ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir müssen nicht Gott sein und Gott spielen. Wir dürfen Leben, trotz aller Schuld, auch wenn es oft hart ist. Wir dürfen leben und Gott geht, trotz aller Schuld, unseren Weg mit, damit wir Leben und zu ihm finden können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-236789467014274934?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/236789467014274934/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=236789467014274934' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/236789467014274934'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/236789467014274934'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/03/es-gibt-kein-zuruck-invokavit-13032011.html' title='Es gibt kein zurück - Invokavit, 13.03.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-7102869919118527731</id><published>2011-03-06T08:17:00.000+01:00</published><updated>2011-03-06T08:17:26.252+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Mit Jesus chillen - Estomihi, 06.03.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/lk%2010,38-42/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 10,38-42&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Chillen, faulenzen, abhängen – ist das was Gutes? Kommt wahrscheinlich drauf an, wen man fragt. Wenn ich die Martha aus der Bibel fragen könnte, und mit ihr alle, die sich abrackern, damit es anderen gut geht, dann ist die Antwort klar: NEIN! Das ist nichts Gutes. Es ist doch gut und wichtig, anderen etwas Gutes zu tun. Für Gäste alles schön zu machen. Martha macht es ja nicht für sich. Sie hat Jesus – und mit ihm wahrscheinlich ja auch die Jünger oder andere, die mit ihm unterwegs waren - eingeladen. Und es macht viel Arbeit, etwas für andere vorzubereiten. Und die eigene Schwester setzt sich hin und chillt, hängt ab, faulenzt. Geht gar nicht. Es gibt viele, die, wie Martha, alles tun, damit es anderen gut geht. Frauen und Männer, ohne die kranke Angehörige nicht gepflegt würden. Die für ihre Kinder sich abrackern. Die in Kirchengemeinden oder Vereinen alles tun, damit es läuft und andere ihren Spaß haben. Die nicht nach Überstunden und Bezahlung fragen, sondern die für andere da sind und für andere arbeiten. Chillen, faulenzen, abhängen? Wenn alle anpacken wür-den, wäre vieles leichter und würde schneller gehen. Wenn Maria mit anpacken würde, hätte Martha auch früher Zeit, mit den Gästen da zu sitzen. Klar, dass für alle, die anpacken, die machen und tun, das nichts Gutes ist.&lt;br /&gt;Und dann höre ich Schüler oder Konfis, die sagen: „Herr Kling-Böhm, chillen sie doch mal!“ Die sagen das, wenn ich sie zum Arbeiten bringen will, wenn ich will, das aufgeräumt wird oder dass es endlich losgehen kann. „Chillen sie doch mal!“ Wenn die Schüler oder die Kon-fis ein bisschen bibelfester wären und die Geschichte, die ich eben vorgelesen habe, kennen würden, dann könnten sie ja auch versuchen, mich sozusagen mit meinen eigenen Waffen, mit der Bibel, zu schlagen: „Jesus hat doch auch über Maria, die mit &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;ihm abhängt, mit ihm chillt, gesagt: sie hat das gute Teil gewählt. Er hat das nicht zu Martha gesagt, die sich abrackert und die will, dass ihre Schwester aufspringt und arbeitet. Also chillen sie doch auch mal!“ Wer hat jetzt Recht? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich die Geschichte aus der Bibel ernst nehme, dann hat keiner Recht. Weder Maria und die Chiller noch Martha und die Fleißigen. Oder es haben beide Recht. Jesus sagt ja zu Martha nicht: „Du bist doch blöd, dass du arbeitest, Arbeit ist nichts wert.“ Er nimmt ihre Sorge um die Gäste, ihre Arbeit, ihre Mühe ernst. Und zu Maria sagt Jesus ja auch nicht: „Du machst es richtig! Ein bequemes Leben, in dem du andere für dich arbeiten lässt, ist das, was ich erwarte.“ Es geht nicht um das, was grundsätzlich besser wäre. Es geht darum, zur rechten Zeit das Richtige zu tun oder zu lassen. Es geht um den Wert des Zuhörens. Es geht nicht um bloßes Faulenzen. Es geht darum, die Situation richtig zu begreifen. Bleiben wir in der Geschichte: Jesus ist da. Er, der an anderer Stelle sagt: „Ich bin das Leben“. Das, was er zu sagen hat, das öffnet uns Menschen für dieses Leben. Aber auf das Wort vom Leben kann ich nicht hören, wenn ich glaube, gleichzeitig noch hundert andere Dinge erledigen zu müssen. Jesus zuzuhören, sein Wort vom Leben ins eigene Leben hineinzulassen, das braucht Zeit. Martha will für Jesus alles perfekt machen. Ich kann mir gut vorstellen, wie sie Gemüse schnippelt, Salat putzt, Brot backt und das beste Geschirr sauber macht, wie sie atemlos durch die Küche wirbelt, damit es Jesus gut geht. Sie liebt ihn so sehr, dass sie ihn rundherum bedienen und alles für ihn tun will. Und Maria, in Marthas eifrigen, ruhelosen Augen ein faules Stück Schwester, sitzt einfach nur da und hört ihm zu. Das will sie doch auch und vorher ist noch so viel zu erledigen! Der Clou an dieser Geschichte ist, dass Jesus das alles gar nicht braucht. Oder zumindest nicht zuerst. Er erwartet von Martha – und auch von uns heute – nicht, dass sie die perfekte Gastgeberin und ihm dient, dass wir ihm perfekt dienen. Er ist eben nicht gekommen, damit er bedient wird, sondern damit er den Menschen, Martha, Maria, dir, ihnen, mir, dient. Mit Worten, die neu für das Leben öff-nen. Mit Worten und Taten, die Leben gut und heil machen. So haben die Konfis oder die Schüler schon manchmal recht, wenn sie mir sagen: „Chillen sie doch mal!“ Ja, ich muss mir wirklich manchmal sagen lassen, mich selbst und das, was ich tue, nicht allzu wichtig zu nehmen. Mir Zeit zu nehmen, hinzuhören. Nicht auf den Lärm des Alltags. Nicht auf die scheinbar ständig wichtigen Anforderungen, die Kirchenleitung, Kirchenkreis, Gemeinde an mich stellen. Nicht auf die Versprechungen, die mir Werbung oder falsche Heilsbringer geben wollen, sondern auf das, was Jesus mir jetzt wirklich sagen will. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So oft und so ernsthaft wie in diesem Konfirmandenjahrgang bin ich noch nie gefragt worden, wie das geht, wie Jesus, wie Gott gehört werden kann. Ich finde das wirklich gut. Eine Antwort lässt sich aber nicht so einfach geben. Ruhe, offene Ohren und ein offenes Herz sind mir dafür wirklich wichtig. Worte, Gedanken aus der Bibel, die ihre Kraft nach und nach entfalten. Die manchmal Zeit brauchen, um zu mir zu sprechen. Vielleicht, das wünsche ich allen, die da sind, können auch Gottesdienste zu Orten und Zeiten werden, in denen Gott, in denen Jesus zu Menschen spricht. Nicht, weil ich so tolle Sachen predigen würde. Das sieht jeder sicher anders und das ist wirklich zweitrangig. Wenn die Predigt zu langweilig ist, zu lang oder gar nicht die Situation anspricht, in der man selber gerade ist, bietet sie doch 10, 15 oder manchmal mehr Minuten Gelegenheit, ruhig zu werden. Nachzudenken. Hinzuhören, auf das, was eigentlich gerade dran ist. Und vielleicht werde ich auch so ruhig, dass ich höre, was Gott mit meinem Leben im Moment gerade vorhat. Und das kann ja was ganz anderes sein als das, was ich als Pfarrer der Gemeinde, ihnen und euch, gerade jetzt oder ein anderes Mal erzähle. Zuhören, nicht nur auf die eigene Kraft, die eigenen Gedanken vertrauen, sich Zeit nehmen. Sich öffnen für das Wort vom Leben. Das sieht nach außen sicher manchmal wie abhängen, wie chillen aus. Aber es ist was anderes, als zu faulenzen. Faulenzen heißt: sich aus dem Leben rausziehen. Die Jesus-Art zu chillen heißt: sich dem Leben zu öffnen. Sich Zeit nehmen, das eigene Leben besser zu verstehen und sich wirklich beschenken zu lassen. Mit Liebe. Kostet nichts und macht nicht dick. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Jesus chillen, ihm zuhören, das heißt für mich aber nicht, dass ich mich dann für den Rest meines Lebens berieseln lasse. Zuhören und arbeiten, Maria und Martha – beides hat seinen Sinn und seine Zeit. Ohne die Marthas, ohne die, die ihre Kraft für andere einsetzen, da wäre das Leben unerträglich. Es wäre kalt, von lauter lauen Egoisten beherrscht, die zu faul sind, sich zu bewegen und andere Menschen in den Blick zu nehmen. Gott, Jesus in den Blick zu bekommen, ihn zu hören, das heißt ja doch auch: einen Sinn, ein Gespür für das Leben zu bekommen. Und zu meinem Leben gehören auch die bekannten und unbekannten Menschen, denen ich begegne, die, so wie ich, von Gott geliebte Menschen sind. Was ich da tun kann, wie ich was tun kann – das ist ja ganz unterschiedlich. Nicht jeder ist eine Haushalts-, Koch-, Back- und Putz-Martha. Es geht darum, die eigenen Gaben zu entwickeln, die eigenen Stärken sehen und annehmen zu können. Aber eben nicht, um Gott damit einen Gefallen zu tun oder um mich vor ihm und vor der Welt zu produzieren, sondern weil ich das kann und weil das zu dem gehört, was mir geschenkt worden ist. Arbeit ist das halbe Leben. Ja, das ist sie. Das halbe Leben. Nicht alles. Aber auch nicht Nichts. Beten und Arbeiten. Chillen und Schaffen. Maria und Martha. Das gehört zusammen. Aber, und das macht diese Geschichte deutlich: erst zuhören, dann zupacken. Damit’s kein Krampf wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-7102869919118527731?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/7102869919118527731/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=7102869919118527731' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7102869919118527731'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/7102869919118527731'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/03/mit-jesus-chillen-estomihi-06032011.html' title='Mit Jesus chillen - Estomihi, 06.03.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-6358384722038768758</id><published>2011-02-19T12:15:00.000+01:00</published><updated>2011-02-19T12:15:55.236+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lukas'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Septuagesimae'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Erich-ERich-erICH-ERICH - Unnützer Knecht? Septuagesimae, 20.02.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Lk%2017,7-10/anzeige/context/#iv"&gt;Lukas 17,7-10&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;So, jetzt sprechen wir das alle noch einmal gemeinsam: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.&lt;br /&gt;Absurd, oder? Reicht es nicht, im Alltag immer wieder zu erleben, dass ich als Mensch nicht so viel wert bin? Als altgewordener Mensch – „Was willst du eigentlich? Du kostest doch nur Geld, sei froh, dass du eine Rente hast! Operationen werden langsam zu teuer, Pflege ist zu teuer, besser, du trittst bald ab.“ So deutlich wird es selten gesagt. Aber in einer Gesellschaft, in der es vor allem um wirtschaftliche Verwertbarkeit von Menschen und ihren Fähigkeiten geht, kommen solche Gedanken auf. Sie sind schon längst da. Auch bei Schülern: „Du bist was wert, wenn du einen guten Realschulabschluss oder mehr schaffst, mit den anderen kann man ja doch nichts anfangen.“ Das wird sogar noch offener gesagt als das mit den alten Menschen. Und Studenten: „Selber schuld, wenn ihr kein Prädikatsexamen macht und nichts studiert, was die Wirtschaft braucht! Für solche Studiengänge sollte man eigentlich die Mittel weiter kürzen.“ Und selbst wenn man arbeitet, Steuern zahlt, gesund ist: Dafür Dank zu erwarten, das wäre doch zuviel! Ist doch selbstverständlich! Also: In der Kirche wie im Alltag: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. Will Jesus die Menschen, am Ende eben auch uns, klein machen, damit wir ja nicht zu viel Selbstwertgefühl entwickeln? Ist es wirklich so, dass Erich eigentlich der wahre christliche Vorname ist: großes ER, kleines ich?&lt;br /&gt;Genau so ist das, was Jesus hier erzählt, immer wieder verstanden und gepredigt worden: Als Christ hast du die Pflicht zu dienen, und selbst das schaffst du als unnützer Knecht ja noch nicht mal richtig! Also erwarte bloß kei-nen Dank dafür, sondern tue deine Pflicht und halt den Mund!&lt;br /&gt;Ich glaube, dass diese Art, das, was Jesus hier sagt, auszulegen, nicht richtig ist. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;Jesus erzählt immer wieder auf seinem Weg zu den Menschen und mit ihnen vom Alltag der Menschen. Das macht er auch hier. Und er bringt diesen Alltag der Menschen mit dem in Verbindung, was Gott mit ihnen vorhat, mit dem, was er selbst Reich Gottes nennt. Und das ist anders als die Welt, die wir vor Augen haben. Es ist keine Fortsetzung von dem, was wir kennen. Alltag ist das, was Jesus hier erst einmal in Fragen den Menschen vorstellt, die ihm zuhören: Welcher Chef, welcher reiche Mensch, der es sich leisten kann, das andere für ihn arbeiten, würde den Knechten, den einfachsten Arbeitern, nach einem anstrengenden Arbeitstag sagen: Genug gearbeitet, kommt zu mir, wir ruhen uns zusammen aus? Jesus sagt die Antwort nicht, oder besser: er sagt sie wieder in Form einer Frage. Ist es nicht so, dass der Knecht weiterarbeiten müsste, Essen machen, erst den Chef zufrieden stellen, und danach dann Feierabend hätte? Ich glaube, dass die Zuhörer von Jesus ihm entweder im Stillen oder laut zugestimmt haben. „Ja, so ist es, ist doch normal! Und der Chef wäre doch verrückt, wenn er dem Knecht für das, was dessen Pflicht ist, danken würde!“ So ist der Alltag, wahrscheinlich bis heute, auch wenn die Chefs heute nicht mehr reiche Bauern sind, sondern Geschäftsführer, Lehrer, vielleicht auch Pfarrer. Arbeiten, Überstunden machen, Pflicht erledigen. Nicht geschimpft ist gelobt genug! Jesus erzählt das hier aber, wie gesagt, nicht, um die Leute runterzuziehen und ihnen zu zeigen, wie schwer ihr Alltag ist, sondern um ihnen was von Gott zu sagen. Und ich glaube, dass er die Leute für intelligenter hält, als wir das manchmal tun. Er setzt ihnen nicht immer die Antworten vor, sondern lässt sie Antworten auch selber finden. Und deshalb glaube ich, dass der wichtige Punkt in diesen Fragen von Jesus das Nachdenken ist. Ja, so ist das im Alltag – aber bei Gott, und durch ihn bei Jesus, ist das doch ganz anders! Gott ist, mal ins Unreine gesprochen, ein verrückter Chef. Das zeigt er in Jesus. Der ist sich nicht zu schade, sich die Schürze umzubinden und seinen Jüngern die Füße zu waschen. Der geht zu den Kranken, zu den Ausländern, zu den Prostituierten, zu den Betrügern. Der wartet nicht drauf, dass andere ihm dienen, sondern er fängt mit dem Dienen an. In einem meiner liebsten Weihnachtslieder „Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich“ wird das besungen. Natürlich bleibt Gott der Chef, „in seinem höchsten Thron“, wie es in der ersten Strophe heißt. Aber in der dritten Strophe heißt es: „Er äußert sich all seiner G’walt, wird niedrig und gering“ und in der fünften sogar: „Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein!“Ich glaube schon, dass das ein Punkt ist, den Jesus mit seinen Fragen deutlich machen will. Die, die ihm zuhören, können merken: „Moment mal! Bei dir, bei Gott, da geht es anders zu als in unserem Alltag!“ Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Erlösung für die vielen. So beschreibt Jesus seinen Auf-trag. So verrückt ist dieser Chef, dass er nicht nach der wirtschaftlichen Logik, dass er den größten Gewinn aus seinen Leuten herausholen sollte, handelt, sondern dass er so frei ist, Rollen zu tauschen und denen, die klein, arm, bedürftig sind, denen, die sich zu Tode schuften, Erlösung anbietet. Bei Gott geht es anders zu als in der Schule, im Betrieb, in der Landwirtschaft, in der Politik. Da ruft der Chef dem Knecht zu: „Komm, ruh dich bei mir aus! Komm zu Kräften, du musst dich nicht für mich zu Tode schuften. Ich will, dass du lebst!“&lt;br /&gt;Ja, so schön kann Bibel sein. Ich bin zufrieden. Viel-leicht die Gemeinde auch. Und dann steht da doch im-mer noch der Satz, den wir sagen sollen: Wir sind unnüt-ze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. Der Predigttext, das, was Lukas erzählt, hört lei-der nicht nach den Fragen auf. Es bleibt diese ärgerliche Aufforderung, zu bekennen, dass ich selbst nur ein un-nützer Knecht bin.&lt;br /&gt;Ich glaube, dass dieser Satz zwei Seiten hat. Die eine Seite ist die, dass wir eben nicht Gott sind, sondern im Vergleich mit ihm einfache Arbeiter. Aber Gott ist eben der verrückte Chef. Obwohl wir eigentlich ganz und gar nichts Besonderes sind und keine tollen Leistungen und Verdienste haben, verhält er sich anders, als Menschen es von Chefs gewohnt sind. &lt;br /&gt;Die andere Seite ist, glaube ich, die, die uns vor unserem allzu menschlichen Egoismus warnen will. Wenn ich als Knecht plötzlich zum Herrn werde, wenn ich eingeladen werde, mich an den Tisch des Herrn zu setzen, dann ist die Gefahr groß, dass ich mich schnell daran gewöhne und mich als Herrn sehe. Als Schüler bin ich vielleicht der Meinung, dass der Lehrer zu viel rumbrüllt, zu viele Aufgaben gibt, zu schnell mit Strafen bei der Hand ist. Ich habe es mehr als einmal erlebt, dass Schüler, die dann mal die Rolle wechseln sollten, ganz schnell das Verhalten übernommen haben, das sie vorher ganz blöd fanden. Funktioniert in vielen Bereichen. Mancher radikale Student hat sich zu einem ganz konservativen Chef entwickelt und gerät schon in Wut, wenn linke Studenten an seinem im Südviertel geparkten Mercedes den Stern abreißen. Es gibt einen Spruch, ich weiß nicht, von wem er stammt: „Wer mit 20 kein Kommunist war, hat kein Herz und wer mit 40 immer noch einer ist, keinen Verstand!“ Ich glaube, dass es wirklich schwer ist, nicht der Versuchung zu erliegen, eigene Macht gegen andere auszunützen. Wenn plötzlich Freiheit, wenn plötzlich Macht da ist, neigen wir Menschen viel zu oft dazu, sie nicht im Sinne Jesu zu gebrauchen und anderen Freiheit und Aufatmen zu schenken, sondern vor allem den eigenen Vorteil zu sehen. In allen Bereichen. Das gibt es auch in Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften, die sich auf Jesus berufen. Ich glaube, dass die Spitze in dieser Aufforderung Jesu nicht heißt: „Bleibt klein!, sondern: „Haltet Maß und missbraucht eure Macht und Freiheit nicht!“&lt;br /&gt;Und ich glaube, dass es vielleicht noch eine dritte Seite in diesem anstößigen Satz gibt: „Du kannst dir keinen Sonderplatz bei Gott verdienen, auch durch noch so tolle und christliche Leistungen nicht!“ Leben als Christ, Leben mit Jesus ist keine Leistungsschau, bei der Ehren-plätze, Verdienstkreuze und Belohnung winken.&lt;br /&gt;Ich höre diese Worte Jesu so: Entdecke deine Freiheit, Mensch zu sein. Nicht über anderen, sondern mit ande-ren. Lass dich in dieser Freiheit verpflichten: dir gegen-über, den Menschen gegenüber, Gott gegenüber. Schen-ke das verrückte, das Gott dir schenkt, die Gelegenheit zum aufatmen, die Chance, bei ihm sein und sich stärken zu dürfen, weiter. Verpflichte nicht andere zuerst, dir zu dienen, sondern sei zum Dienst bereit: an der Mensch-lichkeit, in der Menschheit, der Gottes Liebe gilt. Und denke daran: der verrückte Chef, den du dabei hast, ist nicht der, der will, dass du bis zum Umfallen arbeitest, sondern der, der will, dass du bei allem Denken und Handeln zu dir selber findest, denn seine Liebe gilt dir.&lt;br /&gt;Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-6358384722038768758?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/6358384722038768758/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=6358384722038768758' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6358384722038768758'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/6358384722038768758'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/02/erich-erich-erich-erich-unnutzer-knecht.html' title='Erich-ERich-erICH-ERICH - Unnützer Knecht? Septuagesimae, 20.02.2011, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-4224828554947102771</id><published>2011-02-06T12:33:00.002+01:00</published><updated>2011-02-20T11:57:19.115+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Römer'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tauferinnerung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Familiengottesdienst'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><title type='text'>Und was bleibt im Alltag? Tauferinnerungsgottesdienst mit Konfirmanden, 06.02.11</title><content type='html'>Rollenspielszenen zu &lt;a href="http://www.basisbibel.de/basisbibel-nt/bibeltext/basisbibel/bibeltext/lesen/"&gt;Römer12,9-18 (wurde in der Basisbibelübersetzung gelesen)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Negativ Musik: Kollegah - Fanpost&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) Vers 12: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler A: Hi, wie geht’s?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Frag bloß nicht! Und selbst?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler A: Alles Mist! Dieses Jahr bleib ich bestimmt sitzen. Und überhaupt: Wofür lohnt sich’s noch zu leben? Ist doch nur Chaos! In der Stadt laufen immer mehr Dro-gensüchtige rum. Und ständig gibt’s irgendwo ne Prügelei. Und die Welt brauchst du dir doch erst gar nicht anzugucken! Echt übel. Krieg und Hunger und Terror. Da hilft auch beten nichts mehr!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Das ist doch sowieso Quatsch! Vor zwei Wochen ist ein Kumpel von mir gestorben. Leukämie. Ich hab so gebetet, dass der wieder gesund wird. Nützt doch nichts. Und dann hat auch noch mein Freund mit mir Schluß gemacht. Und lauter Lügen über mich erzählt. Jetzt redet keiner mehr mit mir. Ich bin das Leben so satt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler A: Das kannst du laut sagen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;b) Vers 18: Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Spieler A und Spieler B kommen auf Spieler C und Spieler D zu)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler A: Guck mal, wer da steht! Die können was erleben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler C: Na ihr Schlampen, dass ihr euch noch hierher traut!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Halt die Klappe, sonst tret ich dir..&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler D: Passt bloss auf, Streber! Ihr habt uns verpfiffen. We-gen euch kriegen wir ne 6 in der Mathearbeit!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler A: Brauchst ja nicht abschreiben! In Deutsch hast du’s bei den Hausaufgaben nicht zugegeben und mir ne 6 reingewürgt! Wie du mir, so ich dir!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler C: Ja und, du kannst dir’s leisten. Ich schaff jetzt den Abschluss nicht und die Lehrstelle ist weg!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Nicht unser Problem!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler C: Ein Wort noch und...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler A: Ihr könnt ja doch nur drohen, Schlappschwänze:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler D: Wart’s ab... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Alle bauen sich so voreinander auf als würden sie gleich los-schlagen)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Positiv Musik: Silberfee - Freundschaft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) Vers 12: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SpielerA: Hi, wie geht’s?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Frag bloß nicht! Und selbst?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SpielerA: Alles Mist! Dieses Jahr bleib ich bestimmt sitzen. Und überhaupt: Wofür lohnt sich’s noch zu leben? Ist doch nur Chaos! Und die Welt brauchst du dir doch erst gar nicht anzugucken! Krieg und Hunger und Terror. Da hilft auch beten nichts mehr!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Denk ich auch manchmal! Vor zwei Wochen ist ein Kumpel von mir gestorben. Leukämie. Ich hab so gebe-tet, dass der wieder gesund wird. Aber dann denk ich wieder: Hey, ich leb noch! Und beim Beten, da kann ich wenigstens mal meine Gedanken ordnen. Und was los-werden, ohne dass mich einer ständig unterbricht oder sein eigenes Zeug quatscht. Dann merk ich irgendwie: da hört doch einer zu!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann krieg ich wieder Lust, was zu tun! Jammern zieht einen doch nur runter! Wenn wir nicht anfangen, dann ändert sich nie was! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SpielerA. Dein Optimismus ist klasse! Hätte ich auch gern. Aber irgendwo hast du Recht. Wir sind nicht allein und wir leben. Und wir können was machen, damit’s besser wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Das kannst du laut sagen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;b) Vers 18: Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(SpielerA und Spieler B kommen auf Spieler C und Spieler D zu)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SpielerA: Guck mal, wer da steht! Die können was erleben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler C: Na ihr Schlampen, dass ihr euch noch hierher traut!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Halt die Klappe, sonst tret ich dir..&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler D: Komm, lass sein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SpielerA: Ja, ist gut. War blöd, dass wir euch beim Abschreiben verpfiffen haben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler C: Das wir euch in Deutsch hängengelassen haben, war ja auch nicht so toll. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Dann sind wir ja quitt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;SpielerA. Ich glaub, wir gehen uns für ne Weile besser aus dem Weg!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler D: Wenigstens können wir wieder normal reden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spieler B: Ist ja schon mal ein Anfang!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gesagt, liebe Gemeinde, über Musik kann man unter-schiedlicher Meinung sein. Auch darüber, ob die Musik, die sich zwei Konfirmandinnen für diese Szenen ausgesucht haben, in den Gottesdienst gehört. Es wird niemanden wundern, dass ich denke, dass es geht, sonst hätte ich es ja nicht gespielt. Gerade in einem Gottesdienst, in dem es um die Taufe geht. Das ganze Leben gehört in den Gottesdienst – denn die Taufe betrifft ja den ganzen Menschen. Sie ist nicht nur was für die schönen Tage. Durch die Taufe will Gott sichtbar machen: Du gehörst ganz zu mir, mit deinem ganzen Leben. Und dazu gehört auch die Erfahrung, dass das Leben nicht immer nur gut und schön und heil ist. Und auch die Erfahrung, dass ich als Mensch, auch als getaufter Mensch, daran nicht immer unschuldig bin gehört dazu. „Kann man halt nichts machen, so ist das Leben, so bin ich!“ – Ja, so könnte eine Antwort sein. Aber wenn ich so lebe, dann ist die Taufe wirklich sinnlos. &lt;br /&gt;&lt;a name='more'&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Du wirst geliebt, du kriegst von Gott Kraft für das Leben und du kannst mit dieser Kraft etwas anfangen – für mich steckt das in der Taufe. Leben muss nicht im Bösen stehenbleiben. Paulus gibt in seinem Brief an die Christen in Rom ein paar Tipps, wie das Leben mit Gott auch im Alltag wirklich Kraft gewinnen kann. Frau Pieh hat ein paar der Tipps von Paulus eben vorgelesen. Vielleicht haben einige gedacht: „Das ist ja ganz nett, was da aus der Bibel vorgelesen wird, aber im Alltag lässt sich das ja überhaupt nicht umsetzen.“ Wir haben das mal versucht in den kleinen Szenen. Zwei Verse haben wir uns vorgenommen. Freut euch, dass ihr Hoffnung habt. Bleibt standhaft, wenn ihr leiden müsst. Hört nicht auf zu beten, so hieß der erste Vers. Viele ältere, die sich in der Bibel auskennen, haben sicher eine andere Übersetzung im Ohr: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“. Und der zweite Vers heißt: Lebt mit allen Menschen in Frieden – soweit das möglich ist und es an euch liegt. Zuerst, auch im Zusammenhang mit der aggressiven Musik, da war es so, wie es im Alltag oft erlebt wird: negative Erlebnisse ziehen einen runter. Der Blick wird eng, oft ist dann nur noch Schlechtes im Blick. Und weil beten auch nicht heißt, das automatisch alle Wünsche erfüllt werden, ist dann schnell der Eindruck da, dass auch Beten völlig sinnlos ist. Oder Ärger und Streit schaukeln sich hoch. Beleidigung folgt auf Beleidigung. Das Gefühl ist da, immer noch einen drauf setzen zu müssen. Am Ende will ich ja nicht als Schwächling dastehen! So war die erste Runde. Alltag halt. Sicher auch oft genug für Menschen, die getauft sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der zweiten Runde gab es kleine Veränderungen. Da war wenigstens die Hoffnung da, an Gott im Gebet was abgeben zu können und in allem Bösen, das ja immer noch da ist, Möglichkeiten zum Leben und zum Handeln zu entdecken. Oder eben nicht jede Beleidigung noch zu toppen, sondern Frieden auch dadurch zu finden, dass man sich erstmal in Ruhe lässt und zugeben kann, dass auch das eigene Verhalten nicht gut war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht haben manche jetzt erwartet, dass da noch mehr kommt. Ein Leben als Getaufter würde alles gleich so richtig toll werden lassen. Aber bevor etwas richtig toll werden kann, muss ich dem Guten überhaupt erst einmal die Chance geben, langsam wachsen zu können. Getauft zu sein und als Getaufter zu leben heißt nicht, große Sprünge machen zu müssen, sondern den Mut zu haben, den ersten kleinen Schritt zu machen. Gott hat mit Jesus, mit seiner Mensch gewordenen Liebe, der uns gezeigt hat, dass uns Schuld nicht mehr von ihm trennen muss, längst das ganz große Zeichen gesetzt. Kleine Zeichen, kleine Schritte, die den Alltag verändern, das ist unsere Sache. Das muss nicht beim ersten Schritt perfekt sein, da dürfen ruhig noch zweite, dritte und vierte Schritte folgen. Getauft zu sein, als Getaufter zu leben, heißt für mich auch: den Mut zu haben, den ersten Schritt zu machen. Auf andere zu, aus der Hoffnungslosigkeit heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für mich drückt sich diese Lebenshaltung, selbst kleine Schritte gegen die Hoffnungslosigkeit gehen zu können und die Hoffnung, dass das Böse nicht das letzte Wort behält, in einem Bekenntnis von Dietrich Bonhoeffer aus. Bonhoeffer war Pfarrer. Er hat sich in seiner Zeit zum Beispiel sehr für Konfirmanden aus armen Familien eingesetzt. Und vor allem hat er Widerstand gegen die Nazis geleistet, wofür er ins Gefängnis kam und umgebracht wurde. Er sagte: Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;dass Gott auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet. Aus der Taufe leben – in kleinen Schrit-ten, mit Hoffnung. Als Erinnerung an diese Hoffnung bekommt auch nachher jeder, der gesegnet werden möchte, dieses Bekenntnis mitgegeben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt singen wir mit Lissy am Klavier von der Kraft, die Leben zur Ruhe kommen lässt, es verändert. Vor dir, so heißt das Lied. Und danach erinnern Konfirmanden daran, was Taufe eigentlich bedeutet und an die, die im vergangen Jahr getauft wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weitere Texte:&lt;br /&gt;Erklärung zu Wasser&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott sagt: „Denkt an den Regen und den Schnee! Sie fallen vom Himmel und bleiben nicht ohne Wirkung: Sie tränken die Erde und machen sie fruchtbar; alles sprießt und wächst. Genauso ist mein Wort: Es bleibt nicht ohne Wirkung, sondern erreicht, was ich will“&lt;br /&gt;Wir taufen mit Wasser, weil es ohne Wasser kein Leben gibt. Wasser steht für neues Leben und dafür, dass Gott das Leben stärkt und schützt. (Eingießen des Wassers)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erklärung zur Kerze&lt;br /&gt;Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben.“&lt;br /&gt;Dieses Licht soll uns Menschen auf unserem Weg im Leben begleiten. Das Licht der Taufkerze soll sagen: Du bist nicht allein, auch wenn’s in deinem Leben mal dunkel ist. Gott ist bei dir. Sein Licht leuchtet auch für dich. (Anzünden der Taufkerze an der Osterkerze)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedanken zum Namen&lt;br /&gt;Beim Propheten Jesaja heißt es: „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“&lt;br /&gt;Wenn bei der Taufe der Name genannt wird, dann heißt das: So, wie du bist, ge-hörst du zu Gott. Auch wenn man schon längst einen Namen hat, wenn man getauft wird. Aber jeder, egal, wie alt er bei der Taufe ist, ist ein Kind Gottes, dessen Name nicht vergessen wird. Deshalb werden jetzt noch einmal alle Namen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen vorgelesen, die letztes Jahr getauft wurden:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Taufevangelium&lt;br /&gt;Weder das Wasser noch die Kerze noch der Name allein machen die Taufe zur Taufe. Dazu gehören auch der Glaube an Gott, sein Wort und das Vertrauen in sein Versprechen. Sonst bleibt die Taufe sinnlos. Jesus gibt ihr Sinn. Er sagt: „Fürchtet euch nicht! Mir ist alle Vollmacht im Himmel und auf Erden gegeben. Darum geht hin und gewinnt die Menschen aller Völker für meine Sache. Tauft sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch gezeigt habe. Und denkt daran: Ich bin jeden Tag bei euch, bis die Welt zu Ende geht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ablauf des Gottesdienstes:&lt;br /&gt;Vorspiel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied 130,1&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Begrüßung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied 511,1-3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Psalm &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Antwort: Lied 272&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gebet &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lesung Römer 12,9-18&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik von CD&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anspiel Teil 1 &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Musik von CD&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anspiel Teil 2 &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansprache &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied Lissy: Vor Dir…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedanken zu Wasser, Eingießen des Wassers &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedanken zur Kerze, Anzünden der Kerze &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedanken zu Namen, Vorlesen der Namen &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Taufevangelium &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glaubensbekenntnis &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied 200,1+2+4&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Möglichkeit zu persönlicher Segnung &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied Lissy: Wo ich auch stehe…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fürbitten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vater unser&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lied 170,1-3&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bekanntmachungen &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Segen &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Orgelnachspiel&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-4224828554947102771?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/4224828554947102771/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=4224828554947102771' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4224828554947102771'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/4224828554947102771'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/02/und-was-bleibt-im-alltag.html' title='Und was bleibt im Alltag? Tauferinnerungsgottesdienst mit Konfirmanden, 06.02.11'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-8831282103683683861</id><published>2011-01-30T08:26:00.001+01:00</published><updated>2011-01-30T11:44:14.730+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Matthäus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Stürmische Zeiten - Übers Wasser laufen 4. n. Episphanias, 30.01.11, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Matthäus14"&gt;Matthäus 14,22-33&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten. Zeiten, in denen die Angst da ist, dass alles, was wichtig ist, untergeht. Wie gut, wenn man in solchen Zeiten nicht allein ist. Wenn man sich gegenseitig unterstützt und hilft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten – Ich als Mensch, der in Deutschland aufgewachsen ist, die meisten jüngeren Menschen über-haupt, können sich nicht vorstellen, wie es in der Sowjetunion in den 40er, 50er, 60er und auch noch 70er Jahren war. Der Glauben an Gott war nicht nur nicht gern gesehen. Christen, noch dazu, wenn sie deutsch sprachen, wurde das Leben absichtlich schwer gemacht. In den Häusern konnte man sich treffen, miteinander beten, aus der Bibel und aus Predigtbüchern vorlesen. Gemeinden waren vom Untergang bedroht, Menschen wurden angegriffen. Aber es gab immer wieder welche, die sozusagen Wache hielten und aufpassten, dass die stürmischen Zeiten nicht allzu große Schäden anrichteten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten – wir können auch in Deutschland in der Gegenwart bleiben. Bei den jüdischen Gemeinden im unseren Land. Ihre Gottesdienste, ihre Schulen, Altersheime, Kindergärten, ihre Versammlungen müssen bewacht und beschützt werden, weil immer noch zu viele glauben, dass Menschen jüdischer Religion kein Recht zu leben haben. Eine Schande, dass das auch 66 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz noch so ist. Nicht nur, aber auch in Deutschland. Gut, dass es Menschen gibt, die aufpassen, dass die Gemeinden und Gottesdienste nicht untergehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten. Wir können auch bei den Christen bleiben. Im Irak, in Ägypten, Nordkorea. Wo christliche Gemeinden nicht in Ruhe beten und feiern können, wo die Angst groß ist vor Verfolgung und Mord. Gut, dass es Menschen gibt, die Wache halten, die trotzdem Gottes Wort weitersagen, die trösten, beten, helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten. Wir können auch bei uns auf dem Richtsberg bleiben. Können wir uns dem Sog von Gleichgültigkeit, Gier, Egoismus, materieller und seeli-scher Not entziehen? Während anderswo die Kirchen wenigstens am Heiligabend brechend voll waren, haben bei uns in vier Gottesdiensten am oberen Richtsberg 220 Menschen Gottesdienst gefeiert. 220 von fast 2000 Ge-tauften. Werden wir in der Gleichgültigkeit untergehen? Gut, dass es Menschen gibt, die Wache halten, die mit offenen Augen Gottes Wort leben. Im Alltag, auch au-ßerhalb der Gottesdienste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten – und was hat das mit mir zu tun? Ich kann mir gut vorstellen, dass manche von euch Konfir-manden oder auch andere im Gottesdienst so fragen. „Was gehen mich die alten Geschichten aus Russland, die Juden, die Christen weit weg oder die Gemeinde-wirklichkeit hier auf dem Richtsberg an? Ich lebe mein eigenes Leben!“ Vielleicht denkt mancher so. Ich glaube aber, dass auch zum Leben mit 13, 14 oder auch zum Leben, dass von den Erfahrungen, von denen ich eben erzählt habe, wenig berührt ist, die Erfahrung gehört, in stürmischen Zeiten zu leben. Die Angst, unterzugehen und die Erfahrung, dass es gut ist, in solchen Zeiten, wenn man Angst hat, nicht allein zu sein, sondern sich beim Aufpassen, dass nichts passiert, abwechseln zu können. Angst, dass alles, was wichtig ist, kaputt geht – die Erfahrung machen leider viel zu viele junge Men-schen. Sorgen wegen kranker Menschen in der Familie, wegen des Geldes, das fehlt, wegen der Schule, wegen Freunden, die sich als falsche Freunde rausstellen, wegen Schwierigkeiten mit Lehrern, mit der Polizei, mit den Eltern, mit Geschwistern. Gut, wenn in den stürmischen Zeiten jemand da ist, der mit Wache hält und hilft, aufzupassen, damit das Allerschlimmste nicht passiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten. Zeiten, in denen die Angst da ist, dass alles, was wichtig ist, untergeht. Wie gut, wenn man nicht allein ist in solchen Zeiten. Wenn man sich gegenseitig unterstützt und hilft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum ich so ausführlich davon erzähle? Weil es auch um diese Erfahrungen in der Geschichte geht, die Matthäus von Jesus und seinen Jüngern erzählt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;&lt;a href="http://www.bibleserver.com/#/text/LUT/Matthäus14"&gt;Mt 14,22-33&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klar, auf den ersten Blick kann es vielleicht für manche interessanter sein, das Wunderbare an dieser Geschichte näher zu betrachten. Jesus läuft übers Wasser. Seit Jahr-hunderten versuchen Menschen, das irgendwie logisch zu erklären oder zu sagen, dass man das genau so glauben müsse, damit man wirklich Christ ist. Aber Jesus macht das doch nicht, um zu zeigen, dass er ein cooler Superheld ist, für den die Naturgesetze nicht gelten oder um den Glauben im Jahr 2011 auf eine Probe zu stellen. Die Bibel erzählt diese Geschichte, weil es um Erfahrungen mit Gott und mit Jesus geht, die auch heute noch gemacht werden können. Wir sind nicht nachts im Sturm auf dem See Genezareth. Aber Menschen, auch Menschen, die an Gott glauben, die Jesus vertrauen, machen bis heute die Erfahrung, dass sie stürmische Zeiten erleben und da erst mal ohne direkten Draht zu Gott sind. Jesus schickt die Jünger allein auf den See. Wir als Gemeinde, jeder einzelne als Christ erfährt Gott nicht nur als den, der ganz of-fensichtlich da ist, sondern manchmal auch als den, der nicht so leicht zu erkennen ist. Ich denke, dass es einmal um Erfahrungen wie die geht, dass ich angesichts von den Stürmen um mich herum, angesichts der Ratlo-sigkeit, Leid, Krankheit, Begegnungen mit dem Ende des Lebens mich manchmal wirklich frage: „Gott, wo bist du denn da?“ Es geht aber auch darum, Gott nicht von vornherein als Joker zu missbrauchen. Gott traut uns eine ganze Menge zu, was wir auch selbst machen kön-nen. Die Jünger in der Geschichte: sie vergehen erstmal nicht vor lauter Angst im Sturm. Sie tun das Nötige und Richtige. Auch wenn Jesus nicht gleich da ist. Sie halten Nachtwache, sie passen in stürmischen Zeiten aufeinan-der auf. Deshalb auch die Geschichten vom Anfang. Gott mutet uns zu, in stürmischen Zeiten eigene Mög-lichkeiten und Kräfte zu entdecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das zweite in der Geschichte: Jesus taucht auf. Unvor-hersehbar, wunderbar, nicht wirklich zu erklären. Unverfügbar. Wenn mich jemand fragt, eine Konfirmandin, jemand in einem Beerdigungsgespräch, in der Schule: „Sag mir doch mal, wo ich Jesus begegnen kann!“ Dann kann ich, wenn ich ehrlich bin, nur sagen: „Ich weiß es nicht!“ Jesus begegnet oft da, wo ich ihn am wenigsten vermute. Oft ganz wunderbar. Aber auch so, dass ich ihn auf den ersten Blick vielleicht gar nicht erkenne. Die Jünger halten ihn erstmal für ein Gespenst. Sie erkennen ihn daran, dass er ihnen die Furcht, die Angst nimmt. Die Bibel erzählt hier nicht, dass sich der Sturm legt. Die Zeiten bleiben stürmisch. Aber die Angst ist weg. Für mich persönlich ist das das wichtigste Kennzeichen einer Begegnung mit Jesus. Dass er mir die Angst nimmt. Die Angst vor dem, was mein Leben durcheinanderbringt, die Angst davor, in den Stürmen des Lebens unterzugehen. Mir ganz persönlich, mir als Mensch, aber auch uns als Gemeinde. Jesus ist nicht der Zauberer, der die Zeiten einfach macht und das Schwere wegzaubert. Er ist der, der die Angst kleiner werden lässt und hilft, in Stürmen zu bestehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Petrus will mehr, so überliefert es uns Matthäus. Er will zu Jesus übers Wasser gehen. Er überwindet die Furcht, macht erste Schritte. Es klappt. So lange er sich an Jesus orientiert. Und dann nimmt er die Umgebung wahr, den Sturm, bekommt Angst und fängt an, zu versinken. Für mich ein gutes Bild. Auch für meinen Glauben, für den Glauben von Menschen heute. Es gibt Momente, da ist wirklich alles möglich. Da ist klar, wo Jesus steht, woran ich mich orientieren kann. Und dann kommt das Leben um mich herum mit aller Macht, mit allen Problemen und Stürmen. Es droht mich, hier im wörtlichen Sinn, wirklich runterzuziehen. Die Orientierung geht oft verloren, die Fragen werden größer als die Antworten. Jesus lässt Petrus nicht untergehen. Er zieht ihn raus. „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ So wird Petrus von Jesus gefragt. Die Frage könnte Jesus oft genug auch mir stellen. Eine Antwort von Petrus ist nicht überliefert. Ich glaube, dass die Antwort auch nicht nötig ist. Ich glaube, dass hier deut-lich werden soll: Gerade da, wo Glauben verlorenzuge-hen droht, wo nur noch ein kleiner Rest Glauben da ist, reicht Jesus die Hand. Nicht die starken Glaubenshelden, die jeder Anfechtung, jedem Zweifel, jeder Gefahr und jedem Sturm trotzen sind es, die seine Hand und seine Hilfe brauchen und bekommen. Es sind die, die, wie Petrus, erste Schritte wagen und dann an ihrem Glauben und Mut im Alltag zu verzweifeln drohen. Die Kleingläubigen. Ich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, für mich ist diese Geschichte keine, die von einem Supermann Jesus erzählt, für den Naturgesetze nicht gel-ten. Mir erzählt die Geschichte von Jesus, der nicht im-mer gleich da ist, sondern der uns was zutraut. Von Je-sus, der ganz unvorhersehbar da sein kann, unberechen-bar, manchmal schwer zu erkennen. Von Jesus, der Mut macht, auch ungewöhnliche Schritte in schweren Zeiten zu gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stürmische Zeiten. Zeiten, in denen die Angst da ist, dass alles, was wichtig ist, untergeht. Wie gut, wenn man nicht allein ist in solchen Zeiten. Wenn man sich gegenseitig unterstützt und hilft. Wie gut, wenn er dann kommt. Unvorhersehbar. Unverfügbar. Und uns heraus-zieht aus der Angst, unterzugehen. Amen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-8831282103683683861?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/8831282103683683861/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=8831282103683683861' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8831282103683683861'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/8831282103683683861'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/01/sturmische-zeiten-ubers-wasser-laufen-4.html' title='Stürmische Zeiten - Übers Wasser laufen 4. n. Episphanias, 30.01.11, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-2200911240747738461</id><published>2011-01-16T11:32:00.001+01:00</published><updated>2011-01-16T11:34:26.767+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Exodus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. n. Ep.'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. Mose'/><title type='text'>Zeig dich doch! - 2. Sonntag nach Epiphanias, 16.01.11, Reihe III</title><content type='html'>Predigttext: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Ex%2033,17-23/anzeige/context/#iv"&gt;2. Mose (Exodus)&amp;nbsp;33,17-23&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Schlimme war nicht der Streit, sondern die Stille danach. Wird er je wieder mit mir reden? Ich weiß, dass ich es verdient hätte, dass er mich ganz verlässt. So, wie ich sein Vertrauen ausgenutzt und missbraucht habe. Ich weiß, dass es falsch war. Und noch schlimmer: ich weiß genau, dass ich nicht garantieren kann, dass so was nie wieder passiert. Er hätte jeden Grund, wegzugehen. Weiter zu schweigen. Er hat zwar versprochen, mich für immer zu lieben. Aber ich kann verstehen, wenn das jetzt endgültig aus ist. Aber ich will das nicht. Ich halte das Schweigen nicht mehr aus. Ich brauche doch die Nähe, die Zuwendung, die Liebe. Ich spreche ihn einfach an. „Bist du noch da? Zeig dich doch. Bitte. Lass mich sehen, wie groß, wie schön du bist mit deiner Liebe!“ Auch wenn ich weiß, dass ich es nicht verdient habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Streit ist selten schön. Vor allem, wenn ich weiß: ich bin eigentlich schuldig. Und ganz schlimm ist es, wenn Vertrauen missbraucht oder enttäuscht wurde. Worte helfen da nicht immer. „Ich will sehen, ich will spüren, dass du noch da bist, dass unsere Beziehung noch eine Chance hat!“ Nicht nur zwischen Eheleuten, Freunden, oft genug zwischen Eltern und Kindern geht das so. Auch bei Mose war es so ähnlich. Lange vor unserer Zeit. Er möchte Gott unbedingt sehen. Nicht deshalb, weil er einfach mal so denkt, dass es ganz nett wäre oder weil er angeben möchte. Sondern weil er wissen will, ob eine kaputtgegangene Beziehung noch eine Chance hat. Gott, so erzählt es die Bibel, hat dafür gesorgt, dass die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit wurden. Gott hat sich ihnen als Gott auf dem Weg gezeigt, als einer der mitgeht, aber nicht festgehalten werden kann. Und kaum sind sie unterwegs, ist dem Volk das zu wenig. Sie wollen einen Gott zum Anfassen und lassen sich ein goldenes Kalb machen, dass sie als ihren Gott anbeten. Ist jetzt alles aus?&lt;br /&gt;Das war passiert, bevor Mose den Wunsch hatte, Gott wirklich zu sehen. Die Bibel, das 2. Buch Mose, erzählt so von diesem Wunsch und dem, was dann passiert:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Ex%2033,17-23/anzeige/context/#iv"&gt;Exodus 33,1-23&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott ist hier nicht der große Zerschmetterer, der rach-süchtige, kleinliche Verfolger aller Übertretungen, son-dern der, der zu seiner Liebe, zu seinen Versprechungen steht. Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wes-sen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Ich weiß nicht, wie sie diesen Satz, der hier als eine Aussage von Gott überliefert wird, hören. Ich höre ihn aber erst einmal so, wie ich ihn sagen würde, wenn ich die Macht dazu hätte und in der Position wäre: Ich mach, was ich will. Zu dem einen bin ich gütig und gnädig, zum ande-ren halt nicht. Meine Sache. Aber ich glaube, dass hier nicht unser menschlicher Überlegenheits- und Selbst-darstellungswahn mitspielt, sondern dass der Kern etwas ganz anderes ist. Wenn ich gnädig bin, dann bin ich wirklich gnädig. Dann kannst du dich darauf verlassen, dass ich zu dir halte, auch wenn du mein Vertrauen enttäuscht hast. Du lässt mich vielleicht im Stich – ich dich aber nicht. Wenn ich mich zu etwas bekenne, dann gilt das ganz und gar. Hier, im 2. Buch Mose, gilt diese Zusage nicht nur Mose allein, sondern dem ganzen Volk Israel, den Juden. Eine Geschichte, in der die Bibel Enttäuschungen, Schuld, Versagen nicht verschweigt. Eine Geschichte, die aber zuallererst von Gottes Treue und Gnade trotz aller Schuld geprägt ist. Auf Gott ist Verlass – auch dann, wenn auf die Menschen kein Verlass ist. Durch Jesus hat Gott uns in dieses Treueversprechen mit hineingenommen. Nicht, weil wir anders, besser, zuverlässiger als die Menschen des ersten Bundes wären. Sondern weil sichtbar werden sollte, dass diese Liebe, dieses Versprechen nicht nur einem auserwähltes Volk, sondern der Menschheit gilt. Dem Menschen, den, so erzählt es die Geschichte von der Erschaffung der Welt, Gott als angemessenes Gegenüber geschaffen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lass mich dich sehen. Lass mich spüren, dass wir eine Zukunft haben, dass Vertrauen wieder neu möglich ist – der Wunsch, den wir aus unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ganz gut kennen, der Wunsch, den Mose an Gott richtet – vielleicht ist das auch immer wieder einmal unser Wunsch an Gott. Ich würde gern glauben, ich würde gern hoffen, ich würde gern lieben – aber es fällt oft so schwer. Ich kann dich nicht sehen, wenn ich erlebe, wie ein Mensch qualvoll an Krebs stirbt. Ich kann dich nicht spüren, wenn immer noch Menschen hungern. Wo bist du, wenn nur noch die Gier regiert und schamlos Geld geklaut, Tiere und Menschen vergiftet werden? Ich würde dich gern sehen, wenn ich erlebe, wie die Spielsucht einer Frau ihre Familie in den Wahnsinn treibt. Gott, zeige dich doch, zeige doch, wie gütig du bist. Unsere Lebensumstände sind anders als bei Mose. Aber auch heute erleben wir Gott als einen, der nicht immer offensichtlich da ist, sondern der sich auch verbirgt. Gott sehen, damit ich glauben kann – an Güte, an Liebe, an Wahrheit. Vielleicht geht es uns manchmal dann doch so wie Mose. Und ich glaube, bei allem sagenhaften, was diese Geschichte aus der Bibel enthält, dass einige Punkte bis heute sehr wichtig sind. Nicht nur der, dass Gottes Erbarmen und Treue größer ist als menschliche Schuld und menschlicher Vertrauensbruch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gottes Güte – das Wort, das hier in der ursprünglichen Sprache der Bibel steht, heißt auch Schönheit, Glanz, Reichtum – geht vorüber. Ich finde, dass das gerade in der deutschen Sprache ein passendes Wortspiel ist. Nicht, weil die Güte, die Schönheit, der Reichtum Gottes irgendwann mal zeitlich gesehen ganz aus wären, son-dern weil das alles nicht festgehalten werden kann. Gott ist Gott auf dem Weg mit uns. Es gibt Momente, da kann ich das gut wahrnehmen. Da spüre ich, da erkenne ich, wie groß und gut Gott mit seiner Liebe ist. Aber festhalten kann ich das nicht. Es wird immer wieder auch die Momente geben, wo ich das nicht sehen und spüren kann. Gott, so wird es erzählt, stellt Mose auf einen festen, sicheren Grund und schützt ihn mit seiner Hand. Aber auch das führt eben nicht dazu, dass es da etwas festzuhalten gäbe. Für mich heißt das bis heute, dass ich Gott immer wieder bitten darf, dass er sich mir zeigt, dass er sich mir verständlich macht und dass ich da, wo ich Angst davor habe, dass alles Gute und Schöne und alle Liebe weg ist, vielleicht auch aus meiner eigenen Schuld, ihn bitten darf, sich wieder zu zeigen. Aber das wird immer nur ein vorübergehender Augenblick sein, kein Besitz. Ich kann Gott und die Begegnung mit ihm nicht einpacken. Nicht in ein Kreuz, das ich mit mir trage, nicht in Taufwasser, noch nicht einmal ins Abendmahl. Die Begegnung mit Gott geschieht im Vorübergehen. Dieser besondere Augenblick kann und soll dann wieder Kraftquelle für die Schritte im Alltag sein, meine Schritte. Das Erken-nen von Gottes Güte und Schönheit ist nichts Alltägliches, es ist etwas Besonderes, das immer wieder geschehen kann, das ausstrahlt in den Alltag. Das ist ein wichtiger Punkt für mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein anderer ist der, dass wir Menschen Gott nicht von Angesicht zu Angesicht, praktisch von Gleich zu Gleich erkennen können, sondern ihm nur hinterher sehen können. Im Nachhinein erkennen wir, wo Gott Spuren im Leben hinterlassen hat. An den Wirkungen und Eindrücken erkennen wir, wo Gott war, wie er ist. wir können diesen Spuren folgen. Nachfolgen. Nicht wir legen die Spur der Liebe und des Guten, Gott legt sie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wünsche uns, dass wir diese Spuren erkennen. Ich wünsche uns, dass wir den Mut finden, nach Gott zu fragen, auch dann, wenn wir das Gefühl haben, seine Liebe vielleicht gar nicht verdient zu haben. Ich wünsche uns, dass wir den Mut haben, nach Vertrauen zu suchen, nach Wegen, es wiederzufinden, auch dann, wenn es durch uns kaputt gegangen ist. Nicht nur in unserem glaubensleben, sondern auch im Alltag. Und ich wünsche uns die Kraft und den Mut, das vorübergehen auszuhalten. Die Kraft, der Versuchung zu widerstehen, Liebe und Glauben besitzen zu wollen. Mut zum Loslassen. Mut, sich vom Augenblick für den Alltag stärken zu lassen. Das wünsche ich uns immer wieder. Amen&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/7764778133600998876-2200911240747738461?l=wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/feeds/2200911240747738461/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=7764778133600998876&amp;postID=2200911240747738461' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2200911240747738461'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/7764778133600998876/posts/default/2200911240747738461'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://wortenichtnurzumsonntag.blogspot.com/2011/01/zeig-dich-doch-2-sonntag-nach.html' title='Zeig dich doch! - 2. Sonntag nach Epiphanias, 16.01.11, Reihe III'/><author><name>Ulrich</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13568378632609110279</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-7764778133600998876.post-6523641142975277945</id><published>2011-01-02T11:43:00.000+01:00</published><updated>2011-01-02T11:43:42.225+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2. n. Weihnachten'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='NT'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Johannes'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Reihe III'/><title type='text'>Im Alltag steht der Himmel offen!? - 2. Sonntag n. Weihnachten, 02.01.2011, Reihe III</title><content type='html'>Text: &lt;a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/joh%201,43-51/anzeige/context/#iv"&gt;Johannes 1,43-51&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Liebe Gemeinde!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So schnell werden Kinder groß! Vor einer Woche haben wir Weihnachten gefeiert und uns an die Geburt Jesu erinnert. In einem neugeborenen Kind lässt Gott sich finden, so wurde es in allen Kirchen dieser Welt verkündigt. Und jetzt ist er schon erwachsen. Die Festtage liegen hinter uns, Weihnachten, Silvester, Neujahr – jetzt kommt der Alltag wieder. Jesus ist erwachsen geworden. Er beginnt mit seiner Mission. Vielleicht wäre der eine oder die andere gern noch ein wenig in der ruhigen, stillen Zeit geblieben, hätte sich gern noch länger an den so vertrauten Szenen der Weihnachtszeit, dem Kind in der Krippe, den klugen Sterndeutern aus dem Morgenland gefreut. Aber uns hat der beginnende Alltag wieder. Eigentlich gut so. Über-haupt als Bild für unser Leben, für den Glauben. Es ist gut, dass es Festzeiten gibt. Erholung vom Alltag. Es ist gut, dass es Orte gibt, ob die nun real oder durch gemeinsame Überlieferung und gemeinsamen Glauben geprägt sind, an denen wir uns aufgehoben fühlen, an denen wir zur Ruhe kommen – wie hoffentlich an der Krippe im Stall zu Bethlehem. Da war zwar keiner von uns körperlich, aber die Vorstellung kann fast jeder teilen. Es ist gut, dass es diese Orte jenseits des Alltags gibt. Aber wichtig ist es, da nicht stehenzubleiben und diese Orte nicht zu den Hauptorten des eigenen Glaubens werden zu lassen. Gott ist, und das macht er gerade in Jesus und durch ihn deutlich, Gott auf dem Weg mit den Menschen, auf dem Weg zu den Menschen. Gott ist Gott unterwegs. Aufbruch ins Leben, in den neuen Alltag. So wie wir uns dem stellen müssen, gerade zu Beginn eines neuen Jahres, so macht auch Jesus klar, dass der Weg mit ihm kein Verweilen im Lieb-gewonnenen ist, sondern ein Aufbruch. Die, die mit Je-sus gehen, gehen in einen neuen, veränderten Alltag. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es kommt der Alltag – aber der ist anders als vorher.&lt;br /&gt;Wenn wir uns jetzt, nach den ganzen Festtagen, in den Alltag aufmachen, dann bleibt auch für uns die Frage: „Hat sich unser Alltag verändert? Wird alles immer so weitergehen? Hat Weihnachten, die Erinnerung daran, dass Gott sich ganz menschlich zeigt, uns und unseren Alltag verändert? Oder wird es immer so weitergehen, bis zum nächsten Advent, alle Jahre wieder?“ &lt;br /&gt;Der Alltag ist stark, keine Frage. Und vieles hält uns da-von ab, wirklich neue Wege zu gehen. Nicht nur die Gewohnheit, sondern auch die Angst vor dem Unbe-kannten, die Angst vor Überforderung. Und die Frage, ob ich überhaupt richtig glaube und ob mein Glauben stark genug ist, den Weg, auf den mich Jesus führt, wirklich zu gehen. Unsicherheit, vielleicht sogar Angst, auf dem Weg schlapp zu machen.&lt;br /&gt;Wie anders ist das, was das Johannesevangelium hier erzählt. Da ist zuerst einmal von Philippus die Rede. Je-sus findet ihn, bittet ihn, ihm nachzufolgen, und der zö-gert nicht und geht mit. Jesus findet ihn. Das steht so im Evangelium. Und das ist schon mal was ganz Entschei-dendes. Bei aller Wertschätzung eigener Aktivität im Glauben, ist es zuallererst Jesus, der den Menschen fin-det. Glauben ist kein Verdienst, auch nicht das Ergebnis langer Nachdenk- und Suchbewegung, sondern ein Angesprochen werden und sich ansprechen lassen. Der erste Schritt ist nicht der, den wir Menschen machen, sondern der, der auf uns zu gemacht wird. Philippus lässt sich finden und geht dann mit. Etwas anders dann der zweite Mensch, von dem Johannes in seinem Evangelium erzählt. Nathanael. Philippus findet ihn, offensichtlich einen, der sich in seinem jüdischen Glauben gut auskennt. „Jesus ist der, auf den wir gewartet haben. Er ist der, den Mose im Gesetz und den die Propheten verkündigt haben.“ So macht Philippus ihm, Nathanael, die Begegnung mit Jesus schmackhaft. Für mich ist Philippus da so ähnlich wie Menschen, die heute andere zum Glauben einladen wollen. „Da ist einer, Jesus, in dem zeigt sich Gott ganz. In dem erfüllen sich auch deine Hoffnungen und Sehnsüchte nach einem Leben, das gelingt“ – sicherlich mit viel mehr Worten, aber im Grundsatz mit ähnlicher Aussage versuche ich als Pfarrer, versuchen Eltern und Großeltern, Freunde und Bekannte anderen einen Weg zum Glauben zu zeigen. Aber dann kommt Nathanael mit seinem Einwand „Was kann aus Nazareth schon Gutes kommen?“ Eigentlich hätte alles doch ganz anders sein müssen! Nazareth, das war zur Zeit Jesu ein kleines, unbedeutendes Dorf in Galiläa. Und dort vermutete man eher das einfache, bäuerliche oder handwerkliche Leben. Leute wie Jesus, Zimmerleute, in scheinbar ganz normalen Familien aufgewachsen, die gab es zuhauf. Und so einer soll der Messias sein, der, in dem die Hoffnungen auf ein Leben mit Gott sich erfüllen? Das erwartete man wohl eher von jemandem aus den großen, vornehmen Städten in Judäa, der mit Recht als neuer David, als König hätte durchgehen können. Aber so ein Handwerker? Menschen heute, auch wir sind anders. Wir haben andere Erwartungen, andere Vorurteile. Aber ich glaube, dass es manchen Eltern oder Großeltern ähn-lich geht wie Philippus. Dass sie, wenn sie ihre Kinder oder Enkel zum Glauben einladen wollen, zu hören be-kommen: Das passt doch nicht in unsere Zeit. Wenn’s Gott gibt, dann habe ich ihn mir aber ganz anders vorge-stellt. Und als Pfarrer bekomme ich so etwas auch immer wieder zu hören. Auch von Leuten, die gebildet sind und die sich gut in der Bibel auskennen. Und auch bei uns selbst sind doch manchmal ähnliche Vorurteile da. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen, wie Glauben zu sein hat und wie Gott uns begegnen soll. Je nach Typ hat man es gern feierlich oder locker-fröhlich. Oder m
